MARIA HÖFL-RIESCH: Der harte Weg in die Hall of Fame!

Shownotes

Ski-Legende Maria Höfl-Riesch gehört zu den erfolgreichsten deutschen Sportlerinnen aller Zeiten. Millionen Menschen haben bei ihren Olympiasiegen vor dem Fernseher mitgefiebert und bei ihren Verletzungen mitgelitten.

Host Lenny Peteanu spricht mit ihr im SPORT1 DEEP DIVE über ihre frühen Erfolge im Teenageralter, ihre Verletzungscomebacks, wie aus der Freundin Lindsey Vonn die Konkurrentin wurde und wie sie heute als Businessfrau und Speakerin Menschen auf der ganzen Welt inspiriert.

Die Folge mit Maria Höfl-Riesch:

  • 00:00:00 – Intro
  • 00:02:00 – Kindheit
  • 00:12:22 – Steiler Aufstieg und erste schwere Verletzungen
  • 00:22:15 – Erfolgreiches Comeback
  • 00:26:04 – Endlich Olympia
  • 00:36:11 – Medialer Druck und Erfolge in jungen Jahren / Heim WM
  • 00:43:48 – Nochmal olympisch Gold und Karriereende
  • 00:53:11 – Team/ Rivalitäten/ Lyndsey Vonn/ Fans/ Veränderung durch Erfolg/
  • 01:10:06 – Karriere als Speakerin und Investorin
  • 01:23:40 – Die Alien-Frage

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:

Transkript anzeigen

00:00:00: Ja, Maria Christi, da ist der Franz Beckenbauer.

00:00:02: Und ich so, Mama, da ist der Franz Beckenbauer.

00:00:06: Mitzigerweise ist oft im Team der größte Neid untereinander.

00:00:11: Sie konnte auf jeden Fall nicht so gut damit umgehen, wenn ich sie geschlagen habe, als wie es andersrum war.

00:00:15: Korbhänkel, das einmal im Knie überschlagen.

00:00:17: Es waren wirklich höllische Schmerzen, und dann war natürlich klar.

00:00:21: Das war es jetzt mit der WM und leider auch mit der ganzen Saison.

00:00:25: Aber klar war es Ziel, Olympiasigeren zu werden und am liebsten noch eine zweite Medaille irgendwo zu.

00:00:29: Dass es dann zweimal mit Gold geklappt hat, war wirklich ein Traum.

00:00:31: Abends legt man aber dann doch wieder alleine im Bett und hat plötzlich eine olympische Goldmedaille am Nachkastel liegen.

00:00:36: No pain, no gain.

00:00:38: Es lohnt sich einfach, wenn man ... sich auf gut deutschen Hintern aufreist und dann für seine harte Arbeit auch die Belohnung bekommt.

00:00:45: Es war einfach eine Befreiung und ein gutes Gefühl, endlich mal selbst bestimmt sein Tag zu gestalten.

00:00:51: Selber Sachen zu planen.

00:00:52: Nicht alles um den Trainingsplan herum.

00:00:55: Ach, die hat sich aber verändert.

00:00:57: Habe ich ganz oft gehört.

00:00:58: Aber ich meine, das ist ja auch normal.

00:01:03: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Deep Dive.

00:01:05: Ich bin Lenny und ich treffe mich hier jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus der Welt des Sportes.

00:01:11: Letzte Woche, da war zum Auftakt Patrick Obomoyela da.

00:01:13: Vielen, vielen Dank euch für dieses unglaublich geile Feedback.

00:01:17: So macht das auf jeden Fall richtig viel Spaß, vor allem weil wir heute eine der erfolgreichsten Sportlerinnen Deutschlands zu Gast haben, Maria Höfel-Risch.

00:01:26: Wir sprechen über ihre Kindheit in den Bergen, wie sich das anfühlt.

00:01:30: Olympisches Gold zu gewinnen.

00:01:31: Das hat sie gleich dreimal geschafft, wie man ganz, ganz krasse Verletzungen übersteht und danach noch größer zurückkommt und wie aus der Spitzensportlerin die heutige Businessfrau Maria Höfelrich geworden ist.

00:01:43: Ihr wisst, es ist ein neues Format.

00:01:45: Ich bin wahnsinnig gespannt auf euer Feedback.

00:01:47: Was ihr zu der Folge sagt, schreibt uns das gerne in die Kommentare und vergesst auf gar keinen Fall.

00:01:50: Jetzt schon mal den Abo-Knopf zu drücken.

00:01:52: Das ist für euch kostenlos.

00:01:53: Ihr bleibt immer auf dem Laufenden.

00:01:55: Ihr kennt das Spiel und uns hilft das wahnsinnig bei unserer Arbeit weiter.

00:01:58: Vielen, vielen Dank euch.

00:01:59: Und jetzt ganz viel Spaß bei der Folge.

00:02:01: Was fühlst du, wenn du da oben bist auf dem Berg?

00:02:04: Das ist einfach ein Gefühl von Freiheit in der Natur mit Blick in die Täler.

00:02:10: Es gibt nichts Schöneres für mich.

00:02:12: Also Winter wie Sommer, ich bin einfach am liebsten auf dem Berg.

00:02:15: Und du bist auch genau da in der perfekten Location für aufgewachsen in Garmisch.

00:02:19: Wie hatte ich das da geprägt?

00:02:21: Weil es klingt erst mal so total nach wunderschöner Heidi-Kindheit.

00:02:24: Ja, ein Stück weit war es das auch.

00:02:29: Unser Leben, also ich habe noch zwei jüngere Geschwister, unser Leben hat sich schon von klein auf irgendwie um Sport und vor allem um Skisport halt gedreht.

00:02:37: Wir sind von meiner Mutter abkühlt worden, von der Schule, da waren schon die ganzen Schießsachen im Auto, dann hat man irgendwie auf den Weg sich umgezogen und die Brotzeitbox noch schnell gelehrt und dann ging es rauf auf den Berg und zum Training.

00:02:48: Und wir haben auch noch Tennis gespielt.

00:02:49: nebenbei, also das war schon eine sehr aktive Kindheit an den Wochenenden, wenn keine Wettkämpfe waren, trotzdem irgendwie mit den Eltern Berg.

00:02:58: Touren gemacht oder Fahrradtouren.

00:03:02: viel in der Natur und viel Bewegung.

00:03:05: Auf wie viel Skitage seid ihr da so gekommen?

00:03:08: Ich meine, ihr hattet den Hausberg ja wirklich, ihr wart ja Front Row eigentlich.

00:03:11: Ja, ja, also da war eben auch der Weg von der Schule zur Gondel.

00:03:15: Manchmal, also wirklich so kurz, wenn die Ampel in Grün waren, dass man sich echt beeilen musste, um sich rechtzeitig umzuziehen.

00:03:20: Nee, natürlich, das waren kurze Wege.

00:03:22: und wie viele Skitage genau.

00:03:25: Also damals hat man da nicht so Wert drauf gelegt, das mitzuzählen.

00:03:30: Aber natürlich im Winter fast.

00:03:31: täglich, also da gab es wenig Tage, wo frei waren.

00:03:34: Also an den Wochenenden waren oft Rennen und unter der Woche, also drei bis vier Mal Training war normal.

00:03:41: Inwiefern hat dich das dann auch geprägt, weil ich glaube, egal ob das jetzt gleich mit einem Leistungsanspruch in der frühen Kindheit verbunden ist von den Eltern oder von seinem Umfeld, wenn man so viel in der Natur unterwegs ist, dann hast du auch noch Geschwister, hast du gesagt, so war da auch schon diese Kompetitiven das da bei dir?

00:03:58: Ja, die war schon sehr früh da, nicht unbedingt gegen meine Geschwister, weil im Kindesalter ist ja wirklich drei Jahre Unterschied, macht natürlich auch einen Leistungsunterschied, also da misst man sich dann nicht so, wie es dann später ist, sondern da vergleicht man sich wirklich halt mit Leuten im selben Alter.

00:04:13: Aber klar, also wenn ich mich erinnere, ich bin in der Skischule dann schon, da gab es dann immer so ein Abschlussrennen am Ende der Saison, da war ich fünf Jahre alt.

00:04:21: Da war ich dann ganz stolz, sondern das habe mir meine Mama mal erzählt, kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern.

00:04:25: Ich bin dann durchgefahren durchs Ziel, ja, und war ganz Happy, dass ich jetzt mein erstes Rennen gefahren bin und habe zu meiner Mama gesagt, kriege ich jetzt ein Pokal oder nur ein Blatt?

00:04:33: Also damit meinte ich eine Urkunde.

00:04:35: Es gab halt immer für die ersten drei Plätze ein Pokal.

00:04:37: Ich kann mich dann nicht mehr erinnern, ob es ein Pokal war.

00:04:40: Ja, witzige Geschichten natürlich.

00:04:42: Du

00:04:42: warst keine, die nur für eine Teilnehmerurkunde zu haben war.

00:04:45: Genau, nee, ich wollte dann schon ein Pokal haben.

00:04:47: Schon mit fünf.

00:04:49: Garmisch ist er jetzt nicht so riesengroß.

00:04:51: Zumindest hatte ich so den Eindruck, als ich das eine oder andere Mal da war.

00:04:55: Du bist der gleiche Jahrgang wie Felix Neu-Reuter.

00:04:57: Ihr wart glaube ich auch in der gleichen Grundschule zusammen, ne?

00:04:59: Genau.

00:05:00: Wie, also gab es da irgendwie eine Beziehung zu den Neu-Reuters, weil die waren ja auch schon da, durch Rosi und Christian waren ja schon echt...

00:05:08: Ja, total.

00:05:09: Wobei uns das als Kindern natürlich nicht so bewusst war.

00:05:12: Aber meinen Eltern natürlich schon.

00:05:13: Und also so kleines Garmisch dann auch wieder nicht.

00:05:16: Es gibt schon verschiedene Grundschulen.

00:05:18: Aber wir haben in derselben Ecke von Garmisch gewohnt.

00:05:20: Also da fehl ich es tatsächlich nur zwei Straßen weiter.

00:05:23: Und wir waren im selben Skiglob.

00:05:24: Und natürlich gab es da eine Verbundenheit und eine Beziehung auch bis heute.

00:05:30: Meine Mama hat die Rosi bei Elternabenden getroffen und ja, wir waren im Ski-Club auch zusammen.

00:05:36: Also wir sind eigentlich mehr oder weniger miteinander aufgewachsen.

00:05:40: Jetzt gibt es ja, also Gottes Willen, Karmisch ist nicht so klein.

00:05:42: Ich denke nur schon bei München.

00:05:43: irgendwie kennt sich ja schon jeder.

00:05:45: Aber inwiefern ist es wirklich so das perfekte Gewächshaus für solche absoluten Ski-Stars wie euch gewesen?

00:05:55: Es gibt ja etliche Gemeinden, die direkt am Berg liegen.

00:05:58: Warum glaubst du?

00:05:59: Macht das gar nicht so besonders?

00:06:01: Was ist da anders?

00:06:03: Naja, ich denke, dass da schon viel die Ski-Clubs, vor allem der Ski-Club Pattenkirchen, der war immer bekannt dafür, dass er wirklich die Talentschmiede für die Alpinen ist und das macht natürlich wahnsinnig viel aus.

00:06:13: Wenn die Kinder dann schon im jungen Alter eben so von dem Ski-Club gefördert werden, dass da die Trainings professionell organisiert werden, auch Fahrten zum Gletscher schon in jungen Jahren, das gehört da natürlich alles dazu.

00:06:25: Wann hast du für dich gecheckt, dass du mehr willst, dass das jetzt nicht nur ein Hobby ist, sondern dass das, dass da mehr daraus werden konnte, kam es aus dir heraus?

00:06:32: Oder war das dann eher Beobachter von außen, die gesagt haben, okay, Maria hat es ja wirklich drauf?

00:06:37: Naja, dass ich einen Talent habe.

00:06:39: Das hat schon der allererste Schiele, der von mir, der mir mit zwei Jahren Schiefern gelernt hat, festgestellt.

00:06:44: Aber natürlich kann man das in dem Alter noch nicht sagen.

00:06:46: Und dann auch die Jahre später, wo ich dann vielleicht schon immer in meinem Jahrgang vorne mitgefahren bin, da hat sich dann vielleicht irgendwie dieser Traum formiert.

00:06:54: Kind kann man das ja noch gar nicht so richtig greifen.

00:06:56: Also das ist dann irgendwie so der Zukunftstraum, dass man vielleicht auch irgendwann mal im Fernsehen zu sehen ist bei Skiren.

00:07:02: Dann natürlich so, ich würde sagen, als ich halt dann in die erste DSV-Mannschaft gekommen bin, also aus dem Schülerbereich raus, in den Jugendbereich, da hat sich dann schon angedeutet, wo es dann eben auch in internationalen Vergleich ging, dass ich da eben auch über Deutschland hinaus wirklich bei den besseren in meinem Jahrgang dabei bin.

00:07:24: Und der endgültige Durchbruch war dann eben, als ich meine ersten Junioren-Weltmeisterschaftsmedalien gewonnen habe.

00:07:30: Da war ich auch erst fünfzehn Jahre alt.

00:07:33: Sechzehn, Entschuldigung.

00:07:34: Sechzehn war ich.

00:07:35: Und da durfte ich dann auch gleich mein erstes Weg abrennen fahren.

00:07:37: Und das war dann, also es ging dann irgendwie alles so schnell.

00:07:39: zwar, weil ... Ich weiß noch ein paar Jahre vorher habe ich mir beim Gletscher-Training von Martina Erdl und Hildegerg noch den Helm unterschreiben lassen und ein paar Jahre später war ich auf einmal mit denen zusammen dann in der Mannschaft oder mit denen zusammen im Weltkörper dann an den Start gestanden und das war dann schon irgendwie, kam alles schon sehr schnell auf mich zu.

00:07:57: Krass.

00:07:58: Du hast gerade schon gesagt, ich glaube da warst du vierzehn, als der deutsche Schiefverband angerufen hat und gesagt hat, Maria, wir hätten dich gerne dabei im Kader.

00:08:07: Was ist das dann für ein Gefühl, du hast gerade schon gesagt, deine Idole war da mit dabei?

00:08:11: Wie ist es dann mit mit vierzehn auf einmal für den deutschen Kader zu fahren?

00:08:15: ist ja nicht so, dass man da mit vierzehn sofort, also da gibt es ja verschiedene Abschriftungen in die Weltkapp-Mannschaft und dann gibt es eine B-Weltkapp-Mannschaft, gab es damals zumindest, dann gab es die sogenannte C-Mannschaft, das war die Europakapp-Truppe.

00:08:28: Und wir waren dann CD-Kader, also die FIS-Mannschaft.

00:08:32: Also man fährt dann in seinem ersten Jugendjahr erstmal FIS-Rennen, um seine Punkte runterzukriegen.

00:08:39: Das ist das System ein bisschen anders wie bei den Weltkapunkten.

00:08:42: Da geht es darum, ähnlich wie beim Golf, beim Handicap möglichst niedrig zu kommen.

00:08:46: Und so werden auch die Weltranglisten aufgestellt.

00:08:50: Und je niedriger natürlich die Punkte, desto weiter ist man vorne und desto besser hat man eben auch die Startnummern.

00:08:55: Egal.

00:08:56: für das Europa-Cup oder auch Weltcup-Rennen.

00:08:58: Wobei beim Weltcup dann eben dieses andere Punktesystem mit den Weltkapp-Punkten für die ersten dreißig noch dazukommt.

00:09:04: Also alles ein bisschen kompliziert oder, sagen wir mal, hört sich komplizierter an als es ist, aber schwer zu erklären.

00:09:09: Ja, und dann... War das natürlich spannend, auf einmal so viel rumzureisen.

00:09:16: Die meisten Schülerrennen waren natürlich innerhalb von Deutschland und auf einmal ging es nach Italien und Österreich und in die Tschechei.

00:09:22: Und war ein aufregendes Leben, natürlich nebenbei die Belastung mit der Schule noch gehabt.

00:09:29: Ich habe mich bis zum Abitur durchgekämpft.

00:09:32: In dem Bereich ging es noch mit den Fünfzehn, wo ich nur Fissrenden gefahren bin.

00:09:36: Da war hatte ich natürlich auch schon viele Feeltage in der Schule.

00:09:38: Und das wurde dann von Jahr zu Jahr ein bisschen schwieriger.

00:09:42: Wie war das in der Schule?

00:09:44: Ich kann mich in meiner Schulzeit erinnern.

00:09:45: Wir hatten auch eine Kollegin, die war in jungen Jahren eines der Ski-Talente, wie die gehandelt wurde.

00:09:52: Sie hat am Ende den großen Sprung nicht geschafft, aber sie war dann auch mehr unterwegs und so.

00:09:56: Und da habe ich echt gemerkt, Kinder sind nicht immer gerade gnädig oder finden das dann total cool.

00:10:02: Wie war das bei dir, als dann so sich so langsam rauskristallisiert hat, aus unserer ganz normalen Mitschülerin Maria, die halt gern Skifährt und auch Guterin ist, wird jetzt so langsam dieser kleine Star Maria?

00:10:14: Ja, das war teils, teils.

00:10:15: Also ich hatte natürlich gute Freundinnen in meiner Klasse, die fanden das cool und haben mich unterstützt.

00:10:20: Damals ja noch mit Faxgeräten den Unterrichtsstoff nachgeschickt und so.

00:10:25: Und wieder andere, mit denen man sich vielleicht eh nicht so gut verstanden hat, die waren, fanden das nicht so toll oder waren, keine Ahnung, vielleicht auch ein bisschen neidisch oder blöd.

00:10:32: Ich war auch noch auf einer Mädchenschule, da ist er dann auch so im Pubertätsalter viel zickerei.

00:10:37: Das ist, glaube ich, auch normal.

00:10:40: Aber ja, alles in allem habe ich das ganz gut gemeistert, glaube ich.

00:10:43: Ich wollte zwar mal aufhören dann mit der Schule, eben genau in der Phase, wo ich dann meine ersten Weltkabrennen gefahren habe und wo ich gedacht habe, na ja, also.

00:10:50: Was soll mich jetzt noch aufhalten?

00:10:51: Warum soll ich noch die Schule fertig machen?

00:10:52: Ich werde eh Skiprofi und werde viel gewinnen so ungefähr.

00:10:57: Aber das haben dann weder meine Eltern noch meine Trainer zugelassen.

00:11:01: Ich habe ja dann auch leidvoll erfahren, wie schnell es vorbei sein könnte mit Verletzungen, weiß man nie, ob das dann noch mal was wird.

00:11:07: Und habe aber dann für das Abitur ja, weil es dann einfach echt nicht mehr anders ging, auf das Ski-Gymnasium nach Berchtesgaden gewechselt.

00:11:14: Da war einfach die Unterstützung für die Sportler, obwohl da auch ganz normale Schüler waren, aber da war die Unterstützung für die Sportler einfach noch mal um vielfaches besser, eben nicht mit dem Neid der anderen, weil es war eben ein wirkliches Sportgymnasium, das aber auch normale Schüler betreut hat.

00:11:30: gab es dann extra Unterricht und man konnte die Berufungen nachschreiben.

00:11:34: Das war da einfach normal und da wird auch gar nicht drüber diskutiert.

00:11:36: Da bin ich erstmal total beruhigt, dass du das gerade so sagst, weil ich habe mir in der Vorbereitung gedacht, wäre ich in der Position gewesen, in der Situation, ich hätte ja gesagt... Vierzog, Servus, ich bin der König der Welt.

00:11:46: Wieso soll ich die Schule noch fertig machen?

00:11:48: Ich werde eh alles reißen.

00:11:49: Kannst du dich noch an das Gespräch erinnern, dass du dann mit deinen Eltern hattest?

00:11:52: Weil die wollen natürlich immer nur das Beste für einen und sagen, du weißt nie, wie schnell sich der Wind doch drehen kann.

00:11:57: Wie war das?

00:11:58: Ja, ich hatte da eine ehemalige Teamkollegin, also die sowohl mit mir Skirenen gefahren ist, als auch mit mir in der Klasse war.

00:12:03: Und die hatte dieselbe Idee.

00:12:05: Und dann haben wir das mit unseren Eltern gemeinsam besprochen und auch mit den Lehrern damals.

00:12:08: Und dann waren ihre Eltern, meine Eltern und eben unser Kollegsstufenleiter oder was.

00:12:14: Und dann haben wir das halt so mit dem besprochen.

00:12:16: Aber wir haben uns nicht durchsetzen können, sagen wir so.

00:12:19: Wahrscheinlich war es besser so.

00:12:22: In so einem jungen Alter, Europa Cups, Welt Cups, zu fahren, Medaillen einzusammeln, das ging ja alles wahnsinnig Schlag auf Schlag bei dir.

00:12:32: Konntest du das irgendwann mal, konntest du dich mal hinsetzen und mal wirklich darüber nachdenken, was da alles passiert, dass das Ganze mal verarbeiten?

00:12:39: Nee, das war irgendwie so... Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen blöd an, aber das war schon normal.

00:12:46: Ich habe mir Ziele gesetzt und habe die dann so nach und nach erreicht.

00:12:50: Also natürlich, dann später, als dann die ganz großen Erfolge kamen, das war dann schon nochmal irgendwie a different level.

00:12:57: Also wenn du dann mal Doppel-Olympiasiegerin wirst, also da brauchst du dann schon ein bisschen Business-Checkst.

00:13:01: Und da hast du dann erst recht keine Zeit, das zu verarbeiten, weil das ist dann natürlich das ganze Drumherum.

00:13:07: Man muss direkt nach dem Rennen noch ... die Siegererung machen, dann zur Doping-Kontrolle, dann zur Pressekonferenz, dann nur schnell umziehen, dann zur Medaillenvergabe.

00:13:14: und dann legt man abends im Bett und es kommt einem eigentlich vor, als hätte man... Das geträumt.

00:13:19: Der Tag ist nur so an einem vorbeigeschossen und abends liegt man aber dann doch halt wieder allein im Bett und hat plötzlich eine olympische Goldmedaille am Nachkastel liegen.

00:13:27: Also das ist dann schon speziell, aber so die Jahre vorher, als das alles, ich sage mal, noch nicht so um so viel ging, mit Jugendrennen oder auch Fissrennen, Europakrennen, das interessiert ja niemanden.

00:13:38: Also ich rede jetzt von der Öffentlichkeit.

00:13:40: Da hat man dann natürlich auch noch nicht den Druck von außen und den den Fokus von außen.

00:13:46: Die Aufmerksamkeit der Medien und so, das kommt dann alles später.

00:13:49: Und dann ist es schon natürlich aufregend, ja.

00:13:52: Und das kam ja dann auch relativ schnell.

00:13:54: Du hast ja den Menschen da draußen und deiner Konkurrenz auch recht schnell klargemacht.

00:13:59: Passt es mal auf, mit der Riesch ist zu rechnen.

00:14:02: Zwei-tausendfünf wärst du eigentlich im Februar, glaube ich, zum Weltcup nach Bormio gefahren.

00:14:10: Du hast ja da kurz davor, das Rechte müsste es gewesen sein, Kreuzband gerissen.

00:14:14: Weißt du noch?

00:14:15: Ich hatte auch meinen Kreuzbandriss, ich wusste sofort, jetzt ist gar nichts mehr gut.

00:14:19: Was war in dem Moment bei dir los?

00:14:21: Naja, ich hatte noch nie eine Knieverletzung vorher, wusste nicht, wie sich das anfühlt.

00:14:25: Ich habe nur gemerkt, da ist irgendwas passiert.

00:14:27: Aber da ich eigentlich so super in Form war und mich so auf diese Weltmeisterschaft gefreut habe und eigentlich auch in allen Disziplinen zu den Top Favoriten gezählt habe, wollte ich im ersten Moment das einfach nicht machen, dass das jetzt was Schlimmes ist.

00:14:38: Bin dann aufgestanden, bin auch in meine Ski wieder rein und bin selbstständig noch runtergefahren.

00:14:44: Und da hat er die Hoffnung, vielleicht ist er nur der Meniscus eingeklemmt oder so.

00:14:48: Es hat schon weh getan, aber es war jetzt nicht die Höllenschmerzen.

00:14:52: Aber das ist ja auch beim Kreuzbandress selber, tut ja gar nicht so weh.

00:14:56: Aber natürlich ist da oft auch der Knochen noch ein bisschen verletzt, war in meinem Fall auch so.

00:15:00: Weil bei diesem benderes Mechanismus, da schlagen ja oft die oberen Unterschenkelknochen aufeinander.

00:15:07: Gibt es dann auch teilweise noch so Teilrupturen oder was auch immer von dem Knochen oder kleine Einrisse?

00:15:15: Und das wurde halt dann später festgestellt im Krankenhaus.

00:15:17: Ja, und dann war natürlich klar, das war es jetzt mit der WM und leider auch mit der ganzen Saison.

00:15:24: Wie ist es passiert?

00:15:25: War das dieses typische Skifahrer-Ding einfach verdreht oder Skifahrkalt oder was ist passiert?

00:15:30: Nein, ich war, das war ein Super-Ski.

00:15:31: Da ist natürlich das Tempo auch relativ hoch und ich bin über so eine Kuppe drüber und habe leicht so ... die Bodenhaftung verloren, dann hat es mir das beim Schwungwechsel das rechte Bein so ein bisschen angehoben und dann wieder runter und es war ganz aggressiver Kunstschnee.

00:15:45: Und in dem Moment, wo das Bein wieder aufkam, hat der Ski gegriffen und dann hat es mich einfach quasi über die rechte Seite mit diesem Drehmechanismus, weil super Ski fahren ja doch auch ein Radius und der Körper ging halt genau in die andere Richtung und wie die Ski.

00:15:59: und dann ist es passiert.

00:16:01: Du hast dann so all dein Mut zusammengenommen, hast dich zurückgekämpft.

00:16:05: Bis auch fünf, sechs Rennen, glaube ich, wieder gefahren in der nächsten Saison.

00:16:08: Und dann zack, boombang, das nächste war dran, das linke.

00:16:12: Ist da nicht in einem irgendwann dieses Gefühl so, okay, irgendwas hat sich gegen mich verschworen?

00:16:18: Wie holt man sich dann nochmal den Mut?

00:16:20: Weil das ist ja wirklich, also ich würde mir denken, das ist ja vom Universum, jetzt, jetzt, dann mache ich irgendwie eine Ausbildung oder sonst noch irgendwas.

00:16:27: Naja, es war natürlich schon sehr frustrierend.

00:16:30: Und vor allem ist es in Espen passiert, beim Riesenslalom.

00:16:34: Und da wusste ich sofort.

00:16:35: Ich wusste dann, wie sich es so ungefähr anfühlt.

00:16:37: Und das war ja ganz ähnlich.

00:16:39: Wobei, stimmt gar nicht.

00:16:41: Ich bin am Innen-Ski ausgerutscht an so einem abhängenden Tor.

00:16:46: Und dann, ja, meine Trainer haben dann gesagt, wieso hast du dich nicht einfach rutschen lassen?

00:16:49: Naja, das passiert alles in Zehntelsekunden.

00:16:53: Und das geht dann auch automatisch.

00:16:54: Man rutscht aus und dann sind die Skis halt auch gleich wieder da und dann hat halt auch der Skig gegriffen und dasselbe, dasselbe Mechanismus im Prinzip.

00:17:02: Aber es war dann eben auch noch eine etwas schwerere Verletzung.

00:17:05: Es wurde dann alles erst als ich zu Hause war in München festgestellt, mit Miniskus irgendwie Korbhänkel das einmal im Knie überschlagen.

00:17:11: Also es waren wirklich höllische Schmerzen und war ja dann auch nur zwei Monate vor Olympia und ich war so froh, dass ich ... die erste Verletzung so gut weggesteckt habe, dass ich auch gleich wieder den Anschluss gefunden hatte in den ersten Rennen.

00:17:23: Und das war dann schon ein echt Herberschlag.

00:17:25: und klar gab es dann Momente, wo ich gedacht habe, oder soll ich mir das jetzt nochmal antun.

00:17:30: Aber auf der anderen Seite war ich halt auch erst Anfang zwanzig und ich dachte, ich habe eigentlich noch alles vor mir.

00:17:36: Ich war, bevor das alles passiert, schon Dritte im Gesamtfeld gehabt mit neunzehn.

00:17:40: Habe schon meine ersten Rennen gewonnen.

00:17:41: Und da war dann einfach doch der Ehrgeiz und halt auch die Leidenschaft für den Sport auch in diesen In diesen Momenten der zweiten Verletzung war einfach immer noch so groß, dass ich gesagt habe, ne, da beiß ich mich jetzt nochmal rein.

00:17:54: Dann, das Schlimmste war dann eigentlich dieser Sommer, weil ich totale Probleme hatte.

00:17:58: Also es ging nicht so reibungslos wie im Jahr vorher.

00:18:01: Ich hatte natürlich auch immer den Vergleich im Kopf, aber ich hatte dann, weil die Verletzung einfach doch einiges schlimmer war.

00:18:08: Habe ich mir sehr schwer getan mit dem Muskelaufbau, hatte auch immer Schmerzen, hatte dann so eine Szenenentzündung und ja, waren ewiges hin und her dann, ob ich im Sommer dann mit nach Argentinien kann.

00:18:18: Das ist ja so das Hauptdrainingslager für uns.

00:18:20: Wir waren da immer auf der Südhalbkugel, also entweder Argentinien oder Chile oder auch Neuseeland, in dem Jahr war es Argentinien.

00:18:26: Und nach hartem Kampf habe ich das dann hinbekommen, dass ich da ... mitgehen kann.

00:18:32: Hab dann eigentlich so in einer heimlichen Aktion, obwohl ich noch gar nicht so weit war mit meinem Chef-Trainer, haben wir einen Ausflug an Counter-Tower Gletscher gemacht, weil der hat natürlich gesagt, wenn du nicht einmal vorher auf Skik standen wirst, dann kann ich die nie mit nach Argentinien nehmen.

00:18:44: Und dann haben wir da heimliche Aktion gemacht.

00:18:47: Beide total nervös, dass auch ja nichts passiert, aber ich habe gemerkt, okay, auch wenn meine Muskulatur noch nicht ganz da ist, wo sie sein soll, aber ich habe zumindest beim Skifahren keine Schmerzen und ich habe gute Koordination, gutes Gefühl und Stepp-by-step, da ist man natürlich dann obervorsichtig, wenn einem so etwas zweimal passiert ist.

00:19:05: Aber ich bin dann mit einer.

00:19:06: Hagentinien konnte, da zwar bei Weitem noch nicht das Trainingspen so mal absolvieren wie die anderen, bin halt oft zu Läufe auf Etappen gefahren, immer nur zehn Tore am Stück oder so, dass das auch wirklich sehr behutsam wieder aufgebaut wird.

00:19:18: Aber... Ja, auch die Saison danach war natürlich schwierig.

00:19:21: Also nach zwei komplett verpassten oder fast komplett verpassten Saisonen, da würde das Vertrauen kriegen, die Rennpraxis wieder zurückbekommen, die mentale Sicherheit, das war eigentlich das Schwierigste, die Angst loszuwerden, dass so was jederzeit einfach wieder passieren kann.

00:19:37: Was hast du in diesem Sommer mental für dich mitgenommen?

00:19:41: Was hast du da am meisten gelernt?

00:19:45: Ja, dass man manchmal halt beißen muss.

00:19:48: Nein, ich... Viele fragen mich dann immer, ja, und wie hast du dann mental dich coachen lassen oder so?

00:19:53: Gar nicht.

00:19:54: Natürlich wollte ich alles probieren und habe dann auch mit ein, zwei Mentaltrainer was versucht.

00:19:59: Aber ich sage es ganz ehrlich, am Ende stehst du halt alleine am Start und musst irgendwie deinen Hintern alleine da runterbekommen.

00:20:07: Und ich glaube, ich weiß, dass viele mit Mentaltrainingen super erfolgreich sind.

00:20:12: ist, glaube ich, auch individuell unterschiedlich.

00:20:14: Ich habe auch in meiner Mannschaft Mädels mit erlebt, denen das sehr geholfen hat.

00:20:17: Das waren aber eher so die, die sich schwergetan haben, ihre Leistung vom Training in den Wettkampf rüberzubringen.

00:20:25: Die sind im Training immer Bestzeiten gefahren und sobald die Startnummer um war und die Werbebanner vom Weltkabrennen, dann haben die es Zittern gehabt.

00:20:34: Und ich war eher immer andersrum.

00:20:36: Immer ein Wettkampftürb.

00:20:37: Ich konnte mich im Wettkampf sogar immer noch mal ein bisschen steigern.

00:20:41: War jetzt nie so, dass ich gesagt habe im Training, da blöffe ich oder da streng ich mich nicht so an.

00:20:45: Aber irgendwie ist das wahrscheinlich in mir drin gewesen, dass wenn es gezählt hat, dass ich dann einfach mehr an meine Grenzen gehen konnte.

00:20:51: Wenn so ein krasser Adrenalin-Ausstoß da ist, dann kann es ja ins Positive wie auch ins Negative führen.

00:20:56: Bei dir war es dann halt ins Positive und du hast wirklich deine Bestbestleistung abgerufen.

00:21:01: In dieser Zeit, als du verletzt warst, mit Anfang zwanzig und diese ganzen Sachen nochmal überdacht hast, hätte es dann einen Plan B gegeben, du hast ja schon gesagt, bis zum Abi hast du dich durchgerungen, was wäre aus der Maria geworden, wenn dieses Comeback nicht geklappt hätte?

00:21:16: Naja, natürlich habe ich mal als Kind so seine Berufswünsche und es war ja nicht immer so dieses ... Skirenfahrer, das war zwar ein Traum, aber ich dachte mir natürlich schon, auch wenn das nicht klappt, als Kind wollte ich zum Beispiel mal Animatörin in einem Robinson-Club werden.

00:21:30: Das war immer unser Pfingsturlaub mit der ganzen Familie und das war immer mein Highlight im Sommer da, an schöne Orte zu fahren nach Griechenland und Italien und so weiter.

00:21:40: Und wir waren da immer zwei Wochen und ich wusste die Animatörer, die sind dann ganzen Sommer.

00:21:45: Dann dachte mir, das wäre doch mal was später für eine Arbeit.

00:21:51: Das ist zum Glück nichts geworden, aber auch sonst.

00:21:54: Also, dass es irgendwas mit Touristik oder Reisen geworden wäre, das mache ich auch heute noch sehr gern.

00:21:58: Ich bin wirklich sehr gern am Reisen, auch wenn mich die Packerei immer ein bisschen aufregt.

00:22:02: Aber ansonsten sehe ich einfach gern viel von der Welt und deswegen hätte mich wahrscheinlich irgendeinen Job in der Reisebranche.

00:22:09: Aber das wollte ich damals gar nicht so konkret zulassen.

00:22:12: Also, es war für mich klar, du probierst das jetzt noch mal.

00:22:15: Du hast dann in der Saison, in der Jahr zwei Tausend, sechs, vier Tausend, sieben, dein Kamberg gegeben?

00:22:20: Ich weiß, ich nach meinem Kreuzbandriss war wahnsinnig vorsichtig, gerade bei sportlichen Aktivitäten.

00:22:24: Es hat die ganze Zeit noch gebrodelt in meinem Kopf.

00:22:26: Da war die ganze Zeit diese Stimme, die gesagt hat, ja, ja mach, aber da ist ja noch was.

00:22:30: Da ist ja noch was am Knie.

00:22:32: Wie war das bei dir?

00:22:34: Also bei mir war es sehr abhängig davon, was für Bedingungen waren.

00:22:38: Also wenn ich jetzt super schöne glatte Piste, gute Sicht.

00:22:43: Am liebsten noch an irgendeinem Ort, wo ich eh immer gut gefahren bin, dann ging's schon.

00:22:47: Aber es waren natürlich auch ganz, ganz viele Orte und Verhältnisse dabei, in dem Jahr, wo ich mich nicht wohlgefühlt habe.

00:22:52: Aber ein bisschen Fluch und Segen zugleich war halt, dass ich dann meine erste Abfahrt in dieser Saison in Lake Louise gewonnen habe, tatsächlich.

00:23:01: Krass.

00:23:01: Also das war der absolute Wahnsinn.

00:23:04: Also ich hatte, muss man aber zur Einordnung sagen, schon ein bisschen Glück mit den Bedingungen.

00:23:08: Ich bin aber in den Trainingsläufen schon ganz gut zurecht.

00:23:10: gekommen.

00:23:11: Aber wie gesagt, in Lake Louise war ich immer schnell, da bin ich schon mit einem guten Gefühl hingefahren.

00:23:15: Es waren traumhafte Bedingungen und ich habe mich langsam von Training zu Training ran getastet und war einigermaßen dabei, irgendwo zwischen Platz fünfzehn und zwanzig, also ganz okay eigentlich.

00:23:26: Und am Renntag dann habe ich wirklich einen super, super Lauf erwischt.

00:23:30: Startnummer zehn hatte ich.

00:23:32: Und dann ist die Läuferin nach.

00:23:34: mir ist dann gestürzt und dann war eine zwanzigminütige Unterbrechung und da hat sich es dann so ganz leicht bewölkt.

00:23:38: Das war jetzt nicht, dass ich Sonnenschein hatte und alle anderen hatten Nebel, aber es war halt nicht mehr ganz so klar und hell und es macht beim Skifahren viel aus, wenn da nur ein bisschen schlechtere Bodensicht ist.

00:23:50: Ja gut, aber die neuen Formier hatten ja auch Sonnenschein, also die hätten ja auch schneller fahren können.

00:23:54: Es war schon eine wirklich gute Fahrt, aber keine Ahnung, wenn es so geblieben wäre, wahrscheinlich wäre ich dritte, vierte, fünfte geworden.

00:24:00: Es wäre auf jeden Fall ein Top-Ergebnis gewesen.

00:24:03: Und auch am nächsten Tag bin ich auch noch mal unter den ersten zehn gewesen, sind immer zwei Abfahrten.

00:24:07: Na ja, und dann ging es zurück nach Europa, dann war natürlich das Programm sehr eng gedrängt, man hatte zwischendrin nicht mehr viele Tage zum Trainieren, sich von den Disziplinen her umzustellen.

00:24:17: Das war da in Kanada natürlich auch so, waren drei Trainingsläufe, ist immer bei der ersten Abfahrt der Saison so gewesen.

00:24:22: Und dann ging es zurück, dann ging es gleich nach Walliser.

00:24:25: Nur ein Trainingslauf, der andere ausgefallen wegen Schlechtwärter, dunkel, schlechte Sicht.

00:24:29: Keine Ahnung, Platz, fünf und drei ist es über oder so.

00:24:32: Und so ging es dann eigentlich im Dezember und Januar weiter.

00:24:36: Und dann war die WM in Aure im Februar.

00:24:38: Da ging es dann schon ein bisschen besser.

00:24:40: Da hatte ich auch ein paar ganz gute Ergebnisse, dass ich da keine Medaille gewinnen war, irgendwie klar.

00:24:43: Wieso?

00:24:45: Naja, weil... Also, das wäre schon eine große Überraschung gewesen, nach den beiden schwierigen Monaten.

00:24:51: Also, da hätte schon so was wie in Lake Louise passieren müssen.

00:24:53: In der Abfahrt war ich gar nicht so weit weg.

00:24:55: Da war ich, glaube ich, acht oder neunte mit dreizehntel hinter Bronze tatsächlich.

00:24:59: Aber habe ich mir auch nicht zum Ziel gesetzt, da ein bisschen realistisch muss man auch sein.

00:25:04: Und dann Februar-März waren die Rennen eigentlich immer stabiler wieder und ich konnte mich dann zum Ende der Saison eigentlich wieder in allen Disziplinen unter die ersten fünfzehn zurückkämpfen, was natürlich für die nächste Saison dann wichtig war wegen Startnummern.

00:25:17: Ja, und dann ab der nächsten Saison ging es eigentlich nur noch bergauf.

00:25:21: Wie war dieser Moment, als es für dich aber auch für deine Familie, die dich ja immer total unterstützt haben in dem Ganzen, so Klick gemacht hat, so es hält, das Knie ist stabil, Maria ist wieder da und vielleicht sogar ja besser denn je.

00:25:33: Ja, besser denn jeder war ich noch weiter von entfernt.

00:25:35: Aber das war halt so ein Prozess.

00:25:37: Und im Nachhinein muss ich sagen, war das ja wahrscheinlich normal nach diesen zwei doch schweren Verletzungen und den langen Pausen.

00:25:45: Aber in dem Moment ... Man realisiert das halt nicht.

00:25:48: Da will man halt einfach wieder dahin, wo man mal war und ist ungeduldig und denkt sich, Mensch, das muss doch jetzt im Nah hinein, war das einfach der Prozess, den es gebraucht hat und dass man sich da einfach wieder langsam zurück kämpft, ist ganz normal.

00:26:04: ging es so langsam in Richtung Olympia.

00:26:07: Nimm uns dann mal bitte mit, wenn sich da der Olympische Sportbund bei einem meldet.

00:26:13: Wie ist das?

00:26:13: Das ist wie so eine Berufung zur Nationalmannschaft.

00:26:15: Kriegt man da einen Anruf und die sagen dann so, hey, Maria, Servus.

00:26:19: Mach's bitte für uns, oder wie ist das?

00:26:20: Nee,

00:26:20: das ist ganz anders.

00:26:22: Das ist so, dass man da sich qualifizieren muss dafür.

00:26:25: Also sprich bei mindestens zwei Top.

00:26:29: Fünfzehn Plätze im Weltcup oder ein Top Acht Platz.

00:26:32: Und zu der Zeit war es tatsächlich bei uns, also meistens waren im DSV, also es gibt vier Stabplätze pro Disziplin.

00:26:39: Oft waren wir gar nicht vier Leute, die gut genug waren für Olympia, also dass sich wirklich vier qualifiziert haben im Weltcup.

00:26:47: In dem Jahr tatsächlich schon, vor allem im Slalom war man eine sehr starke Truppe.

00:26:51: Und das war dann auch die einzige Disziplin, wo es echt wegen den Stabplätzen eng herging.

00:26:55: Aber da ruft dann nicht der DOSB die Athleten an, sondern das geht alles über den Schieferband natürlich.

00:27:00: Und der Schieferband hat dann, ich glaube sogar trotzdem, die sechs Leute, die für den Slalom eine Frage kamen, mit rübergenommen nach Kanada und die haben dann halt kurz vor dem Wettkampf eine interne Ausscheierung fahren müssen.

00:27:11: Also gesetzt für den Slalom waren eigentlich nur meine Schwester und ich.

00:27:14: Und die anderen vier mussten dann um zwei Plätze.

00:27:16: in Qualifahren.

00:27:17: Du brauchst halt dann auch ein bisschen das Glück an dem Tag.

00:27:21: Ist das dann aber nicht auch so ein bisschen, oder es zählt nur dieser eine Tag dann?

00:27:25: Für die Quali, da gibt es halt dann keine Ahnung, zwei oder drei oder vier Trainingsläufe, das machen die Trainer, wie sie es machen.

00:27:33: Also ich glaube, damit es halt nicht ganz so auf einen Lauf ankommt, dann machen sie, ich glaube, vier Läufe und die zwei schnelleren von jedem zählen.

00:27:42: so dass man auch so ein bisschen nähen will.

00:27:44: Es fällt mir ein bisschen darum auch mal schnell jemand aus und kann ja nicht sein, dass wegen einem Ausfall dann die Chance weg ist und deswegen vier Läufe und die zwei schnelleren Zählen und dann kommen die zwei schnelleren halt dran.

00:27:54: Aber in der Qualifikation quasi, also da gab es jetzt einen Überschuss bei euch, deswegen musste quasi nochmal ins Stechen gegangen werden, wer es dann am Ende machen darf, aber davor, wenn man so seine Rennen kennt und weiß, welche Zeiten man gefahren ist, wie man abgestanden hat, kann man ja relativ gut schon relativ gut eine Zeit davor lang absehen.

00:28:12: Schafft man's in den Olympiakader, wird man mitgenommen oder nicht?

00:28:16: Gab's da Momente, wo du gesagt hast, okay, jetzt muss ich noch mehr, jetzt muss man vielleicht noch mehr auf auch die inländische Konkurrenz gucken.

00:28:23: Wie die sich vorbereiten, wie die die Rennen fahren, damit man wirklich diesen Sprung dann schafft.

00:28:27: Weil ich mein, Olympia ist ja dann richtig Top-Shelf.

00:28:31: Ja schon, aber ich war ja... Eigentlich eh so ein bisschen die Team-Liederin, also da gab es dann noch die Katrin Hölzel, die aber schwere gesundheitliche Probleme hatte in der Saison und die Victoria-Rebensburg war auch schon sehr stark.

00:28:44: Aber das war es, außer halt im Slalom, da war es schon, wie ich gesagt habe, aber da war trotzdem ich.

00:28:50: die die Rennen gewonnen hat, die immer am Podium war.

00:28:53: Dann war mal die eine war unter den ersten fünf dabei, dann war es mal wieder eine andere.

00:28:57: Also ich sage mal, diese zweite Garde, die waren alle gut.

00:29:00: Also wir waren oft keine Ahnung, acht, neun Leute im zweiten Durchgang tatsächlich.

00:29:04: Aber natürlich auch einige zwischen Platz zwanzig und dreißig.

00:29:07: Also so dass eigentlich von diesen acht, neun Leuten, die wir in der Slalomgruppe hatten, kamen am Ende halt wirklich nur sechs für Olympia in Frage.

00:29:15: Und aufgrund der Ergebnisse waren meine Schwester und ich gesetzt verwirrt.

00:29:20: die Topvater waren.

00:29:21: Und da ging es nach Vancouver.

00:29:23: Ja.

00:29:23: Wie hast du dir das damals vorgestellt?

00:29:25: Weil ich denke mir immer, bei so großen Ereignissen, die vor uns liegen, und das muss gar nicht Olympia sein, das kann auch bei jeder Privatperson zu Hause eine Hochzeit oder sonst irgendwas sein, dass man sich so denkt, okay, ich stelle mir das jetzt vor, was macht das mit mir, wie wird das sein?

00:29:39: Vielleicht schaff ich es ja sogar aufs Treppchen.

00:29:41: Weißt du noch, was bei jeder abgegangen ist?

00:29:43: Naja, vielleicht schaffe ich es sogar aufs Treppchen.

00:29:45: Habe ich mir nicht gedacht.

00:29:47: Ich habe gedacht, ich muss aufs Treppchen.

00:29:49: Also, ich meine, das war ja dann auch endlich, nach der langen Leidenszeit.

00:29:53: Mein Jahr zwei Tausend zwei, da war ich ja noch in der Schule.

00:29:55: Da war Olympia in Salt Lake City.

00:29:57: Da kam nicht in Frage, dass ich da mitgehe, obwohl ich leistungsmäßig vielleicht sogar schon, vielleicht jetzt nicht für die Medaille gut war, aber zumindest da konkurrenzfähig mitzufahren.

00:30:06: Dann, zwei Tausend sechs, die Verletzung.

00:30:09: Und dann endlich, endlich war's soweit, ja.

00:30:11: Und ich hatte, im Jahr vorher, ich war Weltmeisterin, weil die sehr, ich hab unzählige Rennen in allen Disziplinen gewonnen.

00:30:17: Und also, da fährst du nicht hin, um dabei zu sein.

00:30:20: Willst ganz dabei sein.

00:30:22: Und dann kam, in der Superkombi war's, ne?

00:30:24: Genau.

00:30:24: Das war die allererste.

00:30:26: Ja.

00:30:27: Also, es war, glaub ich, vorher die Abfahrt, die hab ich leider ein bisschen ver... Geigt, hat man nämlich im Jahr vorher oder zwei Jahre vorher, hat man da so ein Test-Event auf der Strecke, weil du kannst, Olympia darf nur speziell in der Abfahrt, glaube ich, irgendwo stattfinden, wo schon mal ein Weltkabrennen war, damit man auch weiß, das ist Olympia tauglich, da funktioniert alles.

00:30:44: Und das habe ich gewonnen, relativ superrennen.

00:30:47: Und dann war da natürlich schon der große Wunsch, Abfahrt, Königsdisziplin, dass ich da eine Medaille mache.

00:30:53: oder vielleicht sogar Gold, aber da waren natürlich meine Freundin Lindsay Wann ziemlich unschlagbar unterwegs dann.

00:30:59: Die Amis wachsen ja auch bei großen Ereignissen immer sehr über sich hinaus, aber bei mir lief es dann richtig schlecht.

00:31:05: Also ich war nicht mal irgendwie nah an der Medaille, ich glaube ich war achte oder zehnte.

00:31:11: Hatten wir schon ein bisschen am Selbstvertrauen geknackst, aber dann in der Kombi lief es dann Gott sei Dank.

00:31:16: Da war der Start ein bisschen verkürzt, weil ich habe in der Spezialabfahrt komischerweise, ich habe es nicht verstanden, auf die erste Zwischenzeit schon immer so viel Zeit verloren.

00:31:23: Es war so ein flacher Start, ich war nie so gut im Anschieben, weil ich halt doch groß bin.

00:31:28: und bei mir ist es immer besser gewesen, es ging gleich mal steil los.

00:31:31: Direkt Schuss

00:31:32: runter.

00:31:33: Und dieser Teil war bei der Kombiabfahrt weg.

00:31:35: ein bisschen verkürzt war.

00:31:37: Und das war meine Rettung, weil dann war ich nach der Abfahrt, war ich vierte.

00:31:41: Und so war ich meine stärkere Disziplin zu der Zeit.

00:31:43: Und dann habe ich es Gott sei Dank ins Ziel gebracht.

00:31:46: Ja, nicht nur ins Ziel gebracht.

00:31:48: Du hast gerade Lindsey Vaun angesprochen, die sprechen wir dann nachher noch mal.

00:31:51: Aber jetzt bleiben wir mal ganz kurz bei Olympia und beim ersten Sieg.

00:31:53: Du hast es nicht nur über das Ziel gebracht, sondern auf einmal war dann halt Gold da.

00:31:57: Und ich weiß, du hattest die... Das beste Set-up, um das auch zu gewinnen.

00:32:02: Du wurdest Weltmeisterin davor.

00:32:04: Aber wenn du das geschafft hast, wie viel fällt da dann von einem ab?

00:32:08: Das ist ja die erste olympische Goldmedaille.

00:32:10: Das stelle ich mir so so krass vor.

00:32:12: Ja, war es auch.

00:32:13: Also war unheimliche Erleichterungen und pure Freude.

00:32:20: Aber trotzdem ist man dann gleich schon wieder, man weiß, es geht noch weiter.

00:32:24: Und ich habe es ja vorher gesagt, ich war eigentlich in allen Disziplinen gut für eine Medaille und das haben auch.

00:32:29: Ja, es wurde schon Druck auch aufgebaut von außen.

00:32:31: Die Medien haben geschrieben, wie viele Metallien wird sie holen und so.

00:32:35: Und so einfach ist es halt dann doch nie.

00:32:36: Es muss halt dann wirklich auch bei so einem Rennen alles zusammenpassen.

00:32:40: Klar, okay, gut, ich hatte fünf Chancen, aber im Riesensladung war ich jetzt eh nie, auch die einzige Disziplin, wo ich nie einen Rennen gewinnen konnte und auch keine Medaille, aber war ich schon auch, gab es auch Jahre, wo ich auf jeden Fall vorne dabei war, aber da konnte man jetzt nicht mit einer Medaille für mich rechnen.

00:32:56: Aber ja, Abfahrt war schon vorbei, aber dann gab es auch noch den Super-Gee und natürlich noch den Slalom.

00:33:01: Das Slalom ist ja immer ganz zum Schluss.

00:33:03: Und deswegen war ich schon noch sehr angespannt, weil ich wollte schon ... Es war toll, dass das geklappt hat, aber es war halt auch nur die Kombi.

00:33:12: Hatte zwar damals noch ein bisschen einen anderen Stellenwert, mittlerweile ist es sehr abgeschafft, aber es waren damals schon einige starke Mädels, die wirklich in beiden Disziplinen richtig gut waren wie Linse Won, Julien Mancuso, Tina Maase.

00:33:26: Also es war nicht so einfach da wirklich Gold zu gewinnen, auch wenn die Dichte oder die Breite in den Einzeldisziplinen natürlich trotzdem höher war.

00:33:35: Aber wie gesagt, das war gut und wichtig und ich habe mir auch viel Druck genommen.

00:33:40: Und ich dachte mir, okay, wenn es gar nichts mehr geht, wenigstens bin ich Olympiasiegerin.

00:33:44: Wurscht und dann halt nur in der Kombi, freck kein Mensch.

00:33:46: Und dann war ich aber dann am Ende doch froh, dass es im Slalom auch noch geklappt hat, weil Doppel-Olympiasiegerin ist natürlich schon sehr besonders.

00:33:54: Das war dann aber deine Parade-Disziplin, in der du es geholt hast.

00:33:58: Und ich denke mir da nur, weil du es vorhin auch schon angesprochen hast mit ... diesem Punkt, man fährt nicht für eine Teilnehmerurkunde, dahin genauso wenig, wie du das schon als Kind gemacht hast.

00:34:07: Genau.

00:34:08: Wie sehr ist das so, dass man mit diesem Sportlammer ein Set da reingeht, alles oder nichts, oder dass man sagt, hey, wenn es zwei sind, ist das auch schon cool?

00:34:17: Ja, das ist immer, ich werde auch oft gefragt, wie kann man so eine Leistungskurve zu dem Sessionhöhepunkt steuern?

00:34:24: Also das kann man natürlich schon versuchen, aber wenn man so wie ich im Weltcup alle Disziplinen fährt und man eh ... durch das Programm gehetzt wird, sag ich jetzt mal, dann kannst du halt einfach nur ein bisschen aufpassen, dass du zu Olympia hin auf gar keinen Fall krank wirst, dass du ein bisschen mit deinen Kräften haushaltest, aber du hast nie eine Garantie, dass du zum Saisonhöhepunkt deine beste Form hast.

00:34:49: Bei mir war es so, dass es eigentlich bis zu Olympia hin sehr gut gelaufen ist, dann hatte ich einen kleinen ein Setback in St.

00:34:57: Moritz beim letzten Rennen vor der Olympia.

00:34:59: Da habe ich aber einen riesen Glück gehabt, weil da bin ich nämlich im Super-Tschi ausgeschieden.

00:35:03: Es war kein Sturz, aber ich bin mit einem Affenzahn-Tempo an einer Kuppe, habe ich den Schwung ein bisschen zu früh zugemacht und bin genau mit meiner Skispitze auf die Torstange drauf gefahren.

00:35:13: Den Skis hat es dann hoch gebogen, ich habe die Skis in zwei Meter fünf lang die Super-Tschi.

00:35:18: Ich habe danach einen Belag gesehen, den hat es hoch gebogen, also der Stangenabdruck war bis unter die Bindung.

00:35:23: Aber Gott sei Dank auf der richtigen Seite vom Tor wieder, also nicht eingefädelt, sondern also da ging es um Millimeter wahrscheinlich und wenn ich da nämlich eingefädelt hätte, da hätte ich wirklich übelst gestürzt, vielleicht hätte ich mal wieder weh getan, vielleicht wäre es das dann endgültig gewesen.

00:35:39: Also da war ich einfach nur glücklich und dankbar, dass mir da nichts passiert ist, aber ansonsten lief dieser Sohn sehr gut und ich war eigentlich voller Selbstvertrauen und deswegen war ich hoch motiviert, dass ich da abräumen.

00:35:51: Dass es dann zwei Goldmedaillen werden kann natürlich keiner planen.

00:35:55: Aber dass ich eine Medaille, mindestens, das sagt man halt immer so aus Bescheidenheit, also eine Medaille soll schon sein, wenn man sich halt auch selber nicht so viel Druck machen will.

00:36:04: Aber klar war es, Ziel Olympia-Sigaren zu werden und am liebsten noch eine zweite Medaille irgendwo zu.

00:36:09: Dass es dann zweimal mit Gold geklappt hat, war wirklich ein Traum.

00:36:11: Konntest du diesen medialen Druck, diesen öffentlichen, der aber auf dich gemacht wurde in der Zeit?

00:36:15: Ich meine, man muss sich ja immer vergegenwärtigen, du warst ja... Ich bin echt noch jung zu der Zeit, bis heute natürlich auch noch.

00:36:20: Aber als so junger Mensch, das ist ja Wahnsinn, was da in deinem Kopf abgehen muss.

00:36:26: Konntest du das irgendwie abschalten für dich?

00:36:29: Na ja, spätestens in dem Moment, wo ich aus dem Starthaus rausfahre, muss ich es abschalten.

00:36:35: Man versucht halt immer, seinen Kopf bei sich zu behalten, sich zu sehr von außen.

00:36:41: von äußeren Dingen beeinflussen zu lassen sind natürlich auch ganz gut abgeschirmt gewesen.

00:36:46: Wir hatten, wir waren nicht im olympischen Dorf, sondern der DSV hatte zwei Häuser, die relativ nah an den Liftanlagen waren, dass wir nicht immer so weite Wege haben.

00:36:55: Und ja, sonst so mit Journalisten oder Presseterminen, das war halt ab und zu im deutschen Haus, gab es Pressekonferenzen, das ist aber alles immer geplant gewesen.

00:37:04: Und wenn es dann irgendwie zu nah an die Rennen ging, dann haben sie uns auch wirklich in Ruhe gelassen und abgeschirmt.

00:37:11: Also irgendwie Coachings, weil ich meine, die ein oder anderen Journalisten sind ja auch sehr gut darin, gerade jungen Menschen sehr findige Fragen zu stellen oder die ein oder andere Finde zu stellen.

00:37:19: Hat man euch darauf irgendwie vorbereitet?

00:37:22: Wir hatten schon mal so Medientage, wo wir ganz jung waren, aber ich habe mir da eigentlich nie schwergetan.

00:37:30: Natürlich auch später dann, wenn man irgendwie Rennen vergeigt hat oder ausgeschieden ist und dann mit dem Kloß am Hals da unten steht und dann die typische Frage an was lag oder wie konnte das passieren?

00:37:44: Da reicht es dann natürlich schon, aber ich habe mich eigentlich immer allen gestellt.

00:37:49: und versucht das professionell zu machen.

00:37:51: Natürlich ist es nach dem Erfolg leichter, wenn es jetzt nicht gelaufen ist, aber muss man halt auch.

00:37:58: Mein Papa hat immer gesagt, beim Erfolg nicht zu Himmel hoch jauchzend und in der Niederlage nicht kwieken wie ein Schwein.

00:38:05: Eine

00:38:06: gute Mitte finden.

00:38:07: Genau.

00:38:08: Aber sich auch eben Kritik und Fragen stellen, wenn es mal nicht so gelaufen ist.

00:38:13: Es gehört einfach auch dazu.

00:38:15: Du hast vorhin angesprochen, wie wichtig das ist.

00:38:18: fit und gesund zu bleiben und jetzt mal auch abgesehen von schwereren Verletzungen.

00:38:21: Du kamst ja dann von diesem ultimativen Olympia-High wieder zurück und dann war es, dass es eigentlich ein Heimspiel für dich war, in Garmisch, Alpine WM.

00:38:30: Und da wurdest du dann, glaube ich, einmal elf und hast einmal Bronze mitgenommen.

00:38:34: Warst aber eben auch nicht so ganz fit, oder?

00:38:37: Tatsächlich habe ich zweimal Bronze mitgenommen.

00:38:41: Nichts,

00:38:42: was im Internet steht.

00:38:43: Entschuldige.

00:38:44: Einmal gleich im ersten Rennen.

00:38:45: Das ist natürlich immer super, wenn gleich zu Beginn mal irgendwas geht.

00:38:48: Klar ist immer das höchste Ziel, eine Goldmedalle zu gewinnen.

00:38:51: Aber wenn schon mal im ersten Rennen von fünf schon mal eine Medalle in der Tasche ist, dann ist schon mal der erste große Druck, vor allem bei einer Heimwm, ist dann schon mal weg.

00:39:00: Aber ich weiß noch, ich bin damals bei diesem Super-Cheer im Ziel abgeschwungen und hatte schon so ein ganz komisches Gefühl.

00:39:06: Man schnauft dann natürlich ohne Ende.

00:39:07: Also das ist ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein Puls, ein.

00:39:15: Ja, und dann ist da natürlich noch ein Marathon zu erledigen nach so einer Medaillere.

00:39:18: Dann musst du Doping-Kontrolle, Pressekonferenz, alles, was ich vorher schon erzählt habe.

00:39:22: Also es dauert dann wirklich noch Stunden, bis man wieder zurück ins Hotel kann und sich mal ausruhen kann.

00:39:26: Und dann kam ich ins Hotel und bin sofort zu unserem Teamarzt und hab gesagt, du gib mir irgendwas.

00:39:31: Ich hab echt das Gefühl, ich wär krank, richtig krank.

00:39:33: Und hab mich aber dann leider erwischt.

00:39:36: Ja, und dann konnte ich das Abfahrtstraining, was dann angesetzt war, Sie wussten nicht genau, wie viele Trainings das überhaupt fahren können.

00:39:44: Ich glaube, es waren zwei angesetzt vor der Kombination und eins ist Pflicht.

00:39:47: Man muss einen Training zumindest gestartet haben, damit man dann beim Rennen startberechtigt

00:39:52: ist.

00:39:53: Dann war ich aber gar keine Chance, dass ich da fahre.

00:39:56: Also da hätte ich mich totgemacht.

00:39:57: Dann bin ich aber trotzdem hoch und bin aus dem Starthaus rausgefahren und habe wieder abgeschwungen, damit ich startberechtigt bin für die Kombi.

00:40:05: Und dementsprechend lief es dann auch bei der Kombi.

00:40:07: Also A war ich total geschwächt, B bin ich den Kurs noch nicht gefahren vorher.

00:40:11: Und dann, das so ein Kombitag ist natürlich auch wahnsinnig kräftezehrend und lang mit Start vom Slalom oft erst am Nachmittag um zwei oder halb drei und man ist aber seit sechs auf den Beinen.

00:40:20: Also ich war einfach... am Boden körperlich und es war natürlich der elfte Platz trotzdem eine Enttäuschung.

00:40:26: Man will halt dann bei einer HeimwM, also im Nachhinein haben auch Alex gesagt, wir hätten dich einfach noch mal einen Tag draußen lassen sollen, was ist denn los?

00:40:32: Aber es ist halt eine HeimwM und die hat man einmal im Leben und man will einfach alles versuchen.

00:40:38: Und dann war mein Glück, dass die Spezialabfahrten ein paar Tage hier noch verschoben wurden wegen Wetterkapriolen.

00:40:43: Ja und da habe ich dann, da war ich dann wieder einigermaßen hergestellt und habe immerhin eine zweite Bronze-Metalle gewonnen.

00:40:48: Also für mich war das trotzdem, also trotzdem, dass ich natürlich Gold wollte und das ja auch wieder von den Medien eigentlich gefordert wurde, es waren dann auch die Artikel so enttäuschende HeimwM für Riesch und so, was überhaupt nicht der Fall war.

00:41:01: Also unter den Umständen, wie ich beieinander war, waren diese zwei Bronze-Metalleyen im Prinzip wie Gold für

00:41:06: mich.

00:41:08: Lass uns mal ein bisschen in so ein Rennen reingehen.

00:41:11: Es gibt einen Clip, den ich von dir gesehen habe, das war, glaube ich, von der Alpine WM-Zwo-III, müsste das gewesen sein.

00:41:17: Und da sieht man in so einem Bruchteil einer Sekunde, wie du in so eine Kurbe reingehst und die nicht so ganz perfekt erwischt.

00:41:25: Und die Kommentatoren, die kennt sich natürlich sehr viel besser aus als ich, sagen dann so, oh, da hat sie jetzt ein paar Hundertstel verloren.

00:41:32: Das ist ja was, was du mit deiner Erfahrung auch spürst in dem Moment, dass du dich nicht perfekt eingedreht hast oder was auch immer vielleicht einen leichten Rutscher gab.

00:41:40: Darfst du solche Gedanken... Während des Rennens in diesem Moment überhaupt zulassen, so ein kleines Fehlerchen, oder haut das einen komplett raus?

00:41:49: Ne, also da hat man gar keine Zeit, weiter drüber nachzudenken.

00:41:53: Und also ich glaube, kein Reporter der Welt zieht ein paar Hundertstel.

00:41:56: Also wenn es so ein gravierender Fehler war, dass der Reporter das gesehen hat, dann war es wahrscheinlich sogar ein bisschen mehr Zeit verlassen.

00:42:01: Aber es geht ja dann direkt weiter.

00:42:03: Also klar denkt man sich kurz, ach Mist.

00:42:06: Aber oft ist es dann auch so, dass man weiß, okay, jetzt muss ich erst recht Gas geben.

00:42:10: weil sonst wird das nichts.

00:42:11: Und deswegen sind oft auch Fahrten, wo solche Batzer dabei waren, dann trotzdem unfassbar schnell, weil man nach diesem Fehler manchmal auch so einen Aufwach- oder Aufwegeffekt.

00:42:23: Und dass man dann denkt, okay, also wenn das jetzt noch, wenn ich noch eine Chance haben will, da irgendwo vorne zu landen, dann muss ich jetzt alles riskieren.

00:42:29: Wo man sonst ja vielleicht nicht immer so ganz an die absolute Grenze geht, weil dann ist natürlich auch die Gefahr von einem Ausfall.

00:42:36: Also es ist immer so kalkuliertes Risiko.

00:42:39: Wenn einmal so ein Fehler passiert, dann weiß man, jetzt gibt's alles oder nichts.

00:42:42: Je nachdem, wie schwer der Fehler auch war und warum der Fehler passiert ist, also oft passieren Fehler, auch wenn man so wahnsinnig schnell ist.

00:42:49: Das war zum Beispiel in Sochi bei meinen letzten Olympischen Spielen.

00:42:53: Da war ich im Super-G-Sub-Pfeil schnell, hatte ich an der letzten Zwischenzeit, obwohl die Entführung liegende Anna Fenninger schon eine Sensationsfahrt hatte, hatte ich irgendwie zwei Zehntel Vorsprung vor der.

00:43:03: Und dann war da so ein ganz blöder Sprung, wo auch schon ganz viele ausgeschieden sind vor mir.

00:43:07: Hab ich natürlich gesehen.

00:43:08: im Fernseher, aber wenn du da dann so schnell hinkommst, ich hätte wahrscheinlich einfach wirklich reinbremsen müssen in diese Kurve.

00:43:14: Aber mich hat es dann über den Sprung drüber so weit nach drüben versetzt, dass ich fast nicht mehr das nächste Tor erwischt hätte.

00:43:19: Ich musste total bremsen.

00:43:22: Ich hab dann fast rumgestiegen ums Zorn gedacht, na super.

00:43:25: Und dann komme ich ins Ziel und bin zweite.

00:43:28: Weil ich einfach oben so schnell war.

00:43:30: Und weil der ist da unten, die Fanninger auch, die hat von ihrem Trainer die Ansage bekommen, sie soll da so ein bisschen reinschmieren, dass sie ein bisschen Tempo wegnimmt.

00:43:37: Die Ansage habe ich leider nicht bekommen.

00:43:40: Und dementsprechend hatte die halt den Rutscher und dem Bremser vorher und ich halt dann danach.

00:43:44: Aber der hat sich bei mir so extrem angefühlt, dass ich gedacht habe, ich bin drei Sekunden hinten, oder vier.

00:43:49: Wie war das in der Vorbereitung auf Zorn?

00:43:51: Das war dann in den Jahren.

00:43:53: Weil dann sind ja die Steaks nochmal viel höher.

00:43:56: Du hast schon zweimal olympisches Gold geholt.

00:44:00: Also dann ist ja die Medienschelte umso größer, wenn man dann nichts holt.

00:44:06: Hast du dann zwar am Ende, aber wie stellt man sich darauf ein, wenn man weiß, okay?

00:44:11: Maria, du hast es schon mal geschafft.

00:44:14: Es geht, es geht.

00:44:15: Klar, es geht sehr logisch.

00:44:17: Ich meine, ich habe in den Jahren dazwischen auch einige Weltkörperinnen noch gewonnen.

00:44:23: Ich war nach wie vor am Peak meiner Performance.

00:44:28: Ich wusste, es wird mein letztes Olympia.

00:44:29: Ich wusste noch nicht, ob ich wirklich aufhör nach dem Jahr.

00:44:32: Aber dass ich sicher nicht bis zum Jahr.

00:44:35: Das wusste ich.

00:44:36: Und in der Vorbereitungssaison habe ich noch mal alles gegeben.

00:44:39: Hab mir einen eigenen Konditionstrainer genommen.

00:44:41: Nicht, weil die beim DSV schlecht waren, sondern weil einfach diese individuelle Betreuung immer wichtiger wurde.

00:44:46: Also sieht man ja heute fast jeder schon einen eigenen Trainer um sich herumschwanzeln.

00:44:51: Damals war das noch eher die Aussicht.

00:44:53: habe den aber auch selber bezahlt damals.

00:44:54: Der war jetzt auch nicht immer bei mir dabei.

00:44:56: Er hat mir aber meine Programme geschrieben.

00:44:57: Ich war ständig mit dem im Kontakt.

00:44:59: Alle möglichen Werte werden da jeden Tag gemessen.

00:45:02: Laktat und Ruhepuls.

00:45:03: Und also schon noch mal ein bisschen professioneller, wie ich es vorher gemacht habe.

00:45:07: Einfach um wirklich für diese Saison möglichst perfekt vorbereitet zu sein.

00:45:11: Weil das Programm mit vier Disziplinen war halt einfach immer sehr intensiv.

00:45:16: Ja, und dann ging es halt auf... Ging die Saison los und lief auch gut.

00:45:21: Und dann ging es auf Sochi zu.

00:45:22: Und ich hatte dann natürlich auch schon wahnsinnig viel Erfahrung.

00:45:24: Also ich habe dann wirklich schon viele große Ereignisse hinter mir gehabt.

00:45:28: Und deswegen will ich jetzt nicht sagen, dass ich nicht mehr aufgeregt war.

00:45:31: Aber es war

00:45:33: mehr Routine

00:45:34: dabei einfach.

00:45:35: Aber ich wollte schon sehr, dass das nochmal klappt.

00:45:39: Wie gut kanntest du die Strecken ins Sochi dann schon?

00:45:42: Weil du hast ja gesagt, die müssen ja quasi schon mal über einen Weltcup, schon mal zertifiziert sein, um olympisch zu werden.

00:45:48: Gab's auch, in dem Fall, glaube ich, zwei Jahre vorher, in Vancouver, was direkt im Jahr vorher, habe ich auch gewonnen.

00:45:55: Also es war ein bisschen wie ein Fluch, weil dann beim Olympia selber, da hat man dann wirklich viele Trainingsläufe, da war damals, ich weiß nicht, ob es dir erinnert, immer dieses Thema auch mit den Herren-Ski, das Anna Fanninger und Lindsay Wohn und so, das die immer mit diesen Herren-Ski gefahren sind.

00:46:11: Und es war halt da auf der Sochi-Strecke, ich habe das dann auch ein paar Mal probiert, aber es war natürlich immer dann, wenn es kurve geworden, echt schwierig.

00:46:18: Die Linse hat das ganz gut hingekriegt, also auch in den Kurven, aber ich hab mir einfach schwer getan.

00:46:22: Und dann hab ich hin und her probiert, in den Trainingsläufen.

00:46:25: Ich glaube, es waren drei Trainings vor der Abfahrt.

00:46:29: Ja, herrnschi, doch keine herrnschi.

00:46:31: Und irgendwie lief's.

00:46:31: Aber ich hab immer eine Kurve, hab ich nie gescheit erwischt.

00:46:34: Und so auch beim Rennen.

00:46:35: Also das Rennen hab ich wieder vergeigt.

00:46:37: Erklär mal ganz kurz, weil wir nicht davon ausgehen können, dass alle, die auch zuhören, da so wahnsinnig die Unterschiede kennen, sind die breiter oder was?

00:46:44: Die sind nochmal ein Stück länger.

00:46:46: Damenabfahrt-Ski waren ja schon zwei Meter zehn bis zwei Meter zwölf lang und die Herren-Ski waren dann zwischen zwei Meter fünfzehn und zwei Meter achtzehn.

00:46:54: Das hört sich jetzt nicht viel an, aber es ist ein riesen Unterschied, wenn du die bei Tempo hundert plus irgendwie um Kurven bringen musst.

00:47:00: Aber es ist halt in der Abfahrt und auch in Sochi gab es eben schon auch immer wieder Gleitstrecken, wo das dann natürlich ein Vorteil ist, diese paar Zentimeter länger.

00:47:08: Aber ich konnte mich dann auch irgendwie ... ... ich war dann auch total durcheinander, ... ... ich wusste überhaupt nicht, was ich machen soll, ... ... weil ich bin weder mit den Darmenschi ... ... noch mit den Hirnschi im Training zurechtgekommen.

00:47:17: Ich habe mich dann noch ewig lang ... ... mit meinem Serviceman und mit meinem Trainer besprochen.

00:47:21: Ich weiß gar nicht mehr, ... ... für was wir uns am Ende entschieden haben.

00:47:23: Ich glaube, für die Darmenschi ... ... aber es hat irgendwie nicht sollen sein ... ... mit dem Opfersgold leider.

00:47:28: Weißt du, was in deiner Karriere der Endhauptspeed war?

00:47:31: Ja, ich glaube, das war in Santa Catarina.

00:47:34: Kurz bevor ich mir da in Quartina weh getan habe, hat Marin in Santa Catarina, das waren sogar Ersatzrennen, weil irgendwie vorherhin, weil die Servus ausgefallen ist.

00:47:41: Und da war so ein ganz wirklich steiler Schuss in so eine Fläche rein und da hatte ich hundert und vierzig.

00:47:47: Hundert

00:47:48: und vierzig.

00:47:51: Die

00:47:52: Männer fahren teilweise hundertfünf zu hundertsechzig.

00:47:54: Ja, die sind ja nicht mein Maßstab.

00:47:55: Nein,

00:47:56: aber es ist, das hört sich immer so total an.

00:47:58: Aber ich sag's dir ganz ehrlich, wenn du einfach nur ganz, ganz schnell, solange du eine glatte Piste hast und was siehst und solange du keine schlimmen Kurven oder einen Sprung oder sowas, also das ist heftig.

00:48:09: Wenn dann auf so ein hohes Tempo eine schwierige Kurve kommt oder sogar einen Sprung, dann ist es wirklich ein bisschen beängstigend, aber einfach nur grad in so eine Nähe.

00:48:18: ... in so eine Fläche runter zu schießen, das ist nicht so schlimm.

00:48:21: Das sagst du jetzt, aber du bist ja auch Olympiasieger.

00:48:23: Na ja, und ich ... Wir haben ein

00:48:26: ganzes Leben das natürlich gemacht und habt das natürlich auch nicht von heute auf morgen mit dem Abfahrt fahren.

00:48:30: Da hatte ich schon, wo ich da angefangen habe, ... ... einen großen Respekt davor.

00:48:33: Aber ich habe das ... ... bei meinen ersten deutschen Meisterschaften, das war ... ... oh, wann wird das gewesen sein?

00:48:39: Ja, nach meinem ersten Fiss, ja, also ... Ich war gleich ganz begeistert und bin auch bei den deutschen Meisterschaften.

00:48:49: Da sind auch die Adivierten mitgefahren oder zumindest teilweise so Petra Haltmeier und Regina Häusel und so.

00:48:56: Und da war ich gar nicht so weit weg von denen, obwohl das meine erste Abfahrt war.

00:49:00: Adrenalin, Junkie.

00:49:01: Ja und irgendwie

00:49:01: ein gutes Gefühl für die langen Kurven.

00:49:04: Natürlich auch viele denken immer als Skifahrerin, das ist ein Nachteil, wenn man so groß ist wie ich.

00:49:09: Nicht immer.

00:49:10: Es kommt auch sehr aufs Gelände und auf die Kurssetzung an.

00:49:12: Natürlich je enger und je steiler der Kurs gesetzt ist und das Gelände ist, desto schwieriger ist es natürlich mit langen Hebeln.

00:49:19: Aber überall wo man Platz hat und wo es auch nicht ganz so steil ist, ist das eigentlich eher ein Vorteil.

00:49:26: Lass uns nochmal kurz zurück nach Sochi dann.

00:49:27: Dann hat es am Ende nach dieser ganzen harten Vorbereitung, dem Training, den Lactat-Tests, allem, hat es wiedergeklappt.

00:49:35: Hast du dann, du hast vorhin schon kurz angedeutet, du wusstest bis zum Jahr zwei Tausend Achtzehn, wird es eh nicht mehr.

00:49:41: Es ist dann auch in der Presse ein bisschen lauter geworden, um ein mögliches Karriereende.

00:49:46: Weißt du noch, was da in dir vorgegangen ist, als du dann nochmal Gold hattest?

00:49:51: Wie du dir dann die Zukunft so vorgestellt hast?

00:49:53: Nein, also da bin ich natürlich dann sofort von Journalisten gefragt worden.

00:49:57: Also ich habe einen in Sochi... Einmal Gold, ich weiß jetzt gar nicht mehr in welcher Reihenfolge, ob ich erstes Gold oder erstes Silber gewonnen habe.

00:50:03: Ich habe Silber im Super-Gee, wo ich eben gedacht habe, ich war so langsam.

00:50:06: Aber dann habe ich im Slalom leider noch, hätte mir da noch was großes gelingen können, da war ich nämlich zweite nach dem ersten Durchgang hinter Michaela Schiffren und habe leider den zweiten Durchgang ein bisschen verbockt und bin dann vierte geworden.

00:50:18: Das war ein bisschen schade, es wäre ein schöner Abschluss gewesen.

00:50:22: Aber trotzdem wurde ich natürlich nach dem letzten Rennen von Journalisten gefragt und war es das jetzt, hören Sie auf?

00:50:28: der Saison, da ich gesagt habe, Leute, ich fahre noch um den Gesamtweltkap, wir haben jetzt noch vier Wochen Weltkap.

00:50:33: Fragt es mich bitte, wenn es vorbei ist.

00:50:35: Ich werde jetzt nicht mehr Gedanken um den Rücktritt machen.

00:50:38: Ja, und dann ist es echt zäh geworden hinten raus, weil, wie gesagt, ich war im Gesamtweltkap, habe ich mich immer mit Anna Fanninger abgewechselt, mal siehvorn, mal ich.

00:50:47: Und irgendwie ist mir dann hinten raus, so nach diesem Olympia, wo das dann auch so gut gelaufen ist.

00:50:51: Und habe ich gemerkt, irgendwie geht mir die Spannung aus.

00:50:54: Also, die Kraft nicht, aber ... Ich hatte irgendwie nicht mehr das Durchhaltevermögen.

00:51:00: Und die Fanninger, die hat einen Volllauf dann gekriegt.

00:51:03: Die hat alles gewonnen.

00:51:04: Apfer, Super-Tschirisensalm, die war dann so stark am Schluss.

00:51:07: Und ich irgendwie nicht mehr so.

00:51:09: Und ich wollte natürlich schon den Gesamtwerk gehabt noch mal gewinnen.

00:51:12: Weil da dachte ich mir, das wäre dann eigentlich der perfekte Abschluss, falls ich wirklich aufhört.

00:51:15: zum Skifahren.

00:51:16: Ja, und dann war Lenzer Heide.

00:51:18: Da ging es dann auch immer so hin und her.

00:51:19: Da war man ziemlich gleich auf.

00:51:21: Ich war führende im Apferzwelt gehabt.

00:51:23: Und wusste, was die zweite, wenn sie jetzt gewinnt, muss ich mindestens Fünfte werden.

00:51:29: Und da war ich auch echt nochmal aufgeregt.

00:51:32: Und dann war ich gefahren und bin leider gestürzt ins Netz.

00:51:38: Ja, dann wusste ich irgendwie, das war es.

00:51:40: Ich habe mich zwar nicht schlimm verletzt, aber irgendwie den Ellbogen schlimm angeschlagen und die Adduktoren gezählt.

00:51:45: Ich habe so im Netz eingefädelt und ich wusste, ich kann keine Renne mehr fahren.

00:51:48: Das war der erste Wettbewerb vom Finale.

00:51:51: und dann kam ja noch super G-Riesenslarum, wo ich im Vergleich zu Anna eh ein bisschen das Nachsehen hatte und im Slalom war ich irgendwie auch noch mal so hundertprozentig in Form.

00:51:59: Also ich habe das dann in dem Moment, wo ich da im Netz lag, mit der mit der Saison abgeschlossen, mit dem Gesamtwerk habe und so bisschen glaube ich auch schon.

00:52:08: mit meiner Karriere.

00:52:09: Ich hätte mir zwar einen schöneren Abgang gewünscht.

00:52:12: Ich habe den Abfall zwölf, habe Gott sei Dank gewinnen können, weil die anderen an dem Tag auch nicht gewonnen hat, sondern ich glaube, ja, vierte oder fünfte geworden ist.

00:52:21: Somit war dann die Siegererung für die, ich bin mit dem Hubschrauber abgeholt worden tatsächlich.

00:52:26: Also, ich

00:52:27: hatte wirklich Schmerzen.

00:52:29: Und dann bin ich mit dem Hubschrauber drüber geflogen und da war gerade die Siegererung von der... Abfahrts-Weltkap-Wertung und dann standen halt die Fenninger und die Masse rechts und links und oben, war leer.

00:52:40: Aber immerhin den Abfahrts-Weltkap, wenn schon keine Goldmedalle bei Olympia oder WM in der Abfahrt, dann immerhin noch mal die kleine Glasskugel.

00:52:49: Ja, dann lag ich so daheim und habe mir die restlichen Rennen im Fernsehen angeschaut und irgendwie habe ich es dann gemerkt.

00:52:56: Das war Lenzer Heide.

00:52:57: ... war oft beim World Cup-Finale schon so weiche Schneebedingungen ... ... viel zu warm eigentlich schon Ende März, ... ... wenn man dachte, eigentlich bin ich froh, ... ... dass ich da jetzt nimmer bin.

00:53:07: Aber das ist doch dann auch irgendwie ... ... ein schöner Abschluss, ... ... wenn man sich den so für sich finden kann.

00:53:11: Ja.

00:53:11: Ich denke mir gerade, kann man sich was ... ... innerhalb eines Kaders gönnen, ... ... wenn jemand an einem vorbeizieht?

00:53:18: Weil ich stelle es mir einfach ... ... aus einer menschlichen Perspektive total ...

00:53:21: Also du meinst jetzt Team intern?

00:53:23: Team intern.

00:53:24: Das ist eine gute Frage, also ... ... witzigerweise ... ist oft im Team der größte Neid untereinander, weil jeder will irgendwie so der Team-Lieder sein und die Beste, die auch dann Privilegien genießen kann und so.

00:53:38: Das war natürlich in der Zeit, wo bei uns so viele erfolgreich waren, hat sich das ein bisschen relativiert, aber da gibt es dann natürlich auch welche, die verstehen sich besser.

00:53:46: Also zum Beispiel die Cathy Hölzels, das war immer meine Zimmerkollegin.

00:53:50: Ich war halt immer im Slalom stärker und sie im Riesenslalom.

00:53:53: Somit sind wir uns nicht so ganz in die Quere gekommen.

00:53:56: Sie ist nur technische Disziplin gefahren, war im Slalom auch ganz okay.

00:53:59: Im Speed ist sie eh nicht am Start gewesen.

00:54:01: Und im Riesenslalom war ich eigentlich keine Konkurrenz für sie.

00:54:04: Deswegen gab es da keine Reibereien.

00:54:07: Aber gerade, wenn dann so zwei, die sich dann in einer Disziplin womöglich auch noch matchen.

00:54:14: Klar, konkurrenzbelebtes Geschäft und ist ja auch eine Motivation.

00:54:19: Und merkt man schon, dass in so einem Team dann auch eine wahnsinnige Dynamik entsteht, dass man sich auch beim Training pusht, beim Training voll rein haut.

00:54:26: Also das hat schon seine Vorteile, wenn ein starkes Team ist, aber natürlich auch viel Reibungspunkte.

00:54:32: Du hast vorhin Lens Yvonne angesprochen.

00:54:35: Ihr habt euch ja schon richtig im Kindesalter eigentlich kennengelernt auf oder Jugendalter.

00:54:40: Wie habt ihr da zueinander gefunden?

00:54:42: Weil ich denke, ihr wart ihr eigentlich von Anfang an auch Konkurrentinnen.

00:54:45: Jetzt nicht Team-Intern, wie wir das gerade gesprochen haben, aber ja doch eigentlich gemeinsam so in Richtung Weltspitze dann unterwegs.

00:54:53: Wie habt ihr euch da angefreundet?

00:54:54: Wie habt ihr euch gefunden?

00:54:56: Ja, also das war im Alter von fünfzehn Jahren bei der Union WM in Kanada, in Quieback.

00:55:04: Wir waren beide als jüngste Jahrgänge dabei.

00:55:06: Es war damals, glaube ich, Jahrgang-Achzig bis Vierund-Achzig durfte teilnehmen und wir als Vierer-Achziger natürlich die Küken.

00:55:12: Und dann war klar, dass von uns höchstwahrscheinlich noch keine Daumen, die Medaillen fährt.

00:55:16: Ich bin sowieso nur in den technischen Disziplinen am Start gewesen und habe mich dann natürlich mit den anderen Jahrgang-Vierund-Achzig verglichen.

00:55:23: Eben Lindsay, die schon sehr gute Punkte hatte, weil die bei diesen No-M-Rennen sowie bei uns die FIS-Rennen, die haben da irgendwie immer bessere Punkte gemacht wie wir in Europa und deswegen hat es die viel früheren Nummern schon und ist auch glaube ich im Slalom sogar fünfte oder so geworden.

00:55:40: Julian Mancuso war im Riesenslalom damals schon sehr gut und so haben wir uns halt ja da verglichen untereinander und auch ein bisschen angefreundet und dann ging es halt so weiter.

00:55:49: Da sind wir uns immer mal wieder über den Weg gelaufen bei Europakarbrennen und dann sind wir beide dann doch relativ schnell schon im Jahr danach auch im Weltcup am Starkwesen.

00:55:57: Nur war es halt damals so, da kannte uns noch niemand und da ging es für uns auch noch nicht um so viel.

00:56:04: Natürlich vergleicht man sich dann und will schneller sein wie die andere, die derselbe Jahrgang ist.

00:56:10: Aber da ist noch nicht so der öffentliche Fokus und auch war ja dann.

00:56:16: später haben natürlich viel auch die Medien da reingefeuert bei uns und haben da diesen Zweikampf zwischen uns.

00:56:21: Ein bisschen angestachelt, ja, ist ja auch eine ganz witzige Geschichte.

00:56:25: Aber natürlich dann später, also sie hat ja dann, sie hat zwar auch viel Verletzungspächt gehabt, aber viel später als ich, also genau in der Zeit, wo ich meine zwei Knieverletzungen hatte, ist sie eigentlich aufgestiegen, hat ihre ersten Rennen gewonnen, ist dann schon vor allem in der Abfahrt, aber auch in SuperG, in die absolute Weltspitze aufgestiegen.

00:56:44: In dem Jahr, bevor ich mir wehgetan habe, wo ich dem Gesamtwerk hab, war, da war es ihn noch nicht so gut.

00:56:49: Und da haben wir uns aber auch verstanden, genauso dann, als ich zurückkam von meinen Verletzungen und sie dann einfach ganz klar natürlich die bessere war, bis ich wieder mich komplett erholt hab, sowohl körperlich als auch mental von den Verletzungen.

00:57:03: Aber als wir dann eben, als sich das so zugespitzt hat, dieses Duell auch immer um den Gesamtwerk hab und so, da gab es dann natürlich auch Knatsch.

00:57:11: war so.

00:57:11: Aber das ist ja auch das Normalste der Welt.

00:57:13: Also ich habe mir auch ein paar Artikel drüber durchgelesen und denke mir dann so, ja, aber es ist halt wirklich top of the top und eine Freundschaft muss auch nicht alles aushalten können.

00:57:21: Und also gerade da, wenn du zwei Menschen mit solchen Mindsets hast.

00:57:25: Ja,

00:57:26: wobei, ich glaube, wir sind schon unterschiedlich, was das betrifft.

00:57:30: Linsi, ich meine, es ist nicht umsonst so, dass die jetzt da wieder mitfährt.

00:57:34: Die ist schon sehr, sehr ehrgeizig und getrieben.

00:57:36: Also um Gottes Willen, ich bin auch ehrgeizig.

00:57:38: Aber sie ist, glaube ich, da noch mal irgendwie eine extremere Nummer.

00:57:42: Ich will jetzt auch nicht sagen, sie war der Schuld, dass wir uns da entzweit haben.

00:57:45: Da hat sicher jeder seinen Anteil dran gehabt.

00:57:47: Aber ja, also sie konnte auf jeden Fall nicht so gut damit umgehen, wenn ich sie geschlagen habe, als wie es andersrum

00:57:54: war.

00:57:54: Okay.

00:57:56: Das Thema haben wir angeschnitten.

00:57:59: Jetzt gehen wir weiter.

00:58:00: Gab es bei dir in deiner Karriere so Momente?

00:58:03: Wo nach außen hin das so rüber kam, so alles schillert.

00:58:07: Sie hat gewonnen, die nächste Medaille.

00:58:09: Und wo du da nach Hause gegangen bist und dir denkst, ich glaube, das ist mir alles zu viel gerade.

00:58:16: Manchmal ist es schon intensiv, wenn man sich eigentlich auf seinen Sport konzentrieren soll und muss auch.

00:58:21: Ich meine, das ist ja die Grundvoraussetzung für den Erfolg, dass man wirklich seine Siebenste nebeneinander hat, dass man voll fokussiert ist.

00:58:28: Und dann gibt es aber natürlich immer auch noch viele andere Sachen zu tun.

00:58:31: Da kommt man aus dem Zielraum raus, dann stehen da die Fans, was ja toll ist und auch wichtig.

00:58:36: hat nicht immer die Zeit, da dann noch eine halbe Stunde Autogramme zu schreiben.

00:58:40: Weil einfach, man muss zum zweiten Durchgang zur Besichtigung oder man muss zur Pressekonferenz oder zur Toping-Kontrolle.

00:58:46: Und das ist dann manchmal auch schade und tut mir leid, wenn man dann an den Kindern so vorbeigehen muss.

00:58:51: Aber ja, man kann halt da nicht, man kann es da nicht immer jedem recht machen, aber das ist ja in vielen Lebenslagen so.

00:58:59: Aber alles in allem, wenn es gut gelaufen ist bei mir, dann wurde mir eigentlich nichts zu viel.

00:59:04: Also, wenn es gut läuft, dann ... sag ich, machen einem auch so zusätzliche Stresssituationen weniger aus, wie wenn es jetzt eh schon schwierig ist und man ist eh daun und genervt und niedergeschlagen.

00:59:15: und dann kommen noch irgendwelche Sachen, die man erledigen soll oder... hunderttausend Fotos auf dem Weg von durch die Fans.

00:59:23: Das ist natürlich auch auf der einen Seite schön beim Skialpien, weil die Fans natürlich diese Nähe auch wollen.

00:59:29: Aber im Fußball wird es sowas nie geben, dass ein Fußballspieler nach dem Spiel irgendwie durch ein Fanblock durchgehen muss, um zum Bus zu kommen.

00:59:37: Gab es da irgendwelche krassen Erlebnisse, an die du dich noch erinnern kannst?

00:59:40: Weil Fan sein, ich kann ja jetzt Fan von der Maria sein, aber bei manchen schlägt es dann ja in sowas ganz komisch Obsessives auch.

00:59:47: Die schreiben dann einen Briefe oder so.

00:59:50: Also da gibt's manchmal so einen kleinen Kipppunkt, hattest du sowas auch?

00:59:54: Ja, da gab's einiges.

00:59:55: Also ich hab kein konkretes Beispiel mehr, aber irgendwie entweder so eine Art Liebesbriefe oder halt auch böse Briefe.

01:00:04: Also gerade so eben Lindsay-Fans, die mich nicht mochten.

01:00:10: Oder eben der eine, der erst immer Liebesbriefe geschrieben hat und als ich dann nicht geantwortet hab, eben sehr böse.

01:00:17: Okay,

01:00:17: ich dachte, jetzt kommt der Stand vor deiner Haustür.

01:00:19: Nein, nein, das

01:00:20: tut

01:00:20: mir nicht.

01:00:22: Nee, aber es ist so langsam nicht wirklich bedrohlich wird.

01:00:29: Ja, muss man das halt mit hinnehmen.

01:00:31: Das sind ja auch immer sehr viele nette Sachen dabei gewesen.

01:00:33: Oft sollte man sie wahrscheinlich fokussieren.

01:00:36: Ich denke mir da auch immer so, das ist eigentlich das Allerschönste.

01:00:38: Und das ist in keine Sportlerrichtung despektierlich gemeint.

01:00:42: Aber dann ist Sport auf irgendeine Art und Weise ... so schön unwichtig, im besten Sinne.

01:00:46: Weil, wenn du nachts schlafen gehst, willst du, dass es deiner Familie gut geht?

01:00:49: Also, aus Fansicht, meine ich jetzt.

01:00:50: Das ist für dich Jahre und Jahrzehnte lang die wichtigste Rolle in deinem Leben gespielt hat.

01:00:54: Versteh ich total, soll ja auch so gewesen sein.

01:00:56: Aber am Ende des Tages aus Fansicht, Leute, chillt mal, ist okay.

01:01:01: Es muss nicht jeder immer gewinnen und vor allem muss man dann keine bösen Briefe oder Kommentare schreiben.

01:01:05: Du warst wahnsinnig jung, als du diese ganzen krassen ersten großen Erfolge hattest.

01:01:11: Jetzt zurückblickend gesehen.

01:01:13: Und das ist total in Ordnung, wenn du das mit dir aber antwortest.

01:01:16: Gab es da so Momente, wo du dir jetzt so irrtrospektiv denkst, okay, da ist schon ein bisschen die Bodenhaftung verloren gegangen?

01:01:23: Nee, also wird es sicher Leute geben, die das behaupten, weil es ist natürlich auch während so einer Karriere verändern sich gewisse Dinge.

01:01:30: Also natürlich ist man, wenn man da als fifteen, sechzehnjähriges Mädel da unbedarfd reinkommt, ist man noch ein bisschen, naja, so ein bisschen planlos halt auch und checkt auch viele Dinge noch nicht so.

01:01:42: Aber es wird ja dann alles immer professioneller und genauso eben Management und Betreuung.

01:01:48: Früher war es halt so, wenn die Journalisten ein Interview mit mir wollten, dann haben sie mich halt am Handy angerufen.

01:01:53: Und dann hatte ich halt ein professionelles Management und dann wollte ich das aber auch nicht mehr, weil ich davon einfach ein bisschen den Rücken frei haben wollte.

01:02:01: Ja, und die, die aber meine Nummer hatten, die waren halt dann sauer, dass das jetzt alles nur noch übers Management geht.

01:02:06: Also wie abgehoben ist denn das jetzt?

01:02:09: Ich finde, das war professionell.

01:02:10: Also nur mal so als Beispiel und so ist es halt in anderen Bereichen auch.

01:02:14: Man hat sich halt einfach so gut, wie es geht, bis er professioneller aufgestellt hat dann auch, weil man die finanziellen Möglichkeiten dann irgendwann hatte durch einen Erfolg.

01:02:23: Bin ich jetzt zum Beispiel ins Trainingslager, da ist man über dreißig Stunden unterwegs, ich bin über eins, achtzig groß.

01:02:30: Der Verband hat uns ins Trainingslager nach Neuseeland natürlich Economy-Klasseflüge gebucht.

01:02:34: Naja, und dann hab ich mir ein Business-Upgrade selber bezahlt.

01:02:37: Ja,

01:02:38: aber da gibt's Leute, die sagen, das ist abgehoben.

01:02:40: Das ist so.

01:02:42: Sollen sie's sagen?

01:02:43: Aber

01:02:43: so, deswegen sag ich für mich, also ich glaube, natürlich hab ich mich verändert, hab ich mich entwickelt.

01:02:48: Genau, das ist auch immer so ein Wort.

01:02:49: Ach, die hat sich aber verändert.

01:02:51: Habe ich ganz oft gehört.

01:02:53: Aber ich meine, es ist ja auch normal, dass man sich verändert

01:02:55: und bei der Entwicklung.

01:02:55: Einerseits das und auf der anderen Seite denke ich mir, okay, wenn du mit ... Gerade Frisch-Achzehn und Führerschein jetzt mit dem Orangenen Lambo durch Garmisch gefahren bist, was du, glaube ich, nicht bist.

01:03:04: Nee.

01:03:04: So eben.

01:03:05: So, dann ist es ja, also die sollen sich die Leute einfach mal ein bisschen entspannen.

01:03:11: Du hast so viele Medaillen über deine ganze Karriere hinweg gesammelt.

01:03:14: Ist das dann auch so, hat das so einen Suchtfaktor?

01:03:17: Muss es so eigentlich, oder?

01:03:19: Ja, Sucht hört sich fast, hört sich fast ein bisschen negativer an, gell?

01:03:23: Alles, was süchtig macht, ist ja meistens nicht gut.

01:03:28: Ja und süchtig.

01:03:29: Also natürlich macht dieses Gefühl erfolgreich zu sein und die Beste an dem Tag zu sein.

01:03:34: Das will man schon wieder und wieder erleben.

01:03:38: Ja und ist ja auch der Antrieb und die Motivation.

01:03:41: und wenn man nicht den Spaß und die Leidenschaft für diese Sportart hat, dann wird man das auch nie erreichen.

01:03:47: und das hatte ich definitiv.

01:03:49: Nutzt sich das irgendwann ab, dass du sagst, okay, nach der X-ten Medaille fühlt sich es einfach nicht mehr.

01:03:55: an wie nach der ersten?

01:03:57: Nein, das nutzt sich nicht ab.

01:03:58: Also auch jeder einzelne Weltkapsieg war ein besonderer Moment.

01:04:05: Es ist einfach jedes Mal ein schönes Gefühl, auf dieses Protest zu steigen.

01:04:08: Und natürlich bei Großereignissen nochmal mehr.

01:04:13: Ich habe einen Clip gesehen von Nicky Lauda.

01:04:16: Da er einen Preis verliehen bekommt, ich glaube fürs Lebenswerk, war das und da hat er diesen Preis den Verlierern gewidmet.

01:04:26: Und hat gesagt, ich würde mit diesem Preis den Verlierern, weil ich persönlich in meiner Karriere durchs Verlieren immer sehr viel mehr gelernt habe, als durchs Gewinnen.

01:04:36: Gehst du das mit?

01:04:38: Ja, also ich glaube, man muss aber natürlich schon auch verlieren können.

01:04:42: Kannst du verlieren?

01:04:44: Natürlich, keiner verliert gern, sehr logisch und gerade im Leistungssport auf höchstem Niveau.

01:04:53: Wenn es nicht so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, war ich natürlich enttäuscht.

01:04:57: Oft war es aber dann so, dass am nächsten Tag schon wieder das nächste Rennen war.

01:04:59: Ich habe dann einfach versucht, okay, warum war das jetzt jetzt so?

01:05:03: Oft gibt es ja auch, also ohne jetzt Ausreden zu suchen, aber oft gibt es ja auch Erklärungen, wo man selber einfach gar nichts dafür kann, dass man einfach auch Pech mit den Bedingungen hatte oder das am Material, was nicht gepasst hat.

01:05:12: Das kommt vor.

01:05:13: Ich meine, das ist so komplex, das ganze Materialthema.

01:05:17: Und Wetter sowieso nicht beeinflussbar.

01:05:19: Aber dann gibt es natürlich auch Rennen, wo man einfach ... ganz unklar selber Schuld ist.

01:05:23: Und dann muss man sagen, okay, das war einfach schlecht, dass ich da in dem Teilabschnitt die Tore nicht so angefahren hab, wie wir es besichtigt haben.

01:05:32: Macht man natürlich auch nicht mit Absicht.

01:05:33: Es ist Fehler passieren einfach.

01:05:36: Und das aber dann abzuhaken und sich nicht runterziehen zu lassen, also da war ich eigentlich gut drin.

01:05:43: Es war auch immer vielleicht ein bisschen ... Daher begründet, dass am Samstag meistens Riesenslalom war, eh meine schlechtere Disziplin.

01:05:51: Und Sonntagslalom.

01:05:52: Und oft lief's seinem Riesenslalom nicht so gut.

01:05:53: Und trotzdem am nächsten Taglalom, obwohl mich das vielleicht ein bisschen runtergezogen hat.

01:05:58: Und natürlich ein Misserfolg oder Niederlage, ein Ausscheiden, nie gut für Selbstvertrauen ist.

01:06:05: Aber so dieses, ich sag mal, wir haben sie mich immer genannt in den Medien, steh auf Mädchen.

01:06:11: Also diese Qualitäten, die hatte ich einfach.

01:06:13: Abhaken und zack, am nächsten Tag geht's weiter.

01:06:15: ...

01:06:16: und abseits der Strecke.

01:06:18: Also abseits vom Rennenbetrieb, wenn ich jetzt ein Brettspiel auspacken würde ... ... oder dann kommt eine Böse, lach raus.

01:06:28: Da würdest du mich ummähen und dann lachend rausgehen, nein.

01:06:31: Naja, neben so Spielen, wo einfach nur ... ... Würfelglück oder so ... ... da bin ich eigentlich relativ entspannt.

01:06:40: Was mich ärgert, ist ... ... keine Ahnung, beim Tennis ... ... bin halt ... jemand, der eigentlich schlechter spielt als ich und dann aber durch so blöde Glücksschläge wie Netzroller oder irgendwie genau noch so an die Linie, obwohl der eigentlich ganz woanders hin spielen wollte und dadurch dann seine Punkte macht.

01:06:56: Aber Nein, ich bin jetzt sowieso nach meiner Karriere nicht mehr so kompetitiv.

01:07:02: Ich versuche eigentlich, Kompetition eher aus dem Weg zu gehen.

01:07:05: Ich hatte das so lang und so intensiv.

01:07:07: Deswegen scheue ich eigentlich so dieses Messen mit anderen, egal ob es jetzt im Sport ist oder sonst irgendwas.

01:07:13: Ich habe es gern einfach entspannt heutzutage.

01:07:16: Ich habe aber trotzdem das Gefühl, dass du, das musst du genauso wie alle anderen Sportler auf diesem Level, egal in welcher Disziplin, ein sehr, sehr ärgeriziger Mensch sein.

01:07:24: Du hast glaube ich auch so einen Spruch, der heißt ... Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen, oder was?

01:07:30: Ja,

01:07:30: ist so.

01:07:31: Bei vielen, mit denen ich mich auch hier abseits des Podcasts, mit denen ich mich unterhalten durfte, aus diesem Voll-Profi-Bereich, Weltspitzenbereich, gibt es oft so einen Kipppunkt, wo aus Ehrgeiz auch ein bisschen was Selbstzerstörerisches werden kann.

01:07:49: Hattest du sowas auch mal?

01:07:51: Nein.

01:07:52: Also kann ich klar mit einem beantworten.

01:07:56: Dann herzlichen Glückwunsch.

01:07:58: Nee, das ist doch sehr, sehr gut.

01:08:00: Was würdest du sagen, du hattest viele Verletzungen, musstest dich irgendwie wieder zurückkämpfen?

01:08:05: Was war von all den Hürden die größte?

01:08:09: Ja, dieser zweite Kreuz fand das natürlich.

01:08:14: Durch das, dass das eben auch so eine komplizierte Verletzung war und die zweite so kurz hintereinander, das war auf jeden Fall eine große Hürde.

01:08:25: Im Nachhinein muss ich sagen, war das trotzdem die Phase, die mich wahrscheinlich am meisten geprägt hat in meiner Karriere.

01:08:31: Mehr als, oder sagen wir mal, in eine andere Richtung als jetzt die ganzen Erfolge.

01:08:36: Ich habe in der Zeit einfach gelernt, okay, man muss wohl erst durch viele Teller gehen, um den Gipfel zu besteigen.

01:08:43: Und man muss, ja, nach dem Hinfall muss man wieder aufstehen.

01:08:50: Auch wenn ich in der Zeit ... Wo ich das habe ich ja nicht von heute auf morgen überwunden.

01:08:56: Das war ja ein ganz, ganz langer Prozess.

01:08:58: Also angefangen von der Operation über die Reha, über dann das Comeback wieder auf die Ski, dann das Renncomeback und dann diese ganze erste, oder zumindest die erste Hälfte der nächsten Saison, die ja echt schwierig für mich gelaufen ist.

01:09:10: Also muss man ja jeden Tag wieder von neun sich motivieren und auch wenn, wenn nichts weitergeht.

01:09:15: Also da geht es dann auch wieder paar Schritte zurück und das, ja, hat mich, hat mich sehr resilient gemacht.

01:09:23: Oder ich musste Reliens beweisen oder beides miteinander irgendwie.

01:09:27: Und ich habe ja in der Zeit auch gelernt, wo Talent aufhört, fängt Fleiß an.

01:09:33: Also nicht, dass das jetzt nur mit Talent bis dahin geschafft habe.

01:09:37: Also ich habe schon, ich habe immer viel trainiert auf Ski, aber ich war vielleicht nicht die fleißigste im Kraftraum und auf dem Fahrrad und so.

01:09:44: Und in der Zeit habe ich gemerkt, okay, wenn ich da irgendwie wieder den Anschluss finden will, dann muss ich jetzt richtig fit werden, weil ich einfach auch das Programm bewältigen muss.

01:09:53: Und Glück vor allem auch.

01:09:54: Du hast ja vorhin auch erzählt von diesem einen Moment, wo du ein paar Millimeter davon entfernt warst, dich eigentlich zu verkeilen.

01:10:00: Und dann, wer weiß, ob du es dann überhaupt noch mal so Olympia geschafft hättest.

01:10:04: Gut, dass du dieses Glück hattest.

01:10:05: Am Ende hast du aber gesagt, zwei Tausend vierzehn, okay, Freunde, das war's.

01:10:11: Ist dir, ist dir das schwergefallen, also nicht die Entscheidung, deine Karriere zu beenden, sondern das Leben danach, weil das ist ja wirklich... Wie der Staat in ein zweites Leben?

01:10:23: Ja, absolut.

01:10:24: Das ist dann ganz was anderes.

01:10:25: Aber es war wie eine Befreiung eigentlich.

01:10:28: Also, ich will jetzt nicht sagen, es war alles so schlimm in meiner Leistungssportzeit.

01:10:31: Es war eine tolle Zeit, aber es war halt schon alles sehr gesteuert und in ein enges Zeitkorsett, in ein vorgegebenes Zeitkorsett vor allem gepresst.

01:10:41: Und es war einfach eine Befreiung und ein gutes Gefühl, endlich mal selbstbestimmt sein Tag zu gestalten.

01:10:47: Selber Sachen zu planen.

01:10:48: Nicht alles um... ... um den Trainingsplan herum ... ... oder um den Wettkampfplan ... ... sondern einfach sagen zu können, so ... ... und ... ... darf ich jetzt ... ... die ganze Woche Zeitung ... ... kann das da und das da und das da machen.

01:11:00: Was war das Erste, was du danach gemacht hast?

01:11:01: ... ... nach deinem Karriereende, ... ... als du dir es dann selber ... ...

01:11:04: organisieren konntestern?

01:11:06: Also

01:11:06: eigentlich erst mal wie ... ... jedes Jahr, das war auch schon länger geplant, ... ... wie jedes Jahr nach der Saison in Urlaub ... ... gefahren mit meinem Mann.

01:11:12: Wo

01:11:12: ging's hin?

01:11:12: Es ging damals nach St.

01:11:13: Barth ... ...

01:11:14: in der Karriere.

01:11:15: Das ist Karibik, ne?

01:11:17: Genau, zwei Wochen und ... ... ja, das war ... Im Urlaub.

01:11:22: dann war schon irgendwie ein anderes Gefühl, weil die letzten Jahre davor war es ja im Urlaub schon immer so, dass ich schon wieder gedacht habe, okay, jetzt geht es dann nach Hause, dann geht es gleich wieder weiter und Konditionstraining und wann geht es dahin und was machen wir da?

01:11:33: Also wann ist der nächste Leistungstest?

01:11:35: Also im Urlaub eigentlich auch nie richtig abschalten und entspannen können und da konnte ich es dann.

01:11:41: Also klar musste ich mich auch erstmal an den Gedanken gewöhnen, dass eben nicht das Training losgeht, wenn ich jetzt dann nach Hause komme.

01:11:47: Aber ich war nie irgendwie, dass ich meine Entscheidung angezweifelt hätte oder dass ich extrem wehmütig war.

01:11:53: Also ich, ne, ich war von Anfang an... Total fein damit.

01:11:58: Aber es kann ja auch total der Stressfaktor werden, wenn du eben noch nicht weißt, wie es danach weitergeht.

01:12:01: Weil klar, danach hattest du zwar immer, du warst nie so richtig im Urlaub, weil der Kopf halt noch mit Training und der nächsten Saison beschäftigt war.

01:12:07: Aber da ist ja dann so, da ist es ja auf einmal so entgültig, dass du denkst, okay, das habe ich nicht mehr.

01:12:13: Aber

01:12:13: was machen jetzt eigentlich?

01:12:14: Ja, so war es ja auch nicht, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich machen soll.

01:12:17: Also es ist ja schon, wie gesagt, ich habe einen Supermanagement von meinem Ex-Mann, der das bis heute für mich auch macht mit seiner Firma.

01:12:24: Und wir hatten das schon... bisschen vorbereitet.

01:12:27: Also es war klar, dass sich irgendwie was fürs Fernsehen machen wird.

01:12:31: Ich bin dann auch gleich für die nächste Saison als ARD-Experte im Einsatz gewesen und viele, viele andere Dinge.

01:12:37: Also ich weiß das jetzt heute alles gar nicht mehr, aber ich hatte dann mit einem Otto Versandene Kooperation, die dann eine eigene Maria-Kollektion gemacht haben.

01:12:45: Ich hatte für viele Fernsehshows Anfragen.

01:12:47: Also ich kann nicht sagen, dass der erste Sommer langweilig oder mega entspannt war.

01:12:54: Also ich hatte wirklich weiterhin viele Termine.

01:12:57: Ja, es ist jetzt elf Jahre her, also es hat sich natürlich schon alles ein bisschen verändert.

01:13:01: Aber es ist immer, oder sagen wir mal, verwandelt hat es sich eigentlich.

01:13:05: Also ich habe jetzt seit zwei Jahren mache ich ja diese Speaker-Tätigkeit.

01:13:09: Sprich, bei Veranstaltungen werde ich gebucht für Firmen oder generell Veranstaltungen, die halt nach Speakers suchen.

01:13:17: Letztens war ich wieder auf dem Zahnarzt-Kongress und habe das dort gemacht.

01:13:21: Also es macht mir auch viel Spaß.

01:13:23: Wollte ich eigentlich schon viel länger machen, aber... Dadurch, dass ich so viele andere Sachen hatte, habe ich mich da auch nicht so drüber gedraut, weil ich war schon ganz viel in Talks und Interviews natürlich und das hat mir auch nie irgendwie Probleme bereitet.

01:13:36: Aber so einen Vortrag halten, so eine Dreiviertelstunde frei vor teilweise Jahrhunderten von Geschäftsleuten, da ich mir dachte, uff, ob ich das kann, naja, lass mal erst mal.

01:13:45: Und dann immer wieder jemand, komm jetzt mach das halt mal und dann würden die Anfragen auch mehr.

01:13:49: und ich habe dann erst einmal gesagt, können wir nicht so einen One-on-One Talk machen.

01:13:53: Na ja, oft haben sie aber keinen Moderator.

01:13:55: Na ja, und dann habe ich mich halt irgendwann mal mit dem Thema befasst.

01:13:57: Da habe ich mir einen Coach genommen, weil da dachte ich mir, das kann ich nie allein.

01:14:02: Wir wollen natürlich nicht zu viel Spoilern jetzt aus deinen Vorträgen, aber was sind da so die Transfers, die du aus deiner Karriere, aus deiner Laufbahn auf zum Beispiel Zahnärzte dann gezogen hast?

01:14:11: Also ich müsste da auch... kreativ werden.

01:14:13: Ja, also gut, das ist jetzt nicht speziell für Zahnärzte, sondern einfach generell, was es halt für Transfers aus dem Spitzensport in die Businesswelt oder auch ins private Leben gibt.

01:14:24: Und da spielen ja Dinge wie, na ja, einfach Ehrgeiz und Erfolg, also Ziele setzen, mit Rückschlägen klarkommen, auf seine Stärken vertrauen, das trifft er da genauso zu in vielen, vielen Branchen.

01:14:39: Du hast ... wahnsinnig viel von der welt sehen dürfen.

01:14:42: über deine ganze kreere.

01:14:43: auch schon früh als jugendliche hinweg bist jetzt ja auch noch super viel unterwegs.

01:14:47: dann gehört reisen auch noch so zu deinen hobbys.

01:14:50: was lernt man über sich aber auch über die welt wenn man so viel sieht.

01:14:58: die frage also damals In der Ski-Zeit habe ich natürlich viel gesehen, aber eigentlich auch nicht.

01:15:07: Ich bin so viel unterwegs gewesen.

01:15:09: Ich werde auch oft gefragt, was ist dein Lieblings-Ski-Gebiet?

01:15:11: Du warst doch schon überall.

01:15:12: Ja, ich war wirklich in vielen Ski-Gebieten, aber meistens halt den Einverhang und den Rennhang gesehen.

01:15:18: Also, das war ... Zwar schön, als junges Mädchen, ich war mit der Sechzehnte erst mal in Neuseeland dabei.

01:15:25: Und das wollte ich damals schon, weil das hat mich fasziniertes Land, obwohl es so unendlich weit zum Fliegen ist, aber da dachte ich mir immer schon, das ist so schön, da muss ich irgendwann mal privat hin.

01:15:36: Aber schon auch wissen, dass es wahrscheinlich mit dem Flug und so eher schwierig wird und habe ich jetzt ehrlicherweise auch dann nicht mehr gemacht.

01:15:44: Außer letztes Jahr war ich mit dem Kreuzfahrtsschiff dort.

01:15:47: Ich bin nach Neuseeland geflogen, bin dort eingestiegen und habe die Weihnachts-Silvester-Reise mitgemacht von Neuseeland über, ja, eben da Nordwärts dann bis in die Südsee, diese beiden Inselgruppen in der Südsee.

01:16:01: Das eine ist ja da Fitschi und so weiter.

01:16:03: Das andere ist mir jetzt entfallen, muss ich ehrlich sagen.

01:16:07: Aber dann hast du ja noch geschafft nach Neuseeland.

01:16:08: Ja,

01:16:09: ja.

01:16:09: Immerhin, okay, cool.

01:16:12: Es gibt so eine große Gemeinsamkeit bei ganz, ganz vielen Ex-Profis, egal aus welcher Sportart.

01:16:18: Und das ist, dass sie sich in nach der Karriere ins Unternehmertum rein wagen.

01:16:24: Hast du auch gemacht, ich frag mich da immer so, man hat ja echt viel zu verlieren.

01:16:30: Klar, du hast eine Weltkarriere gemacht, du hast gutes Geld verdient, dann wirst du unternehmerisch tätig.

01:16:36: Von wem lernt man denn so was?

01:16:38: Weil da hat man ja echt was zu verlieren.

01:16:41: Ja, also es kommt jetzt ein bisschen darauf an, in welcher Höhe, dass man so Dinge macht.

01:16:46: Also ich habe das jetzt alles in die Dinge, die ich da mache, im überschaubaren Rahmen gemacht.

01:16:52: Das ist jetzt auch nicht das, wo ich sage, okay, damit will ich jetzt mein Geld groß vermehren oder so.

01:16:58: Also da geht es jetzt hauptsächlich.

01:17:01: Also die Firma nenne ich jetzt nicht beim Namen.

01:17:03: Ich habe mal so eine Schiffsmarke, also die halt Motorbote baut, investiert, dass es nicht so gut gegangen war.

01:17:10: wie gesagt überschaubar vom Investment her.

01:17:13: und die andere Geschichte FC Victoria Berlin.

01:17:16: Das ist natürlich auch eine Herzensangelegenheit, weil ich das ganze Thema Frauen im Investmentbranche unterstütze gerne und da ist natürlich ein super Netzwerk dabei mit vielen tollen Leuten.

01:17:31: Und dann die sportliche Aufstiege jetzt, der jetzt endlich geklappt hat.

01:17:35: Wir hätten uns ein bisschen früher gewünscht, aber so Dinge brauchen halt auch ein bisschen Zeit.

01:17:39: Das weiß ich als Sportlerin besser oder genauso gut.

01:17:47: Aber das finde ich so geil, lass uns da noch mal kurz darüber reden über FC Victoria Berlin.

01:17:51: Du bist seit Jahrzehnte und zwanzig, glaube ich, eingestiegen.

01:17:53: Wie kam es dazu?

01:17:55: Also, Maria Höferisch ist jetzt ein Fußball-Investor.

01:17:59: Ja, das kam eigentlich zustande über meine Freundin Franzi von Almsik, die wiederum die Verena Pauster sehr gut kannte, die ja die Hauptinitiatorin ist.

01:18:08: Und ich war mit der Franzi damals gemeinsam mit Freunden.

01:18:11: Im Monaco bei der Formel I haben wir uns eigentlich jedes Jahr immer getroffen und dann hat sie mir das erzählt und sie hat sich das auch erst mal überlegt, weil sie auch in den Aufsichtsrat hätte gehen sollen und sie hat ja sonst auch einige Verpflichtungen.

01:18:24: und dann hat sie mich und auch meinen Ex-Mann damals gefragt, wie wir das so finden und so.

01:18:29: Und dann haben wir eigentlich gesagt, gar nicht schlecht.

01:18:31: Und ob sie nicht mehr fragen kann, ob da noch mehr Investorinnen gesucht wurden.

01:18:36: Und war natürlich so.

01:18:37: Also die haben sich natürlich gefreut über jede Investorin oder auch ein paar Männer sind ja auch dabei.

01:18:43: Und natürlich auch über ein bisschen bekannte Namen, weil das einfach Aufmerksamkeit generiert.

01:18:47: Und somit habe ich mich mit der Franzi zusammen dazu entschieden, dass wir damit machen.

01:18:52: Was ist eure Mission mit dem Projekt?

01:18:53: Weil ich habe das Gefühl, das ist... Da geht es um mehr als jetzt nur Aufstieg, Transfers, sondern ihr habt ja irgendwie auch nur eine Botschaft, die ihr da mit raustragt.

01:19:02: Na ja, klar.

01:19:02: Das ist halt der Frauensport allgemein, aber vor allem der Fußballfrauensport, bisschen ernster genommen wird und mehr Sichtbarkeit hat.

01:19:13: Das ist eigentlich unsere Message.

01:19:15: Hast du diesen Sommer bei der EM dann auch?

01:19:18: Fleißig zugschaut.

01:19:19: Ja, ich schaue, also wenn ich es nicht selber schauen kann, weil ich unterwegs bin oder so, dann informiere ich mich halt irgendwie über die Medien.

01:19:26: Aber ich schau Frauenfußball gerne, unsere Team da in Berlin, das sind super Mädels und freue mich, wenn wir da ein bisschen was bewegen können.

01:19:35: Du bist ja auch sehr, sehr gut vernetzt, auch über die Grenzen des Skisports hinaus.

01:19:39: Ich weiß, dass du mit Günther Netzer ganz gut bist.

01:19:42: Hast du ihn dann mal angerufen vor deinem Investment, hast du gefragt, Günther, soll ich,

01:19:45: soll ich

01:19:46: es machen?

01:19:47: Ich kenne Günther lang und gut.

01:19:50: Mein Ex-Mann hat das Management von Franz Beckenbauer gemacht.

01:19:53: Günther war tatsächlich auf unserer Hochzeit damals auch.

01:19:57: Aber wir sehen uns natürlich auch sehr selten.

01:19:59: Witzigerweise hat er mich mal angerufen vor einem Jahr oder so, wenn er mitbekommen hat, dass ich ... vor einiger Zeit an den Bandschreiben operiert worden bin und er eben auch so wahnsinnige Rückenprobleme hatte und hat er mich angerufen und hat gesagt, ob ich eben da den Arzt, der mich behandelt hat, weiter empfehlen könnte.

01:20:17: Und dann hat er mich ab und an mal angerufen und hat gesagt, wie es ihm geht mit dem Rücken.

01:20:21: und jetzt in Bezug auf Investments, ne, da tausche ich mich nach wie vor mit meinem Ex-Mann aus, wir haben ein gutes Verhältnis, Gott sei Dank, der kennt sich ja da auch sehr gut aus in der Branche.

01:20:34: mit meinem Vermögensberater.

01:20:35: Also ich hab da Gott sei Dank schon ganz gute Leute um mich rum, weil da bin ich nicht so ganz tritt sicher, muss ich zugeben.

01:20:41: Ich wollte jetzt eigentlich langsam Richtung Ende kommen, aber diese eine Schleife müssen wir jetzt noch drehen, weil du es gerade angesprochen hast.

01:20:47: Wer war alles damals auf eurer Hochzeit, wenn Günther jetzt da dabei war?

01:20:51: Wer war dabei?

01:20:52: Also ich kann sie dir jetzt nicht alle aufzählen, weil wir hatten tatsächlich zweihundertdreißig Gäste.

01:20:57: Die man kennt halt.

01:21:00: Ob ich jetzt noch alle zusammenbring, weiß ich nicht.

01:21:02: Aber eben Günter Netze und Franz Beckenbauer, die haben dann auch so einen kleinen Bluntalk miteinander gemacht.

01:21:08: Der Felix Neuröter, natürlich ein guter alter Freund, dann meine Ski-Kolleginnen von damals, Martina Erdl, Hildegg Erg.

01:21:19: Clemens Tönnies mit Frau.

01:21:22: Ja, also dann müsste ich so nochmal die Gäste lasse draus und war auf jeden Fall schon ein bisschen was ein prominentes Star.

01:21:27: Aber du warst ja am Anfang auch bei Beckenbauer Management, oder?

01:21:30: Hat er dich nicht so ein bisschen am Anfang unter die Fette hier genommen?

01:21:34: Naja, das ist ja mein Ex-Mann.

01:21:35: Hat

01:21:35: er

01:21:35: das Management von Franz gemacht, der Markus

01:21:37: Höfels.

01:21:38: Okay, das war einfach... Ich dachte Beckenbauer hätte dann irgendwie eine

01:21:40: Agentur quasi.

01:21:42: Der Franz hat mich irgendwann angerufen, also ich hatte natürlich seine Nummer nicht.

01:21:47: Ich hatte mir Markus schon ein bisschen Kontakt hatte, aber auch Interesse von anderen Managementagenturen und der Markus wollte mich aber unbedingt, weil der hat sich da gerade auch ein bisschen breiter aufgestellt, weil er hat bisher halt nur... auf den Franz konzentriert und war ja klar, dass das irgendwann weniger wird und er ja noch sehr jung war damals.

01:22:05: Markus war da, glaube ich, Anfang dreißig und dann hat er sich halt in verschiedenen Sportarten so nach den Topstars umgeschaut und ist auf mich auch wechseln geworden.

01:22:14: Und ich wusste aber an und zu genau, ich dachte mir so ein Beckenbauer-Manager, wenn der dann wahrscheinlich gar keine Zeit hat, sich da so richtig um mich zu kümmern und war aber dann nicht so.

01:22:22: Und mich hat der Franz eben angerufen.

01:22:24: Ich gehe ans Telefon und sehe nur so eine Nummer mit ganz vielen Sexern hinten dran.

01:22:28: Denke mir, was das für eine Nummer scheint, jemand wichtig ist zu sein.

01:22:31: Und ich war bei meiner Mama im Büro und gehe da hin.

01:22:33: Dann ja, Maria Christi, da ist der Franz Beckenbauer.

01:22:36: Und ich so, Mama, da ist der Franz Beckenbauer.

01:22:41: Und dann hat er gesagt, ich wollte nur ganz kurz sagen, ich bin da seit vielen Jahren bei Markus.

01:22:47: zur Betreuung und ich wollte einfach nur sagen, der macht das super.

01:22:50: Und der muss jetzt dann für mich aber nicht mehr ganz so viel machen und ich kann ihn dir nur empfehlen.

01:22:56: Ja, gut.

01:22:57: Damit hat die Entscheidung gefallen und dann haben wir uns ja auch privat verbunden, wenn es auch leider jetzt nicht für die Ewigkeit war, aber wir verstehen uns nach wie vor sehr gut.

01:23:06: Völlig irre.

01:23:06: Was wünscht du dir für die nächsten fünf Jahre?

01:23:11: zuallererst mal, dass ich gesund bleibe.

01:23:12: Das ist ich, meine Familie, meine Lieben.

01:23:15: Das ist immer das Wichtigste.

01:23:17: Und ansonsten viele Reisen, viele schöne Erlebnisse, viele Keynote-Speeches.

01:23:25: Das macht mir wirklich Spaß.

01:23:26: Es ist ja jetzt auch mein Hauptstand bei einem beruflich gesehen, neben ein paar Werbeverträgen.

01:23:31: Und wieder mehr Schnee in den Wintern und viel Sonne und wenig Regen in den Sommer.

01:23:38: Das wünschen wir uns auch, das wünschen wir dir auch.

01:23:40: Ich habe am Ende noch so eine kleine Quatschfrage.

01:23:42: Das ist die Alien-Frage.

01:23:44: Stell dir mal vor, Aliens würden auf die Welt kommen und die sehen, wie sich ganz, ganz viele Menschen sportlich total abrackern.

01:23:52: Die sehen, die schwitzen, die leiden, die können das überhaupt nicht richtig einordnen.

01:23:56: Eine von diesen Menschen bist du in deiner Prime, wie du dich auf die nächste Weltmeisterschaft vorbereitest.

01:24:01: Und sie fragen dich, Maria, warum das Ganze?

01:24:07: Tja, dann würde ich das, also so kurz und knapp wie möglich, nehme ich an, oder?

01:24:13: Würde ich das so erklären?

01:24:14: Also erstens mal in einem gesunden Körper lebt auch ein gesunder Geist und Sport und Bewegung gehören einfach dazu, um fit und gesund zu bleiben.

01:24:24: Natürlich ist Leistungssport, heißt es ja manchmal, Sport ist dann vielleicht manchmal auch Mord, wenn man es übertreibt oder wenn man natürlich durch Verletzungen geplagt wird.

01:24:32: Aber jetzt rein auf den Leistungssport bezogen, würde ich sagen.

01:24:36: No pain, no gain.

01:24:37: Es lohnt sich einfach, wenn man sich auf gut deutschen Hintern aufreißt und dann für seine harte Arbeit auch die Belohnung bekommt.

01:24:47: Maria, vielen, vielen, vielen Dank dir, dass du da warst.

01:24:50: Das hat richtig viel Spaß gemacht.

01:24:51: Du bist eine sehr inspirierende Person.

01:24:53: Danke.

01:24:53: Tausend Dank, dass du da warst.

01:24:55: Freunde, ihr wisst Bescheid.

01:24:56: Immer Dienstags.

01:24:57: Deep Dive einschalten.

01:24:58: Lass uns gerne eine gute Bewertung da.

01:25:00: Folgt uns rein.

01:25:01: Lasst das Ding hier richtig schön groß machen.

01:25:04: Tausend Dank dir.

01:25:05: Danke euch.

01:25:05: Wir sehen uns nächste Woche.

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