TOUR-DE-FRANCE-FAHRER: Blut, Schweiß & Tränen! Georg Zimmermann geht ans Limit

Shownotes

Radprofi und Bergspezialist Georg Zimmermann ist amtierender Deutscher Meister und schon fünf Mal die Tour de France mitgefahren.

Host Lenny Peteanu spricht mit ihm im SPORT1 DEEP DIVE über die Tücken des härtesten Radrennens der Welt, wie er sich darauf vorbereitet und was mit dem Körper passiert, wenn man in weniger als 3 Wochen über 3000km auf dem Rennrad zurücklegt.

Die Folge mit Georg Zimmermann im Überblick:

  • 00:00:00 – Intro
  • 00:01:37 – Anfänge und Einstieg in den Radsport
  • 00:09:29 – Learnings im Radsport/ Positionen im Radsport
  • 00:14:06 – Weg zum Profi & das erste Mal Nationaltrikot
  • 00:18:30 – Kampf um die Plätze bei der Tour de France
  • 00:22:15 – Nominierung und Vorbereitung auf die Tour
  • 00:30:40 – Das größte Radrennen der Welt
  • 00:33:00 – Ein Tag bei der Tour de France
  • 00:39:00 – Belastung währen der vier Wochen Tour
  • 00:44:40 – Renn-Strategie
  • 00:53:43 – Ankunft auf den Champs-Élysées
  • 00:56:30 – Skurrile Story von der Tour
  • 01:04:20 – Rankings/Leistung
  • 01:09:40 – Zweiter Platz bei einer Tour-Etappe
  • 01:11:30 – Der Sturz bei der Tour 2025
  • 01:17:45 – Siebträger und Rennrad – Radsport als Trend
  • 01:20:05 - Die Alien-Frage

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:

-📱Instagram: ⁠@lenny.peteanu

-📱 Lennys Homepage: https://www.lennypeteanu.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Das Wichtigste bei der Todefrau ist eigentlich, nie einen Fehler zu machen.

00:00:02: Es ist schon so ein Dritt auf der Rasierklinge, dass man da richtig Bock drauf hat, extrem knapp sich gegenseitig zu überholen und da in dem Hauptfeld sich auf den letzten Kilometern durchzusetzen.

00:00:14: Was man nie anfangen darf, ist die Tage zu zählen.

00:00:17: Man schaut einfach immer nur auf den nächsten Tag und hofft darauf, dass irgendwann die Todefrau schon zu Ende gehen wird.

00:00:23: Und als ich dann da in Paris angekommen bin und das erste Mal da eingefahren bin, das war einfach überwältigend.

00:00:29: und Meilenstein meiner Karriere zum ersten Mal das deutsche Nationaltrikot anzuziehen.

00:00:35: Wenn es einen

00:00:35: den Lenker aus der Hand schlägt, dann hat man sofort einen kompletten Kontrollverlust übers Fahrrad.

00:00:41: Ich muss dann auch noch genäht werden am L-Bogen.

00:00:44: Dann hatte ich auch noch milde Symptome von der Gehirnerschütterung.

00:00:47: Das war ich dann ziemlich schnell klar, dass die tote Frau hier und jetzt für mich vorbei ist.

00:00:56: Georg ist seit Jahrzehnteinundzwanzig jede einzelne Tour de France mitgefahren.

00:01:05: Wir sprechen über seine Vorbereitung, wie das ist über Tausende Kilometer, Lenker an Lenker mit anderen zu fahren und was für eine verdammt wichtige Rolle, Psyche und Strategie beim größten Radrennen der Welt spielen.

00:01:16: Natürlich sprechen wir aber auch über seinen dramatischen Sturz bei der vergangenen Tour de France und wie er Jahrzehnteinundzwanzig endlich wieder angreifen will.

00:01:23: Georg ist ein ganz eigener Charakter, eine richtig coole Typ.

00:01:26: Wir hatten super viel Spaß beim Gespräch und wenn es euch auch gefällt, dann folgt uns gerne rein für euch.

00:01:30: Das ist kostenlos.

00:01:31: Uns hilft es unglaublich bei unserer Arbeit weiter.

00:01:33: Vielen, vielen Dank euch und jetzt ganz viel Spaß euch bei der Folge mit Georg Zimmermann.

00:01:37: Ich habe so, so viele Fragen an dich.

00:01:39: Wir werden natürlich auch gleich ganz viel noch über die Tour de France sprechen.

00:01:42: Ich will wissen, wie du dich davorbereitest, wie das Ganze abläuft.

00:01:44: Aber lass mal davor noch ein bisschen einsteigen, bei deinen Anfängen.

00:01:48: Wie bist du dazu gekommen?

00:01:49: Weil ich habe mal ein bisschen recherchiert.

00:01:50: Ich glaube, deine Eltern haben ja nicht wirklich was damit zu tun.

00:01:52: Dein Papa ist Architekt, ne?

00:01:54: Wie bist du da reingesteupert?

00:01:56: Mein Papa ist... Jetzt nicht Radprofi gewesen, das war einer der ersten, der das Fahrrad im Alltag richtig hergenommen hat.

00:02:05: Heutzutage fährt jeder mit dem Cargo-Bike durch die Gegend und schuffiert die Großfamilie vorne in dem Gepäckabteil rum.

00:02:13: Aber damals war mein Papa fast pioniert.

00:02:16: Da wurde er fast ein bisschen belächelt, also vor vor fünf, zwanzig, dreißig Jahren schon immer das Fahrrad hergenommen hat, um zum Einkaufen zu gehen und in die Arbeit zu fahren.

00:02:26: Und da hat er mich auch am Wochenende ab und zu immer mitgenommen auf so kleinere Radtouren und dann wird es pöpö mehr und mehr.

00:02:34: Und ich hatte eigentlich auch immer großen Spaß am Radfahren, aber währenddessen erst Fußball gespielt, aber da war ich nie so richtig erfolgreich, dann habe ich viel Leichtathletik gemacht.

00:02:45: Da war ich dann eigentlich auch auf einem guten Level bei allem, was so ausdauermäßig langstreckenläufe.

00:02:54: Und dann haben wir mal, sind wir zum Zuschauen, zu einem kleineren Radrennen bei uns in der Region gefahren.

00:03:03: Und dann gab es da so ein erstes Schrittrennen, wo er nicht großen Lizenzen brauchte oder sich nicht groß anmelden musste.

00:03:10: Und da bin ich dann, obwohl ich mit dem Fahrrad schon hingefahren bin und es gar nicht geplant war, oder wir wussten gar nicht, dass man da auch einfach so halt.

00:03:19: auf entspannt mitfahren kann.

00:03:20: und dann haben wir uns da irgendwie eine Startnummer organisiert und dann hat mir das viel Spaß gemacht, bin gleich dritter geworden.

00:03:28: und dann habe ich da so ein, das war auch nicht so der Augsburger Radverein angesprochen, wie es ausschaut, ob ich mal Lust hätte dem Verein zu mich anzuschließen und ja.

00:03:45: Dann war ich in den nächsten Jahren in dem Verein aktiv und dann kam es irgendwann, dass wir gemeinsam Radfahren gegangen sind und ja, haben wir so ein erstes Training gemeinsam mit diesem Trainer von den E-Races Augsburg gemacht und dann sind wir da.

00:04:05: würde ich sagen, mehr und mehr auf Rad an den Gefahren mit dem Verein und dann bin ich immer weniger und weniger zum Fußball und zum Leichtathletik gegangen.

00:04:14: und halt vor allem, weil ich von Anfang an erfolgreich im Rad fahren war, war das dann eigentlich klar, dass ich den Rest langsam auslaufen lasse, ich glaube so nach... Drei, vier Monate nach meinem ersten Rennen war ich schon dritter bei der Bayerischen Meisterschaft.

00:04:32: Und davon war ich im Fußball und dem Leichtathletik schon ein Stück entfernt.

00:04:36: Weißt du noch so, was sich da angefixt hat, weil ich mein gerade Fahrrad fahre?

00:04:39: Ist ja so was wie Laufen gehen oder idealerweise auch schwimmen.

00:04:44: was eigentlich jedes Kind macht.

00:04:46: Im Gegensatz zu Fußball, Basketball und so weiter.

00:04:50: Du bist ja schon, du hast gerade gesagt, mit dem Fahrrad dahin gefahren.

00:04:52: Was war dann im Rennen dieser Moment, wo du dir dachtest, das ist geil, das macht mir richtig Bock.

00:04:58: Ich glaube an sich Ausdauersport, an sich ist einfach so voll mein Ding.

00:05:02: Auch schon im Fußball früher als kleines Kind waren die Ausdauerläufe immer, wo alle keinen Bock drauf hatten.

00:05:08: Und ich schon, oder wenn irgendjemand den Ball richtig in die Wallachal geschossen hat, hatte ich da kein Problem, der hinten den gestrubben wieder rauszuholen.

00:05:19: Also das war einfach an sich so schon immer mein Ding.

00:05:23: Wie viel, weil du es gerade angesprochen hast, es hat sich dann ja so langsam aber sicher ein bisschen professionellisiert.

00:05:29: Wir haben immer mehr Rennen gefahren.

00:05:32: Wie viel Fokus lag da bei dir als Teenager schon wirklich auf Leistung?

00:05:37: Weil ich kann mir jetzt kaum vorstellen, dass du damals schon irgendwie ins Höhlen- oder Hitze-Training gegangen bist.

00:05:41: Aber was war das für ein Faktor?

00:05:44: Du wurdest relativ schnell schon mal dritter, hast du noch umgekämpft.

00:05:47: Wie wichtig war dir das da schon zu gewinnen?

00:05:50: Ich würde sagen, ich habe eigentlich mein ganzes Leben eine richtig gute Balance aus einem entspannten, coolen Jugend und Profis in dem Sport gewonnen.

00:06:02: Ist auch im Radsport ganz cool.

00:06:03: Ich bin mit zwanzig Profi geworden und das ist so ein normales Alter.

00:06:06: Im Fußball ist man ja viel früher dran.

00:06:09: Und eigentlich ist es jetzt nicht so sehr entscheidend, jetzt rückwirkend, weil es jetzt nie so geplant, aber wenn ich jetzt in einem anderen jungen Talent mit sprechen würde, wie ich den Ratschlag gebe, jetzt in der U-Fünfzehn, U-Sevzehn, U-Ninzehn, sich nicht verrückt zu machen, dann in der U-Ninzehn, im zweiten Jahr, da zählt es dann schon, da muss man schon performen, aber bis man sechzehn ist, kommt es jetzt eigentlich... werden dann nicht viel weichen gestellt.

00:06:39: Da muss man schauen, dass man Bock an der Sache hat.

00:06:41: Im Landeskader sollte man schon sein.

00:06:43: Also so ein bisschen kommt halt auch auf das Talent drauf an, wie viel man mitbringt.

00:06:51: Aber auf jeden Fall, wenn das nicht leicht von der Hand geht, dann hat man wahrscheinlich eh zu wenig Talent.

00:07:00: Es ist bei mir immer so gewesen, weil ich jetzt nicht so ... extrem fokussiert meine ganze Jugend war, dass ich immer besser und besser und besser wurde.

00:07:09: Und das ist natürlich mental auch viel angenehmer, als wenn du jetzt als Juniore schon so extrem viel trainierst und dann alles gewinnt, weil es halt da ist und dann du Schwierigkeiten hast, dein Niveau zu halten, weil halt irgendwann auch die anderen anfangen zu trainieren.

00:07:26: Aber an sich, auch wenn ich mich so zurück erinnere, was ich da für den Pen-Summe als so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, so mit der U-Sebz, Jetzt könnte ich das Ganze, ich pensum nicht mehr, aber ich freu mich echt, wie ich das hinbekommen habe.

00:08:02: Vor einer Weile habe ich mir so, jetzt ist ja alles digital und ich habe auch noch die ganzen Trainingsumfänge, die ich damals trainiert habe, in meiner Cloud gespeichert.

00:08:12: Nur aus Spaß habe ich mir vor ein paar Wochen so durchgeschaut, was ich da so trainiert habe.

00:08:15: Und das war schon auch jede Menge für das, dass ich immer noch zur Schule gegangen bin.

00:08:22: Und ja, das vielleicht ich verzeige, das sind jetzt so ... Knapp das Doppelte, was ich jetzt trainiere, aber es ist halt mein vollternt Job.

00:08:29: Und damals habe ich das neben der Schule hergemacht und immer, halt im Winter kommt man ja eigentlich zu gar nichts.

00:08:36: Wenn man von acht bis eins in der Schule sitzt, dann ist mit draußen Rat wann eigentlich nicht mehr viel.

00:08:41: Aber das klingt gerade für ein Leistungssportler nach einer relativ entspannten Jugend, dass man auch mal ein bisschen so den Druck... wegnimmt von nur performen performen performen und ganz viele setzen ja dann auch gerade so die karte auf auf den leistungssport und dann kommt halt mal irgendwie eine verletzung und irgendwann sich so ja kacke jetzt habe ich aber leider gar nichts gelernt oder gar nichts in petto gehabt hättest du irgendwas gehabt wo du gesagt hast okay wenn es nicht klappt dann mache ich halt

00:09:03: das.

00:09:05: ja.

00:09:05: also ich habe ja eigentlich wollte ich immer pilot werden aber das ging sich eigentlich jetzt mit dem konnte man jetzt parallel zum sport nicht machen.

00:09:13: Ich habe jetzt noch International Management nebenzustudiert und das ist jetzt vor zwei Jahren abgeschlossen.

00:09:21: Wenn es jetzt vorbei wäre, würde ich irgendwas Betriebswirtschaftliches machen.

00:09:25: Aber mein Plan B-Draumjob wäre eigentlich Pilot.

00:09:29: Also der Pop hat aber was scheiß gelernt.

00:09:32: Sehr schön.

00:09:32: So entspannt es jetzt erstmal klingt, es ist ja trotzdem Sport, in dem sehr hohe Kompetitiveness ist.

00:09:39: Wie hat dich das auch für heute schon geprägt, oder?

00:09:43: Wenn man sich das mal so überlegt, als du damals mit vierzehn, fünfzehn, sechzehn auf dem Rad warst, der Sport ändert sich ja nicht groß, auch im Vergleich zu Natur de France.

00:09:51: Das ist natürlich ein ganz anderes Tempo, eine andere Leistung.

00:09:53: Aber was hast du damals gelernt, was du auch heute noch auf dem Rad bei der Tour de France, bei irgendeinem Giro zum Beispiel, anwendest?

00:10:00: Ja, man muss einfach im Radsport ein Grinder sein.

00:10:03: Also, man muss im Prinzip, es gibt zwei Sachen, die zählen erstens mit, wie viel Talent du geboren bist und zweitens.

00:10:12: wie sehr du auf die Zähne beißen kannst.

00:10:14: Das sind so die zwei Komponenten, die zwei Hauptkomponenten.

00:10:20: Das eine kannst du nicht beeinflussen und das zweite kannst du beeinflussen.

00:10:24: Das ist auf jeden Fall zäh und man muss halt viel auf die Zähne beißen und sich durchkämpfen.

00:10:34: Hasseln und das muss man sich bei mir halten.

00:10:38: Und was bist du?

00:10:39: Bist du Naturtalent oder Zähnebeiser?

00:10:42: Ja, ich würde sagen, dreißig Prozent Talent und siebzig Prozent Hassler.

00:10:46: Sehr gut.

00:10:47: Du bist ja Bergspezialist?

00:10:48: Ja.

00:10:48: Und ich frag mich so... Ist das was, was man gleich von Anfang checkt?

00:10:52: oder dass die dann vom Augsburger Rat verein gesagt haben, ah, der Junge hat irgendwie die Füße oder wir sehen den eher da, wird man dann so einsortiert, ist das was, wo man selber drauf Bock hat, wie läuft es dann?

00:11:03: Das ergibt sich automatisch, also das ist einfach das Talent, mit dem man... geboren wird.

00:11:10: Im wissenschaftlichen Kontext hat man das die Laktatbildungsrate, aber das muss man nicht groß messen, das ergibt sich in den Rennen.

00:11:19: Man findet das sehr schnell raus.

00:11:22: Eigentlich rückwirkend, weil es schon von vornherein klar war, wenn ich auch auf meine leichte Athletikergebnisse schaue und man da sieht, dass ich im hundert Meter Sprint immer viel schlechter war als im fifteenhundert Meter Mittelstricken läuft, dann ist es eigentlich klar, was für ein Typ-Atlet man ist.

00:11:38: Und das Besondere im Ratschball ist halt vielleicht so, kann man vielleicht mit einem... Fußball auch ein bisschen vergleichen oder mit anderen Sportarten.

00:11:46: Dass es halt einfach andere Positionen gibt.

00:11:48: Und ein Keeper einfach ganz andere Qualitäten.

00:11:51: Das ist ja ein anderes Sport, was ein Torbar trainiert, wie was ein Schirma trainiert.

00:12:03: Und von daher ist es eigentlich bei uns mit den Sprintern und den Bergfahren einfach zwei unterschiedliche Typen.

00:12:09: Und das findet man dann halt.

00:12:11: ziemlich schnell in den Wettkämpfen raus, was man da ist.

00:12:14: Könntest du irgendwie sagen, wenn du jetzt Bock hättest auf Sprinter, weil es hat ja auch viel mit der Füße zu tun.

00:12:21: Ich würde jetzt mal sagen, du bist jetzt von der Füße her schon ein typischer Berg-Atlet, so ein bisschen dünner, länger und die Sprinter sind ja noch ein bisschen bepackter, muskulär.

00:12:32: Könntest du jetzt sagen, okay, ich gehe jetzt ein halbes Jahr ins Gym, pack mir fünfzehn Kilo noch drauf, Bank drücken.

00:12:37: Und dann werde ich zum Sprinter.

00:12:38: oder ist das wirklich etwas, was noch mal tiefer in die Füße ist mit den ganzen Stoffwechsel mit eingreift, welche dieser Fahrertypen.

00:12:46: Also da erstens, ja, ist man halt in seinem Talent eben irgendwo eingeboxt und man ist halt am effizientesten, wenn man auch das trainiert in dem, wo man talentiert ist.

00:12:57: Natürlich kann man jetzt ein bisschen in die andere Richtung trainieren oder halt aber wird dann nie so erfolgreich sein, wie wenn man mit seinem Talent arbeitet.

00:13:05: und außerdem als Sprinter braucht man schon auch ein bisschen das Sprinter Mindset, dass man das ist schon so ein... auf der Rasierklinge, dass man da richtig Bock drauf hat, extrem knapp sich gegenseitig zu überholen und da in dem Hauptfeld sich auf den letzten Kilometern durchzusetzen und sich da seine Position zu behaupten, da braucht man schon so einen richtigen... Kampfgeist.

00:13:35: Kampfgeist.

00:13:37: Also, das hätte ich jetzt nicht so, dass man halt so in so einem Moment über sich hinaus wächst und halt so sehr sich fokussiert und niemanden vor sich reinlässt und auch den Ellbogen mal raus schiebt und halt richtig auf, auf, auf, halt mit richtig Enthusiasmus seine Position verteidigt und halt sich da richtig reinstellt.

00:14:00: Das finde ich ultra reflektiert, finde ich richtig cool.

00:14:04: Nee, ist noch einfach ehrlich.

00:14:06: Du hast ja schon in deiner Jugendnahme gerade gehört, echt du hast viele Rennen gefahren, du hast auch viele Erfolge.

00:14:12: Wann kam dieser Punkt, wo du gesagt hast, weil du ja dann doch erst mit zwanzig Profi geboren bist, dass du gesagt hast, okay jetzt setze ich alles auf diese eine Karte, ich werde Radsport-Profi.

00:14:21: Eigentlich

00:14:22: nach der Schule mit achtzehn, also halt so... Bis dahin habe ich das halt irgendwie mehr recht als schlecht irgendwie nebeneinander hergewurschtelt, aber so ein bisschen war da schon immer alles am Limit.

00:14:37: Und dann muss man sich halt echt mal überlegen, ob man halt voll Zeit studieren will oder irgendwas lernen will.

00:14:43: oder halt bei mir, ich wollte eigentlich ganz schön im Pilot werden, aber das aber auch mal hinten angeschoben.

00:14:47: und dann habe ich mich halt dazu entschieden, den ja schon steinigen Weg zu gehen, versuchen gerade Profi zu werden, weil wenn man dann bis in der U-二undzwanzig ist, der Schwert eigentlich gut über die Verbände organisiert, dass man halt immer im Landes- und Bundeskarte unterwegs ist und sich eigentlich um nicht viel kümmern braucht.

00:15:07: Und wenn man dann aus der U-Ninzen rauskommt, geht es in die U-Dreinzwanzig, die aber in die Elite-Klasse mit eingegliedert ist.

00:15:15: Also das ist nur so ein ... Im Prinzip ist man dann bei der Elite mit dabei.

00:15:19: Und dann muss man sich da ein bisschen durch die drittklassigen Profiteams durchwurschteln.

00:15:26: Und das ist halt ... Ja, da muss man sich schon ein bisschen auf ... Also Verbände sind halt immer gut organisiert.

00:15:36: Und da passt alles.

00:15:37: Und da ist alles ziemlich straight vorgegeben.

00:15:40: Und wenn man da aus dem Rout kommt, muss man sich halt selber so ein drittklassiges Kontinental-Team suchen und sich dann da halt durchwurscht.

00:15:49: Und halt, ja, ist auf dem Papier-Bruf ja, verdient nur so vier, fünfhundert, sechshundert Euro im Monat.

00:15:56: Und muss halt irgendwie sich damit zurechtkommen.

00:15:59: Wie waren es bei dir, als du dann in den Naziokader quasi berufen wurdest?

00:16:03: Ich glaube, du warst zu fünfzehn, Vize, Unionmeister, Straßemeister.

00:16:08: Und dann kam der nächste Step und du durftest, das Trikot hängt schon hinter dir, schwarz-rot-gold, dir überstreifen.

00:16:15: Weiß ich jetzt heute sogar noch, genau meinen ersten Einsatz zu warten, rundverdiener Schweiz.

00:16:21: der PDW und war halt eine riesen Ehre zum ersten Mal den Adler auf der Brust zu tragen.

00:16:28: Also das war auch sowas, wo ich sehr lang darauf hingefiebert habe, weil ich eigentlich davor habe ich mich fast immer so ungerecht behandelt gefühlt, dass ich nie eingesetzt wurde, weil ich schon immer gut war, weil einen kleinen Ticken nicht gut genug und nicht konstant genug.

00:16:45: und dann, als es dann endlich geklappt hat, war ich dann auch gesetzter Mann.

00:16:50: Ab dem Zeitpunkt habe ich eigentlich keinen Weltcup mehr ausgelassen.

00:16:54: Und ja, das war ein Meilenstein meiner Karriere zum ersten Mal, das deutsche Nationaltrikot anzuziehen.

00:17:04: Ein ganz wichtiger Teil von eurem Sport sind ja die Teams.

00:17:08: Wie läuft das ab?

00:17:09: Nimm uns mal mit in die Welt, weil ich glaube auch viele richtige Ratsportfans wissen gar nicht genau, wie so der Mechanismus dahinter ist.

00:17:17: So rufen Die dich an, bewirbst du dich, hast du ein Management, das dann sagt, hey, wir vermitteln euch mal, wie läuft es, dass ein Radsportler und ein Team zusammenkommen?

00:17:28: Also die meisten Athleten sind, so ein neunzig Prozent, wie ich sagen, arbeiten mit einer Agentur zusammen, ich auch, und die vermitteln einen da.

00:17:36: Und ja, so bin ich dann eben auch in den Profi-Sport reingekommen.

00:17:46: muss man sich erleben, so gut wie möglich beweisen.

00:17:49: Und dann muss man Glück haben, dass der jemanden Bock hat, einen zu verpflichten.

00:17:54: Und man gehört auch ein bisschen Glück dazu, wie in meinem Leben, dass er zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle im Platz frei wird.

00:18:02: Und dann muss man sich dort beweisen.

00:18:06: Wie sieht das dann aus?

00:18:07: Was ist der Deal quasi?

00:18:08: Also, kommst du dann da?

00:18:11: Du beantwortest noch, was du beantworten hast.

00:18:13: Aber hast du so ein Fixgehalt und dann gibt es irgendwie noch pro Rennen eine Prämie drauf oder pro Platzierung oder wie ist das System davon?

00:18:19: Also,

00:18:20: ich würde sagen, wir haben premium Kalender, aber der ist jetzt nicht so groß.

00:18:24: Also, achtzig, neunzig Prozent meiner Einnahmen habe ich über mein Fixgehalt, eher neunzig als achtzig.

00:18:30: Lass uns mal dann so ein bisschen über die Tour de France sprechen.

00:18:32: Ich glaube, da haben auch ganz, ganz viele von euch zu Hause richtig Bock drauf, da so ein paar Insights zu erfahren.

00:18:37: Ich habe total Bock, das einmal mit dir so ein bisschen durch zu skizzieren.

00:18:43: Lass uns mal da anfangen.

00:18:44: Wo fängt denn ein Tour de France ja für dich überhaupt an?

00:18:49: Weil klar, im Juli beginnt es dann immer, aber du hast ja auch noch deine ganzen anderen Räume bis wahnsinnig viel unterwegs.

00:18:54: Aber wann fängst du wirklich gezielt mit der Vorbereitung auf die Tour an?

00:18:58: Die Saison ist eigentlich so dreigeteilt, würde ich sagen.

00:19:04: Am ersten Mai endet es normalerweise in Frankfurt mit dem Rennen am ersten Mal in Frankfurt der erste Rennblock.

00:19:11: Der dient vor allem dazu, sich für die Tour de France zu bewerben in der Mannschaft.

00:19:16: Also jede Mannschaft besteht aus siebundzwanzig bis dreißig Fahrern.

00:19:20: von denen immer nur acht die Tour der Frost fahren dürfen.

00:19:24: Und eigentlich im Winter stehen schon immer die besten fünfzehn bis zwölf fest die Eier dafür in Frage kommen.

00:19:31: Also der Kader ist so halbiert, würde ich sagen.

00:19:35: Und realistische Chancen die Tour zu fahren hat eigentlich nur die bessere Hälfte.

00:19:40: Und die bessere Hälfte muss ich bis ersten Mai bewerben, um einen Tour de Frost Platz zu bekommen.

00:19:47: Da bleiben dann von den Fünften über am ersten Mai und die gehen dann in eine Tour de Frost Vorbereitung rein.

00:19:56: Das heißt dann erstmal nimmt man von ersten bis zehnten Mai noch mal kurz raus, fährt noch mal in Urlaub, wenn man mag oder chillt einfach mal eine Woche daheim.

00:20:07: Dann fährt man ins erste Trainingslager, das so drei Wochen lang andauert.

00:20:12: Das ist dann so von, würde ich sagen, zehn, fünfzehnten Mai bis Ende Mai, Anfang Juni.

00:20:20: Dann fährt man nochmal einmal.

00:20:22: Da fährt ihr dann aber alle zusammen als Team hin, oder?

00:20:24: Ja,

00:20:24: da fahren wir alle gemeinsam als Team hin.

00:20:26: Dann wird das Team, dann fährt man noch mal einen gemeinsamen Wettkampf zusammen.

00:20:34: Das ist dann entweder das Kriterium du Dauphiné oder die Tour de Suisse, wo man dann auch noch mal als Team, weil davor ist immer man verstreut unterwegs und da versucht man immer, es klappt nicht mehr ganz, aber so sechs oder sieben von dem Tour de Frost Team fahren dann noch mal gemeinsam einen Wettkampf um halt eben die ab.

00:20:56: Mal eben so ein Team Spirit zu kreieren und die Abläufe drüben.

00:20:59: Team Building Event.

00:20:59: Ja, genau.

00:21:01: Und dann so zehn Tage vor der Tour de France werden dann die acht Finale selektiert, die fahren.

00:21:13: Und ja, dann geht's los.

00:21:15: Dann reist man so.

00:21:16: Die Tote Fros geht für gewöhnlich an dem Samstag los.

00:21:20: An dem Dienstagabend reist man an.

00:21:22: Und am Mittwoch stehen dann viel so Pressetermine und so weiter an.

00:21:28: Am Donnerstag ist dann noch so ein sportlicher Check.

00:21:33: Also jeder, der bei der Tote Fros mitfahren will, muss noch mal so.

00:21:36: So

00:21:38: ein Blutbild abgeben, was halt fit genug ist und dass da nichts im Wege steht.

00:21:44: Dann ist noch die Teampräsentation auch am zwei Tage zuvor, wenn ich mich jetzt nicht ühr.

00:21:50: Und den Tag davor hat man dann nochmal ein bisschen umdurch zu schnaufen.

00:21:54: Das klingt so wild.

00:21:55: Du erzählst es jetzt.

00:21:57: Klar, du hast es auch schon ein paar Mal gemacht im Gegensatz zu allen anderen, die das hier wahrscheinlich hören oder hier gerade in diesem Raum sind.

00:22:03: Aber es klingt so, als wäre es das Normalste auf der Welt bei dir.

00:22:06: Aber ich finde, das erste Mal, natürlich irgendwann kommt ein Gewöhnungsfaktor rein, dass man sich denkt, okay, cool, dieses Jahr wieder Tour de France.

00:22:14: Aber als das erste Mal.

00:22:16: Da gefahren bist.

00:22:17: Was ist da bei dir abgegangen, als du so gesehen hast?

00:22:19: Okay, du bist im Kader drin.

00:22:21: Es geht so langsam los.

00:22:22: Merkst du, diese riesige, metahue Welle von Tour de France baut sich so langsam vor einem auf.

00:22:29: Ja, das war was Besonderes vor allem, weil ich da am Anfang von mir an und nicht in dieser besseren Fünften drin war, was ich eigentlich meinte, dass man eigentlich nicht schafft, dass man, wenn man im Winter schon gar nicht auf der Longlist steht, habe ich mich trotzdem noch in die... in die Tour reingefahren.

00:22:45: Erstens, weil ich eine ordentliche Saison gefahren bin, aber zweitens, weil mein Team auch sehr unterdurchschnittlich unterwegs war und das hat halt auch den Weg damals geebnet, dass sie halt dann irgendwie im Mai noch mal die kompletten Pläne über einen Haufen geworfen haben, weil ja bisher nichts ging.

00:23:01: Und da war es schon umso mehr, besonders für die erste Tode, Fros halt noch überraschender nominiert zu werden, weil man halt ... Ja, weil ich halt im Winter noch nicht auf der Longlist stand, also das war eigentlich stand gar nicht zur Debatte.

00:23:16: Und ja, weiß ich sogar noch, da bin ich bei der Baskenlandrundfahrt gestürzt, dann muss ich das Rennen aufgeben.

00:23:24: Und dann, was ja eigentlich eher so ein Setback ist, und dann habe ich aber noch am gleichen Abend einen Anruf bekommen, dass ich jetzt hier mich nicht groß, das war im April, schätze ich mal, dass ich mich jetzt nicht groß stressen brauche bei der bei der Erholung und beim, dass ich nicht so schnell wie möglich wieder aus Rad gehen muss, weil jetzt eine kleine Pause ansteht, weil ich mich auf die Tote Frost vorbereiten soll.

00:23:50: Das war dann halt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

00:23:53: Erstens ist es ultralästig immer die Reha und alles so auf Krampf so schnell wie möglich zu machen, so schnell wie möglich wieder aus Rad zu kommen.

00:24:02: Und zweitens dann halt noch mit dem riesen Highlight Tour Defros hinten dran.

00:24:05: Das war dann, ja, ziemlich Jackpot, würde ich sagen.

00:24:09: Das

00:24:10: hört sich geil an.

00:24:11: Wie ist das?

00:24:13: Ich würde mal behaupten, die letzte Nacht, bevor es losgeht, schläft man wahrscheinlich relativ scheiße, oder?

00:24:20: Ja, wahrscheinlich schon.

00:24:22: Was geht da in einem vor?

00:24:25: Da war ich schon aufgeregt, muss ich... Aber ich glaube, das ist auch normal.

00:24:34: Es gibt für alles ein erstes Mal Nationalmannschafts-Trikot getragen.

00:24:39: Das war dafür auch der Süßste der Gefühle.

00:24:42: Das erste Mal Radprofi gewesen, den ersten Profivertrag unterschrieben, dann das erste Mal Tour de France gefahren.

00:24:48: Das sind halt Tausend so kleine Schritte, wo man immer denkt, das ist jetzt... Krass, was soll jetzt noch kommen?

00:24:56: und dann kommt immer eins zum anderen und das nächste und das nächste.

00:25:00: Ich will gar nicht Gatekeeping.

00:25:03: Wir reden gleich über den Rennstart, über den Grand-Departement, wie es dann weitergeht und so weiter.

00:25:08: Noch mal kurz zwei Sachen zur Vorbereitung.

00:25:10: Das eine, was du jetzt die Longlist erwähnt hast, es ist ja eigentlich so.

00:25:16: dass die Teams, die eh bei der UCI Mitglied sind, die sind ja eh festgesetzt.

00:25:21: Also du hättest dich jetzt nur innerhalb des Teams qualifizieren müssen und nicht, okay.

00:25:25: Und das andere, was mich noch interessieren würde, weil mir immer viel von erst mal, und das ist ja schon seit Jahrzehnten so, von Höhentrainingshör, um eben die roten Blutkörperchen im Blut anzuregen, den Sauerstoffgehalt in den Muskeln zu erhöhen.

00:25:40: Und dann kam aber vor ein paar Jahren glaube ich erst so richtig das Thema Hitzetraining noch dazu.

00:25:47: Wie, was für ein Faktor spielen diese beiden Trainings in deiner Vorbereitung?

00:25:53: Bei der Tour de France einen absolut großen, weil im Juli in Frankreich ist es extrem heiß, da muss man halt sich echt... auf zwei weißen darauf vorbereiten.

00:26:05: erstens dass man halt im wettkampf ist so gut wie es geht runterkühlt das heißt eine leistungskräftige klimaanlage im büster.

00:26:13: dann wir alle.

00:26:16: wenn es jetzt so ein richtig heißer tag ist starten wir so mit eispaketen hinten im rücken drin um uns runter zu kühlen.

00:26:22: die flaschen sind extra so wie so Thermos kannen, dass sie halt mit Kühlen gedrängt und gefüllt werden und kalt bleiben.

00:26:33: Und dann, was kann man noch machen, um sich besser abzukühlen?

00:26:38: Es gibt halt ein paar so, ab und zu mal eine kalte Flasche Wasser sich über den Kopf schütten und so weiter, dass man einfach abkühlt.

00:26:44: Aber mindestens genauso wichtig ist halt, dass man dem vorhinein der schon mal unter heißen Bedingungen trainiert hat.

00:26:54: Und es ist nicht so einfach mit dem Höhentraining in Verbindung zu bringen, weil in den Bergen es ist ja für gewöhnlich bisschen kühler.

00:27:00: Und dabei soll man sich eigentlich auf die Hitze vorbereiten.

00:27:03: Von daher gehen wir dann auch nochmal in die Sauna und so weiter.

00:27:07: Aber da muss ich auch sagen, dass ich eigentlich in Gutes Händchen hatte, dass ich, oder halt Glück vielleicht, dass ich schon seit Jahren eigentlich, bevor überhaupt Hitze-Training-Thema war, bin ich größer Sauna als die Papa und gehe ja nicht richtig, richtig gerne in die Sauna und macht deswegen eine Seite.

00:27:23: Ich achten, bin regelmäßig Hitze-Training, ohne je gewusst zu haben, dass ich hier gerade offizielles Training-Unternehmen.

00:27:31: und seit drei, vier Jahren steht dann jetzt immer wieder Sauna auf meinem Trainingsplan drauf und ich denke mir, okay.

00:27:36: Passt für mich.

00:27:37: Ich kenne auch ganz viele Typen, die sagen, ich gehe ins Training, ich gehe ins Gym und dann sagen sie, wie war's?

00:27:41: Ja zwar, zwei Stunden in der Sauna war super.

00:27:44: Naja, aber er ist nicht mehr so weit hergeholt.

00:27:47: Das ist tatsächlich bei der Tote Force Vorbereitung eine Komponente, die dann auch das Trägen beeinflusst, weil du dann ... Am nächsten Tag nicht so intensiv trainieren kannst, weil du davor schon ein bisschen mit der Sauna die Mineralien verloren hast und so weiter.

00:28:07: Das ist ja schon ernst zu nehmen.

00:28:10: Wie groß ist dieser Faktor Mineralien Elektrolytbasis und so weiter?

00:28:14: Ja, das ist das nächste.

00:28:20: was immer wissenschaftlicher wird.

00:28:21: Wenn man zu viel Mineralien auf sich nimmt, gewinnt man ein bisschen Körpergewicht dazu, weil das Salz immer Wasser auch bindet, was der Körper nicht so richtig verwenden kann.

00:28:31: Und wenn man zu wenig in seinem Körper krampf man natürlich, von daher ist es ja auch eine Wissenschaft, wie viel Salz man da oder wie viel Mineralien man dazu sich nehmen soll.

00:28:46: Wir kommen sofort zum Tour de France-Start.

00:28:48: Eine Frage habe ich aber noch, weil du jetzt angesprochen hast, dass ihr da eben als Team euch auch drauf vorbereitet.

00:28:54: Ich habe das Gefühl, ganz viele haben sehen, dass gar nicht so krass als Teamsport, weil man ja die einzelnen Fahrer da sieht.

00:29:00: Und klar, die haben dann zwar oft auch ähnliche Trikots und so.

00:29:03: Aber was für ein Faktor spielt Strategie in der Vorbereitung?

00:29:09: Sagt man da so, okay, wir karteln uns jetzt wirklich was aus?

00:29:14: Wer, wie, wann reagiert?

00:29:16: oder ist es einfach so in Anführungszeichen banal, dass man sagt, naja, die Bergspezialisten müssen halt auf dem Berg möglichst weit vorne sein, die Sprinter auf der Ebene und die Allrounder müssen schauen, dass man die Gesamtwertung den Durchschnitt hebt.

00:29:29: Ne, es gibt schon Tausend und einen Meetings von der Tour de Fros und während der Tour de Fros, was man sich an welchem Tag ausrechnet und wie man auch den Kader zusammenstellt, zum Beispiel fahren jetzt nicht die Die Ansicht, die acht Besten vom Kader automatisch die tote Fros bei Flatter Gänsten, die sich gar nicht so gut, sondern man fährt normalerweise mit einem Sprinter und einem für die Gesamtwertung und dann den sechs besten Helfern, die man hat.

00:30:05: Im Fußball, wenn man jetzt irgendwie... beim Transfer ein bisschen daneben gegriffen hat und jetzt fünf Stürmer hat und die eigentlich alle fünf richtig gut sind, stellt man ja auch nicht alle fünf auf.

00:30:15: und so ähnlich ist es halt bei uns auch.

00:30:16: Erklär

00:30:17: mal ganz kurz, was die Helfer sind.

00:30:18: Ja, die müssen halt den Sprinter und den Fahrer für die Gesamtwertung so gut wie möglich Windschatten geben oder mit Verpflegung versorgen.

00:30:28: und Ja, den Team Kapitänen halt den Raito angenehm und komfortabel wie möglich machen.

00:30:39: So, jetzt fangen wir mal an.

00:30:42: Kommen wir zum Grand-Depart.

00:30:44: Das ist schon so ein schönes Bord.

00:30:45: Ich komme jetzt zum Grand-Depart.

00:30:46: Da stehst du dann mit mit Hundertsechzig anderen oder Hundertneunendfünfzig anderen.

00:30:53: Du weißt, es geht los.

00:30:55: Ich glaube jetzt dieses Jahr war es in Lille, ne?

00:30:57: Ja.

00:30:59: Was geht da in einem vor, wenn man so merkt, der Tross setzt sich in Bewegung?

00:31:04: Du hast so lange darauf trainiert, der Tag ist gekommen.

00:31:08: Ja, es ist halt ein Riesen-Event, dauert ewig.

00:31:12: Also von, gibt es halt noch so eine Zemunie und dann wird immer noch die Nationalhymne von, ich weiß nicht, wahrscheinlich Frankreich gespielt und dann

00:31:23: wird es hinmachen.

00:31:26: und dann hält man noch zehn mal an und macht Fotos und fährt noch mal zu der Kategrale.

00:31:32: und das ist erstens mal so wie so eine Eröffnungsfeier bei den Olympischen jetzt nicht ganz so groß, aber an sich halt auch ein riesen Event, wo man dann halt gar nicht so... Im Prinzip, das Mainz hat jetzt da noch sich groß mit der Feier hier zu beschäftigen, weil man in zehn Minuten danach sportliche Höchstleistungen... Ich glaube, die Super Bowl-Spieler schauen sich auch nicht die Show in der Halbzeitpause an und feiern dann noch mal Beyoncé oder so.

00:32:07: Aber wir machen da den ganzen Klamauk mit und dann muss man irgendwie da den Fokus behalten, dass man halt zehn Minuten später voll auf der Höhe ist und sportliche Höchstleistungen.

00:32:21: Aber gibt es denn so eine Art Gentleman's Agreement, dass man sagt, okay, auch wenn es gerade schon losgegangen ist, man hält nochmal kurz für ein Foto an oder?

00:32:28: Ja, natürlich.

00:32:29: Aber das ist alles abgemacht, bevor alles Rennen ist nicht eröffnet.

00:32:33: Man hält noch zwanzig mal an, um Fotos zu machen und so weiter und so fort.

00:32:37: Und dann irgendwann gibt es halt den Kilometer Null, der dann auch für alle klar ist, wo es dann wirklich losgeht.

00:32:45: Und dann gibt es keinen Halt mehr.

00:32:48: Krass.

00:32:48: Nimm uns mal... Ich weiß, das ist vielleicht ein bisschen schwierig, weil die ganzen Renntage und Etappen auch alle sehr unterschiedlich sind, aber die werden ja eine ähnliche Struktur haben.

00:32:57: Wie sieht so in Anführungszeichen ein typischer Tour de France Renntag aus?

00:33:03: Also der Morgen ist eigentlich der chilligste Teil.

00:33:05: Also wir können halbwegs ausschlafen, so wecker halb neun, würde ich sagen.

00:33:11: Dann gehen wir frühstücken, wo unser Team kocht und uns halt eben Gute Sachen vorbe, oder können wir auch bei ihm bestellen, was wir alt haben wollen und alles nach besten Wissen und Gewissen.

00:33:26: Treibt er das auch auf?

00:33:28: Der ist eine richtige Team-Degende, muss ich sagen.

00:33:31: Der hat mir mal bei einer der ersten Tour de Fros, die ich gefahren bin.

00:33:39: Hatte mir so den Menüplan vorher gezeigt, über einundzwanzig Etappen.

00:33:43: Und dann fahre ich schon halbwegs professionell, dass er jetzt schon weiß, was er in drei Wochen kochen will, aber okay.

00:33:49: Und dann hat er auch schon sich notiert, wo, an welchem Supermarkt er das kauft und hat mit allen Supermärkten auch schon Vorbestellungen, dass sie alles auch lieferbar haben getroffen und so weiter.

00:34:01: Und dann habe ich halt den Menüplan gehabt und immer ein bisschen geschaut.

00:34:03: Und auf den vier Wochen, die die Tour de Fros-Dauert mit der Zeit, wie man vorher bleibt, dann nachher dann bis zur Abreise.

00:34:09: Er hat sich kein einziges Mal den Menüplan geändert, weil der jetzt so krass organisiert war und dieses Axel-Schied so gut war.

00:34:20: Die Sachen vorbestellt hatte, dass er halt echt komplett durchgezogen hat und sein Menü von erst bis zum letzten Tag runter gekocht hat.

00:34:28: Schon mal Liebe geht immer durch den Markt.

00:34:30: Ja, genau.

00:34:30: Dann ist man da seinen Frühstück, das sind dann so dreizehn bis fünfzehn neue Kalorien zum Frühstück für gewöhnlich.

00:34:44: normalerweise würde ich sagen so halb, elf oder zehn, dass der Bus losfährt.

00:34:49: Da muss man natürlich, weil wir ja jeden Tag ein Hotelwechsel haben, seine Tasche packen.

00:34:54: Die müssen wir nur für die Tür stellen.

00:34:57: Die wird dann von den Masseuren noch im Tourbus verladen.

00:35:03: Und dann fährt es um halb zehn gegen halb zehn der Bus los Richtung Etappenstart.

00:35:09: Das ist ganz unterschiedlich, wie lange die Anreise ist.

00:35:12: Zwischen auf jeden Fall zumindest eine Dreiviertelstunde, weil es dauert schon eine Dreiviertelstunde bis der Bus die Parkposition erreicht von dem Moment, dass du in den Startort rein fährst, einfach weil da so viel Stau und so viel Trubel ist.

00:35:24: Wir haben da schon unseren eigenen Weg, aber irgendwie klappt das doch meistens nicht so gut und dann dauert es für gewöhnlich so eine Dreiviertelstunde.

00:35:34: um vom Ortseingang zur Parkposition zu kommen und oft haben wir schon noch mal so einen Sechzig, Sechzig, Sechzig Kilometer Transfer manchmal auch hundertfünfzig also das können schon so eineinhalb, zwei Stunden sein.

00:35:45: da essen wir dann auch noch mal einen kleinen Snack.

00:35:47: das sind dann irgendwie so ein bisschen so Reiswaffeln oder irgendwie so was

00:35:51: und

00:35:53: dann ist es so elf würde ich schätzen dass wir ankommen.

00:35:57: Dann machen wir, sobald die Reifen stehen, eine Taktik Besprechung, dass wir jetzt einen kurzen Debrief vom Vortag machen und die Taktik für den nächsten Tag erläutern.

00:36:15: Die Takte für den nächsten Tag sind zweiteilig gesplittet.

00:36:18: Erstens in so einer Streckenvorstellung.

00:36:21: Wir fahren ja auf den normalen öffentlichen Straßen, von daher müssen wir irgendwie wissen, wo gefährliche Verkehrsinseln oder kleine Wege oder was weiß ich, da kriegen wir so Screenshots von Google Street View, wie das halt ausschaut und wie die letzten Kilometer ausschauen und so weiter.

00:36:42: Und danach geht man dann zur Taktik über, also wann, wer welche wem Windschatten gibt und die Flaschen holt und so weiter.

00:36:49: So

00:36:49: krass ist das durchkoreografiert?

00:36:53: Ja, dann geht es weiter.

00:36:54: Dann ist man so eine Stunde vor Start, ungefähr fertig mit dem Team-Meeting.

00:37:01: Dann steht noch eine Team-Präsentation an.

00:37:03: Das heißt, man geht nochmal kurz auf eine Bühne, wird dem Publikum vorgestellt und dann schreibt noch so ein Startbogen, dass man wieder an den Start gehen möchte.

00:37:11: Dann kommt man wieder zurück in den Teambus und dann hat man noch so eine halbe, dreiviertel Stunde, zwanzig Minuten, um nochmal durchzuschnaufen, nochmal einen Kühl, vielleicht eine Kohle aufzumachen, einen Kaffee zu trinken, nochmal ein letztes Mal durchzuschnaufen, bevor man wieder vier bis fünf Stunden Radrennen fährt.

00:37:28: Du hast es jetzt schon angesprochen.

00:37:30: Essen ist unglaublich wichtiger Teil und ich glaube, ihr könnt so viel essen wie ihr wollt, ihr würdet immer noch abnehmen.

00:37:35: Wie viel würdest du sagen in diesen vier bis sechs Stunden, die du da am Tag fährst, rockst du an Kalorien runter und wie hast du deine Diät quasi oder deine Reverse Diät darauf angepasst?

00:37:48: Weil wir, das ist jetzt mittlerweile ziemlich, kann ich genau beantworten, es sind so sieben bis neuntausend Kalorien am Tag.

00:37:56: Alter.

00:38:01: Wir haben einen Tachom-Rad, der auch die Leistung misst, wie fest wir in die Pedalen treten, ist aus dem Sensor an der Kurbel angebracht.

00:38:10: Dann kann man über die Watte, die getreten wurden, genau berechnen, wie viel Kalorien man verbraucht hat.

00:38:16: Und dann über eine Software kriegt man dann im genaue Anforder- oder halt genaue Richtlinien, wie viel Kram- und Kohlenhydrate man jetzt für die nächsten Mahlzeiten braucht.

00:38:28: Und ja, das sind wir gewöhnlich.

00:38:33: immer für die Hauptmahlzeit, das heißt Frühstück, Mittagessen, was bei uns irgendwie so um sechs Uhr Nachmittags nach der Etappe ist und Abendbrot, was bei uns zwischen neun und zehn Uhr abends ist, weil es hinten raus immer spät wird, sind es immer fünfzehn Kalorien.

00:38:52: und dann ist man schon bei vieren halb tausend und die anderen vieren halb tausend oder neun ist ja auch das extrem Beispiel.

00:39:00: dann für sieben braucht man noch drei dann nimmt man so wirklich schätzen Bestimmt zweitausend während der Etappe zu sich, weil wir da ja auch viel so Zucker in den Trinkflaschen haben.

00:39:13: Und Riegelis und Gill essen und Bananen dabei haben.

00:39:16: Und dann halt noch vielleicht so fünfhundert auf den Tag verteilt mit so kleineren Snacks, dass man halt irgendwie nochmal abends, bevor man ins Bett geht, irgendwie ein Apfel ist oder auf dem Weg zum Start noch irgendwie eine Kleinigkeit findet.

00:39:30: Crazy.

00:39:31: Wenn ihr seit der über einundzwanzig Tage unterwegs ihr Haut... Tausende von Kilometern weg, tausende von Höhenmetern.

00:39:38: Was, weil ich glaube, das können sich die meisten von uns überhaupt nicht vorstellen, was passiert denn da mit deinem Körper über die Tour hinweg?

00:39:46: Kann sich trainieren, wäre halt extrem hart und wir sind auch da vorbereitet und am Ende ist der Effekt gar nicht so... Also ich... Bei der ersten war ich wirklich kaputt, als ich angekommen bin und echt hinüber.

00:40:02: Aber die anderen Jahre, wo ich dann auch so meine Grundlage, meine Ausdauer so krass ausgebaut habe, ist, dass ich dann schon müde bin und dem Ganzen entgegenfiebert.

00:40:15: Das ist vor allem mental auffällig.

00:40:20: Es ist jetzt nicht so, dass man dann drei Wochen nur durchschläft und danach komplett fix entflockt ist.

00:40:27: Eigentlich habe ich mich da einmal ganz gut erholen zu lassen.

00:40:30: Fünf, sechs, sieben Tagen war ich danach schon immer halbwegs wieder auf dem Damm.

00:40:35: Die nächste Frage ist vielleicht ein bisschen indiskret, aber ich glaube, die meisten kennen das Gefühl, die auch schon einen Tag auf dem Rad sitzen.

00:40:41: Jetzt mal ganz ehrlich, tut ihr nach Tag zwei nicht schon übelst der Arschweh?

00:40:44: Nein, ich glaube,

00:40:47: ich riesenglück mit meinem Po.

00:40:49: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Sattel an einem Fahrrad gewechselt, weil ich da einfach überhaupt keine Probleme damit habe.

00:40:55: Echt?

00:40:55: Ja, viele Kollegen von mir.

00:40:58: haben wir da große Probleme, wechseln ständig Sattel oder auch die Klamotten bekommen wir ja von den Themen gestellt und dann sind die nie zufrieden mit den Päustern, die drin sind und schicken das zu anderen Firmen und lassen sich da ihr persönliches Päuster einnähen und so weiter.

00:41:14: und da bin ich echt gesegnet, dass ich die Probleme nicht habe und da einfach mit guter Körpergegene, wie ich sagen, ist der erste Schritt und wenn man den gut durchzieht, habe ich da eigentlich keinen.

00:41:26: Kein Stress damit.

00:41:27: Okay, sehr cool.

00:41:28: Aber wie sieht es dann aus?

00:41:30: Du hast gesagt, du warst jetzt nicht so krass fertig nach den letzten Tour de France.

00:41:34: Aber trotzdem, wie sieht das mit der Belastungssteuerung und Regeneration während der Tour de France aus?

00:41:39: Weil, ich meine, ihr habt zwei freie Tage.

00:41:42: Aber wie bewältigst du das, dass du weißt, ich kann morgen auch noch weitermachen?

00:41:48: Naja,

00:41:49: das ist auch so eine... Was man nie anfangen darf, ist die Tage zu zählen, weil dafür ist die Todefrau viel zu lang.

00:41:57: Man schaut einfach immer nur auf den nächsten Tag und hofft darauf, dass irgendwann die Todefrau schon zu Ende gehen wird und man nach Paris kommt.

00:42:06: Aber jetzt, das ist somit der größten Fehler, den man machen kann, ist die Tage zu zählen.

00:42:11: Man muss einfach Tag für Tag seine Arbeit machen und sein volles Pensum ausschöpfen und sein Bestes geben.

00:42:19: Und irgendwann geht es dann schon zu Ende.

00:42:22: Wie sehen die so oft, der ist dann aus?

00:42:23: Ist man erpent man da den ganzen Tag?

00:42:25: Ist man da noch mal mit längeren Medizinchecks beschäftigt?

00:42:28: Was macht man da?

00:42:29: Also, man erstens schläft man noch mal richtig aus, dann ist so Frühstück um zehn, würde ich sagen.

00:42:36: Da machen wir sogar ein kleines Radtraining, wo jetzt überhaupt nicht groß trainiert wird.

00:42:42: Da macht man mehr so eine Kaffeefahrt, vielleicht so dreißig Kilometer wahrscheinlich im Flach dahin, so langsam wie man will.

00:42:51: Ähm... Ja, ja.

00:42:52: Sorry, aber selbst am Off-day seid ihr dann auf dem Rad unterwegs.

00:42:55: Alter.

00:43:00: Ein, zweimal, so zu achtzig Prozent, ja.

00:43:04: Wenn am nächsten Tag eine Etappe ist, die für einen überhaupt nicht relevant ist, kann man auch nicht trainieren, weil man dann selbst, wenn so der Organismus ein bisschen in den Stottern gekommen ist und man dann im nächsten Tag dann nicht so top form hat, geht die Welt nicht unter, aber normalerweise trainiert man am Off-Day auch noch mal so eine Stunde.

00:43:25: Und dann geht's... weiter, dass man halt viel, wir haben ja auch Osteotherapeutin, Physiotherapeutin und sobald viel dabei, aber mehr als die dreifel Stunde Behandlung kriegt man eigentlich nicht hin, weil wir echt abends erst um sieben in ein Hotel kommen.

00:43:40: Und dann hat man halt, wenn man wirklich ein Problem hat, hauptsächlich am Ruhitagzeit dazu, das mein Ruhi zu anzugehen, weil er dann der Therapeut auch mal zwei Stunden für eine Behandlung Zeit hat und nicht nur nicht nur eine dreifel Stunde.

00:43:56: Und ja, dann gibt es immer noch, wo sich jeder wirklich drauf freut, so eine Apparo-Form, Abendbrot und ja, hat noch ein kleines Bier gemeinsam.

00:44:06: Und dann hat man den Ruhetag nochmal Abendbrot und dann gibt man den Spät und dann geht die nächste Woche los.

00:44:16: Alkoholfreie Spie oder mit Alkohol?

00:44:18: Ja, ein kleines normales, kann man sich schon, oder halt so, wie man es nimmt.

00:44:23: Okay krass, hätte ich nicht gedacht, weil das alles so bis ins letzte Detail abgestimmt ist, dass dann man selbst sagt, okay bei einem Null-Zwei oder so, da ist dann Schluss.

00:44:33: Ja, viel mehr ist Null-Zwei beziehungsweise eine.

00:44:36: Entweder Null-Zwei oder Null-Drein-Dreiß, ich kann jetzt nicht beantworten.

00:44:40: Lassen Sie mal ein bisschen über Strategie während des Rennens sprechen, weil du auch angesprochen hast, wenn du weißt, dass jetzt eh ein Tag kommt, nach dem Off-Day, der nicht so wichtig ist für dich, dann musst du da auch nicht mehr so... krass reinhauen im Training.

00:44:55: Gehst du diese Tage dann wirklich so an, wenn du weißt, du als Bergspezialist, ihr habt morgen eine flache, einfach nur eine Ebene für euch.

00:45:01: Okay, ich mache mir einen spannenden, ich schaue, dass ich hintenhaus nicht gekattet werde.

00:45:04: Oder wie gehst du diese Tage dann an?

00:45:06: Ja, das ist eigentlich auch so eine mentale Sache, weil es auch, wenn man so einen Tag so komplett für sich abschreibt, dann leidet man umso mehr, weil allein schon hundert- und achtzig Kilometer Rad zu fahren ist ja übelst anstrengend.

00:45:19: Und von daher ist es mental für mich fast einfacher, als ich jedes Rennen ernst zu nehmen und halt immer ... fokussiert zu sein und nicht zu sehr zu priorisieren, weil mein Erfangen hat gezeigt, dass wenn man dann unaufmerksam ist, man tendenziell eher stürzt oder irgendwie... ... noch mehr ... ... ja, noch mehr leidet, weil man sich irgendwie ... ... gar nicht mental darauf eingestellt hat.

00:45:46: Von daher fahre ich eigentlich ganz gut damit, ... ... eigentlich jeden Tag ernst zu nehmen.

00:45:50: Und wie ist das dann bei Tagen, wo du weißt, ... ... okay, wir verlassen jetzt die Ebene ... ... und jetzt wird es ein bisschen högeliger ... ... oder wir sind jetzt tatsächlich irgendwie ... ... in den Pyrenäen, in den Alpen unterwegs?

00:45:59: Ja, dann muss man halt dann ... ... noch mal über sich hinaus wachsen ... ... und dann halt ... ... ja, wirklich performen und ... ... und ... ... ja, halt sich noch mehr fokussieren.

00:46:09: Wann weißt du für dich, okay, jetzt ist ein guter Moment, um auszureißen?

00:46:14: Weil ich stelle mir das total schwer vor, weil das ist ja auch immer ein Risiko.

00:46:16: Na ja.

00:46:17: Was Ausdauer angeht, was... Also, dass man... Klar, du bist erst mal ein paar Meter weiter vorne.

00:46:21: Das kann aber genauso schnell wieder schiefgehen und du bist wieder hinten.

00:46:26: Ja, das kann... Ja, es ist schwer zu sagen.

00:46:29: Also grundsätzlich in der Taktikbesprechung beschwricht man das schon mal, ob das heute ein guter Tag ist oder nicht.

00:46:36: Und dann muss man das halt im Rennen auch über seinen Instinkt fühlen und halt ein bisschen mit seiner Erfahrung regeln.

00:46:45: Und ja, dann muss man, ja Radsport ist ein sehr taktischer Sport, muss man immer seine Kräfte zur richtigen Zeit einsetzen.

00:46:56: Und wenn man das gut macht, dann kann man auch vorne mitfahren.

00:46:58: Wie regulierst du dich da hoch und runter?

00:46:59: Ihr habt ja dieses Head-Up-Display und da ist ja auch deine Hard Rate und so weiter alles drauf.

00:47:04: Wo weißt du dann, bei welchem Wert?

00:47:06: Okay.

00:47:07: Tempo halten, schneller werden, langsamer werden, weil das wird ja auch dann schon Teil der Strategie sein, die ihr da vorbesprochen habt.

00:47:12: Ich muss sagen, als Neoprofi war das echt eine hilfreiche Sache des Castles, was wir vorne dran haben, wo man halt den Tacho.

00:47:23: Mittlerweile fühle ich mich selber so gut, dass ich glaube, okay, die Distanz braucht man natürlich, dass man halt weiß, wo man ungefähr ist.

00:47:30: Und mittlerweile haben wir auch so GPS-Tachos, wo halt auch die Strecke drauf ist, was auch richtig gut ist, dass man also eine Landkarte hat, vor allem in Abfahrten kann man dann die Strecke besser einsehen.

00:47:41: Aber jetzt allein von den Watt und von der Herzfrequenz und von meiner körperlichen Leistungsfähigkeit spiel ich mich eigentlich aktuell oder mittlerweile seit zwei, drei Jahren so gut, dass ich da eigentlich kein Feedback mehr von den Zahlen brauche, sondern dass ich das einfach fühle, wie viel noch im Tag ist.

00:47:58: Wie ist es mit den Kopfhörern?

00:47:59: Weil ihr habt ja eigentlich das Tourradio drauf, also damit euch die Rennleitung sagen kann, wo, ob ein Unfall passiert ist, was auch immer, wie es mit dem nächsten Streckenabschnitt weitergeht.

00:48:09: Aber ich glaube, es gibt auch Kollegen, die die Mucke hören da, oder?

00:48:14: Ganz, wenn dann im Einzelzeit fahren.

00:48:17: ... wo man halt nur auf sich allein fährt, ... ... aber jetzt auf so normalen Tour de France ... ... gibt es es nicht, also wir haben ... ... so Teamfunktionen, sieht es.

00:48:27: Das heißt, ... ... das Auto, was von meinem Team mitfährt ... ... mit dem sportlichen Leiter, mit dem Trainer, ... ... ist zu dem Radio eingebunden.

00:48:35: Das heißt, ... ... mein Team-Trainer kann zu allen Fahrern sprechen ... ... und wir können zurück ins Radio sprechen ... ... und was auch jeder hört.

00:48:46: Und ja, aber alles ist immer, es ist nur ein Kanal.

00:48:52: Das heißt, man kann nie zu jemandem direkt was sagen.

00:48:56: Also wenn du was reinsprichst, hören wir uns immer gleich alle.

00:48:59: Und wir verstehen den sportlichen Leiter sehr gut, aber aufgrund der Windgeräusche ist, was wir reinsprechen eigentlich.

00:49:06: schwer verständlich, muss ich sagen.

00:49:08: Von daher ist es in der Realität eigentlich eine einseitige Konversation.

00:49:14: Wir bestätigen nur ja, nein oder ganz klare Kommandos.

00:49:18: So großartige taktische Marsch-Shooting und Besprechungen gehen eigentlich nur in eine Richtung, dass die halt eben vom Auto zu uns kommen.

00:49:26: Okay,

00:49:26: geil, dann haben wir auch mal den Mischos geklärt.

00:49:28: Es pumpt keiner Techno währenddessen irgendwie auf der Tour de France.

00:49:32: Cool.

00:49:33: Nimm uns mal mit in dieses Gefühl, weil ihr so eng beieinander seid.

00:49:37: Und es kommt ja dann auch mal wieder zu Kollisionen zu stürzen über deinen Sturz dieses Jahr, weil wir auch gleich noch kurz sprechen.

00:49:46: Aber... Was für Nuancen sind das da bei, ich habe mal nachgeschaut, im Schnitt fährt jetzt zwischen neun und dreißig und zwanzig keinem Haar, über die ganze, über die ganzen drei Wochen jetzt mal weg, worauf muss man da alles gleichzeitig achten?

00:49:59: Weil du musst natürlich deine Pace halten, du musst gucken, dass du niemanden irgendwie über den Haufen fährst.

00:50:05: Was ist das für eine Multitasking-Aufgabe?

00:50:07: Ja schon, also man muss, wie gesagt, seine Position im Feld gut wählen.

00:50:14: Also wenn man zu weit hinten in den Pulk fährt, ist man, wenn so Angriffe gehen oder so weiter, ist man halt nicht in der Lage zu folgen, weil man halt eben eingebaut ist.

00:50:25: Wenn man zu weit vorne fährt, hat man keinen Windschatten und verbraucht zu viel Energie.

00:50:30: Und von daher wollen eigentlich alle so in der zweiten, dritten, vierten Reihe fahren.

00:50:34: Und das geht natürlich ja nicht, weil da nur für so viele Platz ist.

00:50:37: Und da ist halt dann eben so halt zum hauen und stechen, dass man halt irgendwie da in der westmöglichen Position ist.

00:50:45: Und ja, da muss man halt extrem fokussiert sein.

00:50:49: Wir fahren alle Rad seit wir klein sind und ja, man braucht auch gute Skills, dass man als ein Rad richtig gut unter Kontrolle hat.

00:51:01: Und dann fahren wir da wirklich mit wenigen Zentimetern Abstand zueinander.

00:51:06: Das finde ich so verrückt.

00:51:08: Man sieht es ja einfach nur im Fernsehen, aber dann da drin zu stecken.

00:51:13: Ich glaube, man muss nicht claustrophobisch beantragt sein, um das irgendwie will zu finden.

00:51:19: Was ich mir noch überlegt habe, ist so, ihr Fahrtjahr, es ist die Tour de France.

00:51:23: Ihr fahrt natürlich die schönsten Landsträhe der Welt so ziemlich.

00:51:27: Also einfach durch wunderschöne Natur.

00:51:29: Und wenn man da so lange unterwegs ist, du hast gerade schon gesagt, man muss immer voll Fokus halten.

00:51:33: Man muss sich auf so viele Dinge gleichzeitig konzentrieren.

00:51:35: Aber gibt's da so Hand aufs Herz auch mal die Momente, wo du dich so erwischt, wo du denkst, boah, ist voll schön hier.

00:51:41: Kann ich nochmal zum Urlaub machen herkommen?

00:51:43: Ja, ja, gibt's wirklich.

00:51:44: Ja, ja, hatte ich schon oft.

00:51:46: Und ab und zu war ich dann da auch schon im Urlaub.

00:51:48: Wirklich?

00:51:49: Ja.

00:51:50: Oder halt ... Nee, gibt's wirklich, weiß ich jetzt gar nicht mehr, wie es ist in dir.

00:51:58: Könnte ich jetzt recherchieren, die Tappe als Nice Polizei, nicht nur die Frau hat die Tappe gewonnen.

00:52:02: Da sind wir durch so ein wunderschönes Teil gefahren, wo ich dann echt nochmal in der Region im Urlaub war und dann nochmal hingefahren bin, also ab und zu gibt's das.

00:52:11: Das ist so ein bisschen dieses Gefühl, wie wenn man im Auto sitzt und dann ist irgendwie zwei, drei Stunden Autobahn gefahren und auf einmal wird man so gefühlt wach und denkt sich so... Ich fahre gerade Auto.

00:52:20: Warum bin ich denn gerade überall?

00:52:21: Wieso bin ich denn nicht so fokussiert?

00:52:23: Wie holst du dich denn wieder zurück?

00:52:24: Wenn du denkst, Alter, hallo, aufwachen, du fährst hier gerade fucking Tour de France.

00:52:29: Na ja, es gibt halt ... Normalerweise ist die erste Rennstunde immer entscheidend, um eben so eine Grundkonstellation aufzubauen.

00:52:37: Und dann das Finale, die letzten eineinhalb, zwei.

00:52:40: Aber das wird jetzt auch immer weiter nach vorne geschoben, drei Stunden gerne entscheiden.

00:52:45: Und dazwischen drin ... Die zweite Rennstunde schnauft man eigentlich immer noch mal durch und ist jetzt taktisch nicht so relevant und von der Phase nicht so extrem hoch.

00:52:55: Und da kann man dann auch ein bisschen rechts und links schauen.

00:52:58: Aber bei der Tote Fros sind so viele Zuschauer und so viel Druck vom Teammanagement, dass man da eigentlich echt nicht großartig dazukommt.

00:53:05: Bei allen anderen Wettbewerben im Jahr sieht es ganz anders aus.

00:53:08: Da hat man echt ... Zeit und Musee auch mal ein bisschen rechts und links zu schauen oder auch mal keinen abends noch mal einen Spaziergang machen, irgendwie in den Stadtzentrum rein oder so, aber bei der Tour de France ist man so gestresst und ist so im Fokus, dass man da eigentlich echt zu nichts kommt und da sind auch zu viele Leute unterwegs, um da irgendwie groß noch abends spazieren zu gehen und so weiter.

00:53:34: Da ist man echt vier Wochen eigentlich komplett geladen.

00:53:38: Weil du jetzt gerade schon so ein bisschen Richtung Ende der Tour de France gegangen bist.

00:53:42: Wenn man dann nach einundzwanzig Tagen auf diese verdammte Chance, die sie endlich einbiegt, was geht da in einem ab?

00:53:52: Ja, es ist schon vor allem bei meinem ersten Mal.

00:53:56: Da hatte ich wirklich gänsehaut und habe mich gefragt, ob jetzt alles war aus dem Moment nicht.

00:54:02: mein Lange nicht vergessen werde, wie ich zum ersten Mal auf die Schurz de Lisée eingebogen bin und da war auch eine besondere Tour der Forst, weil da ging ich richtig durch Höhen und Tiefen und als ich dann da in Paris angekommen bin und das erste Mal da eingefahren bin, das war echt, ja, werde ich nicht vergessen, das Gefühl, es war einfach überwältigend.

00:54:28: Gibt dann noch so eine Flugshow, die über uns hinwegfliegt, was fast lästig ist, weil es halt superlaut ist.

00:54:34: Über die Erkreisen an die Kampfjets.

00:54:37: Und kannst ja da auch nicht groß da oben hinschauen.

00:54:39: Aber irgendwie triggert sich dann schon da die Flugshow auch noch so ein bisschen anzuschauen.

00:54:45: Aber man fährt ja währenddessen noch mit fortyfünf durch Paris und ist ja ist was ganz besonderes schwer zu beschreiben.

00:54:52: Aber vor allem beim ersten Mal hatte ich da wirklich gern sehr haut.

00:54:56: Das

00:54:56: ist mir auch so sehr krass.

00:54:57: Aber es klingt dann auch ein bisschen wie du es gerade erklärst, als wäre so, als wäre dabei sein und es überhaupt nicht ins Ziel zu schaffen schon alles.

00:55:04: Wir hatten vor ein paar Wochen Maria für Ferrische zu Gast und die meinte zum Beispiel, sie ist, wenn es um Olympia ging, nie einfach nur angetreten, um mit dabei zu sein, sondern sie wollte dann auch natürlich mit aufs Treppchen drauf.

00:55:18: Ist das bei euch, natürlich, man kann die beiden Sportarten jetzt auch nicht eins zu eins vergleichen, ihr seid deutlich mehr, aber ist es einfach nicht schon ein riesen, riesen Erfolg, diese Zieleinfahrt zu schaffen und wenn man unter den Top-Hundert ist, noch viel geiler?

00:55:34: Bei meinem ersten Mal auf jeden Fall, da war das so das höchste der Gefühle.

00:55:37: Weil die Tour de France zu Ende zu fahren, auch weil ich so zum ersten Mal nominiert wurde.

00:55:42: Mittlerweile ist es ja, ich war jetzt fünf Jahre jedes Jahr dabei.

00:55:45: Und jetzt ist es so Highlight, wo ich dann ja auch performen muss und da halt auch meine Teamaufgaben nachkommen muss.

00:55:55: Und das ist halt auch dann, wie ich sagen soll, ich trainiere ja von ersten Mai bis Ende Juli nur auf dieses eine Ziel hin, was dann ja auch so den halben Kalender vom Jahr einnimmt.

00:56:08: Von daher ist es auch absolut sportlich.

00:56:10: Von allerhöchster Relevanz, jede Aktion, die du machst, muss sitzen.

00:56:20: Ich trainiere das ganze Jahr nie so präzise und nie so akribisch wie auf die Tour de France.

00:56:26: Von daher will ich auch sportlich das Beste rausholen.

00:56:29: Gibt es aus den fünf Jahren Tour de France in deiner Karriere eine Story, wo du denkst, das ist so skurril, das könnte aus dem Film sein?

00:56:36: Ja, gibt viele, aber auch bei meiner allerersten Tour de France.

00:56:42: Da war ich abgehangen und ich hatte kein Auto bei mir, weil ein Sprinter von uns war noch, das war die Königsetappe nach Tignier in den Alpen und es war richtig miserables Wetter, so im Tal so zehn Grad und Regen und oben auf dem Bergen fünf Grad und Regen.

00:57:01: Und ich war abgehangen.

00:57:05: aber mein Sprinter war noch deutlich weiter hinten abgehangen und wir haben immer zwei Autos im Rennen und eines ist bei dem Besten geblieben, der irgendwie zwanzig Minuten vor mir war und eines ist bei dem Schlechtesten geblieben, was für zehn Minuten hinter mir war.

00:57:19: Und dann habe ich halt gefroren und es war richtig, richtig kalt.

00:57:24: Dann habe ich es im Radio durchgegeben.

00:57:27: Eike, unser Trainer kannst du bitte, weil oben an einem Berg stand ein Betreuer von uns, der Flaschen angereicht hat.

00:57:33: Und in den Autos haben wir immer auch noch die Möglichkeit zu Regenjacken zu hinterlegen.

00:57:36: Da habe ich ihm gesagt, er kannst du den Betreuer, der oben an dem Berg steht, bitte meine Regenjacke geben.

00:57:42: Ich friere und ich habe kein Auto dabei.

00:57:43: Da meinte er, ja, ja, ich gebe ihm die Regenjacke.

00:57:46: Aber weil der Funke für alle offen ist, war ein Teamkollege von mir halt irgendwie nur so zehn Minuten vor mir und hatte auch kein Auto und hat dann gehört, dass ich halt irgendwie da die Regenjacke raus lege lassen.

00:57:59: Ich weiß nicht, warum er nicht einfach auch gesagt hat, er will seine auch.

00:58:02: Er hat sie geklaut.

00:58:03: Er hat mir meine Regenjacke geklaut.

00:58:05: Was?

00:58:06: Was ist das für uns nicht schmuf?

00:58:09: Und das war dann wirklich dann, weil wir nicht komplett erfroren und da gibt es ja also Time Limits, dass man nicht zu spät die Tappen beenden darf, sonst wird man nach Hause geschickt.

00:58:20: und das war dann echt so auf jetzt nicht super super knapp, aber irgendwie.

00:58:25: ich glaube ich bin mit ... oder halt vor vierzehn Minuten hinterm Sieger reingekommen und acht nach vierzehn Minuten wäre ich nach Hause gefahren oder so, weil ich halt so unterkühlt war und so kaputt und keine Regenjagd hatte, weil die mir meinen Teamkollege abgeluxt hat.

00:58:41: Danach gab es hoffentlich ein kleines

00:58:42: Gespräch.

00:58:43: Danach war ich auch, muss ich da auch mal auf den Tisch schauen?

00:58:49: und ja, aber das ist vielleicht das guteste, was ich erlebt habe.

00:58:54: Crazy.

00:58:55: Lass uns mal ein bisschen über die Skalierbarkeit von so eine Tour de France sprechen, weil ich glaube viele sehen es, können aber nicht wirklich einordnen, mit was für einem Affenzahn ihr da tatsächlich unterwegs seid.

00:59:09: Wenn du dir jetzt einfach mal einen durchschnittlichen Ratsportler, einfach der das hobbymäßig macht, schnappen würdest.

00:59:18: Was müsste der hinlegen, um einmal so ein bisschen zumindest fühlen zu können, wie sich so eine Tour de France-Etappe anfühlt körperlich?

00:59:27: Es ist halt eine Kombination aus sportlicher Leistungsfähigkeit und echt dieses extrem fokussiert Fasein, nicht zu stürzen in dem Pool, die Taktik im Hinterkopf zu behalten.

00:59:38: Also sind so zwei Komponenten, die da zusammenkommen, auch so Management wie viel man ist, dass man nie vergisst die Trinkflaschen anzunehmen.

00:59:45: Das ist das nächste.

00:59:46: Wir fahren ja mit forty-fünf dahin und nehmen so die Trinkflaschen vom stehenden Leuten an.

00:59:51: Und da kommt so viel zur Samen, wo man nie den Überblick verlieren darf.

00:59:55: Das wichtigste bei der Todefreude.

00:59:57: dass er eigentlich nie einen Fehler zu machen, nie extrem zu dehydrieren, weil man die Flasche nicht genommen hat, nie stürzen, weil man halt irgendwie unaufmerksam war.

01:00:07: Ja, das Wichtigste ist, über die drei Wochen nie einen Fehler zu machen und dann in der Summe daraus zu profitieren und daraus halt gut zu sein, weil jeder, jeder kleinste Fehler kann einen nach Hause schicken, weil man ja jede einzelne Etappe... beenden muss.

01:00:25: Egal was passiert, auch die dümmsten Geschichten.

01:00:28: Ein Teamkollege von mir hat die Tour de Forst mal aufgegeben, weil er sich an dem heißen Tag nicht mit Sonnencreme eingegremet hat und so einen Sonnenbrand hatte, dass halt alles zu spät war.

01:00:37: Aber halt ist ja im Prinzip auch ein kleiner Fehler.

01:00:40: Man vergisst einmal sich mit Sonnencreme einzugremen und es kann schon genug sein, dass die Tour de Forst vorbei ist.

01:00:46: Und vom körperlichen Herd könnte man da irgendwie, also wäre sowas überhaupt Übersetzbar auf so ein ganz normales Rennrad oder oder

01:00:54: natürlich einfach raus und fahr hundert achtzig Kilometer voll gestern die Landschaft vieler was anderes machen wir auch nicht.

01:01:01: nach drei wochen sind die unterschiede ja eigentlich marginal zwischen Platz eins und Platz hundertsechzig, wenn man sich überlegt, wie weit ihr fahrt, wie lange ihr fahrt.

01:01:12: Und jetzt dieses Jahr zum Beispiel war es, glaube ich, zwischen Platz eins und hundertsechzig, fünf Stunden, einundfünfzig.

01:01:19: Ja, also der erstes, der Letzte munkeln wir mal eine Etappe mehr gefahren, weil es ja...

01:01:25: Ziemlich genau einen Renntag, genau.

01:01:27: Ja, aber trotzdem, also auf den Tag gerechnet ist das ja wahnsinnig wenig.

01:01:31: Erklär uns das mal, wie... Krass oder wie gering ist eigentlich dieser Unterschied zwischen den Fahrern oder wie groß ist er dann doch wieder, weil es ist auf die Summe eigentlich nicht viel.

01:01:42: Ja, die Fünf-Stunden-Kommissar zustande, dass auf den Flach-Etappen eigentlich keine großen Zeitunterschiede zustande kommen, weil durch den Windschatten-Effekt halt der ganze Polk beieinander bleibt und eigentlich nur von den einundzwanzig Etappen an sieben bis zehn, würde ich sagen, in das Feld in tausend Teile zersplittert und dann halt die großen Zeitabstände zustande kommen.

01:02:08: Was für einen Effekt hat das Material mit dem ihr fahrt?

01:02:10: Weil die UCI gibt ja sehr genau vor, wie schwer die Bikes sein dürfen, was für Features in Anführungszeichen hier haben dürfen.

01:02:17: Im Endeffekt sind die alle wirklich wahnsinnig ähnlich, haben halt nur ein anderes Branding drauf.

01:02:23: Ich habe auch viele Artikel gelesen, die meinten, das macht den Radsport eigentlich zu einem der fährsten Rennsports, weil es wirklich auf die individuelle Leistung runtergebrochen ist und nicht jetzt wie bei der Formel eins zum Beispiel, dass okay, wer hat einen besseren Motor?

01:02:37: Wer kann die bessere Performance einfach nur technisch auf die Straße bringen?

01:02:39: Würdest du das mitgehen, dass es eigentlich sehr fair ist?

01:02:42: Ja, dem kann ich eigentlich zustimmen, dass es halbwegs fair zugeht, also man kann kleine kleine Unterschiede haben, aber ist jetzt nicht so so entscheidend.

01:02:51: Wichtig ist, dass man sich halt sehr sehr stark mit dem Material auseinandersetzt, zum Beispiel so Reifen, Druck ist wirklich absolut entscheidend, wie fest man die aufpumpt.

01:03:02: Da muss man sich auch selber als Fahrer daran beteiligen und kann nicht immer nur den Ingenieuren dem Ball zuschieben, weil es auch immer sehr eine persönliche Entscheidung ist und auch auf deinem persönlichen Fahrstil ankommt, was jetzt da die beste Möglichkeit ist oder wie du dein Rad einstellst, wie hoch man den Sattel macht, wie weit nach vorne, nach hinten, wie man den Lenker einstellt.

01:03:22: Das sind absolut wichtige Entscheidungen, wie man Wie man auf dem Rad sitzt und wie man sein Rad einstellt, da kann man richtig richtig viel rausholen.

01:03:33: Aber das Material an sich ist im Großen und Ganzen eigentlich vergleichbar.

01:03:39: Zumindest in der World Tour, also in den kleineren Kategorien, vor allem, wo ich vorhin schon von diesen Kontinentalteams erzählt habe.

01:03:46: Da gibt es riesen Unterschiede vom Material und da muss man auch echt schauen, dass man in ein Team kommt, wo man den ordentlichen Ausstatter hat.

01:03:53: Aber in der ersten Liga hat eigentlich jedes Team einen ordentlichen Ausstatt, wo sich jetzt niemand groß beschweren kann.

01:04:01: Vielleicht im Einzelzeitfahren gibt es noch Unterschiede, weil das ja dann wirklich auf jede Millisekunde und auf jede Kleinigkeit darauf ankommt.

01:04:11: Aber im Großen und Ganzen geht es schon fair zu.

01:04:14: Ich will den Radsport selber noch ein bisschen besser verstehen und auch das irgendwie ein bisschen greifbarer für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer machen.

01:04:22: Deswegen lasst mal ein bisschen über diese Rankings sprechen, gerade bei der Tour de France, weil ihr seid sehr nah aufeinander.

01:04:30: Wir haben es gerade schon angesprochen.

01:04:31: Auf der einen Seite hat quasi der letzte, der hundertsechzigste noch eine extra Etappe eingelegt.

01:04:38: Auf den Einzeltag gerechnet ist es dann wieder nicht so viel.

01:04:41: Was würdest du sagen?

01:04:43: Einfach damit wir das ein bisschen greifbarer haben, ist nicht tabellenmäßig, sondern performancemäßig der Unterschied zwischen dir und so einer Weltspitze wie Tadei Pogaccia.

01:04:52: Normalerweise geben wir die Leistungsfähigkeit so in Watt pro Kilo an, also Watt geteilt durch unser Körpergewicht.

01:04:58: Und wenn ich am Ende vom Radrennen so zwanzig Minuten lang sechs Watt pro Kilo fahren kann, das ist so das... Maximum, was ich so hinbekomme.

01:05:07: Da ich mich jetzt darauf hin trainiert, über Jahre, als ich Profi geworden bin, waren das so ca.

01:05:11: fünf Komma acht ungefähr.

01:05:13: Und ihr Pogaccia und Wingegard und die besten Bergfahrer fahren sieben Watt pro Kilo über zwanzig Minuten am Ende vom Rennen.

01:05:19: Also da bin ich ein ganzes Watt pro Kilo hinten dran von meiner Leistungsfähigkeit, was ja dann zwischen sechs und sieben sind.

01:05:28: Was sind das?

01:05:29: Achtundzwanzig?

01:05:30: Irgendwas zwischen zwanzig und dreißig Prozent Unterschied.

01:05:33: Und das ist eigentlich schon eine Hausnummer.

01:05:38: Ist das Mindset?

01:05:39: Ist das Talent?

01:05:40: Ist das, weil du spezialisiert bist, eher allrounder?

01:05:42: Woran würdest du es festmachen?

01:05:44: Ja, ich meine, eine Mischung aus allem.

01:05:47: kann man jetzt nicht genau festmachen, woran das liegt, aber ja.

01:05:53: Tadej kenne ich zum Beispiel seit vielen Jahren, der ist nur ein Jahr jünger als ich und er kommt aus Slowenien und ich bin immer dann in der U-Twenty in österreichischen Teams gefahren und die haben so eine gemeinsame Liga oder so einen gemeinsamen Rennenbetrieb und da bin ich immer schon seit Jahren viele Rennen gegen ihn gefahren und von daher hat sich das schon länger abgezeichnet, dass er so ein Superstar wird.

01:06:20: Dann lass uns mal... von seiner Seite zu anderen, springt nämlich zum Fahrer, der am Ende der Tour de France die rote Laterne mitnause nimmt.

01:06:31: Erklär mir das mal, weil ich das wirklich ganz oft gelesen habe und ich mir das eigentlich mit diesem krassen Sportler meinen Zettkorn vorstellen kann, weil jeder tritt dann natürlich an, um möglichst was zu reißen.

01:06:39: Stimmt das wirklich oder ist es einfach nur ein Gerücht, dass es am Ende oder Richtung Etappenenden oder Tourende fast schon so ein Battle darum gibt, wer diesen Sweet-Spot erreicht, dass man nicht gekattet wird, aber immer noch langsam genug fährt, um sich am Ende die rote Laterne einzuhämsen?

01:06:57: Vielleicht weiß ich jetzt nicht.

01:06:59: Also sicher, wenn dann erst auf den letzten zwei, drei Etappen wäre, dass wenn dann du halt schon extrem abgeschlagen bist, dass halt eben... dann es ganz witzig ist, so den letzten zu haben, aber das ist jetzt nicht wirklich von sportlicher Relevanz, sondern eher so als Gag.

01:07:17: oder ja, ist jetzt kein offiziell ausgefochten Disziplin, der langsamste Radfahrer von ein zu sein.

01:07:25: Klingt beim keinen Preis dafür.

01:07:27: Irgendwie, es gab mal einen Nachwuchsrennen, wo er geerrt wurde und wirklich in einem Trikot rumgefahren ist und so weiter.

01:07:33: War das dann das rote Trikot oder wie?

01:07:35: Weiß ich nicht mehr.

01:07:37: Nur weil du jetzt schon ein paar mitgemacht hast, wie replizierbar sind denn diese Strecken?

01:07:42: Weil es ist ja immer eine andere Strecke, die ihr da fahrt.

01:07:46: Gibt es da Jahre, wo du jetzt reprospektiv sagen würdest, das war einfacher?

01:07:49: Es war weniger einfach?

01:07:51: Oder sind das dann wirklich nur so kleine Nuancen?

01:07:53: Weil natürlich ist am Ende, du kannst ja nicht auf ein Zentimeter oder auf ein Meter wirklich jetzt genau die Höhenmeter reproduzieren davon.

01:08:01: Tendenziell, ja, kann man das schon... Es gibt tendenziell leichtere und schwere Tour de France, aber im Großen und Ganzen nimmt sich das nicht viel.

01:08:17: Das sind marginale Unterschiede.

01:08:20: Also jetzt ich verfolge auch diese Tour de France.

01:08:22: Schreck und Verstellung für das nächste Jahr jetzt nicht im Detail, die ist immer jetzt so vor zwei, drei Wochen gewesen.

01:08:28: Erstens hat man dann eh noch so viel Zeit, sich die Tragäte sich mit vertraut zu machen.

01:08:33: Und alles was man sich da jetzt anschaut, hat man eh dreimal wieder vergessen.

01:08:36: Und zweitens sind es jedes Jahr irgendwie dreieinhalb Tausend Kilometer über den Daumen gepeilt und vierzigtausend Höhenmeter.

01:08:47: Das ist jetzt nicht, das ist auch mehr Hype als alles andere, wenn man dann sagt, die Strecke liegt dem Fahrer mehr oder weniger.

01:08:57: Was entscheidend ist für die Gesamtwertung, das einzig wirklich entscheidende ist, ob man Teamzeit fahren hat oder kein Teamzeit fahren und wie viele Kilometer Einzelzeit fahren mit dabei sind.

01:09:09: Das ist wirklich absolut entscheidend für die Gesamtwertung, was halt eben wie Remco Event Pool, absolute Zeitfallspezialisten gibt, die da richtig Zeit rauswollen können.

01:09:20: Und wenn da halt eben zwei Einzelzeitfahren über fünfzig Kilometer mit dabei sind, was für uns sehr viel ist, dann spätest du halt im Indikaten.

01:09:29: Aber ob wir jetzt dieses Jahr Alp-DS hochfahren oder den Kolumbier oder irgendwie den anderen Berg ist im Prinzip zweitrangig, will ich sagen.

01:09:40: Du hast zwei Tausend Dreiundzwanzig deine erste UCI World Tour Etappe gewonnen.

01:09:46: Ja.

01:09:46: Und dann, es war in Frankreich.

01:09:48: Ja.

01:09:48: Und dann aber auch ein paar Wochen später, ich glaube, bei der sechsten Etappe, Dreiundzwanzig, der Tour de France ganz kurz vor knapp den Lied wieder abgegeben hat, wurde es dann nur quasi Fiezer da auf der

01:10:02: Strecke.

01:10:02: Ja, genau.

01:10:03: Das sind so kleine Nuancen, kurz vor der Zielline da.

01:10:08: Wie viel?

01:10:09: Natürlich trainiert viel, ihr achtet auf die Ernährung, stellt euch eine Strategie, aber wie viel Glück muss man da auch am Ende einfach haben?

01:10:15: Glück glaube ich nicht, also halt es ist Taktik und Mindset und ich bin mir der Fahrer, der damals gewonnen hat, Pelo Bilbao ist halt ein sehr erfahrener, schlauer Rennfahrer und der hat halt an dem Tag alles richtig gemacht und ich glaube jetzt bin ich auch so erfahren und so.

01:10:34: Cool, dass ich in der gleichen Situation das Rad drinnen gewinnen würde.

01:10:39: Und es gehört einfach mit dazu, dass man halt am Anfang seiner Karriere ein bisschen leer gezahlt und dann irgendwann hat man die Coolness und die Übersicht, dass man halt das Beste aus sich rauswollt.

01:10:48: Was hat er in dem Moment besser gemacht als du?

01:10:51: Ja, er hat in meinen Windschatten gewartet, ein bisschen länger.

01:10:54: Ich habe zu früh angetreten und dann konnte er dann nochmal meinen Windschatten nutzen.

01:10:58: Ich hatte dabei noch ein bisschen zu dicken Gang aufgelegt, was der nächste Fehler war und bin dann halt nur langsam in den Tritt gekommen.

01:11:04: Und als ich dann ja den bisschen die Trittfrequenz hochgebracht habe, war dann schon die Ziellinie und er hat alles richtig gemacht und ich habe ein paar kleine Fehler gemacht, die ich dann aufzumiert habe.

01:11:17: und das war dann der Unterschied.

01:11:18: Lass uns mal... kurz über dieses Jahr sprechen, die Tour de France, ich habe es vorhin schon kurz angeteasst, lief für dich eher suboptimal.

01:11:29: Du hast angefangen, du bist die ersten neuneinhalb Etappen gefahren und bist dann richtig mies gestürzt.

01:11:41: Es war keine Kamera dabei.

01:11:43: Vielleicht kannst du uns einmal ein bisschen mitnehmen, was da eigentlich passiert ist in diesen Sekunden.

01:11:48: Also

01:11:48: ich habe gerade getrunken mit meiner rechten Hand und hatte dann halt eben so die Trinkflasche vor meinem rechten Auge.

01:11:55: Und ein Fahrer vor mir hat, entweder ist die Flasche aus dem Flaschenhalter rausgefallen, was passieren kann, wenn man halt irgendwie durch den Schlagloch fährt oder hat sie halt irgendwie verloren beim Trinken und die ist dann über die Straße gekullert.

01:12:08: Und ich bin dann auf die Trinkflasche draufgefahren und bin dann halt mit der Hand aus dem Lenker rausgerutscht und habe dann so einen richtigen Bauchbladscher gemacht.

01:12:18: Und ja, das sind eigentlich die unangenehmsten Stürze.

01:12:21: Es ist mir zweimal schon in meiner Karriere passiert, dass ... dass es mir den Lenker aus der Hand geschlagen hat.

01:12:26: Und normalerweise, wenn wir stürzen, kann man halt immer noch ein bisschen aussteuern, ein bisschen bremsen.

01:12:31: Aber da macht man gar nichts.

01:12:33: Wenn es einen den Lenker aus der Hand schlägt, dann hat man sofort einen kompletten Kontrollverlust übers Fahrrad und fliegt halt so hin, wie es halt gerade passiert und hat da keine Möglichkeit irgendwie noch irgendwas auszuweichen oder irgendwas zu korrigieren.

01:12:47: Und von daher habe ich mich die beiden Male, wo ... wo ich mir so den Lenker aus der Hand schlägt, echt dem Ark verletzt.

01:12:54: Das sah auch richtig mies aus.

01:12:56: Dann kam gleich das Krabbelroder, hat dir, ich glaub, noch Eisspray oder sonst irgendwas.

01:13:01: Aber ich mein, deine ganze Flanke war ja irgendwie aufgerissen.

01:13:04: Du bist dann aber trotzdem noch weitergefahren.

01:13:06: Es gibt dieses Video auf YouTube, schau dir das nach der Folge gerne mal an, wo man sich so denkt, so einer, den hat sowas von weggepfeffert und der fährt trotzdem noch weiter.

01:13:14: Wann kam dann der Punkt, als er gesagt wurde, nee, nee, wir brechen jetzt hier aber trotzdem ab, weil die Etappe hast du ja noch geschafft.

01:13:20: Die Etappe bin ich noch zu Ende gefahren, aber eigentlich, als ich an dem Teambus ankam und da habe mein Team Doktor und ich uns einmal tief in die Augen geschaut und dann war das eigentlich klar, dass er da eine Stunde nach rennen, ich muss dann auch noch genäht werden am Ellbogen und so weiter und dann war eigentlich ... ziemlich schnell klar, dass das nichts werden wird.

01:13:47: Dann hatte ich auch noch so milde Symptome von der Gehirnerschütterung, dass ich so ein bisschen, war nur kurz ein, zwei Tage, da haben wir dann, das ist dann absolut bei uns die rote Linie überschritten und das war ich dann ziemlich schnell klar, dass ich, dass die tote Frau hier und jetzt für mich vorbei ist und dann... Ja, wegen dem milden Symptomen von der Gehirnerschütterung durfte ich auch nicht sofort nach Hause reisen, sondern sollte ich noch drei, vier Tage dort bleiben.

01:14:16: Und ja, die waren dann schon zehn, muss ich sagen, wenn du halt deine Kollegen siehst, wie sie jeden Tag zu den Etappen fahren und wieder heim kommen und du dann nur drauf wartest, endlich heimfliegen zu dürfen.

01:14:28: Es war dann lästig die drei, vier Tage, die ich dann auch bei der beim Team geblieben bin.

01:14:33: Und das war gleich nochmal doppelt unglücklich, weil ich glaube deine Eltern hätten nicht eigentlich bei der Etappe einen Tag später sind die extra noch untergefahren.

01:14:40: Wurden Urlaub machen, bei den Jungen anfeuern und auf einmal...

01:14:43: Haben sich trotzdem eine schöne Zeit gemacht.

01:14:46: Wie war denn deine Zeit danach, als du wieder zu Hause warst, kann man sich das dann noch irgendwie geben und schaut sich das noch an oder hast du dich dann dann komplett abgekapselt?

01:14:56: Eigentlich habe ich einen versöhnlichen Abschluss mit der Tour de France genommen, weil kurz davor bin ich deutscher Meister geworden, was so auch ein... Einer der größten Erfolge meiner Karriere so weit waren.

01:15:06: und wenn halt so ein Low auf den High kommt oder umgekehrt, dann kann ich das ganz gut verkraften, weil ich eigentlich immer noch so halb im Freudentraum von meiner deutschen Meisterschaft war, dass ich irgendwie halt, ja, wie gesagt, wenn man halt so einen großen Erfolg erst davor gefeiert hat, kann man auch mit so einer Niederlage auch die Verletzungen waren schon.

01:15:29: Extrem schmerzhaft, aber waren jetzt keine OPs oder so was notwendig.

01:15:34: Also es hat einfach Zeit und Geduld gebraucht.

01:15:37: Und es war auch von ziemlich schnell absehbar, dass das keine Verletzungen sind, die meine Karriere in Gefahr bringen werden.

01:15:46: Von daher habe ich dem Ganzen eigentlich entspannt hingegeschaut, habe ein bisschen die tote Fros verfolgt.

01:15:53: Ja, das Einzige, was ich nicht gemacht habe, das Team hat mich sogar noch gefragt, ob ich nach Paris kommen will.

01:15:57: Hätte mich sogar eingeladen, um halt eben bei dem letzten Dinner mit dabei zu sein.

01:16:03: Aber auch da ist dann auch das Training bei mir schon wieder angelaufen und ich hätte dann halt irgendwie das wieder reinsqueesen müssen.

01:16:10: Und auch so richtig Bock hatte ich dann auch nicht.

01:16:13: Die fucking banal wegen einer Trinkflasche einfach.

01:16:18: Ah, bitte.

01:16:18: Aber umso cooler, dass du wieder auf den Beinen bist, dass das hier wieder gut geht.

01:16:22: Wie sieht es jetzt gerade aus?

01:16:23: Wie bist du im Training?

01:16:25: Ja, gut.

01:16:25: Das Wetter war jetzt im November noch ordentlich.

01:16:28: Von daher habe ich eigentlich tendenziell sogar mehr trainiert, als ich hätte sollen, weil es einfach so gute Rahmenbedingungen waren.

01:16:35: Von daher ist gerade alles im Soll.

01:16:39: Alles entspannt, kein großer.

01:16:42: Jetzt ist so die entspannte Zeit im Jahr, im November.

01:16:45: Also ab Dezember beginnt dann so die fokussierte Vorbereitung aufs neue Jahr wieder mit Team Trainingslage und so weiter.

01:16:52: Den Oktober haben wir komplett trainingsfrei und der November ist so eine Übergangsphase, die ich eigentlich ganz gerne habe.

01:16:57: Man macht schon wieder Sport, man bereitet sich schon wieder langsam darauf vor, aber jetzt nicht so akribisch wie den Rest vom Jahr.

01:17:04: Also man kann ganz entspannt in den Tag starten.

01:17:08: seinen Sport, macht vielleicht auch mal einen alternativen Sport, geht ein bisschen laufen, macht vielleicht mal, worauf man sonst noch Lust hat und kommt zu langsam aber wieder sicher in Tritt.

01:17:21: und da fühle ich mich eigentlich halt ganz gut in Form und denke, dass ich gerade einen kleinen Baustein schon für ein gutes Jahrzehnt- und Jahrzehnt-Zwanzig lege.

01:17:30: Wie würdest du wieder angreifen bei der nächsten Tour de France?

01:17:33: So wie jedes Jahr mit viel Schweiß, mit viel Herzblut.

01:17:37: Mit einem Grinder Mindset und ja.

01:17:42: Das ist wirklich

01:17:42: geil.

01:17:42: Mit einem Grinder Mindset.

01:17:44: Hier habt ihr's gehört bei Deep Dive.

01:17:46: Sehr geil.

01:17:47: Eine Frage habe ich noch.

01:17:48: Es gibt doch diesen, es ist fast schon ein Joke mittlerweile geworden, dass wenn Typen dreißig sind, sind sie sich entweder eine Siebträgermaschine oder und noch ein Rennrad holen.

01:17:58: Weil der Hype ist ja einfach so crazy groß.

01:18:01: Was sagst du dazu?

01:18:02: Findest du es oberhalb?

01:18:03: Findest du es einfach geil, dass der Radsport noch weiter in den Fokus gekommen ist?

01:18:08: Ja, ich finde, an sich Radfahren, Rad Sport ist, das Radrennenfahren ist cool und mache ich gerne und habe ich richtig Leidenschaft zu.

01:18:18: Trotzdem habe ich noch so eine richtige Faszination fürs Fahrradfahren an sich, dass ich auch gerne so zum Beispiel Ab und zu setze ich mich ins Auto und fahre irgendwo hin, wo ich noch nie Fahrradfahren war, nur um die Gegend zur Kunden.

01:18:31: Nur, dass ich in die Berge fahre, einfach nur ein paar Berge zu fahren, die ich noch nicht kenne und so weiter.

01:18:36: Und da freue ich mich über jeden, der die gleiche Faszination für das Fahrradfahren an sich findet.

01:18:41: Und der da halt irgendwie auch an sich, ist das halt irgendwie der perfekte Ausgleich, würde ich sagen, man ist irgendwie... ... kommunikativ.

01:18:49: Man kann sich irgendwie in Clubs zusammen tun.

01:18:52: Man lernt neue Leute kennen, man tut ... ... es ist irgendwie halbwegs gelenkschonend.

01:18:58: Also an sich ist eigentlich Rennradfahren meiner Meinung nach ... ... der perfekte Ausgleich zu dem Beruf.

01:19:03: Und da freut es mich zu jedem, der da dazu findet und Bock drauf hat.

01:19:08: Du bist so goldrichtig in deinem Job, ey.

01:19:11: Das merkt man, weil du ... ... bist Radprofi und du kannst sagen, Radfahren ... ist der perfekte Ausgleich beim Beruf, nämlich Radfahren.

01:19:20: Das ist ein großes

01:19:21: Glück.

01:19:21: Und

01:19:21: dadurch habe ich eigentlich auch recht viel Freizeit, dadurch, dass ich eigentlich kein Hobby mehr nebenzuhab, weil ich das halt echt so perfekt kombinieren kann.

01:19:30: Ich koche noch ganz gern.

01:19:33: Das ist so das einzige echte Hobby, was ich habe.

01:19:35: Was ist das beste Gericht, das du kochen kannst?

01:19:37: Was koche ich gut und gerne.

01:19:41: Ich hab mich mal über ein Jahr vegetarisch ernährt.

01:19:45: Das mache ich nach wie vor ab und zu.

01:19:49: So tun Fischfilet so ein bisschen salzig angemacht und sauer und das dann so, weil er hatte dann so eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Fischfilet, was eigentlich ganz geil war oder geil ist.

01:19:59: Cool.

01:20:00: Ich habe noch eine letzte Frage für dich.

01:20:02: Wir machen jetzt gleich mal einen Sack zu.

01:20:03: Willkommen zum Ende.

01:20:04: Das ist immer die letzte Frage in unserem Podcast.

01:20:06: Das ist die sogenannte Alienfrage.

01:20:08: Pass auf.

01:20:09: Stell dir vor, es landen Aliens auf unserer Welt und die sehen wie hundertsechzig Individuen schwitzend bei Wind und Wetter Berge hoch und runter krakseln bei forty fünf plus kmh.

01:20:27: und die fragen dich die sehen die richtig leiden über drei wochen.

01:20:31: und die fragen dich Gjörg warum das ganze?

01:20:35: was sagst du ihnen?

01:20:41: warum das ganze alles halt?

01:20:43: Eine gute Frage.

01:20:45: Das ist das, worauf ich schon immerhin trainiert habe, worauf ich mich jedes Mal freue, wenn es losgeht.

01:20:51: Aber dann in dem Moment, das ist natürlich eine riesen Schinderei.

01:20:55: Man ist umso stolzer auf sich selbst danach gut abgeschnitten hat.

01:21:02: Deswegen, weil man danach stolz auf sich sein kann, wenn man was Gutes erreicht hat.

01:21:07: Georg, vielen Dank dir, dass du da warst.

01:21:09: Danke dir für deine Zeit für diese ultra spannenden Insights in die Welt eines Radsport-Profis in die Welt.

01:21:15: Das wurde Franz und vielen Dank auch euch, dass ihr wieder zugehört habt.

01:21:17: Wir hören uns nächste Woche am Dienstag bei einer neuen Folge Deep Dive.

01:21:21: Lasst uns gerne eine gute Bewertung da.

01:21:23: Lasst uns ein Like da.

01:21:24: Schreibt uns mal in die Kommentare, ob ihr sonst noch so Bock hättet.

01:21:26: Und dann sehen wir uns nächste Woche wieder.

01:21:27: Vielen Dank euch.

01:21:29: Ciao.

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