PATRICK OWOMOYELA: BVB-Legende, Nationalspieler & Fan-Favorit

Shownotes

BVB- Legende Patrick Owomoyela gehört heute zu den beliebtesten Fußball-Experten des Landes. SPORT1 DEEP DIVE- Host Lenny Peteanu spricht mit ihm über seine bewegte Kindheit in der Hamburger Lenzsiedlung, welche Rolle HipHop und Rap in seiner Jugend gespielt haben und wie aus dem Gas-Wasser-Installateur der spätere Nationalspieler und die BVB-Ikone wurde.

Die Folge mit Patrick Owomoyela im Überblick:

00:00:00 - Intro 00:01:51 - Aufwachsen im Brennpunkt 00:14:37 - Hamburg & HipHop 00:22:15 - Jugendfußball 00:35:08 - Lüneburger SK, VfL Osnabrück & SC Paderborn 07 00:42:40 - Arminia Bielefeld & die Alm 00:48:35 - Nationalmannschaft 00:56:02 - Werder Bremen 01:03:53 - Die WM 2006 01:11:25 - Borussia Dortmund 01:26:05 - Karriereende 01:38:19 - Aktuelle Entwicklungen in Deutschland 01:41:08 - Die Alien-Frage

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:

Transkript anzeigen

00:00:00: Mein Vater war relativ

00:00:00: früh weg.

00:00:01: Meine Mutter alleine mit mir und meinem Bruder.

00:00:03: Sozialwohnungen.

00:00:05: Wirklich nicht viele Möglichkeiten für besondere Dinge.

00:00:08: Und ich habe damals schon immer

00:00:09: gesagt, die Jungs ihr werdet sehen.

00:00:10: Ich komme hier raus, ist egal wie.

00:00:12: Ich habe sogar damals gesagt, ich werde reich.

00:00:14: Und jetzt ruft ich Jürgen Klinsmann an und sagt, er beobacht

00:00:16: dich schon

00:00:16: eine lange Zeit.

00:00:18: Und er findet das toll,

00:00:19: was du machst

00:00:19: und er würde dich gerne mitnehmen.

00:00:20: Ich war kurz davor, Oli Kahn zu siezen.

00:00:23: Weil für mich war das sehr so eine Lichtgestalt,

00:00:25: das ist deutsch Fußball.

00:00:27: Aber ich bin jetzt ein Mannschaftskollege.

00:00:28: Für das Kind aus der Landsiedlung, der nie was hatte, das war unfassbar.

00:00:32: TVM in Deutschland, das wurde ja so groß, medial auch aufgeblasen.

00:00:37: Und dann ruft er dich an und

00:00:38: sagt, nee, du fährst nicht mit.

00:00:39: Diese Nichtnominierung war so ziemlich

00:00:41: das

00:00:41: Schlimmste,

00:00:42: was ich in meinem Leben

00:00:43: erlebt habe.

00:00:45: Jede neue Generation

00:00:47: ist ja eine Hoffnung.

00:00:48: Weil letztendlich, das werden wir geboren.

00:00:50: keiner hat irgendwelche Vorurteile, keiner hat irgendwie einen Kastendenken gegen den Schubladendenken oder sonst was.

00:00:54: Das heißt, jede

00:00:55: neue Generation

00:00:56: hat auch die Chance,

00:00:56: das alles wieder zu verändern.

00:01:01: Herzlich willkommen zur ersten Folge Deep Dive.

00:01:03: Ich bin Lenny und ich treffe mich hier einmal die Woche mit super inspirierenden Menschen aus der Welt des Sportes.

00:01:09: Das können Profisportler sein, aber auch funktionäre Experten, Kommentatoren.

00:01:13: Lasst euch auf jeden Fall überraschen, wir haben da ein richtig cooles Line-Up für euch zusammengestellt.

00:01:18: Unser heutiger Gast ist Patrick Ovomoyela.

00:01:21: Wir sprechen über seine Kindheit in Armut, über seinen super unkonventionellen Weg rein in den Profisport und warum er es am Ende dann doch noch geschafft hat, deutscher Nationalspieler zu werden.

00:01:30: Wir sprechen außerdem über seine große Liebe, den BVB und was er sich für unser Land in der Zukunft wünscht.

00:01:36: Freunde, ihr wisst Bescheid, es ist ein neues Format, es ist die erste Folge.

00:01:40: Ich freue mich wahnsinnig über euer Feedback und lasst gerne jetzt schon meinen Abo da.

00:01:44: Das unterstützt uns unglaublich bei unserer Arbeit und für euch ist es kostenlos.

00:01:49: Vielen, vielen Dank und jetzt ganz viel Spaß bei der ersten Folge.

00:01:51: Wie fühlt sich das an, Deutscher Meister zu werden?

00:01:56: Es ist ein

00:01:57: unbeschreibliches Gefühl, weil du ja ein ganzes

00:01:59: Jahr eigentlich auf etwas hinderbeitest, ohne zu wissen, ob du es überhaupt bekommst.

00:02:02: Du musst trotzdem jedes Mal irgendwie alles geben und es gibt so viele Höhen und Tiefen, auch in einer nahezu perfekten Saison, die es ja braucht,

00:02:10: um meiste

00:02:10: zu

00:02:10: werden.

00:02:12: Dementsprechend verlierst du auch manchmal so das ganz große Ziel aus den Augen.

00:02:15: Aber je näher du

00:02:16: dem dann kommst, je wahrscheinlicher das dann vielleicht auch ist, desto näher ist natürlich auch die Vorfreude, aber auch die Anspannung und der Stress.

00:02:24: Und der fällt dann

00:02:25: ab, wenn es dann erreicht ist.

00:02:27: Und das ist eine wahnsinnige Befreiung, eine wahnsinnige Euphorie.

00:02:32: Und ein Glücksgefühl,

00:02:34: eine Ausschüttung von Glückshormonen, die nicht viele andere Ereignisse,

00:02:39: denke ich mal, in deinem Leben

00:02:41: auslösen können.

00:02:42: Wenn ich mir so dein Leben anschaue, dann hätt's ja eigentlich hunderte Gründe und Sidequests vor allem bei dir gegeben, wo man hätte denken können, so, okay, das wird's auf jeden Fall nicht.

00:02:52: Das ist mal wirklich vorne bei dir anfangen.

00:02:54: Du bist in Hamburg-Eimsbüttel in der Ländsiedlung aufgewachsen.

00:02:58: Ich kenne es so ein bisschen aus meiner Kenntheit, diese Gegenden, sehr, sehr hohe Migrationsquote, keine Kohle.

00:03:07: Nicht das Privilegierteste aufwachsen.

00:03:09: Wie hat dich das da geprägt?

00:03:13: Als Kind nimmst du das ja alles gar nicht.

00:03:15: Die ist ja eigentlich wurscht, aus welcher Gegend, aus welchem Land

00:03:20: deine Kumpels kommen, die

00:03:21: unten auf dem Platz mit dir Fußball spielen

00:03:24: oder Verstecken spielen oder auf

00:03:25: den Bäumen mit dir rumklettern.

00:03:26: Insofern kriegst du als Kind ja ganz anders mit oder

00:03:30: überhaupt nicht so mit wie als Erwachsener, der dann von außen drauf schaut.

00:03:34: Das nächste war auch die Sache, mit der

00:03:37: nicht privilegiert oder keine Kohle

00:03:38: zu haben.

00:03:40: Mein Vater war relativ früh weg, meine Mutter alleine mit mir und meinem Bruder.

00:03:44: Sozialwohnungen,

00:03:46: wirklich nicht viele Möglichkeiten

00:03:48: für besondere Dinge.

00:03:49: Und trotzdem hat sich das nie so angefühlt, sondern ich hatte das, was ich wollte, was ich brauchte.

00:03:53: Das waren Freunde, das waren ein Ball, ob das ein Fußball war oder ein Basketball war oder

00:03:57: was auch immer.

00:03:59: Oder ein Fahrrad war, was ich zur Not vielleicht auch irgendwo gefunden habe.

00:04:05: Und damit war mein Tag rund.

00:04:10: Deswegen habe ich

00:04:11: das nie so wirklich wahrgenommen, bis ich natürlich irgendwann... größer wurde und älter wurde, mehr verstanden habe,

00:04:17: auch über die

00:04:17: Bedeutung, auch über die Gegend und auch immer mehr mitbekommen habe, wie Leute von außen auf meine

00:04:24: Gegend geguckt haben

00:04:26: oder sie beschrieben haben.

00:04:28: Aber das war mir immer wurscht.

00:04:29: Für mich war das alles ganz toll,

00:04:31: denn ich hatte immer Freund, ich hatte immer den Sport.

00:04:34: Ja, und meine

00:04:35: Mutter und mein Bruder.

00:04:37: Es gibt doch immer diesen, das heißt immer, halt so bei Leuten, die da aufwachsen, so diesen einen Moment, wo man das aber dann checkt.

00:04:43: Mich hat das damals auch nicht gejuckt, aber bei mir war so dieser Faktor so, ah, da haben Freunde Klamotten.

00:04:49: Die kann ich mir nicht leisten.

00:04:51: Die sind völlig andere Liga unterwegs.

00:04:54: Was war das bei dir dieser Punkt?

00:04:55: Es waren tatsächlich immer die Basketballschuhe.

00:04:58: Ich weiß gar nicht, wie alt ich war.

00:05:00: Ich glaube, mit zwölf, elf, zwölf habe ich angefangen, auch Basketball zu spielen.

00:05:04: Nicht nur hobbymäßig, sondern auch im Verein.

00:05:06: Und dann brauchste natürlich vielleicht auch mal vernünftige Basketballschuhe und spielte nicht mehr mit Turnschuhen herum.

00:05:12: Und

00:05:12: die konnten wir uns halt nicht

00:05:13: kaufen.

00:05:13: Und da war es tatsächlich so, dass ich

00:05:15: natürlich Freunde hatte, die in meiner Mannschaft auch gespielt haben, die aus anderen... Umfeld kam,

00:05:19: die die neuesten Basketball Schuhe hatten von allen den großen Marken.

00:05:24: Und ich habe

00:05:24: zum Teil dann versucht, durch zusammengespartes von Zeitungsaustragen oder was auch immer, mir deren ausgeladete Schuhe zu kaufen, damit ich zumindest auch mal einen Markenschuh beim Basketball

00:05:34: anhaben kann.

00:05:36: Und ich weiß noch, einer davon war einer meiner besten Freunde

00:05:39: und bei dem

00:05:40: habe ich immer wieder zugegriffen.

00:05:41: Wir hatten in etwa dieselbe Schuhgröße und so konnte ich dann immer, wenn er neues Paar bekommen hat, was gefühlt irgendwie ständig der Fall war, konnte ich, wenn ich es dann zusammengekriegt habe, mir die ausgeladsten, abgenutzten Schuhe von ihm

00:05:53: leisten

00:05:54: zumindest und hatte dann auch,

00:05:55: weiß ich nicht, Nike's oder Jordan Schuhe und hat mich damit

00:06:00: vielleicht auch ein bisschen

00:06:00: besser gefühlt.

00:06:01: Aber

00:06:02: auch das, es war mir nie unangenehm, es war mir nie peinlich, es war halt so

00:06:05: und es ging nicht anders und deswegen habe ich mir da auch nie große Gedanken gemacht.

00:06:10: Aber wahrgenommen habe ich das dann schon, dass die... irgendwie im

00:06:12: Saus und Braus und alles hatten

00:06:14: und

00:06:14: irgendwie

00:06:16: eine

00:06:16: nicht stillbare Quelle da war an neuen Fußballschuhen und guten Klamotten.

00:06:20: Und ja, bei mir hat es

00:06:22: a länger gedauert und b

00:06:23: war es dann oft benutzte Sache.

00:06:25: Ich habe so das Gefühl, dass, ich nenne es jetzt einmal mal so ganz flapsig, so Brennpunktemäßig, so Menschen, die da aufwachsen, ich bin in der gleichen Ecke da wie Sandro Wagner in Sennlingen aufgewachsen, dass die Menschen später mit einem anderen Wertesystem so ein bisschen durchs Leben gehen, einfach so klar, du Sandro.

00:06:40: haben sie alle geschafft, haben gut Kohle verdient und so, aber die einfach dadurch, dass sie wissen, dass sie als Kind auch schon happy waren und eine gute Zeit hatten und sie da nicht die gleichen finanziellen Mittel wie heute haben, dass sie einfach ein bisschen anders und vor allem entspannter durchs Leben gehen.

00:06:54: Gehst du es mit?

00:06:55: Ja, ich würde da schon so weit mitgehen, dass ich sage, das

00:06:59: Geld ist nicht der...

00:07:01: oder bestimmt nicht, wie

00:07:02: glücklich ich bin.

00:07:02: Natürlich macht es Dinge leichter, das ist so.

00:07:05: Und natürlich habe ich auch davon profitiert, dass die Karriere so gelaufen ist, wie sie gelaufen ist.

00:07:10: Und

00:07:11: kann andere Dinge heute machen, als es damals

00:07:13: der Fall war.

00:07:13: Und kann meinen

00:07:14: Kindern auch andere

00:07:14: Dinge zeigen und gönnen, als es bei mir damals

00:07:19: der Fall war.

00:07:19: Und trotzdem bin ich mir bewusst und versuch das auch zu vermitteln, dass Geld eben nicht der Grund ist, warum man glücklich ist.

00:07:27: oder zumindest nicht der alleinige Grund sein sollte, warum man glücklich

00:07:30: ist und man das daran festmacht.

00:07:33: Insofern, das ist bestimmt

00:07:34: etwas, was ich mitbekommen

00:07:36: habe, weil ich damals

00:07:38: kein Geld hatte oder wir kein Geld hatten.

00:07:39: Und ich trotzdem glücklich war, wie du sagst, weil ich andere Dinge hatte, Freundschaft.

00:07:43: Ich hatte, wie gesagt, den

00:07:44: Sport.

00:07:46: So viele auch Erinnerungen, die

00:07:48: überhaupt

00:07:48: nichts

00:07:50: mit monitären

00:07:52: Dingen

00:07:52: zu tun haben.

00:07:54: Und das ist halt immer noch

00:07:55: da.

00:07:56: So, insofern,

00:07:56: ja,

00:07:57: das wäre

00:07:58: zwar schade, wenn das alles jetzt weg wäre, was ich mir irgendwie

00:08:00: erarbeitet

00:08:01: hätte,

00:08:01: aber ich glaube, ich würde trotzdem einen Weg finden,

00:08:04: relativ glücklich weiterzuleben.

00:08:06: Als du es dann aber so als Jugendlicher gecheckt hast oder als du dann gesehen hast, ich muss von meinen Homies irgendwie die Jordans dann dann abkaufen, ich habe das Gefühl, egal, ob das jetzt in Berlin, in Hamburg, Köln, wo auch immer ist, oder hier in München, so.

00:08:19: dieses Versprechen, dass man sich selber oder anderen gibt, so dieses ich schaff's hier raus.

00:08:24: So ich mach's besser, ich werd irgendwann mal eine fette Karre fahren und ihr werdet mir alle dabei zusehen in meinem fetten Haus.

00:08:31: War das bei dir auch so?

00:08:32: Ja, eins zu eins.

00:08:34: Ich weiß

00:08:35: noch...

00:08:36: Also wirklich sehr, sehr bildlich.

00:08:38: Das

00:08:38: war auch eher... Also mein engerer Freundeskreis war damals tatsächlich

00:08:41: der vom Basketball.

00:08:42: Und ich weiß, die Jungs, mit einigen davon und vielen davon habe ich heute noch zu tun,

00:08:46: sind immer noch Freunde

00:08:47: von mir.

00:08:47: Und ich habe damals schon immer gesagt, die Jungs, ihr werdet sehen,

00:08:49: ich komme hier raus, egal wie.

00:08:51: Ich habe sogar damals gesagt, ich werde reich,

00:08:53: was auch immer das

00:08:55: bedeuten sollte.

00:08:56: Aber ich habe gesagt, ihr werdet

00:08:57: schon sehen, ich

00:08:58: schaffe das, ich komme hier raus und ich werde reich.

00:09:00: Und

00:09:01: das war mein

00:09:02: Antrieb.

00:09:02: Es war eigentlich,

00:09:03: ich hatte nicht den Traum, Fußballprofi zu... werden, schon eher Basketball-Profi zu werden, aber auch nicht so festgefahren wie andere, die dann alles hinten anstellen und dann dafür trainieren, was ja vielleicht

00:09:14: eigentlich Sinn machen würde, wenn man sowas erreichen will.

00:09:19: Auch Musik, in der ich ja mal eine Zeit lang unterwegs war, war jetzt nicht so, ich will Künstler werden oder Musiker werden.

00:09:26: Ich wollte einfach nur die Situation

00:09:28: oder meine Situation verändern und eben aus diesem Umfeld

00:09:32: ausbrechen.

00:09:33: Und das habe ich auch kommuniziert und das sagen mir meine Freunde auch heute immer noch so,

00:09:37: ja du hast damals schon immer gesagt, ja du dies und das und jenes.

00:09:40: Und das ist ganz lustig, dass du sagst, dass

00:09:42: es anscheinend mehren Leuten

00:09:44: aus solchen

00:09:46: Umkreisen,

00:09:47: solchen Umfelden so geht und so ging.

00:09:49: Ein

00:09:49: ganz wichtiger Fakt war, finde ich, sind da auch immer die Eltern gerade, wenn da Migrationshintergrund auch noch da ist, so dieses Bildung als Aufstiegsversprechending.

00:09:59: Musstest du dir das auch immer so anhören?

00:10:00: Nicht

00:10:00: wirklich.

00:10:01: Also ich bin ja bei meiner deutschen Mutter dann

00:10:04: zum

00:10:04: großen Teil aufgewachsen.

00:10:06: Ich war relativ jung, als sie sich getrennt haben, mein Vater dann weg war und dann

00:10:09: auch wirklich eigentlich weg war.

00:10:11: Und ich sehr lange nicht so wirklich den Kontakt zu ihm hatte.

00:10:16: Und somit

00:10:17: waren das zwar schon auch deutsche Tugenden, wie ja, Schule ist wichtig und so.

00:10:21: Aber es war nicht so,

00:10:23: dass es hieß,

00:10:24: mach's Abitur oder versuch's Abitur zu machen und versuch zu studieren, weil das ermöglicht dir dies und das, sondern es war mach vernünftigen Schulabschluss

00:10:31: und dann

00:10:31: mach von mir aus irgendeine vernünftige Ausbildung

00:10:34: und

00:10:34: setz nicht alles auf Sport.

00:10:35: Das hab ich mir schon auch öfter anhören müssen, auch noch bis ins Hörer halt.

00:10:40: Also ich hab jetzt

00:10:40: zu Hause gewohnt, bis ich bis ich zwanzig war

00:10:43: und mit...

00:10:45: Ich bin dann

00:10:47: in die

00:10:50: dritte Liga gewechselt und selbst da hieß es noch, ja, aber mach deine Ausbildung

00:10:53: zu Ende, weil du weißt ja nicht, was im Fußball passiert, obwohl das ja dann schon relativ hochklassige Amateurfußball war zu dem Zeitpunkt und auch schon Geld zu verdienen

00:11:03: war.

00:11:03: Und trotzdem war meine Mutter da so, naja, die Ausbildung machst du aber

00:11:06: zu Ende.

00:11:06: Und danach

00:11:07: kannst du machen, was

00:11:07: du willst, weil wenn du das

00:11:09: hast, dann hast du was

00:11:10: und darauf kannst du immer zurückgreifen.

00:11:13: Diese Mentalität habe ich schon auch mitbekommen.

00:11:15: Du hast Gas-Wasser-Installateur gelernt.

00:11:18: Wäre das was gewesen, wo du dir da am Anfang oder als du in der Ausbildung gewesen bist, gedacht hättest du, ja, das kann ich mir vorstellen, das wirklich langfristig zu machen?

00:11:25: Am Anfang nicht.

00:11:26: Ich habe tatsächlich die Ausbildung angefangen.

00:11:30: Man muss ja dazu

00:11:31: sagen, ich war jetzt

00:11:32: nicht schlecht in

00:11:32: der Schule.

00:11:33: Ich hatte tatsächlich

00:11:33: auch eine Empfehlung

00:11:34: und hätte

00:11:35: weiter für eine Schule machen können, hätte Oberstufe

00:11:37: machen können, Abitur.

00:11:38: Aber ich wollte nicht, weil ich wollte Geld verdienen.

00:11:40: Ich wollte ja raus.

00:11:40: Ich wollte mir die eigenen Schuhe kaufen.

00:11:43: Und deswegen habe ich dann damals

00:11:44: tatsächlich

00:11:45: mit sechzehn die Entscheidung

00:11:46: gefasst, nee, Realschulabschluss reicht.

00:11:48: Ich mache eine Ausbildung, in der

00:11:49: ich schon Geld verdiene.

00:11:49: So, und dann habe ich geguckt, ich wollte damals, ich hatte sehr viel Spaß an Motoren rumzuschrauben.

00:11:54: Das fing mit

00:11:54: Mofas an und Motorrädern.

00:11:56: Und dann Autos hat man

00:11:57: mich noch nicht so rangelassen, aber da wollte ich hin und wollte dann eigentlich Kfz-Mechaniker

00:12:01: werden.

00:12:02: Wollte ich das dann auch nicht

00:12:03: irgendwo oder in der freien Werkstatt, sondern

00:12:06: bei den großen Marken.

00:12:07: Die großen Marken sagen dann ja, um bei uns damals dann KFZ-Mechatroniker

00:12:11: mittlerweile dann werden zu wollen, dann wollen wir doch

00:12:14: schon Abi haben oder zumindest Fach Abi.

00:12:16: Und dann hab ich gesagt, okay, dann wird's das schon mal nicht.

00:12:19: Aber ich wollte irgendwas machen.

00:12:20: Ich war immer der Typ, ich hab nicht so Lust auf lernen und studieren und so.

00:12:24: Ich wollte was machen.

00:12:25: Das war schon immer mein Ding.

00:12:26: Mein Bruder war ganz anders, aber ich war eher Typ Anpacken und was machen.

00:12:30: Und dann haben wir Freunde erzählt, hier bei, als Gas-Wanz-Zellateur, da bekommst du im ersten Lehrjahr schon ...

00:12:36: ... ein

00:12:37: Achtundermark

00:12:38: oder so.

00:12:38: Ich sag, was?

00:12:39: Im ersten Lehrjahr,

00:12:40: während das bei anderen waren das irgendwie ... ... fünfhundertfünfzig oder so.

00:12:43: Ich sag, Achtundermark, erste Lehrjahr.

00:12:45: Das hört sich gut an.

00:12:45: Dann mach ich das.

00:12:47: So fing das eigentlich an, weil ich gedacht

00:12:48: hab, okay, da machst

00:12:49: du auch was mit deinen Händen,

00:12:50: guckst du dem an.

00:12:51: Hab aber nach drei Monaten, also in der Probezeit noch abgebrochen, weil ich gesagt hab, oh Gott, das will ich nicht.

00:12:55: Also, die Toiletten und so was und diese ganzen Themen.

00:12:59: Das ist nicht meins.

00:13:00: Und hing dann drei Monate zu Hause,

00:13:02: meine Mutter immer im Ohr, du musst da mal was

00:13:04: machen,

00:13:05: du kannst nicht einfach zu Hause sitzen, ne, du bist sechzehn Jahre alt

00:13:09: und hab

00:13:09: dann quasi

00:13:10: nochmal wieder angefangen, weil was

00:13:12: Besseres

00:13:12: war jetzt auch nicht irgendwie zu finden

00:13:14: und ich wollte auch keinen.

00:13:16: Damals wurde irgendwie jeder große und außenhandelskaufmann und diese hatte ich keine Lust darauf wie gesagt, wollte anpacken.

00:13:22: Und dann hab ich

00:13:22: es nochmal angefangen, andere Firma hat vielleicht auch ein

00:13:25: Grund,

00:13:26: eine Rolle gespielt.

00:13:28: kam da besser zurecht, auch mit den Gesellen und anderen Lehrlingen und hab das dann durchgezogen.

00:13:32: Und hatte dann tatsächlich, also

00:13:34: rückblickend auch

00:13:35: echt Spaß in diesem Beruf, weil man tatsächlich irgendwo hingeht und du fängst bei null

00:13:41: an, wenn du jetzt im Badezimmer ... Du

00:13:43: baust quasi, fängst mal null an und hinterher, wenn du dann

00:13:46: nachher wirklich die Wasserhähne

00:13:47: und alle Armaturen

00:13:48: angebracht hast, dann ist dann ein wunderschönes Badezimmer, was vorher einfach eine riesen Baustelle oder ein leerer Raum war.

00:13:54: Und dieses Gefühl, etwas geschaffen

00:13:55: zu haben,

00:13:56: das war ja genau das, was ich wollte.

00:13:57: Und das hat dann auch

00:13:59: immer irgendwie so ein bisschen stolz ausgelöst.

00:14:01: Und deswegen war ich dann tatsächlich auch glücklich in diesem Beruf.

00:14:05: Hätte ich den länger

00:14:06: machen wollen, also sehr viel länger, weiß ich nicht.

00:14:08: Ich war dann schon froh, dass nach der Ausbildung der Fußball mittlerweile so ... groß und stabil war,

00:14:13: dass ich sagen konnte, ich probiere es jetzt mal erstmal mit Fußball.

00:14:16: Ich finde es so krass, was das mit Menschen macht, wenn sie wirklich was machen und was schaffen.

00:14:19: Ich sehe das immer hier in der Medienbubble.

00:14:21: Wir haben dieses Studium hier gebaut und das haben wirklich wir selber gebaut, aber jetzt keine Studiebau oder sonst her.

00:14:27: Und so wir Medienvögel waren dann auf einmal so, wow, ich kann ja richtig was.

00:14:32: Ich habe Feuer gemacht.

00:14:33: Ganz genau das, wie sich Männer beim Grill fühlen.

00:14:38: Lass es mal ein bisschen über Hamburg in den Neunzigern sprechen, weil ich stell mir das als Hip-Hop-Fan einfach extremist geil vor.

00:14:46: Hamburg in seiner Hip-Hop-Prime, so semi-deluxe, Beginner, Bambule, wer nicht noch alles da war.

00:14:54: Nimm mich mal bitte in diese Welt da damit.

00:14:57: Ja,

00:14:57: wie du schon sagst, war cool.

00:14:58: Ich bin ja Kind

00:15:00: der Siebziger eigentlich noch, in der Siebziger geboren, Achtziger aufgewachsen.

00:15:05: Aber habt natürlich ...

00:15:06: Sehr amerikanisiert.

00:15:07: Mein Vater aus Nigeria hat viel,

00:15:10: viel.

00:15:10: Es gab, glaube ich, zwei Sender, die englischen Sprachigen

00:15:12: TV-Sender,

00:15:13: die es gab.

00:15:14: Ich glaube, Super Channel und NBC oder CNA, ich weiß es

00:15:17: nicht.

00:15:18: Und dann kam MTV irgendwann dazu.

00:15:21: Und ich hatte kleine Stebke, ich durfte nicht, oder ich sollte nicht nur Europa lernen, also die Stammesprache meines Vaters, sondern eben hauptsächlich Englisch,

00:15:28: weil mir das ja dann später weiter...

00:15:30: weiterhelfen würde.

00:15:31: Das war zumindest so die

00:15:32: meine meiner Mutter und das ist auch richtig so.

00:15:34: Heutzutage bin ich hier sehr dankbar dafür und habe mit ihm auf Englisch Fernsehen geguckt, war so sehr amerikanisiert

00:15:41: in der englischen

00:15:41: Sprache, in der englischen oder

00:15:42: in der amerikanischen Popkultur unterwegs und dann natürlich Public Enemy und

00:15:46: wie sie alle hießen

00:15:47: und damit aufgewachsen und Hip-Hop Musik.

00:15:51: So und ich glaube

00:15:52: das ging ganz vielen Leuten in meinem Umfeld, in meinem Alter auch ähnlich zumindest.

00:15:58: Ich meine Hamburg eine multikulturelle Stadt.

00:16:00: Deswegen, du hast gesagt, meine Gegend sehr multikulturell.

00:16:04: Ich glaube, da hatte ich sehr, sehr viele... Freunde, denen das ähnlich ging.

00:16:09: Deshalb waren wir total da drin.

00:16:11: Als Chris Cross die Hosenverkehr drum anhatte, haben wir uns die Hosenverkehr drum angezogen.

00:16:15: Also was?

00:16:15: So sind wir da rumgelaufen.

00:16:17: Haben diese

00:16:17: übergroßen Hoodies uns damals schon versucht zu holen.

00:16:21: Und diese

00:16:22: Football-Mützen, diese Beanies von Football, Raiders oder was auch immer

00:16:26: war, was so ganz populär

00:16:27: war.

00:16:28: Und dachten wir sind auch richtig coole Gangster.

00:16:32: Und dann kam eben diese

00:16:32: deutsche Hip-Hop-Kultur auch.

00:16:35: Ganz groß auf.

00:16:36: Du hast gesagt,

00:16:36: Semi,

00:16:38: die Beginner, fünf Sterne Deluxe und wie sie alle hießen.

00:16:41: Und das war unfassbar.

00:16:42: Vor

00:16:43: allen Dingen, weil es auch Berührungspunkte

00:16:45: gab.

00:16:45: Es sind

00:16:46: dann hier Jungs, die

00:16:47: nahezu

00:16:47: meinen Alter haben

00:16:48: und somit irgendwie auch

00:16:50: aus irgendwelchen Klicken kamen und es gab irgendwelche Kontakte über Ecken.

00:16:54: Daniel von den Beginn hat in einem selben Basketballverein wie ich gespielt.

00:16:58: Er war in der dritten Herren.

00:16:59: Ich war in der Jugend und habe aber auch in der ersten Herren mitgespielt.

00:17:02: Und ab und zu, wenn die extra Training wollten, dann waren wir auch bei der dritten Herren, um Hallenzeit zu bekommen.

00:17:07: Habe ich halt mit Daniel von den Beginn

00:17:08: gespielt.

00:17:09: Und am Anfang war es einfach Daniel.

00:17:10: Und nachher so, oh krass.

00:17:12: Weißt du, das

00:17:12: ist einer von den absoluten Beginnern.

00:17:15: Und auch Sammy, den ich dann etwas später erst kennengelernt habe, aber trotzdem, man merkt dann schnell, man kommt irgendwie

00:17:22: aus dem selben Umfeld, hat so den selben Hintergrund und irgendwie ist den selben Weg gegangen.

00:17:27: Und das war immer schon cool.

00:17:28: Aber diese

00:17:29: ganze Entwicklung mitzumachen, auch mit dem Taggen, mit dem

00:17:33: Beschmieren von Wänden und so, das gehört ja dann alles dazu.

00:17:35: Graffiti und so weiter und so von.

00:17:37: Das war

00:17:37: schon eine richtig coole Zeit.

00:17:39: So, ich würde sagen...

00:17:41: Zwischen zwölf und achtzehn ist seine Menge passiert in Hamburg, in Deutschland, aber eben auch in unserem

00:17:47: Viertel.

00:17:47: Aber Sammy ist genauso auch so ein Typ, den ich auch vorhin meinte.

00:17:50: Ich durfte ihn von ein paar Jahren mal kennenlernen.

00:17:52: Da war er schon zwanzig Jahre richtig fame und der war so entspannt.

00:17:55: Ich war da Runner, Junge für alles auf dem Festival.

00:17:58: Kanabisativer

00:17:59: würde er sagen, deswegen

00:18:00: war er.

00:18:01: Er hat uns auch was angeboten und wir

00:18:03: sind gerade am Arbeiten.

00:18:04: Nein, aber er ist ein super entspannter Typ und ich glaube auch genau das.

00:18:10: Noch zu dem, was du vorhin gesagt hast, nicht nur, wenn man aus so einem Umfeld das schafft, rauszukommen, sondern auch, wenn du es damit schaffst oder mit dem schaffst, was

00:18:18: du einfach gerne gemacht hast und kein Struggle

00:18:21: hat, ist, um da rauszukommen.

00:18:23: Du hast nicht

00:18:23: irgendwie, ich muss studieren, ich muss das machen, damit ich eine Chance habe, sondern ich habe schon immer gerne gekickt.

00:18:30: Und wie cool ist denn das?

00:18:30: Oh, guck mal, und das wird besser.

00:18:32: Und jetzt wollen mir Leute dafür Geld geben und jetzt wollen immer mehr zugucken.

00:18:35: Und

00:18:35: bei ihm ja genauso.

00:18:36: Der hat dann in dieser Zeit angefangen zu rappen.

00:18:39: Und auf einmal fahren, da sind immer mehr Leute toll und dann kann er damit tun, dass wir noch mehr Leute toll sind und dann schafft das so daraus.

00:18:44: Und ich glaube, das ist

00:18:46: nochmal eine größere

00:18:48: Genugtuung bzw.

00:18:50: ein Gefühl, das

00:18:52: ist alles schön.

00:18:53: Ich mache das, was ich will

00:18:55: und

00:18:55: für die noch

00:18:56: Kohle und die Leute finden es super.

00:18:58: Besser kann es eigentlich nicht sein.

00:18:59: haben dich die Jungs auch so ein bisschen inspiriert, weil ich hab vorhin schon die Side Quests angesprochen.

00:19:03: Du bist ja auch erstmal so ein bisschen in die Mucke Richtung gegangen.

00:19:06: Nee, das hatte damit tatsächlich auch Musik, der eigentlich gar nix zu tun.

00:19:09: Das war tatsächlich einfach so ein Castingprojekt.

00:19:12: Ich weiß noch, wie.

00:19:13: ich saß bei einem guten Kumpel, wie ich auch Mixed Parents, Vater Deutsch, Mutter Amerikanerin, aber dunkleutig.

00:19:21: Ich saß bei ihm und er hatte

00:19:23: Kontakt in alle Richtungen, aber er war bei mir in der Basketballmannschaft.

00:19:27: Und mit

00:19:27: ihm habe ich so viel... Dinge erlebt, die,

00:19:30: also

00:19:31: erst mal Internet.

00:19:33: Ich weiß noch, ich saß bei ihm im Zimmer und er war im Computer und ich sag, was machst du?

00:19:36: Er sagt, ich bin im Internet.

00:19:37: Ich sag, was ist Internet?

00:19:39: Also dann kann ich echt noch Internet erinnern.

00:19:41: Also ja, damit kannst du in der ganzen Welt,

00:19:42: ja, ja, ja, mach.

00:19:44: Oder ich saß bei ihm im Zimmer, da haben wir zum ersten Mal die Backstreet Boys gehört und wir beide dachten, das wäre... eine Gruppe wie Boys To Man, also schwarze Sänger aus den

00:19:51: USA und

00:19:52: nicht weiße Sänger, weil wir konnten sie ja nicht sehen, wir hatten nicht überall MTV und so was, sondern wir haben sie im Radio gehört und dachten so, krass, neuer Band wie Boys To Man und dann so weiße.

00:20:01: und auch das war so das erste Mal

00:20:03: mit ihm.

00:20:03: und

00:20:04: er war einer, der hat von so einem Casting gehört und hat zu mir gesagt, hey Uwo, du magst ja auch so Musik und so was, geh doch da mal hin, die suchen einen, der da irgendwie

00:20:13: so rappt.

00:20:14: Aber es war halt so ein Euro-Dance-Pop.

00:20:17: So wie DJ Bobo eigentlich und dann aber mit so ein bisschen Sprechgesang.

00:20:20: Und dann bin ich dahin ab Casting

00:20:21: gemacht und dann

00:20:22: hat das funktioniert.

00:20:23: Dann haben

00:20:23: wir zwei Platten aufgenommen,

00:20:25: waren irgendwie auf ein paar

00:20:26: Events, Popcom oder

00:20:28: diese

00:20:28: Messe in Köln damals noch und auf der Eva-Funk Ausstellung sind wir aufgetreten.

00:20:32: Ein Video gedreht, aber vieles daraus nicht geworden.

00:20:34: Aber

00:20:34: das war eine coole Erfahrung.

00:20:36: Du hast gerade schon angesprochen, wie ihr damals so Musik entdeckt habt über MTV.

00:20:39: Ich kann mich auch noch an die Zeiten mit Gildscharn und so was erinnern.

00:20:43: und wenn du sowas gesehen hast und dir dachtest, Alter, was geht denn da ab?

00:20:46: Eine Welt hat sich ja für einen verändert.

00:20:49: Also jetzt gerade mit Social Media und Streaming und Algorithmen, die das alles lenken, vermisst du das so ein bisschen, so diese Schatzkiste aufzumachen, um sich zu denken, Alter,

00:20:58: was geht da ab?

00:20:59: Ja, es ist sehr viel, sehr, sehr, sehr erreichbar geworden, das stimmt.

00:21:03: Aber ich, also

00:21:05: klar, weiß ich noch, wie das damals war.

00:21:07: Und trotzdem ist schwierig zu sagen,

00:21:10: ob ich das vermisse.

00:21:11: auch ich profitiere oder hab profitiert natürlich

00:21:13: von

00:21:13: der Entwicklung und von Social Media und ich bin da

00:21:15: gerne drin und genieße das total.

00:21:18: Ich meine, bis vor nicht allzu langer Zeit war Instagram wirklich bildlastig.

00:21:23: Mittlerweile interessieren die Bilder ein, keine...

00:21:27: Jetzt ist nur noch Videos, Videos, Videos.

00:21:29: Und auch die Veränderung, wenn du jetzt einen fragst, wie war Instagram vor vier Jahren, da erinnert sich kaum noch einer oder vor fünf, sechs, acht Jahren, damit ihr... Keiner sagt, da gab es nur Fotos,

00:21:37: da gab

00:21:38: es noch keine Videos.

00:21:39: Es ist schwierig, weil man schnell vergisst bei der rasanten Entwicklung, die diese Dinge machen,

00:21:45: wie es wirklich war oder wie es sich wirklich angefühlt hat.

00:21:48: Aber ich weiß.

00:21:49: dass es ganz toll war, dass es da so Sender gab, die irgendwie das Ganze aufgebrochen haben, die anderen Weg gegangen sind, die jungen Leuten einfach eine Chance gegeben haben, auch vor der Kamera.

00:21:58: Und ob das Gültschein war oder ob das Mola war oder

00:22:01: wie auch immer,

00:22:02: Stefan Raps sogar, wie war so.

00:22:03: Und da war ich ja selber mal mit meiner Band.

00:22:05: Ja, krass,

00:22:05: auch da immer so.

00:22:06: Ja, genau.

00:22:06: Und das war schon eine coole Zeit, so eine Pionierzeit, würde ich sagen.

00:22:12: So, wir sind ein Sport-Podcast.

00:22:13: Wir müssen mal langsam zu Fußball gekauft

00:22:15: werden.

00:22:15: Ich hab doch schon Basis über den Fußball

00:22:16: erwähnt.

00:22:18: So gerne ich mit dir über Mucke rede.

00:22:20: Lass mal ein bisschen über das Kickner reden.

00:22:22: Du warst, glaube ich, vier als du angefangen hast, oder?

00:22:25: Ja, roundabout.

00:22:26: Warst du so einer von diesen Kandidaten, bei denen dann so gleich die Trainer gesagt haben, so oh, guck, okay, erzähl.

00:22:33: Nein,

00:22:34: um das mal kurz nach vorne zu springen, ich sage das auch immer wieder, die erste Auswahlmannschaft.

00:22:40: war die deutsche A-Nationalmannschaft,

00:22:41: in der ich gespielt habe.

00:22:42: Ich habe keine Jugendauswahl

00:22:43: gespielt,

00:22:44: keine Jugendnationalmannschaft,

00:22:45: gar nichts.

00:22:46: Ich bin also nie großartig rausgestochen.

00:22:50: Und jetzt fangen wir vorne an.

00:22:51: Ich habe, wie gesagt, mein Vater Nigerianer kam durch Arbeit für Nigerien Containershipping Company aus Nigeria

00:23:02: nach Hamburg in den Hafen.

00:23:03: Er

00:23:03: hat dort am Hafen gearbeitet, so hat er dann irgendwann meine

00:23:06: Mutter kennengelernt.

00:23:07: Und so bin es erst mein Bruder und dann ich entstanden.

00:23:09: Und als Nigerianer

00:23:12: spielt es

00:23:12: zu Fußball.

00:23:13: Das ist einfach so.

00:23:14: Es gibt nicht wirklich viele

00:23:16: andere Sportarten in diesem Land außer Fußball, zumindest nicht mit großer Bedeutung.

00:23:19: Und so gab es in Hamburg eine große Community von allen diesen Afrikanern, würde ich jetzt fast sagen.

00:23:24: Also hauptsächlich Nigerianer und Ghana, aber auch insgesamt Afrikaner, die sich zusammengetan haben

00:23:29: und Mannschaften gegründet haben.

00:23:31: Und dann gab es am Wochenende

00:23:32: Spiele.

00:23:32: Und

00:23:33: da war ich als kleiner Stöpge

00:23:34: dann... immer mal

00:23:34: dabei.

00:23:35: Und hab meinen Vater da Kicken sehen und bin am Seitenrand rumgeladen und hab auch

00:23:38: alles weggekickt, was da so rumflog.

00:23:40: Und der wollte dann Fußball spielen.

00:23:42: Und dann weiß ich, ich war dreieinhalb

00:23:44: vier,

00:23:45: da haben mich

00:23:46: meine Eltern, wir hatten einen Verein,

00:23:47: der war

00:23:47: wirklich in unserer Siedlung quasi mit einem Platz.

00:23:50: Haben sie mich angemeldet.

00:23:52: Und dann ging die Reise los.

00:23:54: Aber ich habe

00:23:54: es eigentlich nur gespielt, weil ich gerne aktiver war.

00:23:57: Weil ich was machen wollte.

00:23:58: Vielleicht war ich hyperaktiv oder ADAS oder wie man das heute nennt.

00:24:02: Damals wurde sowas ja nicht

00:24:04: diagnostiziert, sondern geht raus, geht klettern, mach irgendwas.

00:24:07: Ja, genau.

00:24:09: Und das ging sehr lange so.

00:24:11: Und dann kam irgendwann der Basketball

00:24:13: dazu.

00:24:13: Aber ich habe Fußball immer als Konstante

00:24:15: behalten.

00:24:17: Und ja, ich war nicht nie der Schlechteste, aber ich war auch nie der Beste.

00:24:21: Weil ich aber auch körperlich relativ

00:24:23: klein war.

00:24:24: Ich habe

00:24:25: oft einen Jahrgang zu hochgespielt.

00:24:27: Damals gab es so Stichtage und ich war spät im Jahr Geburtstag, habe aber mit den frühen Kindern zusammengespielt.

00:24:32: Die waren dann ein halbes Jahr voraus und das macht in manchen Altersphasen, macht

00:24:35: das eine Menge.

00:24:37: Und vielleicht war ich dann

00:24:38: auch eh noch ein bisschen retardiert körperlich, also eh noch ein Nachzügler.

00:24:42: Insofern war ich immer klein und skinny und konnte mich nicht durchsetzen.

00:24:45: Aber ich war okay, ich war dabei.

00:24:47: Und das ging so, bis ich

00:24:48: fünfzehn, sechzehn war.

00:24:50: Dann waren schon nochmal Basketball eigentlich schon viel größere Leidenschaft bei mir.

00:24:54: Jordan Hochzeit gerade vorbei oder mitten drinnen.

00:24:59: Und ich wollte aufhören mit dem Fußball.

00:25:00: Das war, weiß ich noch, die B-Jugend.

00:25:02: Ich war, hab'n Verein gewechselt, war ein bisschen leistungsorientiert, aber nie höchste Spielklasse, eher zweite.

00:25:09: Und ich hab' zum Trainer gesagt, ich weiß nicht, ich komm' nicht mehr, ich spiele noch Basketball.

00:25:13: Weil im Basketball war's relativ

00:25:15: gut.

00:25:15: Also, der engste Freundeskreis

00:25:17: war ein Basketballer eigentlich.

00:25:20: Ich habe mit, mit sechzehn, siebzehn schon bei der, bei der Herrenmannschaft mit trainieren und auch spielen dürfen.

00:25:25: Die haben damals vierte oder dritte Liga gespielt, je nachdem, wo sie gerade waren in dem Jahr.

00:25:31: Es war so irgendwie viel, die Erfolgsaussichten

00:25:34: waren größer beim Fußball, weil, wie gesagt, zweit höchste Jugendklasse, alles schön und gut.

00:25:38: Aber ich habe nicht immer gespielt und er hat mich überredet.

00:25:41: Eigentlich hat er mich finanziell bedroht und ich war ja ein sehr finanziell orientierter Mensch damals.

00:25:48: Und der hat gesagt, pass auf, ich zahl dir Munderlich das und das.

00:25:51: Du musst ab und zu vielleicht für mich noch ein paar Flyer verteilen, aber ich zeig dir das und das.

00:25:55: Aber du musst dabei bleiben, weil wir haben, ne, da mir die Mannschaft voll bleibt.

00:25:59: Und so bin ich überhaupt beim Fußball geblieben.

00:26:01: Und in dem Jahr, warum auch immer, vielleicht auch weil die Mannschaft kleiner war, habe ich häufiger gespielt.

00:26:07: Und hat mich dann auch körperlich auf einmal mehr

00:26:09: entwickelt.

00:26:10: Vielleicht auch durch das Krafttraining,

00:26:11: was dann beim Basketball dabei war.

00:26:14: Und so wurde auch der Fußball besser.

00:26:15: Und ich hab... Ich habe

00:26:18: dann auch wieder neuen Spaß so richtig am Fußball gefunden und habe in den verbleibenden, das waren dann noch drei Jahre, weil ich durch den Stichtag wechsel konnte ich drei Jahre A-Jugend spielen, einen jüngeren Jahrgang, zwei Jahre älterer Jahrgang.

00:26:31: und eben das letzte Jahr B-Jugend, also

00:26:32: vier Jahre sogar,

00:26:34: habe ich eine unglaubliche Entwicklung körperlich, aber auch sportlich gemacht.

00:26:37: und

00:26:38: wir hatten

00:26:39: super Jahre, man

00:26:40: wie gesagt immer zweithöchste Klasse

00:26:41: in der B- und in der A-Jugend, haben da aber dann

00:26:43: alles

00:26:44: gewonnen.

00:26:45: Das sind zum norddeutschen Pokal.

00:26:49: Ja,

00:26:50: und deswegen bin ich überhaupt beim Fußball

00:26:51: geblieben.

00:26:53: Die meisten Kids, oder vielleicht springen wir jetzt auch nochmal kurz zurück, aber das würde mich noch interessieren.

00:26:57: Die meisten Kids wollen ja... Tore schießen, wollen vorne irgendwie im Sturm mit dabei sein.

00:27:02: Ich weiß, so Mats Hummels hat als Stürmer angefangen, ich glaub sogar Oli Kahn war mal eigentlich Feldspieler in der Jugend.

00:27:07: Wie war das bei dir?

00:27:07: Warst du gleich gesetzt in der Abwehr oder?

00:27:09: Ich

00:27:09: war, ich war, nee, gar nicht.

00:27:11: Ich war auch Offensivspieler, auch Stürmer, Zähner, Flügel, da alles.

00:27:16: In der A-Jugend sogar wirklich auch Zähner, auch

00:27:18: ein Jahr

00:27:19: Nummer zehn auf dem Rücken gehabt.

00:27:21: Kapitän

00:27:22: oder eben einer von so eine hängende Spitze.

00:27:25: Das habe ich ja sogar ein bisschen die zweite Bundesliga auch noch gespielt.

00:27:28: Im Herrenbereich war es dann ein bisschen

00:27:30: rechter Flügel, dann aber mal rechts hinten, aber auch ganz rechts vorne.

00:27:34: In der zweiten

00:27:34: Liga war es dann erst auch

00:27:36: vorne als Flügelstürmer.

00:27:37: Und dann kam ein neuer Trainer, der hat mich dann nach hinten gesetzt.

00:27:40: Also es war immer so ein bisschen variabel.

00:27:42: Ich habe sogar im Hallenfußball, in der Jugend im Hallenfußball, weil ich torwart.

00:27:46: Und das auch sehr gerne.

00:27:46: Und ich

00:27:47: weiß nicht, warum.

00:27:48: Aber auch nur in der Halle.

00:27:49: Im großen Feld wollte ich draußen spielen, aber in der Halle fand ich es cool, auch torwart zu sein.

00:27:54: Also, da gab es bei mir aber auch eine

00:27:55: Entwicklung.

00:27:56: Wie gesagt, ich war

00:27:56: eher, würde ich sagen, immer offensiv ausgerichtet und bin dann

00:27:59: über die Jahre immer

00:28:00: weiter nach hinten gekommen.

00:28:01: Insbesondere der zweite

00:28:05: Strickschicht, dritte Trainer in Bielefeld in meiner zweiteligen Saison ist dafür natürlich verantwortlich.

00:28:10: Uwe

00:28:10: Rappolder, der kam.

00:28:11: Ich war wirklich nicht schlecht und Offensivspieler.

00:28:14: und der kam und hat gesagt, du spielst jetzt hinten, dann habe ich erst gemäutert.

00:28:18: Das fand ich

00:28:19: überhaupt nicht witzig, weil ich wollte weiter

00:28:21: Tore vorbereiten und da vorne was mit zu tun haben.

00:28:23: Er hat gesagt, nee, du spielst hinten, da hast du mehr Qualitäten.

00:28:26: Und wenn du das alles machst, dann mach ich dich

00:28:29: zum Nationalspieler.

00:28:30: So, wurde gemerkt.

00:28:31: Zur Halbserie in der zweiten Liga.

00:28:33: Ganz große Worte.

00:28:34: Ist ja auch ein sehr

00:28:35: selbstbewusster Mensch, der Uwe Ramolder.

00:28:37: Aber er hat recht behalten.

00:28:40: Und was soll ich sagen?

00:28:41: Aber

00:28:42: in der Jugend, wie gesagt, war das ein langer Weg, ein schwieriger Weg, nicht so ganz klar wie andere anderen, die rausstechen, spielen Hamburger Auswahl oder deutsche Auswahl.

00:28:51: Und da ist vorprogrammiert, dass sie irgendwie Profi werden.

00:28:54: Das war bei mir

00:28:55: definitiv nicht der Fall, sondern es war immer ein Stück Arbeit.

00:28:57: Das waren ja dann auch, ich glaube, fünf Jahre noch in der

00:29:00: dritten Liga, bevor es den nächsten Schritt in den zweiten Liga gab.

00:29:03: Also

00:29:03: auch da war es nie so, ich war zwar, es war erstaunlich, dass ein Kind das nie vor aufgefallen ist, war ein Jugendlicher, auf einmal mit acht, zehn, neun, zehn Jahren direkt

00:29:11: in die dritte Liga

00:29:12: wechselt und sofort spielt und stattfindet und auch ordentlich spielt.

00:29:15: Das war schon auffällig.

00:29:17: Ja, aber dann im

00:29:18: dritten Jahr war es dann, okay, das ist seit drei Jahren da aber ... Also, was passiert jetzt?

00:29:23: Wo geht die Reise

00:29:24: hin?

00:29:24: Ich war nie so der Überflieger.

00:29:27: Lass uns mal kurz in der Jugend bleiben.

00:29:29: Was hat dir diese Gemeinschaft gegeben?

00:29:32: Ich hab früher zum Beispiel Football gezockt und ich hab gar nicht gewusst, was ich da mache.

00:29:36: Aber das war wirklich so eine Family, so alles Jungs.

00:29:39: Aber was den verschiedensten Kreisen und so.

00:29:41: Ich glaube, ein Spüttel, da ist ja ganz viel mit dabei.

00:29:44: Das ist der größte Stadtteil in Hamburg.

00:29:47: Es war wie so ein Melting-Pod bei uns.

00:29:48: Was hatte ich da so fasziniert?

00:29:51: Ja, eben das.

00:29:52: Also, das ist ja heute noch so.

00:29:53: Und die Leute fragen mal, was vermisst du denn?

00:29:55: Die Stadien

00:29:56: oder den Jubel oder das Tore schießen?

00:29:58: Nein, nein, diese Gemeinschaft,

00:30:00: die Kabine.

00:30:00: Also,

00:30:01: in die Kabine kommen

00:30:02: mit

00:30:03: deinen Jungs da sitzen, blödsinn quatschen, lachen, sich auch gemeinsam ärgern, aber eben auch gemeinsam freuen.

00:30:08: Und das war in der Jugend genau das

00:30:09: Gleiche.

00:30:10: Also, ich war immer schon einer, der das Rudel

00:30:11: gesucht hat.

00:30:12: Ich

00:30:12: war nie so ein einsamer Wolf, der irgendwie nur gemacht hat, was er wollte.

00:30:17: Sondern ich war immer, hey,

00:30:18: lass uns.

00:30:19: Und daraus habe ich ganz, ganz viel, viel Kraft und Freude, glaube

00:30:23: ich, gezogen.

00:30:24: Heute noch, also bis heute noch.

00:30:27: Und das war es für mich.

00:30:30: Und warum das?

00:30:31: Wie gesagt, bei mir in der Siedlung, es waren, wir haben alle das gleiche Schicksal

00:30:34: quasi geteilt.

00:30:35: Und dann

00:30:36: war es nicht wichtig, wie gesagt, wie du aussiehst, wie groß du warst, wie ob die Beine in X oder in O waren oder keine Ahnung, ob du dünn oder dick warst, sondern... Wenn du cooler tut bist, dann zogst du mit.

00:30:47: Wenn du zocken kannst, umso besser.

00:30:48: Wenn nicht, dann kriegst du auch mal ein paar Sprüche gedrückt.

00:30:50: Aber irgendwie gehörten wir alle zusammen und

00:30:52: waren eine Klicke.

00:30:52: Und das war mir immer wichtig.

00:30:54: Und

00:30:54: das ist, wie gesagt, auch im Fußball immer das gewesen,

00:30:59: was den Spaß ausgemacht

00:31:00: hat.

00:31:00: Es war

00:31:01: am Ende, natürlich geht es immer um Erfolg und natürlich wirst du gemessen an.

00:31:05: gewinnen oder verlieren oder an Meisterschaften oder was auch immer.

00:31:08: Trotzdem für die Spieler selber und das merken die meisten dann auch erst nach der Karriere.

00:31:12: Aber ich glaube, ich wusste das auch vorschön war.

00:31:14: War das währenddessen,

00:31:16: war die Gemeinschaft für mich das Beste.

00:31:17: Ich war

00:31:17: immer der, der versucht hat, lass uns doch mal zusammen

00:31:21: dies, lass uns zusammen das.

00:31:22: Also ich war so ein bisschen wie der Klebstoff.

00:31:25: Selbst als ich dann später immer mehr verletzt war, glaube ich, habe ich trotzdem meinen Teil dazu beigetragen, weil ich eben dafür gesorgt habe, dass wir dann

00:31:34: Mannschaftsabende machen, wir gehen zusammen feiern, wir mieten ein Restaurant, wir machen diese.

00:31:38: Weil sonst hat das kaum einer

00:31:39: so gemacht in dem Sinne.

00:31:40: Eine

00:31:40: große Familie.

00:31:42: Ja, das war der Grundgedanke.

00:31:44: Und ich, insbesondere, das ja so, das hatten wir in Bielefeld, war es okay.

00:31:47: Da waren wir sehr altersmäßig zerstückt, wie sagt man das, auseinander.

00:31:52: Da war sehr viel Distanz zwischen den... Etablierten Spielern und den Jungen.

00:31:58: Ich war eher junges Spieler und hatte damals

00:32:00: aber auch noch nicht so

00:32:01: den Impact, würde ich mal behaupten.

00:32:03: Als der dann kam, habe ich es auch da versucht, aber war dann auch schnell im Bremen.

00:32:08: Im Bremen

00:32:08: ging das aber schon los,

00:32:09: dass die Gruppe, die ich versucht habe, zusammenzukriegen,

00:32:13: immer größer wurde und man gemeinsam was

00:32:14: gemacht hat.

00:32:15: Und in Dortmund, und ich glaube, das war auch Basis unseres Erfolges damals,

00:32:19: hatten wir eine ganz außergewöhnliche

00:32:22: Truppe zusammen, die wirklich, egal wie alt, ob das die Jungen ...

00:32:25: Hummels und Subotids oder Scheins waren mit mit nineteen zwanzig oder ob es

00:32:29: wir Alten mit achtundzwanzig waren also wirklich zehn Jahre

00:32:32: auseinander.

00:32:32: und trotzdem hat das funktioniert

00:32:34: und wir

00:32:34: haben eine richtig gute Gemeinschaft gehabt und ich glaube das

00:32:37: war auch die Basis des Erfolges der ja wirklich nicht nicht zu erwarten war mit der Truppe.

00:32:42: Darüber reden wir gleich noch, ganz ganz ausführlich.

00:32:45: Mich interessiert aber davor noch mal so dieser Schritt, weil du hattest so viele verschiedene Side Quests noch am Start, du hast deine Ausbildung gemacht, du hattest deine Eurodance-Karriere, du hast Basketball eigentlich gezockt, hast ja eigentlich gesagt, ey vielleicht lass ich das mit dem Fußball.

00:32:59: Wie kam es, dass das mit dem Fußball da noch geklappt hat?

00:33:02: Ja, wie

00:33:02: gesagt, mein damaliger Jugendtrainer Stefan Kofol, der freut sich, wenn er seinen Namen hört wahrscheinlich, ist mittlerweile Leiter der die Fußballakademie von Real Madrid

00:33:12: in Europa.

00:33:13: Also hat sich da auch entwickelt.

00:33:15: Das hätte

00:33:15: ich damals auch nicht gedacht.

00:33:16: Aber der hat, wie gesagt, mich finanziell bedroht, hat gesagt, bleibt mal dabei.

00:33:23: Ich zahle dir ein paar Euro, weil wir brauchen genug Spieler.

00:33:26: Hat mich dann auch öfter spielen lassen.

00:33:28: Und war für mich auch damals so was, muss man auch sagen,

00:33:31: wie so ein

00:33:32: Nicht-Vater-Satz.

00:33:33: Das ist immer so

00:33:33: pathetisch und so ein großes

00:33:35: Wort.

00:33:35: Aber als ich nachher später in meinen letzten

00:33:38: Ereign-Führerschein hatte, durfte ich sein Auto mir ausleihen, um am Wochenende mal einen draufzumachen oder so.

00:33:42: Also ein bisschen anzugeben.

00:33:44: Ja, wirklich stabiler Typ, muss man auch sagen.

00:33:46: Auch ein bisschen ein Sappelnase gewesen, aber letzten Endes all fair.

00:33:51: Aber ein guter Typ und hat an mir anscheinend auch einen Narren

00:33:53: gefressen.

00:33:54: Ich

00:33:54: habe auf seine Kinder aufgepasst, aber er hat auch auf mich aufgepasst und

00:33:58: sich um mich

00:33:58: gekümmert und eben dafür gesorgt, dass ich beim Fußball dabei bleibe.

00:34:02: Ich glaube nicht, dass er in mir was gesehen hat, wo er sagt, ne, bleib dabei, dann wird das und das, sondern es war eher auch Nutzen fürs Allgemeine.

00:34:10: Und trotzdem hat er natürlich einen Riesenverdienst daran, dass

00:34:13: ich überhaupt dabei geblieben bin,

00:34:14: ohne ihn wäre das nicht

00:34:15: passiert.

00:34:17: So bin ich in der Jugend dabei geblieben und habe dann in diesen letzten Jahren, in denen ich eigentlich gesagt habe, nee, will ich nicht mehr, wieder Spaß gefunden am Fußball, wollte das Ganze doch weiterverfolgen, habe dann auch bei ein, zwei Mannschaftskollegen gesehen, wo ich der Meinung war, hey, die sind nicht besser als ich, die auf einmal bei

00:34:34: Kaiserslautern im Probetraining waren, im Nachwuchs und bei Bayern im Probetraining waren, wo ich gesagt habe, okay, eigentlich

00:34:40: könntest du das auch schaffen.

00:34:42: Nie der große Traum, aber ich habe gedacht, eigentlich könntest du das auch.

00:34:46: Und dann

00:34:46: klopfte mal der HSV an.

00:34:49: Und dann klopfte mal Konkordia

00:34:51: Hamburg, die auch schon ein Drittligateam damals Herrenbereich hatten, an.

00:34:55: Aber das war alles so ein bisschen groß.

00:34:57: Ich will

00:34:58: Jugendfußball spielen.

00:34:59: noch und ich will

00:35:00: jetzt

00:35:00: hier spielen, weil hier fühle ich

00:35:01: mich wohl und hier habe ich meinen Umfeld, hier habe ich den Trainer und meine Jungs.

00:35:05: Aber da war es ein bisschen dieses, aber vielleicht

00:35:07: könnte ich es auch schaffen.

00:35:08: Du bist, ich glaube, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist,

00:35:13: du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du

00:35:15: bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du bist, du zu Lüneburg gegangen.

00:35:19: Hast aber noch weiter in Hamburg gewohnt.

00:35:22: Genau.

00:35:23: Du bist ja quasi aus deiner Gang in Hamburg raus, neues Team.

00:35:28: Ich stelle mir das krass schwierig vor, da dann Anschluss zu finden, wenn man nicht auch da wohnt, dass man nicht sagt, ey, Jungs, komm, wir gehen nach dem Training noch mal ins Ofen oder was auch immer.

00:35:36: Wie hast du da Anschluss gefunden?

00:35:38: Ja, ist eine gute Frage.

00:35:39: Also ich bin jetzt schon jemanden, den du irgendwo aussetzen

00:35:41: kannst und ich komm klar.

00:35:42: Also ich lerne Leute kennen und ich,

00:35:45: wenn ich muss, dann...

00:35:47: Befreund ich mich auch mit denen.

00:35:48: Also ich habe gerne mein Umfeld, aber ich lerne auch neue Leute kennen

00:35:51: und bin da jetzt nicht zu schüchtern für oder

00:35:57: so.

00:35:57: Ich habe durch das letzte A-Jugendjahr, in der wir, ich glaube, wir haben eine Niederlage einunentschieden, sonst

00:36:01: nur Siege.

00:36:02: Das

00:36:02: hat natürlich

00:36:02: dann auch

00:36:03: so ein bisschen medial in Hamburg und Umfeld so

00:36:06: ein bisschen die Welle

00:36:07: geschlagen.

00:36:07: Ich sage ja, dann kamen so ein paar Anfragen und ich war eben Kapitän der Mannschaft.

00:36:14: Ich war auch einer der wichtigen Spieler der Mannschaft.

00:36:16: Und dementsprechend wurde auch Interesse an meiner Person

00:36:19: groß, aber das hat sich eher

00:36:20: auf Hamburg und den höheren Amateurbereich,

00:36:22: also Verbands, also fünfte, vierte Liga so beschränkt.

00:36:29: Und dann kam aber über Kontakte auch von dem

00:36:31: besagten Jugendtrainer

00:36:32: und einem Co-Trainer, der heute im Sportanalismus arbeitet, kamen Kontakt

00:36:39: zum SV-Mappen.

00:36:40: Zweite Liga damals.

00:36:42: Wolfgang Rolf,

00:36:43: Trainer.

00:36:43: Die

00:36:44: haben mich eingeladen

00:36:45: zum Probetraining,

00:36:46: weil ich eben so auffällig war, eine Woche mal Probetraining

00:36:48: machen wollte.

00:36:49: Klar, zwei Liga musste ja machen.

00:36:52: Vorher so bei Oberligisten

00:36:53: gesagt, nee, ich will gar nicht.

00:36:54: Das ist mir zu hoch, dann sitze

00:36:55: ich nur auf der Bank.

00:36:56: Aber mit zwei

00:36:56: Liga, da musste

00:36:57: er probieren.

00:36:57: Also das ist ja dann live changing opportunity.

00:37:01: Und dann bin ich dahin, hab dann eine Woche trainiert.

00:37:03: Das war auch ganz gut.

00:37:04: Und die haben auch gesagt, eigentlich gerne, aber die waren Richtung Abstieg.

00:37:08: Wolfgang Wolf, der später einen Bremen, der Co-Trainer von Thomas Schaffer.

00:37:13: Also da schließt sich dann auch wieder so ein kleiner Kreis.

00:37:15: Hat damals zu mir gesagt, wir würden das eigentlich machen.

00:37:19: Aber du bist in der Ausbildung, du lebst in Hamburg.

00:37:21: Und das alles jetzt aufgeben für Drittliga-Fußball, wenn wir absteigen, wäre ein bisschen zu

00:37:25: viel.

00:37:25: Und sie sind tatsächlich abgestiegen in dem Jahr.

00:37:27: Insofern hat sich das zerschlagen.

00:37:29: Aber auch das hat wieder medial dafür gesorgt, dass andere

00:37:33: höherklassige Vereine und in Hamburg eben Interesse an mir hatten unter anderem Lüneburger SK.

00:37:38: Krass.

00:37:40: Und dritte Liga.

00:37:40: So, und da habe ich gesagt, okay, dritte

00:37:42: Liga.

00:37:43: Ja, ist eigentlich auch gut.

00:37:44: Und es ist bei Hamburg, ich muss nicht umziehen.

00:37:46: Das ist zwar eine Fahrerei, aber irgendwie kriege ich das hin.

00:37:48: Und dann bin ich da auch hin

00:37:51: zum Probetraining

00:37:51: mit meinem damaligen Trainer

00:37:53: aus der Jugend

00:37:54: hingefahren.

00:37:55: Ich glaube, ein oder zwei Trainingsseinheiten haben die gesagt,

00:37:57: wir wollen, dass du hier unterschreibst.

00:37:59: Mein Trainer, das alles verhandelt.

00:38:00: Ich habe keine Ahnung gehabt.

00:38:02: Da habe ich gesagt, okay, machen wir.

00:38:03: Und dann habe ich...

00:38:04: Drittliga-Fußball gespielt.

00:38:06: Du hast ja auch mit Ralf Süver zusammengezogen,

00:38:07: oder?

00:38:08: Genau.

00:38:08: Ja, Ralf Süver.

00:38:08: Es hat

00:38:09: über zwei Hundert Spiele für die Eintracht gemacht, war bei Sankt Pauli, war aber auch, glaube ich, so zwanzig Jahre älter sowas rund um den Weg.

00:38:15: Ja,

00:38:16: ja, also, ja.

00:38:17: War der so ein bisschen der Papa da in der Gruppe, oder?

00:38:20: Der war, das kann man

00:38:23: schon sagen.

00:38:23: Also,

00:38:23: wir hatten einige, ne?

00:38:24: Da

00:38:24: war Ricardo Baich auch so

00:38:27: ein... Profi

00:38:28: FSV Frankfurt, auch mal HSV, Marinos Bester, HSV und Werder Bremen.

00:38:32: Das waren alles so ältere Hautdegen, die da waren, die aber eben auch schon mal Profis waren und jetzt aber noch in der dritten Liga da ein bisschen gekickt haben.

00:38:41: Es war natürlich für mich super, weil

00:38:43: alle auf ihre Art und Weise haben wir dann schon auch geholfen, ob das nun durch die harte Schule war oder eben durch wirklich, hey, denk mal, mach mal dies und mach mal das,

00:38:54: wirklich

00:38:54: auf verschiedene Art und Weise.

00:38:55: Das war für mich

00:38:56: Ich glaube, ein richtig gutes

00:38:58: Nest, um Flüge

00:39:00: zu werden,

00:39:01: wie man

00:39:01: so schön sagt.

00:39:02: Du bist dann aber mit Ossener Brück und Paderborn quasi so geografisch, wenn man sich mal auf die Landkarte anschaut, immer so ein bisschen weiter Richtung Süden gewandert nach deiner Station bei Lüneburg.

00:39:11: War das dann auch mal gut, so aus dem Nest mal rauszukommen?

00:39:14: Ja,

00:39:15: genau.

00:39:16: Ich war drei

00:39:16: Jahre in Lüneburg, habe

00:39:17: aber zu Hause gewohnt.

00:39:18: Ich bin ja immer auf der Ladefläche von meinen Mannschaftskollegen,

00:39:23: weil ich noch kein Auto hatte im ersten Jahr.

00:39:25: Zumindest

00:39:27: immer mitgefahren.

00:39:28: Das darfst du

00:39:28: heute auch keinem mehr erzählen.

00:39:29: Über Autobahn und

00:39:30: so was.

00:39:30: Aber naja, es ist alles gut gegangen.

00:39:34: Und bin dann nach den drei Jahren wirklich auch ausgebrochen

00:39:38: aus der Komfortzone.

00:39:39: Also nicht nur ein Verein gewechselt und mal was Neues und der Jüngste sein, sondern auch raus

00:39:45: von zu Hause.

00:39:46: War dann mittlerweile

00:39:47: zwanzig, zweitausend.

00:39:49: Ja, fast,

00:39:49: naja, ich war.

00:39:51: Ich

00:39:52: bin nach Osnabrück gezog

00:39:54: nach Lüneburg und war sportlich auch ein neuer

00:39:57: Schritt.

00:39:57: Das war eine Mannschaft, die gerade aus der zweiten

00:39:58: Liga abgestiegen ist, also gleiche Liga.

00:40:03: Aber eben doch ein Club mit anderen

00:40:04: Ambitionen, weil eben schon Profi erfahrt.

00:40:07: Und bin

00:40:07: dorthin gewechselt und eben auch von zu

00:40:09: Hause ausgezogen.

00:40:10: Ich weiß noch, was für ein Abenteuer das war.

00:40:11: Erste eigene Wohnung, mehr oder weniger eigentlich nur ein Apartment.

00:40:16: Ein Zimmer-Apartment mit so einer kleinen Küchenzeile in der

00:40:19: Einwecke.

00:40:20: So ungefähr, nicht ganz so schlimm, aber ungefähr.

00:40:23: Aber es war

00:40:24: vielleicht auch ein wichtiger Schritt, um einfach so... als Mensch und als Mann auch sich weiterzuentwickeln.

00:40:30: Und

00:40:31: das hilft natürlich dann auch auf dem Fußballplatz.

00:40:32: Wenn du nicht mehr

00:40:33: der Junge bist, der von

00:40:34: Mutti zu Hause alles kriegt, sondern auch selbstständiger im Leben sein muss, hilft dir das wahrscheinlich auch im Fußball, oder so habe ich das

00:40:40: zumindest empfunden.

00:40:41: Und

00:40:42: war auch ein ganz, ganz wichtiges, wenn nur ein Jahr, aber ein ganz wichtiges

00:40:45: Jahr noch so ein Volt für

00:40:46: mich.

00:40:47: Du hast den Sprung... in den Profifußball dann ja erst relativ spät geschafft, mit Mitte zwanzig.

00:40:53: Heutzutage würden ja alle dich mit Mitte zwanzig schon abschreiben.

00:40:56: Warum war das aber damals für dich der richtige Weg?

00:40:59: Ja gut, erst mal muss man sagen, war damals und ich war dreiundzwanzig, als ich in die zweite Liga gewechselt bin.

00:41:05: Das war damals jetzt noch nicht super spät.

00:41:07: Der Weg davor war relativ unauffällig.

00:41:10: Das war ungewöhnlich.

00:41:10: Das war so, dass ich

00:41:12: nie irgendwo wirklich aufgetaucht bin in irgendeiner Auswahl, in irgendeiner Jugendnationalmannschaft.

00:41:16: Und trotzdem mit der XXII in der II.

00:41:17: Liga spielen.

00:41:18: Das war außergewöhnlich.

00:41:19: Das Alter

00:41:20: nicht so wirklich, weil damals es gab Poldys, es gab Schweinys,

00:41:24: es gab

00:41:25: Philipp

00:41:25: Lahm.

00:41:27: So ein paar Ausreißer gab es, aber nicht viele.

00:41:29: Also wirklich Handverlesen, die schon sehr früh

00:41:32: in der Bundesliga oder im Profibereich

00:41:34: auch wirklich stattgefunden haben.

00:41:36: Und insofern war das zwar nicht früh, aber es war jetzt auch nicht besonders spät.

00:41:41: Und jetzt habe ich schon wieder vergessen, was die eigentliche Frage war.

00:41:44: Warum es trotzdem richtig für dich war, dass es so war?

00:41:48: Ich glaube, mein Weg davor hat mir viele Lehren

00:41:52: einfach gegeben.

00:41:53: Erstens, mir ist nichts zugeflogen, also weder in der Jugend, und das soll jetzt gar nicht heißen, dass anderen alles in den Schoß gelegt wird oder so,

00:42:00: aber ich musste mir... Auch alles irgendwie arbeiten musste auch

00:42:03: merken, dass es

00:42:04: nicht immer nach vorne geht und musste auch merken, dass nicht immer alles

00:42:08: vor allen Dingen so geht, wie man sich das vorstellt.

00:42:10: Und ich

00:42:11: glaube, das ist eine Schule nicht nur für Fußball, sondern

00:42:13: fürs Leben.

00:42:15: Und auch diese fünf

00:42:16: Jahre in der dritten Liga

00:42:19: in Osnabrück war

00:42:19: es am Ende Ärger mit dem Trainer,

00:42:21: sonst wäre

00:42:21: ich vielleicht schon zu Sampauli in dem Jahr gewechselt.

00:42:24: Aber

00:42:24: dann hat er das blockiert und ich war ja noch unter Vertrag durfte also

00:42:27: nicht nach oben wechseln, sondern nur in der Liga bleiben.

00:42:30: Also eine Themen.

00:42:32: waren schwierig

00:42:33: zu

00:42:33: ertragen, aber haben mich vielleicht auch als Menschen so ein bisschen gestärkt.

00:42:38: Und deswegen, glaube ich, war das alles gut, so wie es war.

00:42:40: Und es war genau der richtige Zeitpunkt, um dann im Bielefeld aufzutauchen, eine Mannschaft, die auch gerade aus der Ersten Liga abgestiegen ist.

00:42:46: Also ich habe mit denen verhandelt, da waren sie in Erstligis.

00:42:49: Für mich war es aber fast das Beste, was passieren konnte, dass sie abgestiegen sind.

00:42:53: Dadurch sind Plätze frei geworden.

00:42:54: Ansgar bringt man unter anderem das weggegangen, der ja meine

00:42:56: Position

00:42:57: eigentlich inne hatte.

00:42:58: Und ich hatte einen Freifahrtsschein

00:42:59: oder zumindest eine recht

00:43:01: offene Spur, auf der ich mich bewegen konnte.

00:43:04: Also es war alles

00:43:05: richtiges Timing und der richtige

00:43:07: Weg, weil es

00:43:08: genau da war, wo ich sein sollte, zum richtigen

00:43:11: Moment.

00:43:12: Wer nun Müllmann war, dass er dich damals gebetet hat, oder?

00:43:14: Was glaubst du, hat er damals in dir gesehen?

00:43:17: Ich glaub, er hat schon gesehen, dass da ein junger Spieler ist, der gute körperliche Voraussetzungen hatte, Dynamik hatte, der ... Der Spiel versteht,

00:43:27: der bereit ist aber auch zu arbeiten.

00:43:29: Er hat

00:43:29: mir irgendwann, er war ja nur bis zum Frühjahr

00:43:31: da, dann wurde er ersetzt, nachher Uwe Rappolder, hat er mir immer gesagt, du arbeitest zu viel

00:43:37: nach hinten, du bist Offensivspieler, lass das.

00:43:40: Aber trotzdem glaube ich, ich glaube damals war das, er hat gesehen, er will arbeiten, also der will was machen und rot sieht nicht aus.

00:43:51: letzten Endes, klar, muss ihm gefallen, wie das aussieht, wenn du dich bewegst, was du machst, die Ideen, die du hast und umsetzt.

00:43:58: Das wird er sich angeguckt

00:43:59: haben, gemeinsam mit Tommy von Hesen, dem Manager damals, und

00:44:02: dann haben sie gesagt, ja, der könnte uns gut tun.

00:44:04: Insbesondere

00:44:05: wenn Ansgar Bringmann

00:44:06: weggeht,

00:44:07: der auch so

00:44:08: ein, also nicht auch, ich bin nicht Typ Ansgar Bringmann und Schnickschnack und so was,

00:44:13: aber irgendwie ein bisschen... bisschen freigeist

00:44:17: und

00:44:18: fröhlich auch und positiv, aber bisschen verrückt auch.

00:44:21: Und den durfte ich dann ersetzen.

00:44:23: Und wie gesagt, Beno

00:44:24: hat

00:44:24: mir damals gesagt,

00:44:26: mach nicht so viel nach hinten, aber nach vorne kannst du machen, was du willst.

00:44:29: Und hat mich sofort

00:44:30: von alleine gelassen

00:44:30: und war für mich auch, also

00:44:32: in der Reihe der wichtigsten Trainer, ich mach dann ungern Ranking,

00:44:35: aber sehr, sehr wichtig für mich, weil er mir

00:44:37: eben einfach die Möglichkeit

00:44:38: gegeben

00:44:39: hat, mich da völlig auszutoben.

00:44:43: Also Alm ist ja krass sagen, umwogen, die Stimmung auf der Alm.

00:44:46: Weißt du noch, was du für ein Gefühl hattest, als du das erste Mal aufgelaufen bist?

00:44:52: Das Gefühl,

00:44:52: ja, ich überlege gerade was.

00:44:54: In der zweiten Liga war es gegen

00:44:56: Oberhausen, glaube ich.

00:44:58: Und ich glaube, wir haben sogar verloren am

00:44:59: Ende, oder was denn?

00:45:00: Unentschieden, ich weiß es nicht.

00:45:01: Und trotzdem war es für mich natürlich mega, einfach da in so einem

00:45:05: Profistadion mal zu spielen.

00:45:08: in einem Profi-Wettbewerb,

00:45:10: Fernsehen so richtig, da nicht nur für die hier Nord-Drei-TV-Sender oder keine Ahnung, was das war, Niedersachsen-Drei, sondern wirklich

00:45:19: für bundesweites Fernsehen,

00:45:21: was zum Teil wirklich viele Menschen in Deutschland

00:45:25: geguckt haben.

00:45:26: Das war ein ganz erhabenes Gefühl und ganz toll und ich durfte von Beginn an spielen.

00:45:30: Und ich war ... Stolz wie Oscar, ich weiß noch,

00:45:35: ein guter Freund, der für mich dann auch immer in der späteren Entscheidung und Karriere noch ein wichtiger Punkt war, Otto Addo, der auch bei Borussia Dortmund gespielt hat, jetzt Nationaltrainer von Ghana war im

00:45:47: Stadion.

00:45:48: Es war für mich ein ganz, ganz toller Tag, Sonne natürlich, war Sommer, ist klar.

00:45:54: War

00:45:54: mega.

00:45:55: Ich habe eine riesen Chance vergeben, das weiß ich auch noch.

00:45:57: Also ein Freistaustrick, den wir einstudiert hatten, der hat eigentlich geklappt, nur ich habe ihn nicht eingeschossen.

00:46:01: Und das war eigentlich voll blöd.

00:46:04: Aber ich weiß, dass es ein mega, mega Gefühl war und ich richtig

00:46:07: stolz war, Profi zu sein.

00:46:09: Also das war so, jetzt bin ich Profi, weil vorher habe ich trainiert als Profi

00:46:12: in der Profimannschaft, aber

00:46:14: jetzt habe ich ein Profispiel gemacht und damit bist du Profi.

00:46:16: Und so auf und abstiegsmäßig, Fahrstuhlmäßig, wie Aminia Bielefeldt unterwegs war, da seid ihr dann... Das war diese

00:46:24: Saison, in der wir direkt wieder hoch sind.

00:46:26: Also wie gesagt, sie waren es sehr vorabgestiegen.

00:46:29: Dann sind wir hin.

00:46:30: Es war ein ganz schwieriger Song.

00:46:32: Wir standen, ich glaube, wir waren in der Winterpause Platz neun oder zehn.

00:46:36: Oder zum Trainerwechsel waren wir Platz neun oder zehn.

00:46:38: Dann am Ende Januar,

00:46:41: Anfang Februar,

00:46:43: hatten wir mit dem Aufstieg nichts zu tun.

00:46:44: Und dann kam Uferapolda,

00:46:46: der als Colerica und Schreihalz bekannt war.

00:46:49: Und

00:46:49: mittlerweile hatte ich ja dann schon ein halbes Jahr richtig ordentlich gespielt und hatte auch einen Standing in der Mannschaft und bin zum Manager.

00:46:54: Ich habe gesagt, man kann sich so einen Schreihalz holen.

00:46:57: Also fast noch gemäutert.

00:46:58: Und dann sagt er auch noch zu mir, ich soll jetzt auch einmal Defensiv spielen.

00:47:01: Also ich wollte gar nicht mit ihm zusammen.

00:47:03: Da war wirklich Schluss mit Lustig.

00:47:04: Und dann sagt er noch was.

00:47:08: Und das ist ja, man muss ja dann wirklich sagen... Der wusste ja, wovon er spricht, der Uwe.

00:47:14: Der war zwar, wie gesagt, sehr selbstbewusst und hatte

00:47:16: seine

00:47:17: Eigenheiten und seine Macken.

00:47:19: Aber er kam und hat nicht nur zu mir gesagt, mach das und dann kann aus dir richtig was werden.

00:47:24: Er hat auch gesagt, wir können noch aufsteigen.

00:47:26: Dann

00:47:26: haben wir ihn auch alle angeguckt.

00:47:28: Wir sind neunter, wir mussten auf Gehalt verzichten in dem Jahr.

00:47:31: Es

00:47:33: lief nichts.

00:47:33: Der Trainer wird gefeuert.

00:47:34: Jetzt kommt

00:47:34: der Neue, stellt

00:47:35: sich

00:47:35: hierhin und sagt, wir steigen

00:47:36: auf.

00:47:37: Wenn wir zwei Punkte pro Spiel

00:47:39: holen.

00:47:39: Hast

00:47:41: du Lack gesoffen?

00:47:41: Ja.

00:47:43: Aber Fakt ist auch, in den nächsten, ich glaube zwölf Spielen, haben wir neun

00:47:45: gewonnen.

00:47:46: Eins verloren und

00:47:47: eins unentschieden.

00:47:48: Und noch eins unentschieden.

00:47:50: Es war Wahnsinn.

00:47:51: Es war

00:47:51: einfach eine Entwicklung, die das Ganze genommen hat.

00:47:53: Persönlich, aber auch für uns als Mannschaft.

00:47:56: Und wir sind dann aufgestiegen am Ende des Jahres mit Mainz und Nürnberg,

00:48:04: glaube ich.

00:48:04: Und dann kam auch der Anruf vom DFB, oder?

00:48:09: Genau, also wir sind aufgestiegen.

00:48:11: Somit war ich jetzt Erstligerspieler

00:48:15: und

00:48:16: habe dann eine gute Hinrunde gespielt, Tore geschossen.

00:48:21: Wir haben andere Formationen gespielt, ich habe ein bisschen weiter hinten gespielt, nicht mehr wie dieser Flügelstürmer, sondern jetzt im Wechsel, im Mittelfeld oder hinten rechts, also im ständigen Wechsel.

00:48:29: Hast

00:48:29: du

00:48:29: kimmig gemacht?

00:48:32: Und dann kam tatsächlich zum Dezember, es kam im Herbst, da kam der Anruf von Nigeria,

00:48:37: das war das erste.

00:48:38: Die hatten schon

00:48:38: mal in der zweiten Liga angefragt,

00:48:40: aber ich habe gesagt, das alles wirkte ein bisschen dubios.

00:48:43: Dann kam es nochmal im Herbst und ich musste aber klären, ob ich überhaupt

00:48:48: die eingetragene Nigerianische Staatsangehörigkeit habe, weil, wenn nicht, hätte

00:48:52: ich damals meinen

00:48:53: deutschen Pass abgeben müssen, wenn ich den Nigerianischen genommen hätte.

00:48:56: Und

00:48:57: das wollte ich natürlich nicht, weil der Deutsche

00:48:59: Pass jetzt doch

00:49:00: ein bisschen stabiler ist als der Nigerianische und macht Dinge ein bisschen leichter in der Welt.

00:49:05: Und während ich in dieser Klärung war, sind viele Dinge passiert, die eben nicht hilfreich waren, also sowohl bei den Nigerianischen Botschaften in Berlin wollte man mir nicht so helfen.

00:49:16: Vom Verband aus Nigeria war das auch relativ,

00:49:18: ja also ich wurde nicht

00:49:19: allein gelassen, aber es war alles ein bisschen

00:49:21: schwierig und hat gedauert.

00:49:23: Und je länger das gedauert hat, Es hat halt so lange gedauert, dass auf einmal der Anruf

00:49:29: oder die ersten

00:49:30: Geräusche kamen, auch vom

00:49:32: Rapolder,

00:49:32: ich glaub, die Deutschen

00:49:33: gucken hin.

00:49:34: Muss mal ein bisschen warten.

00:49:36: Ich hab gesagt, er hat sie doch nicht alle.

00:49:38: Ich spiel grad vier Monate erste Liga und der sagt mir, die Deutschen gucken hin.

00:49:42: Das konnt ich mir bei Scott nicht vorstellen.

00:49:45: Aber dann kam der Anruf Ende November.

00:49:48: Nehmen wir uns in diesen Anruf mit rein.

00:49:49: Wir wollen's wissen.

00:49:50: Nehmen wir uns mit rein.

00:49:51: Also es ist tatsächlich so, dass ... Der Trainer weiß es auch und der hat dann schon gesagt, ja

00:49:56: du kriegst einen Anruf irgendwann.

00:49:57: Und das war Anfang Dezember oder so ein Christian Anruf und nur, dass du Bescheid warst.

00:50:03: Und trotzdem glaubst du es nicht.

00:50:04: Auch wenn er dir sagt, doch, der wird dich anrufen.

00:50:06: Trotzdem glaubst du es nicht und dann ist ja immer noch nicht klar, was das bedeutet.

00:50:09: Also sagt

00:50:09: er, wir gucken hin oder was sagt er

00:50:11: dann?

00:50:12: Ja, dann rief

00:50:14: Jürgen Klins mal mich an

00:50:15: und hat gesagt,

00:50:16: super, wie das alles gelaufen ist.

00:50:18: Tolles Jahr gespielt.

00:50:19: Wir beobachten nicht schon länger.

00:50:21: Und das ist halt wirklich ... Total surreal, weil du da sitzt und denkst, das ist Jürgen Klinsmann, das ist der Trainer.

00:50:26: Ich war eben noch,

00:50:27: also ich war, ich war achtzehn Monate vorher,

00:50:30: siebzehn Monate vorher.

00:50:30: zu dem Zeitpunkt, war ich noch Drittligerspieler.

00:50:33: Und jetzt ruft die Jürgen

00:50:34: Klinsmann an und sagt, er beobacht

00:50:35: dich schon eine lange Zeit

00:50:37: und findet das toll, was du machst und würde dich gerne mitnehmen auf die ASEEN-Reise.

00:50:42: Ja, und dann bin ich,

00:50:43: weiß nicht, wann das war.

00:50:45: Ich glaube, am

00:50:46: fünften, vierzehnten Dezember, mit all

00:50:49: diesen anderen Menschen, Treffpunkten in Frankfurt, in irgendeiner Mutter.

00:50:53: Ich weiß nicht mehr, welches es war.

00:50:54: Und dann waren da wie gesagt, Oli Kahn, Michael Ballak, wie sie alle heißen.

00:50:59: Das war ja in Japan dein erstes Spiel, gegen Japan, Freundschaftsspiel.

00:51:02: Ich hab mir das mal rausgeschrieben, damit man weiß, mit wem du da gekickt hast.

00:51:06: Er war in der Startelf, standen Miroslav Klose, Lukas Podolski, Michael Ballak, Gerhard Asamoa.

00:51:12: Bernd Schneider, Pär Merthesacker und Kahn.

00:51:16: Was geht denn in einem Ab... Vor allem, du hast gerade gesagt, kurz davor noch dritte Liga auf einmal, klar, mit den Jungs dann auf... Du musst ja durchgedreht sein.

00:51:24: Ich bin tatsächlich erinnerlich durchgedreht.

00:51:26: Also, das Lustigste war eigentlich, ich bin in Frankfurt in diesem Hotel

00:51:29: angekommen.

00:51:29: Ich

00:51:29: weiß, mit Bielefeld hatten wir das letzte Spiel gegen Wolfsburg und... Aus.

00:51:34: Wolfsburg ist mit mir im Shuttle nach Frankfurt dann gefahren.

00:51:36: Ich glaub, der Jens, der als Dritter oder Vierter Torwart mitgefahren ist,

00:51:40: der war noch dabei.

00:51:41: Also noch zwei Kandidaten haben sich irgendwie da getroffen und sind mitgefahren.

00:51:46: Und wir kommen in Frankfurt an und ich komm da rein

00:51:51: und dann ist da, wie gesagt, Kahn, Balak und die trifst dann

00:51:54: irgendwie auf dem Flur oder beim

00:51:55: Restaurant.

00:51:56: Ich wusste ja gar nicht, wie ich mich verhalten soll.

00:51:58: Ich war kurz davor,

00:52:00: Oli Kahn

00:52:00: zu siezen.

00:52:01: Weil für mich war das sehr so eine Lichtgestalt,

00:52:04: das deutsche

00:52:04: Fußball.

00:52:05: Aber ich bin jetzt ein Mannschaftskollege.

00:52:07: Und das Lustigste war, es gab damals ein Physio, den Adi, wie hieß der mein Nachnamen?

00:52:16: Da komme ich jetzt aus Frankfurt.

00:52:19: Ich komme jetzt nicht nach.

00:52:20: Aber er hieß nur Adi und stellte sich jetzt Adi vor.

00:52:22: Mein kleiner

00:52:23: Mann,

00:52:23: graue Haare, ziemlich alt.

00:52:25: Also war schon

00:52:25: wirklich Ende der Sechziger, Anfang der Sechziger.

00:52:29: Und ich hatte ja wirklich von Tuten um Blasen keine Ahnung.

00:52:32: Und mir wurde ein Addy vorgestellt, der ziemlich alt war, habe ich erst mal gefragt, ist das

00:52:36: Addy Daslar?

00:52:38: Habe ich dann gefragt, haben wir natürlich gelächtergroß.

00:52:40: Der

00:52:41: Bro von Addy

00:52:41: Daslar.

00:52:41: Große, große, große Bildungslücke war mir gewesen, aber ja, es war

00:52:45: für mich total absurd.

00:52:47: Wie gesagt, das war alles sehr, sehr, sehr groß für mich und sehr, sehr... Ja, bedeuten.

00:52:54: und dann, weißt du, dann hast du ein Zimmer, da liegen dann auf einmal Sachen vom Feinzen schon bereitgelegt in deiner Größe und neue Fußballschuhe, weil wir mussten ja damals noch dann Adidas immer tragen, egal was wir im Verein getragen haben.

00:53:06: Und Koffer für die Reise, nagelneue Koffer von der großen Marke und so weiter.

00:53:11: Es war

00:53:12: für das Kind aus der Lennsiedlung, der nie was hatte

00:53:15: und

00:53:15: gefühlt,

00:53:16: also das war jetzt nicht nur die achtzehn Monate, ein paar Jahre davor wurde sie auch schon anders, aber Auf einmal stehst du da im Kreis der deutschen Nationalmannschaft mit diesen großen Gestalten des Fußballs und die wird alles hinterhergetragen.

00:53:28: Das war unfassbar.

00:53:29: Wir haben dich die Jungs aufgenommen?

00:53:31: Ja, super.

00:53:32: Also das muss man sagen.

00:53:33: Ich glaube, du hast als Spieler auch ein Gespür dafür.

00:53:39: Also wird ja auch diskutiert im Fernsehen und sowas.

00:53:41: Wenn du ein gutes halbes Jahr in der Bundesliga spielst, dann wäre auch mal einer und dies und das.

00:53:44: Und das

00:53:45: hören die ja auch.

00:53:45: Und dann, wenn man sich auf den

00:53:47: Platz trifft, dann so, ja, also wird dann schon so ein bisschen... Man merkt, dass man vielleicht bald zusammengehört

00:53:54: oder so.

00:53:54: Dementsprechend ist man dann, also ich sag jetzt mal, die Gockel jeder Mannschaft, die haben dann schon zueinander auch einen anderen Draht.

00:54:01: Das seien die, die können sich gar nicht leiden oder

00:54:03: so.

00:54:03: Aber

00:54:03: ansonsten ist das dann so, das heißt so mit Gerard Assamore oder so, da gab es dann schon mal so Kontakte als Gegenspieler und dann wird geflachst und man ist dann auf einer, auf Augenhöhe, auch wenn sich das für mich nie so angefühlt

00:54:13: hat, weil ich, wie gesagt,

00:54:14: der kleine Owo aus der Lentsiedlung war.

00:54:18: Aber ich wurde super aufgenommen.

00:54:20: Ich hatte eine tolle Reise.

00:54:21: Ich habe gleich im ersten Spiel von Beginn gespielt.

00:54:23: Ich glaube, im zweiten

00:54:24: auch noch.

00:54:25: Eigentlich sollte man nur zwei Spiele.

00:54:27: Es gab mehrere.

00:54:28: Auch Hinkel war noch dabei auf meiner Position.

00:54:30: Und so sollte man eigentlich nur zwei Spiele.

00:54:31: Ich habe dann im dritten in Thailand auch noch gespielt, aber reingekommen, was sich einer, glaube ich, was getan hat.

00:54:36: Aber es war super.

00:54:37: Und dieses Gefühl neu

00:54:38: dabei zu sein,

00:54:39: aber direkt als Stammspieler

00:54:40: eingesetzt zu werden,

00:54:41: war natürlich auch richtig

00:54:43: gut.

00:54:43: Was hast du dir bei den Jungs so vom Mindset her abschauen können?

00:54:48: Also in der Menge, das war unfassbar.

00:54:52: Selbstbewusstsein ist immer ein riesen, riesen Ding.

00:54:54: Und gerade bei den Spielern, die eben ganz oben sind, wie Nolly Kahn oder Michael Balak oder Miro Klose, diese pure

00:55:02: Überzeugung

00:55:03: davon, was man kann und wie gut man ist, das ist etwas, was ich dann im ersten

00:55:08: Moment eigentlich

00:55:09: gar nicht hatte.

00:55:11: zumindest nicht auf dem Niveau.

00:55:12: Also

00:55:13: in meinem

00:55:13: Bielefeld.

00:55:14: damals war ich natürlich

00:55:15: auch sehr selbstbewusst im Training und in unseren Spielen.

00:55:19: Aber dann kommst du halt in so einen Kreis und das ist nochmal anders.

00:55:21: Und da war ich natürlich so, jetzt muss ich mich erstmal beweisen.

00:55:24: Und die haben aber eine pure

00:55:26: Überzeugung

00:55:27: ausgestrahlt.

00:55:27: Und wenn die

00:55:28: dich da mitnehmen

00:55:29: oder die dir dann sagen, das war gut, dann wächst das in dir auch.

00:55:33: Und das ist, glaube ich, etwas, was ich lernen

00:55:36: konnte

00:55:37: von denen oder mir

00:55:38: abgeguckt habe.

00:55:39: Ansonsten... Ich glaube, bei mir war es immer so, dass du mit den Aufgaben auch gewachsen bist.

00:55:46: Und wenn um dich rum alles

00:55:47: schwieriger oder besser wurde,

00:55:49: dann habe ich mich da auch angepasst.

00:55:52: Und das hat mir schon geholfen, einfach zu sehen, wie die manche Dinge, manche Situationen

00:55:57: auch auf dem Platz

00:55:59: handeln.

00:56:00: Und dann habe ich das versucht, zu adaptieren.

00:56:03: Das war ja eigentlich voll die crazy Zeit bei dir.

00:56:05: Du bist von der Aminia.

00:56:08: Erst mal, ihr habt den Aufstieg gehabt, dann bist du in die Nation berufen worden.

00:56:11: Dann hat Werder noch angeklopft für die, die damals noch nicht geboren waren.

00:56:15: Das war ja echt einer der Top Clubs.

00:56:16: Die war ja immer so bei Top drei dabei.

00:56:18: Das war

00:56:18: Dortmund

00:56:18: quasi, bevor Dortmund

00:56:20: war.

00:56:21: Genau.

00:56:22: Das war ja eine richtige Aufwärtsspirale.

00:56:25: Denkst du heute darüber nach, dass das ... Gut, das war irgendwie Glück.

00:56:27: Da hat sich das irgendwie so ergeben.

00:56:29: Oder denkst du so, nee, das war schon irgendwie ... Das ist schon eine logische Kausalverkettung, die da passiert ist.

00:56:35: Also, es ist immer auch Glück.

00:56:37: Dabei, weil niemand oder andersrum, selbst wenn du

00:56:43: der beste Fußballer bist,

00:56:44: heißt das nicht, dass du den weitesten Weg machst im Fußball.

00:56:48: Du brauchst jemanden, der

00:56:50: im richtigen Moment hinguckt,

00:56:51: der im richtigen Moment jemanden braucht wie dich oder auf deiner Position und so weiter und so fort.

00:56:55: Du darfst ihn nicht verletzen.

00:56:57: Dies und das und jenes.

00:56:57: Er

00:56:58: gehört so viele Faktoren, die du eigentlich gar nicht so richtig beeinflussen

00:57:01: kannst.

00:57:03: Insofern Glück ist auch

00:57:04: immer Bestandteil

00:57:05: des Ganzen.

00:57:05: Und trotzdem... musst du ja was können, weil du kannst

00:57:09: dich mal irgendwo reinmogeln, aber dann fällt

00:57:10: auf, dass es eben zu hoch war.

00:57:13: Insofern glaube ich schon,

00:57:15: dass mit den

00:57:16: fünf

00:57:16: Jahren in der dritten Liga eine Superbasis war für die zweite Liga.

00:57:22: Vielleicht war die zweite Liga auch schon nicht mehr groß genug.

00:57:26: Die Differenz zur dritten Liga war damals auch nicht mehr die große und in der

00:57:29: ersten Liga

00:57:32: Das war interessant, auch wie der Otto-Ado mir erzählt, in der ersten Liga ist manchmal einfacher Fußball

00:57:37: zu spielen.

00:57:37: Wenn du

00:57:38: Fußball verstehst, kommst du manchmal in der ersten Liga noch besser

00:57:41: zurechter als in der zweiten Liga.

00:57:42: Es gibt viele,

00:57:43: die sind in der zweiten Liga, hast du das Gefühl,

00:57:44: die können gar nichts.

00:57:45: Aber wenn die in der ersten Liga spielen würden

00:57:46: ... würden die auf einmal richtig cool kicken,

00:57:49: weil du hast mehr Zeit.

00:57:50: In der zweiten Liga ist alles physisch gewesen damals.

00:57:53: Da geht's rauf, keine Zeit, grätschen Attacke.

00:57:56: Da war

00:57:57: nur Kampf und Intensität.

00:57:58: Was eine gute Schule ist dann wieder und was du brauchst, um physisch

00:58:01: dann wieder

00:58:02: robust zu sein.

00:58:03: In der ersten Liga, was mache ich in welcher Situation?

00:58:06: Da wird mehr taktiert, da wird mehr nachgedacht.

00:58:08: Da geht's darum,

00:58:09: die richtigen Entscheidungen

00:58:10: zu treffen, nicht der schnellste,

00:58:11: das stärkste zu sein, sondern

00:58:12: die...

00:58:13: die schnellsten und bestenden

00:58:14: Entscheidungen zu treffen.

00:58:15: Und das war tatsächlich so.

00:58:16: Ich hatte

00:58:16: das Gefühl, ich kam aus der zweiten Niga und da lief es schon gut.

00:58:19: Ich kam in die erste Niga und es war irgendwie nicht entspannter, aber

00:58:21: es war so, oh cool, ist alles nicht mehr so...

00:58:24: So mehr rumtaktieren und nicht so krass nur auf diese Füße.

00:58:27: Es ist nicht

00:58:27: nur auf die Knochen und Ackern, sondern hier wird auch mal überlegt und schön gespielt und so was.

00:58:33: Und jetzt sage ich nicht, ich bin der super eleganteste und schönste Spieler.

00:58:35: Das nicht, aber es fühlte sich zum Teil tatsächlich...

00:58:40: Leicht, das ist ein

00:58:40: schwieriges Wort, das richtige Wort zu werden, aber es war total

00:58:44: cool.

00:58:44: Und

00:58:45: für mich war der Weg auch logisch, weil dritte Liga war super, zweite Liga, ja, ich musste

00:58:50: akkern, aber

00:58:50: es lief gut.

00:58:51: Also ich war einer

00:58:51: der besten Spieler in der zweiten Liga in dem Jahr.

00:58:54: Sonst hätte ich auch den nächsten

00:58:55: Spur, also sonst wären wir ja nicht aufgestiegen, nicht nur an mir, aber weil unsere Mannschaft gut war.

00:58:59: Der Dürrmann Buckley kam in der ersten Liga, wir waren noch in der zweiten... Ach, Isaac Boachy

00:59:03: und

00:59:03: so

00:59:03: zum Beispiel, er hat eine super Truppe, er hat mir Warte

00:59:06: und so weiter.

00:59:07: Und dann in der ersten Liga haben wir eine gute Rolle gespielt.

00:59:09: Es war

00:59:09: das Jahrhundertjahr, wir haben den Klassenhalt rechtzeitig

00:59:13: eingetütet,

00:59:14: also auch erstaunlich gute Saison gespielt.

00:59:17: Und da hatte ich auch schon einen deutlichen großen Anteil dran.

00:59:20: Dementsprechend war es schon klar, dass ich

00:59:21: vielleicht einen

00:59:22: weiteren Schritt mache.

00:59:23: Ich war jetzt Nationalspieler, musste natürlich gucken, dass du auch bei einer Mannschaft spielst, die dich da vielleicht mehr fordert, die vielleicht international spielt.

00:59:30: Und das war eben Bremen.

00:59:32: Die zwar eine große Nummer waren, aber

00:59:34: als deutsche Nationalspieler

00:59:35: eben auch nicht zu

00:59:36: groß.

00:59:37: Und dann war das für mich schon logisch.

00:59:40: Ihr wart ja echt ganz lange glaube ich oben mit dabei mit Bremen und am Ende war es dann, also man konnte eigentlich immer mit euch rechnen, am Ende waren es dann glaube ich fünf Punkte Unterschied zu den Bayern.

00:59:50: War das bitter für dich?

00:59:51: Nö.

00:59:54: Also, jetzt können wir wieder zurückspulen.

00:59:55: Du

00:59:55: bist ja schon da angekommen.

00:59:56: Nein, ich

00:59:57: spiele bei einer Mannschaft, die um die deutsche Meisterschaft überhaupt

01:00:00: erst mal mitspielt.

01:00:01: Nachdem es ein Jahr

01:00:01: davor bei einer Mannschaft war, die

01:00:02: über den Klassenhalt gespielt hat.

01:00:04: Ja, ich

01:00:04: war ein Nationalspieler und trotzdem

01:00:06: war das ja ein Riesenamt.

01:00:07: Fortschritt.

01:00:08: Das war genauso,

01:00:08: als wenn ich sagen würde, nach Bielefeld zu gehen,

01:00:11: nachdem die abgestiegen waren.

01:00:13: Obwohl ich als Erstligist quasi zugesagt hatte, dann steigen die ab, dass ich mich geärgert habe,

01:00:16: dass ich, nein, ich komme aus der Brittenliga, dann muss er immer gucken, von wo kommst du.

01:00:21: Und für mich war das immer ein Schritt nach vorne.

01:00:22: Ich bin von Lüneburg nach Osnabrück.

01:00:25: Selbe Liga,

01:00:26: aber

01:00:26: eine Mannschaft mit einer anderen Anspruch.

01:00:28: Da bin ich von Osnabrück zu Paderborn.

01:00:30: Das war das

01:00:30: erste Mal, wo ich gesagt habe, vielleicht musst du einmal einen Schritt zurückmachen,

01:00:33: um Anlauf nehmen zu können, um weiterzukommen.

01:00:36: Und trotzdem, wie sich das Jahr entwickelt hat, war das kein Rückschritt, sondern eher auch wieder ein Fortschritt.

01:00:39: Wir hatten eine tolle Mannschaft.

01:00:40: Roger

01:00:41: Schmidt damals, mein Mannschaftskollege, jetzt überall

01:00:43: schon Trainer war.

01:00:45: Markus

01:00:46: Krösche, jetzt verantwortlich, ist in Frankfurt mein Mannschaftskollege auch eine coole Truppe zusammen gehabt, privat.

01:00:54: Und dann gehst du eben nach Bielefeld, Zweite Liga.

01:00:56: Egal, ob du als Erstligistin geschrieben hast, Zweite Liga.

01:00:59: Fortschritt, Aufsteigen, Fortschritt.

01:01:01: Nach Bremenwechsel, Fortschritt.

01:01:03: Zweiter, dritter, zweiter,

01:01:04: glaube ich, waren wir in den drei Jahren, wo ich da war.

01:01:07: Super.

01:01:07: Also Champions

01:01:08: League gespielt.

01:01:09: Obwohl, ich dachte, ich spiele

01:01:10: Europa League.

01:01:12: Ich habe zugesagt, da war es UEFA

01:01:13: Cup, hieß es damals noch.

01:01:14: Da habe ich unterschrieben.

01:01:15: Und dann haben Sie am letzten

01:01:16: Spieltag

01:01:16: mit Berlin irgendwie den

01:01:18: Platz getauscht und auf einmal waren wir mit Champions

01:01:20: League Qualifikant.

01:01:21: Und ich spiele

01:01:23: Champions League Qualifikation

01:01:24: gegen Basel und wir qualifizieren uns.

01:01:25: Und mein allererstes Champions

01:01:26: League Spiel ist gegen Ronaldinho

01:01:28: und Barcelona in Weserstadien.

01:01:30: Wie soll ich am Ende des Jahres jetzt sagen, als er bedurft, dass wir nur zweiter

01:01:34: sind?

01:01:34: Was

01:01:34: war das für ein Gefühl?

01:01:36: Das ist ja wirklich

01:01:37: top

01:01:38: of the top.

01:01:41: Ich habe zum Glück auch nie wirklich nach hinten geguckt oder gesagt, ich

01:01:44: gucke jetzt mal, wo bin ich eigentlich gelandet, sondern ich habe gemacht, das lief.

01:01:49: Bis zur ersten großen Verletzung, also sprich mal im zweiten

01:01:51: Jahr im Bremen, wo dann wirklich einmal

01:01:53: auf Stopp gedrückt wurde,

01:01:55: halb bis Jahr oder sieben Monate war ich raus.

01:01:57: Und dann fing ich an, auch mal zu reflektieren, auch

01:01:59: mal nachzudenken,

01:02:00: was eigentlich alles passiert ist.

01:02:02: Und natürlich auch über meine private oder meine persönliche Situation, weil ich eben diese Verletzung hatte.

01:02:07: Aber bis dahin habe ich alles mitgenommen.

01:02:08: Also

01:02:09: von dem Moment,

01:02:11: als ich nach Bielefeld

01:02:12: gegangen bin,

01:02:13: bis nach dem ersten Jahr in Bremen, war das einfach nur ein

01:02:18: Rausch.

01:02:19: Dann kam irgendwann aber der Punkt als Clemens Fritz dann

01:02:22: auf

01:02:23: deiner Position.

01:02:25: Warst du dann jetzt so rückblickend gesehen?

01:02:26: jemand, der ... Sagt, okay, nee, kacke, ich brauche das Vertrauen, sonst kann ich da nicht so weiterarbeiten.

01:02:32: Oder der gesagt hat so, okay, let's go, Konkurrenz beliebt das Geschäft.

01:02:37: Ich zeig dir, dass ich es richtig drauf habe.

01:02:38: Ich habe mir,

01:02:38: glaube ich, eingeredet, dass es mir egal war.

01:02:40: Also, als es mir wurscht, dann werde wen die holen.

01:02:43: Ich bin ich und ich spiele und ich habe letztes Jahr gut gespielt.

01:02:45: Ich hatte

01:02:46: die meisten Einsätze.

01:02:47: Ich war... Zu dem Zeitpunkt noch Stammspiel in der Nationalmannschaft.

01:02:51: Wir haben im ersten Jahr

01:02:52: am letzten Spieltag die direkte Qualifikation

01:02:55: für die neue

01:02:56: Champions League-Saison gegen HSV in Hamburg klargemacht.

01:03:00: Das war auch irgendwie total ein cooles Ende für dieses Jahr.

01:03:04: Und ich habe mir überhaupt keine Sorgen um meine eigene sportliche Situation gemacht.

01:03:08: Und natürlich fand ich es merkwürdig, dass Sie einen auf der Position holen,

01:03:10: der auch gerade up-and-coming ist,

01:03:12: der

01:03:13: auch im Rahmen, im

01:03:14: Kreis, also im erweiterten Raum der Nationalmannschaft

01:03:17: war.

01:03:23: Als ich angefangen habe, mir darüber Gedanken zu machen, das war, als

01:03:26: wir im Trainingslager

01:03:26: waren

01:03:27: und ich gemerkt habe, dass ich so ein bisschen vom Trainer eben auch so behandelt wurde wie...

01:03:33: Geh mal zur Seite da kurz.

01:03:34: Ja, lass den Clemens doch mal.

01:03:36: Und da habe ich gedacht so, was ist denn jetzt?

01:03:38: Also

01:03:38: warum?

01:03:39: Warum?

01:03:40: Völlig unnötig.

01:03:42: Und vielleicht haben wir

01:03:43: das dann tatsächlich auch mehr zu schaffen gemacht,

01:03:45: als ich in dem Moment wahrhaben

01:03:46: wollte

01:03:47: oder geglaubt habe.

01:03:49: Ja, und dann kam eben die Verletzung und ich hatte gar keine Chance mehr wirklich einzugreifen.

01:03:53: War das dann auch der Grund, warum es dann, im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.

01:04:11: WM daheim im eigenen Land, die Weltzugast bei Freunden.

01:04:14: Ich will das auch nicht zu weit aufreißen, ne?

01:04:15: Alles gut.

01:04:16: Schlange ist es her.

01:04:17: Ist jetzt

01:04:17: schon ein bisschen her.

01:04:19: Wie hast du das erfahren, erst mal?

01:04:21: Und wie kacke war es?

01:04:24: Ja, das war,

01:04:25: ich habe gesagt, dieses

01:04:27: Gefühl, die Meisterschaft zu gewinnen, war so ziemlich das größte, was ich erleben kann.

01:04:31: Ich glaube, diese Nichtnominierung

01:04:33: war so ziemlich

01:04:34: das

01:04:34: Schlimmste,

01:04:35: was ich in meinem Leben erlebt habe.

01:04:43: Ich habe damals einen Anruf

01:04:44: bekommen oder anders, fangen

01:04:45: wir so an.

01:04:45: Es gab viele Werbekampagnen für die Nationalmarsch.

01:04:49: Ich war in jeder Kampagne mit dabei.

01:04:51: Auch wenn es nur drei,

01:04:52: vier oder fünf Spieler waren, war

01:04:53: ich dabei.

01:04:54: Die ganze Mannschaft sowieso, aber auch bei diesen kleinen Kampagnen.

01:04:59: Und ich weiß noch, dass ich einen

01:05:01: Anruf bekam,

01:05:03: ein

01:05:04: paar Wochen vor

01:05:06: Nominierung.

01:05:07: Zwei Wochen vor Nominierung.

01:05:09: Ein Werbesboot wurde geändert.

01:05:11: Ich war das Bitburger

01:05:13: da, also irgendeine Biermarke.

01:05:16: Ich weiß noch nicht, werbesboot,

01:05:16: wir haben in so einer Kneipe uns den Ball über die Theke hin und her geschossen.

01:05:21: Balle war dabei, ich war dabei, ich glaube, Miro war dabei und so weiter und so fort.

01:05:24: Und auf einmal

01:05:25: war die geändert,

01:05:26: war gekürzt und ich war nicht mehr drin.

01:05:28: Alle anderen waren aber drin.

01:05:29: Und ich habe angerufen, mir ist es nicht aufgefallen.

01:05:30: Ich habe aufbekommen, warum bist du nicht mehr in der Werbung?

01:05:32: So, Moment.

01:05:35: Olli Biorf angerufen damals, mein Manager der Nationalmannschaft.

01:05:38: Ich habe gesagt, Olli, warum bin ich nicht mehr in der Wärmung drin?

01:05:41: Hat das irgendwas zu bedeuten?

01:05:42: Bin ich jetzt raus

01:05:43: oder was?

01:05:45: Oh wo?

01:05:47: Bei dir, da würde ich mir gar keine Sorgen machen,

01:05:49: hat er mir gesagt.

01:05:50: Ich hoffe, dass es

01:05:51: seine

01:05:51: Überzeugung war

01:05:52: und Unwissenheit.

01:05:54: Aber zwei Wochen später ruft mich Jürgen Klinsmann an und sagt zu mir, ziemlich wortwörtlich, Ovo, erst mal schon wie der Hang in A, Ovo, na, wie geht's?

01:06:03: Denkst du, Moment, ich hab gestern, haben wir in Hamburg zwei Eins gewonnen, wir sind in der Champions League, wie soll's mir gehen?

01:06:08: Super.

01:06:09: Also,

01:06:10: ne, das ist so in dem Ton und in der Tonalität war schon, war schon eigentlich, eigentlich

01:06:16: eine Information drinne.

01:06:17: Und dann sagt er ja, hör

01:06:18: mal, also...

01:06:21: Wir haben lange geredet und wir haben uns dazu entschieden, wir wollen einen Defensiven mehr zu Hause lassen, weil wir ein paar mehr Allrounder im Team haben und wir nehmen einen Offensiven mehr mit.

01:06:32: Und danach war Piepen, also danach weiß ich nicht mehr, was ich gesagt habe oder was der gesagt hat, weil danach war für mich eine Welt zusammengebrochen.

01:06:39: Du hast das Jahr davor

01:06:40: den Conferrations Cup gehabt, den ich leider, weil ich eine Knie-OP kurz vorhatte.

01:06:45: Ich

01:06:45: war da, hab mit trainiert,

01:06:46: war auch gesund.

01:06:47: Ich war nicht topfit, deswegen hab ich keinen Spiel gemacht.

01:06:50: Aber ich hab diese Atmosphäre erlebt in Deutschland, in den Stadien.

01:06:54: Und da freust du dich drauf.

01:06:55: Die WM in Deutschland, das wird

01:06:57: ja so groß, medial aufgeblasen.

01:07:00: Und dann ruft er dich an und sagt, nee, du fährst nicht mit am Nominierungstag.

01:07:04: Obwohl du eigentlich sicher warst,

01:07:05: dass das alles klar geht.

01:07:07: Ich glaube, im letzten

01:07:08: Spiel ... Mein letztes Länderspiel war tatsächlich gegen USA in Dortmund.

01:07:13: Ich weiß gar nicht, ob ich es von Beginn an gespielt habe, aber ich dachte, hey, safe, ich bin dabei.

01:07:18: Dann bricht das Kartenhaus zusammen.

01:07:20: Und Donker war derjenige,

01:07:22: den sie dann mitgenommen

01:07:22: haben.

01:07:24: Mich, Kevin

01:07:25: Kurani und Fabian Ernst haben sie zu Hause gelassen.

01:07:30: Hitzelsberger, der ein halbes Jahr verletzt war vor, für Fabian Ernst mitgenommen.

01:07:34: Mike Hanke, der die ersten zwei Spiele gesperrt war, für Kevin Kurani mitgenommen.

01:07:38: Und Odonko für mich quasi.

01:07:40: Und war ein ganz schwieriger Sommer.

01:07:43: Das kann ich dir schon mal sagen.

01:07:45: Jetzt mal Real Talk.

01:07:46: Einfach, weil wir sind halt Menschen.

01:07:48: So sitzt man da nicht zu Hause.

01:07:49: Und ich glaube, mir würde das so reinschießen und guckt sich das an und denkt sich dann so ... Vielleicht verletzt sich ja doch einer.

01:07:56: Ich wünsche sie nicht, aber vielleicht doch

01:07:58: nach Nominierung noch mal ziehen.

01:08:00: Und das Schlimme, das Schlimme daran, du wünschst

01:08:03: es ja keinem

01:08:04: persönlich.

01:08:04: Du

01:08:04: sagst ja nicht, hoffentlich verletzt sich der oder der.

01:08:07: Aber wenn sie dir sagen, pass auf, du bist in der Reserve, wenn was passiert, dann ruf mir die anderen, kommst du nach.

01:08:11: Natürlich denkst du, ah, du passierst in den Fußball, passierst viel.

01:08:14: Und da sind ja noch ein paar

01:08:15: noch.

01:08:16: Und dann

01:08:17: gibt's ein Testspiel und Philipp Lahm kugelt sich den Ellbogen aus.

01:08:23: Und ich sitze zu Hause am Fernseher

01:08:25: und denke, der muss

01:08:25: runter.

01:08:26: Der Elbogen

01:08:27: ist

01:08:27: sonst wo.

01:08:28: Der kriegt so einen Gips von hier bis da.

01:08:30: Und ich weiß noch, Thorsten Fring, es rief mich an.

01:08:32: Hey, Junge, du kommst nach und so.

01:08:35: Das sieht

01:08:35: richtig scheiß aus.

01:08:36: Der muss einen Gips haben.

01:08:37: Ich sag, ja, ich war nach.

01:08:39: Und dann spielt Philipp Lahm mit seinem Gips-Arm da.

01:08:42: Eine überragende WM.

01:08:44: Schießt, glaub ich, sogar noch einen Tor im ersten Spiel.

01:08:47: Irgendwas macht er doch da mit seinem Gips.

01:08:49: dass so viel auch

01:08:51: Höhen und Tiefen gehabt und auch gefühlsmäßig ganz

01:08:53: schwierig,

01:08:53: weil natürlich wünscht der Mannschaft irgendwie Glück, aber irgendwie bist du auch sauer.

01:08:57: Also irgendwie denkst du auch so...

01:08:59: Was ist so?

01:09:00: Aber es finde ich richtig geil, dass wir da gerade so ehrlich reden können, weil jeder Mensch würde sich das doch denken, so, das ist doch das Mensch.

01:09:04: Und ja, und ja, was anderes sagt, er lügt.

01:09:06: Also, es war schwierig.

01:09:08: Ich habe

01:09:09: dann auch wirklich die Flucht ergriffen und habe gesagt, ich muss raus aus Deutschland, bin weg, bin in Spanien, dann in die USA,

01:09:15: weil in

01:09:15: Spanien war nicht weit genug weg vom Fußball, bin in die USA, hab mich um Basketball gekümmert, hab irgendwie die NBA-Finalstick, Novitzky

01:09:22: gegen Dwayne Weta, Miami,

01:09:24: hab ich co-moderiert, mit, co-kommentiert, mit... Prämiere damals noch, wo bin ich in den USA hin und her gereist und wollte nichts vom Fußball wissen.

01:09:33: Ich glaube, das Achtelfind

01:09:36: in Spiel gegen Argentinien in Berlin, glaube ich.

01:09:39: Das Achtelfind der Viertelfinale.

01:09:41: Da war ich dann wieder in Deutschland und

01:09:42: habe gesagt, okay, jetzt will ich auch, jetzt will ich auch

01:09:45: Teil

01:09:45: sein und unterstützen und so.

01:09:47: Aber es hat, es hat wirklich gedauert.

01:09:49: War National danach irgendwann mal nochmal ein Thema?

01:09:51: Ja, es war nochmal ein Thema.

01:09:52: Ich bin ja

01:09:53: dann, gut, dann hatte ich diese

01:09:56: Saison danach.

01:09:57: Und die nächste

01:09:58: wirklich

01:09:58: auch Verletzungsthemen in Bremen.

01:10:00: Wenn ich fit war, habe ich viel gespielt.

01:10:03: Er hat irgendeinen Platz für mich gefunden, also ob es links hinten war, ob es vor Clemens war, ob es für Clemens war.

01:10:08: Ich habe viel von Beginn angespielt, war aber leider in jedem

01:10:13: dieser, also dieser zwei Jahre, sieben Monate verletzt, immer wieder.

01:10:16: Und das hat mir natürlich nie wirklich die Chance gegeben, da anzugreifen.

01:10:20: Bin dann gewechselt

01:10:21: nach Dortmund

01:10:23: und

01:10:24: habe einen...

01:10:26: Die ersten Monate

01:10:27: waren schwierig, kleinere Verletzungen, wie gesagt, waren nicht alles top.

01:10:30: Aber mein

01:10:31: zweites Jahr, das Jahr neunzehn, war es, glaube ich, acht, neun, neunzehn, war sehr gut.

01:10:37: Und auch für Borussia Dortmund, glaube ich, sehr gut.

01:10:38: Wir haben uns am Ende für Europa League, oder ja, es war Europa League dann schon,

01:10:43: qualifiziert.

01:10:44: Ich war Stammspieler, ich habe

01:10:46: eigentlich

01:10:46: alle Spiele gemacht.

01:10:47: Ich glaube, einmal wurde ich ausgewechselt in diesem

01:10:51: Eisspiel gegen Freiburg,

01:10:52: da unser Jahrhundertspiel in Dortmund.

01:10:55: Da musste ich das erste Mal runter vom Platz, ansonsten hatte ich alle Minuten gespielt.

01:10:59: Und da war

01:11:00: noch mal, da gab es auch eine,

01:11:02: ich glaube, war sogar auch eine Asienreise.

01:11:04: Und da war noch mal

01:11:04: so ein Thema, nehmen wir den Ovo

01:11:06: noch mal mit oder nicht.

01:11:07: Und dann hat es aber nicht geklappt, haben sie einen jüngeren Trash, glaube ich, von Stuttgart haben sie mitgenommen.

01:11:13: und mich zu Hause gelassen.

01:11:15: Aber das war fein für mich.

01:11:16: Also da war ich nicht mehr so, dass ich

01:11:19: unbedingt noch mal

01:11:20: da rein, ich muss mir unbedingt was beweisen, sondern ich war da voll fokussiert auf Dortmund und was da so läuft.

01:11:25: Du hast es jetzt schon angeschnitten.

01:11:27: und für alle, die jetzt zuhören und sich gedacht haben nach über einer Stunde, sag mal, kommt ihr denn da nie drauf, lass uns endlich zum BVB kommen.

01:11:35: Würdest du es deine große Lieben nennen?

01:11:38: Auch von Fußball bezogen.

01:11:40: Ja,

01:11:40: schon, natürlich.

01:11:41: Klar, alle fragen

01:11:43: mich immer,

01:11:43: wenn Bremen gegen Dortmund spielt oder so.

01:11:45: Im Bielefeld lassen die meisten

01:11:46: Ere aus.

01:11:48: Und ich habe ein Herz für alle Vereine, bei denen ich gespielt habe.

01:11:51: Also den drei Bundesligisten, bei denen ich gespielt habe, sowieso.

01:11:55: Aber ich war in Dortmund fast doppelt, solange wie in Bremen.

01:11:58: Ich habe in Dortmund zwei Meisterschaften und ein Pokal feiern dürfen.

01:12:02: Ich habe in Dortmund Familie quasi neu gegründet.

01:12:08: Verbinde

01:12:08: so

01:12:09: viel mit Dorm.

01:12:09: Ich lebe in Dorm und nach wie vor.

01:12:11: Das machst du als Hamburg

01:12:12: auch nicht.

01:12:13: Wenn du sagst, da ist nicht irgendwie eine besondere Verbindung.

01:12:17: Das müssen wir auch mal ehrlich ansprechen.

01:12:19: Insofern,

01:12:19: ja, Dorm und es

01:12:21: ist immer

01:12:21: eine große Liebe.

01:12:23: Zwo acht, gemeinsam mit Kloppo eigentlich, da hingekommen.

01:12:26: Da muss man sich ja jetzt ja überlegen, Kloppo, wie man ihn jetzt heute sieht und stilisiert, das war der Jahr damals noch, noch lange nicht.

01:12:33: Was hast du dir da über diesen jungen Typ an der Seite Liene da gedacht?

01:12:37: Also ich kannte ihn ja aus

01:12:38: diesen Duellen

01:12:38: mit Bielefeld

01:12:39: schon aus.

01:12:39: Er war halt Mainz-Trainer an der Seite und immer laut, aber

01:12:43: auch mal ein Spruch, auch für den Gegenspieler.

01:12:44: Also

01:12:45: auch für mich.

01:12:45: und so, wenn du da an der Seite Liene langläufst und irgendwas war,

01:12:48: da hat er natürlich auch was gesagt.

01:12:50: Aber irgendwie auch charmant.

01:12:51: Und dann natürlich, wo wir ihn alle kennengelernt haben, war als Experte,

01:12:55: ich weiß nicht, für welchen Sender es war, aber bei irgendeinem großen Turnier

01:12:58: war er im Fernsehen Experte.

01:13:00: Und da hat er quasi der Nationfussball

01:13:02: auch lustige Art und

01:13:02: Weise erklärt.

01:13:03: Und das hat ihn ja populär gemacht.

01:13:06: Oder bin ich von dem, was er in Mainz geleistet hat.

01:13:08: So, nun wird dieser junge Kerl, Trainer

01:13:11: bei Borussia Dortmund, bei einem

01:13:13: riesen Verein, der aber total am Strangeln ist,

01:13:15: der ein neuer Anfang will.

01:13:16: Nach den ganzen finanziellen Querelen, nachdem

01:13:19: sie vorher,

01:13:20: ich glaube in den zwei

01:13:21: Jahren, vor vier oder fünf

01:13:22: Trainerverschlissen haben,

01:13:24: wollen sie auf einen jungen Mann setzen,

01:13:25: der bei Mainz ein bisschen was geleistet hat,

01:13:28: durchaus groß

01:13:29: ist, den Aufstieg und so, aber

01:13:31: das war ein Neustart.

01:13:32: So, ich komme von Werder Brehm,

01:13:34: dem, was Dortmund heute darstellt quasi zu der Zeit.

01:13:37: Ich war ein Nationalspieler, bin auch noch ein Jahr alt,

01:13:41: habe aber auch meine Verletzungsthemen

01:13:42: gehabt und brauche auch einen Neustart.

01:13:44: Das heißt Dortmund und Ovo, das geht schon mal einher.

01:13:46: Und jetzt sitzt da dieser junge,

01:13:47: charismatische Trainer, mit dem ich definitiv besser klarkommen als mit einem, ich sag jetzt mal, Kuleriker, böses Wort, aber ich sag jetzt mal mit einem Schreiheiz, wie Uwe Rapolder, oder mit einem, der so gut wie gar nicht kommuniziert, so richtig, Thomas Schaff in Werder Bremen.

01:14:05: Und da liegt mir noch so ein Klopp eigentlich näher.

01:14:07: Deswegen, das war für mich eher noch ein Plus und Top.

01:14:09: Mein

01:14:09: Problem war,

01:14:10: dass Borussia Dortmund diese Unkonstante war.

01:14:15: Haben die genug Geld?

01:14:16: Wird das nochmal irgendwie

01:14:17: zusammenklappen?

01:14:20: Wie lange darf der Trainer arbeiten?

01:14:22: Und die sind Platz drei oder vierzehn gewesen und ich komme vom Platz zwei.

01:14:27: Aber

01:14:27: Michael Zorc damals hat sich

01:14:29: sehr ins Zeug

01:14:29: gelegt.

01:14:30: Kloppo hat

01:14:31: sich ins Zeug gelegt.

01:14:32: Der Michael kannte noch aus meiner Bielefeldzeit gegen Mainz diese Rivalität oder diese Duelle.

01:14:38: Und mich anscheinend

01:14:41: unbedingt haben

01:14:42: wollte.

01:14:42: Und das hat mich am Ende überzeugt.

01:14:44: Gemeinsam.

01:14:45: Und jetzt kommen wir wieder zurück zu Otto Addo.

01:14:48: Der auch aus Hamburg kommt.

01:14:51: Nach Dortmund

01:14:51: gegangen ist auch fünf Jahre in Dortmund.

01:14:53: Oder sechs, weiß ich gar nicht.

01:14:55: Und der ... mit mir gemeinsam im Urlaub war, in den USA.

01:15:00: Und wir saßen bei einem Pfannkuchenunternehmen, wollte ich grad sagen, bei einem großen, bekannten Pfannkuchenunternehmen in den USA.

01:15:08: Da saßen wir und haben

01:15:09: am

01:15:10: Pfannkuchen

01:15:10: gegessen

01:15:11: und darüber gesprochen, was ich denn jetzt so mache.

01:15:13: Er war, glaube ich, bei Mainz sogar zu der Zeit gerade.

01:15:16: Oder er war bei Mainz und ist nach Hamburg gewechselt und er kannte Kloppo und kam mit Kloppo eigentlich nicht klar.

01:15:22: Und er sagte ja, was denn bei mir anstünde.

01:15:25: Ich sag ja, größte Interesse ist eigentlich Dortmund.

01:15:28: Gibt ein paar andere Sachen, gab auch

01:15:30: was aus dem Ausland, aber ich will nicht ins Ausland und ich ... Dortmund weiß ich nicht.

01:15:34: Er sagt doch, du musst nach Dortmund gehen.

01:15:36: Ich sag ja, weil du da warst.

01:15:37: Nein, nein, nein, nicht deswegen,

01:15:38: sondern ...

01:15:39: Also erst mal Fans, Stadion, brauchen wir nicht drüber sprengen.

01:15:43: Ich kannte Dortmund aus seiner Zeit, weil ich war ständig bei ihm.

01:15:45: Aus meiner Paderborn-Ossner-Brügel-Feldzeit war ich ständig in Dortmund, ihn besuchen.

01:15:49: Also Dormund als Stadt kannte ich, kannte das Stadion natürlich die Fans.

01:15:52: Er sagte, nein, nicht deswegen.

01:15:53: Mit dem Trainer werden die richtig was erreichen.

01:15:55: Ich dachte, du hast doch immer gesagt, du kommst mit dem nicht klar und so.

01:15:59: Ja,

01:15:59: ja, aber er ist trotzdem ein guter

01:16:01: Trainer und Motivator.

01:16:03: Und er hat tatsächlich gut über ihn gesprochen, obwohl er selber seine

01:16:05: Probleme mit ihm hatte.

01:16:06: Und das

01:16:06: hat mich schon mal

01:16:09: wirklich erstaunt und hat dann zu mir gesagt, ja, aber ... Du bist ja aber auch schon Meister, also du musst natürlich auch nicht zwingig sein, ich bin nicht Meister geworden mit Bremen, ich bin danach gekommen, die sind Dubelsieger geworden, dann ein Jahr später bin ich gekommen.

01:16:22: Ah ja, da musst du gehen, da wird richtig was passieren.

01:16:26: Ich sage mal, halt, da kommt ein

01:16:28: Trainer,

01:16:28: der quasi Zweitliga oder Fahrstuhltrainer

01:16:31: war jetzt bei Mainz ein bisschen, keine großen Erfahrungen in so einen unruhigen Verein

01:16:35: mit dem ganzen Druck und

01:16:36: dem ganzen, mit der ganzen Last und der sagt ja,

01:16:39: da wird richtig was passieren, die werden auf Sichtmeister.

01:16:43: Aber wie war denn dann dieser Aufstieg?

01:16:45: Also das ist ja dann eben nicht wieder zusammengebrochen.

01:16:47: Man hat Kloppo arbeiten lassen.

01:16:49: Wie hast du diesen Aufstieg damit erlebt?

01:16:51: Also ich glaube, es war schon mal

01:16:53: wichtig oder schön, das ist ja nie.

01:16:55: Aber vielleicht war es wichtig, dass diese finanzielle Situation eben nicht auf Rosen gebetet war.

01:17:00: Sie mussten jetzt mal an was festhalten.

01:17:02: Sie mussten einen neuen Weg in.

01:17:03: Sie mussten jungen Spielernischungs geben.

01:17:06: Mit einer Mischung aus

01:17:07: erfahreneren

01:17:08: Spielern wie mir selber,

01:17:10: die aber

01:17:11: auch nicht so teuer sind oder sowas, weil sie eben auch einen

01:17:13: Neuanfang brauchen.

01:17:16: Das war also eine interessante Mischung von

01:17:19: Team.

01:17:19: Jetzt habe ich dir erzählt, ich war

01:17:20: immer schon einer, der versucht hat,

01:17:22: egal wie alt, egal

01:17:22: woher, alle zusammenzuholen.

01:17:26: Das wusste jetzt Klopper und auch Zocki nicht.

01:17:27: Aber

01:17:28: ich glaube,

01:17:29: die haben ein sehr gutes

01:17:30: Gespür dafür gehabt, was für Charaktere

01:17:32: sie auch in den Kader holen.

01:17:35: Und eine Mischung aus

01:17:39: verschiedenen ... Atem von Spielern auch.

01:17:42: Und das hat

01:17:43: sofort gut geklappt mit Kloppo, der eine unfassbare, schöne Atmosphäre

01:17:46: geschaffen hat, auch

01:17:48: Spaß und trotzdem harte Arbeit.

01:17:49: Das war ja wirklich intensiv.

01:17:50: Das war ja so dieses Beginn von, wir haben das ja Vollgasfußball und so was.

01:17:56: Und es war intensiv und trotzdem haben wir wahnsinnig

01:17:58: viel gelacht.

01:17:58: Und dazu

01:17:59: hatten wir dann diese Typen, mit denen es einfach Spaß gemacht hat und mit denen wir danach auch noch irgendwie ins Restaurant

01:18:03: gegangen sind und

01:18:04: am Wochenende auf den Party

01:18:05: gegangen sind.

01:18:06: Und das war eine richtig

01:18:07: coole Mischung.

01:18:08: Und ich weiß

01:18:09: noch, wie wir alle saßen am Ende der ersten Saison zusammen in Dortmund.

01:18:14: Und wir hatten am letzten Spieltag, weil wir unentschieden in Gladbach gespielt haben und der HSV durch den Abseitstour in Frankfurt, glaube ich, eins Null gewonnen hat, ist an uns vorbeigezogen und

01:18:24: sie haben sich für international qualifiziert.

01:18:26: Und dieses Scheitern hat in uns allen noch mal was ausgelöst, so nach dem Motto, nächstes Jahr ist recht.

01:18:31: Und ich weiß

01:18:32: noch, wir waren bei dem Italiener in Dortmund und Kloppo ging wirklich von Tisch zu Tisch und,

01:18:36: ah, es ist scheiße, aber hört auf,

01:18:37: lass uns feiern.

01:18:38: Das war ein geiles Jahr, guck mal, von wo wir kamen.

01:18:41: Und ja, es lief scheiße, aber nächstes Jahr

01:18:43: setzen wir endauf.

01:18:44: Und war das dann das nächste Jahr?

01:18:45: Und im nächsten Jahr

01:18:47: haben wir uns für Europa qualifiziert.

01:18:49: Und im dritten Jahr sind wir Deutscher Meister geworden.

01:18:52: Und im vierten Jahr auch, plus Dubelsäge.

01:18:54: Und im fünften Jahr

01:18:55: standen wir im Champions League-Finale.

01:18:56: Was wir da

01:18:56: nicht gewonnen haben, leider, das wäre dann vielleicht auch zu bilderbuchhaft gewesen.

01:19:01: Aber es war eine unfassbare Reise, die wirklich von Tag eins

01:19:04: mit Jürgen... Und mit der Truppe, so wie sie damals aussah,

01:19:08: begonnen hat und wirklich

01:19:09: ständig nach vorne ging, solange ich da war,

01:19:12: war es

01:19:12: immer nur ein Fortschritt,

01:19:13: Fortschritt, Fortschritt.

01:19:14: Und das heißt

01:19:14: nicht, dass er sich weg war.

01:19:15: Das ging ja noch zwei, drei Jahre so weiter.

01:19:18: Und dann hatten sie ein schwieriges Jahr und Jürgen es gegangen.

01:19:20: Aber es war ein unfassbare

01:19:21: fünf Jahre

01:19:23: mit einem unfassbaren Einstieg.

01:19:25: Wie wichtig sind die solche Erfolge, sodass ihr die Schale zweimal geholt habt, dass ihr ein Pokal habt?

01:19:29: Es gibt ja Leute, die finden das auch noch Jahre und Jahrzehnte später mega geil.

01:19:32: Und dann gibt es wieder andere Typen, die so sagen, er ist nett, aber gibt es Wichtigeres.

01:19:36: Es gibt definitiv Wichtigeres im Leben.

01:19:38: Das durfte ich, musste ich leider

01:19:40: auch schon

01:19:42: einigmal erfahren.

01:19:43: Aber natürlich

01:19:44: ist es etwas,

01:19:45: es gibt

01:19:46: nicht viele Fußballspieler,

01:19:48: die das erreichen.

01:19:50: Die das zweimal erreichen, noch viel weniger.

01:19:52: Die einen Dubelsieg

01:19:53: erreichen.

01:19:54: Noch weniger.

01:19:55: Und wie gesagt, auch mal das Champions League Finale zu erreichen.

01:19:59: Wobei, wie gesagt, in der Saison habe ich so gut wie gar nicht stattgefunden, weil ich nur verletzt war.

01:20:03: Das hätte ich mir

01:20:04: wahrscheinlich auch nicht auf die Fahne

01:20:05: oder auf die Autogrammkarte schreiben wollen, wenn wir es gewonnen hätten.

01:20:10: Das fühlt sich immer so ein bisschen befremdlich an.

01:20:11: Aber trotzdem sind das Erlebnisse, die super

01:20:14: sind.

01:20:15: Aber

01:20:16: die Erinnerung ist eher an die... Die Gemeinschaft und die Art und Weise, wie wir das als Mannschaft geschafft haben, als dann an diesem Titel oder diese Schale oder was auch.

01:20:24: Das war super.

01:20:25: Und das feiert man gerne.

01:20:25: Und das ist natürlich

01:20:26: auch für viele

01:20:27: Fans

01:20:27: super wichtig.

01:20:28: Für mich persönlich

01:20:30: war der Weg immer das, was hängen bleibt und was Spaß gemacht hat und was der eigentlich Erfolg ist.

01:20:36: Dass wir ein so geiles

01:20:37: Jahr spielen konnten.

01:20:39: Mit so viel Spaß, mit

01:20:40: so viel Tränen aber auch und Ärger

01:20:42: und Raufereien und so weiter.

01:20:44: Und am Ende war aber alles richtig.

01:20:47: Alles genauso, wie ich sein sollte, weil sonst wäre es am Ende nicht

01:20:49: so positiv ausgegangen.

01:20:51: Auf diesem Weg ins Champions League-Finale.

01:20:54: Du hast gerade schon angesprochen, du warst ja verletzt, aber da hast du zumindest einer Mannschaft zuschauen dürfen dabei.

01:20:59: Beim Viertelfinale war es gegen Malaga.

01:21:02: Ein sehr wildes Spiel.

01:21:05: In, ich glaube, zweih neunzigste oder drehneunzehnte Minuten habe ich mich nicht drauf fest, haben Santana und Royce nochmal geknipst, komplett das Spiel gedreht und euch halt das Halbfinale gesaved.

01:21:15: Weißt du noch, was da bei dir abging?

01:21:17: Ja, also auch jetzt kriege ich

01:21:18: dann wieder Gänsehaut.

01:21:19: Wenn du daran denkst, das ist natürlich unfassbar.

01:21:21: Es

01:21:21: ist zu viel Anspannung wieder.

01:21:24: insbesondere wenn du Teil des Ganzen

01:21:26: bist und nicht mitmachen kannst.

01:21:27: Das ist das Schlimmste.

01:21:28: Also zu gucken

01:21:28: als Spieler, Teil der Mannschaft und nicht auf dem Platz sein zu können und noch nicht mal auf der Bank.

01:21:33: Es ist das Schlimmste.

01:21:34: Also es ist Nervosität, die Magen krummelt, dann Gänsehaut und dann total, also

01:21:40: Nägel

01:21:41: hast du dann auch keine mehr hinterher.

01:21:42: und dann passieren solche Dinge so spät hinten raus und dann

01:21:46: wieder alles

01:21:47: raus,

01:21:47: schreien.

01:21:48: Ich habe das ganze Spiel ruhig, aber ungefähr neunzig Sekunden völlig geschrien.

01:21:53: Zwei Tage keine

01:21:54: Stimme, so ungefähr,

01:21:55: weil da so viel rauskommt

01:21:57: und so viele Emotionen sind und ist unglaublich vergleichbar mit dem Halbfinale gegen Real.

01:22:03: Du gewinnst zu Hause, was vier, eins haben wir, glaube ich, zu

01:22:05: Hause gewonnen

01:22:06: und liegen zwei Null hinten und da fliegen die Bälle in Strafraum, Ecke nach Ecke, Ramos

01:22:11: immer wieder mit dem Kopf

01:22:13: und

01:22:13: es sind irgendwie noch drei Minuten zu spielen, noch vier Minuten zu spielen.

01:22:16: Diese Nervosität, diese Anspannung,

01:22:18: die das in einem auslöst, weil

01:22:20: du da sitzt

01:22:20: und bist machtlos, Aber wenn es am Ende dann gut ausgeht, weil der Schiri abpfeift und sie eben nicht noch das dritte Tor geschossen haben, ist

01:22:29: es ähnlich wie dann

01:22:30: eine Meisterschaft zu gewinnen oder so.

01:22:31: Das ist so

01:22:31: viel Euphorie und so viel Freude.

01:22:33: Aber dieses Machtlose

01:22:34: dazu zu

01:22:35: gucken, das ist auch das Schlimmste.

01:22:37: Du hattest ja aber schon so deine eingeschworene Truppe da beim BVB.

01:22:40: Mit Roman Weidenfeller, mit Sebastian Kehl.

01:22:43: Erzähl mal ein bisschen.

01:22:44: Was habt ihr da alles für Unfug getrieben?

01:22:46: Ihr wart ja sicherlich keine Kinder von Traurigkeit da.

01:22:49: Wir waren absolute Vorzeige-Profis.

01:22:52: Nein,

01:22:53: wir haben natürlich, ich meine, wir waren junge Männer.

01:22:56: Also klar, wir waren die Alten von der Mannschaft, aber wir waren immer noch junge Männer, die durch ihre Leidenschaft irgendwie ein ziemlich privilegiertes Leben sich erarbeiten

01:23:06: konnten.

01:23:06: Und das Ganze haben wir natürlich auch genossen.

01:23:08: Also gab es natürlich

01:23:09: auch

01:23:09: Momente des Genießens und des Feiernens.

01:23:12: Und die haben wir uns dann

01:23:13: auch schon genommen.

01:23:15: Und da war auch oft genug Tassen hoch dabei.

01:23:17: Ich meine, wenn

01:23:17: du

01:23:19: solche Jahre spielst, in denen du so viel gewinst und so viel positive Ergebnisse hast, dann ist es auch

01:23:24: vollkommen fein, wenn du das immer wieder

01:23:26: feierst, solange dann

01:23:26: wiederum auf dem Platz die Leistung

01:23:28: stimmt.

01:23:28: Und das war bei

01:23:29: uns der Fall, wie gesagt,

01:23:30: wir hatten diese Gemeinschaft, wir haben diese Freundschaft, das haben wir

01:23:34: ja immer noch,

01:23:35: und haben gerne

01:23:36: einfach miteinander Zeit verbracht,

01:23:37: auf und neben dem Platz.

01:23:40: Und das ist auch heute noch so.

01:23:40: Also die beiden gehören auch heute noch zu meinen engsten Vertrauten.

01:23:45: Aber da denke ich mir so, also gerade Sebastian Kehl jetzt mit seiner Rolle.

01:23:50: Ich will ihm überhaupt nichts davon absprechen, gar nicht.

01:23:52: Aber wenn ich mir jetzt denke, aus deiner Perspektive, das ist ein Homie von mir, mit dem war ich im Urlaub, da kenne ich die lustigsten Stories, die absurdesten Sachen, ich könnte ihn überhaupt nicht ernst nehmen.

01:24:03: Ich weiß genauso, meine Freunde schauen das dann hier auch, gerade.

01:24:06: oder hören sie es an und denken sie auch so, ja, der sitzt da mit Obo, ist aber trotzdem trottelt.

01:24:11: Ja, nee, aber also erst mal muss

01:24:13: man tatsächlich auch sagen, und das sage ich jetzt nicht hier, um mich in Englisch zu sagen, aber Sebastian war schon immer einer der ...

01:24:18: topseriös bei der Arbeit

01:24:20: war.

01:24:20: Also,

01:24:21: während ich auch im Training gerne mal Flapsig war und so was oder die

01:24:24: Sachen mal nicht ganz so

01:24:25: ernst genommen habe, Arbeit ist Arbeit

01:24:27: und Vergnügen ist Vergnügen.

01:24:28: Das konnte Sebastian trennen wie

01:24:30: wahrscheinlich wenige andere.

01:24:32: Und dementsprechend, er war Kapitän.

01:24:34: Also, sobald

01:24:35: er das Tringsgelände betraf,

01:24:37: war der,

01:24:38: was ist hier los, das?

01:24:39: und das stimmt nicht, so müssen wir und so müssen wir Ansprachen gehalten und so weiter und so fort.

01:24:44: Absolut, absolut quasi Das, was er jetzt eben

01:24:48: als Sportdirektor auch darstellen muss.

01:24:50: Natürlich weiß ich, wenn wir Karneval gefeiert haben oder wenn wir, weiß ich nicht, im Urlaub zusammen waren, dass es auch eine private Seite, eine

01:24:59: losgelöste Seite gibt von Roman, von Sebastian.

01:25:02: Aber das ist ja

01:25:03: auch nur gesund

01:25:04: und nur normal.

01:25:05: Aber bei der Arbeit zu ein hundert Prozent seriös.

01:25:10: Was war das Schönste an einer Zeit beim BVB?

01:25:12: Die Kabine.

01:25:13: Ja?

01:25:13: Ja.

01:25:14: täglich dahin zu kommen, zu wissen, ich hau gleich wieder Mosi dann ein schlacher Nacken,

01:25:20: weil er zu spät kommt, Kassier von ihm Kohle, weil ich Kassenwart

01:25:22: war,

01:25:24: mach Witze über Lukas Barrios Outfit, weil er irgendwelche wilden Jeanshosen

01:25:27: an hatte

01:25:28: oder über die Haare von Nelson Valdez oder oder oder.

01:25:33: Es waren jeden Tag lustige Sachen, Kloppo kam rein,

01:25:35: hat

01:25:35: eng wegen Blödsinn erzählt.

01:25:38: Es war...

01:25:40: Stimme beschlagen es jetzt

01:25:41: nicht, weil ich den Trainer habe.

01:25:42: Nee, es war einfach, es war täglich lustig, auch wenn es eigentlich nicht lustig war.

01:25:47: Verletzungen, hartes Training, fühlt sich gerade nicht so.

01:25:50: Wetter, Scheiße, keine Ahnung.

01:25:53: Und trotzdem haben wir jeden Tag gelacht.

01:25:54: Und dieses Gefühl, ich weiß, ich gehe morgen wieder in die Kabine, ich sehe meine Jungs alles gut.

01:25:59: Das ist das,

01:26:00: was das Schönste

01:26:02: war und auch

01:26:03: was was hinten raus fehlt, was dir nach der Karriere wirklich fehlt.

01:26:06: War es dann umso härter für dich, als du gecheckt hast, okay, hier geht es nicht mehr weiter?

01:26:11: Nein, ich war dann ja doch auch in einem Alter und mit einer Verletzungshistorie,

01:26:15: wo die irgendwann bewusst ist, okay, also ist sowieso endlich eine Fußballer-Career.

01:26:20: Und ich war dann dreißig

01:26:21: oder so und ich weiß, es war also Kloppo selber, der

01:26:26: zu mir kam,

01:26:26: nach dem Trainer gesagt, komm, wir setzen uns

01:26:28: mal hier hin, haben uns da hin,

01:26:28: wie auf so richtig... auf die Bälle gesetzt und einfach mal gequatscht.

01:26:33: Und dann hat er gesagt, wir werden nicht nochmal verlängern.

01:26:38: Alles gut, die haben das Jahr davor verlängert,

01:26:40: obwohl ich ein schwieriges Jahr davor hatte und

01:26:42: ich war das ganze Jahr verletzt und irgendwann, ich weiß nicht wann das war, aber der mir gesagt wird nicht weitergehen.

01:26:47: Und ich gesagt, okay, fair enough, also ich wusste, dass der Tag irgendwann kommt.

01:26:51: Das hat eigentlich

01:26:53: gar nichts in mir besonderes ausgelöst in dem Moment, außer ...

01:26:57: Weil es war ja diese Saison, wo es auf die Champions League-Finale hin lief oder wo es wieder gut lief.

01:27:01: Ich wollte unbedingt noch mal spielen.

01:27:03: Und

01:27:03: ich glaube,

01:27:04: das muss im März oder so gewesen sein, weil

01:27:08: ich weiß, dass ich danach noch Amateure spielen sollte, um wieder handzukommen, zweimal.

01:27:14: Und dann hat er gesagt, dann sind noch zwei oder drei Bundesliga-Spiele, bist du definitiv dabei.

01:27:18: Und dann schauen wir mal.

01:27:20: Und ich habe gesagt, super, ich hatte

01:27:21: wieder

01:27:22: ein Ziel und ich wollte einfach nur wieder Fußball spielen.

01:27:24: Ich habe dann zweimal Amateur gespielt.

01:27:25: Erste Mal richtig gut.

01:27:26: Er war auch im Start.

01:27:27: Den weiß ich noch.

01:27:29: Und beim zweiten Mal reise ich mir in den Hüftbeugel und bin wiederverletzt.

01:27:31: Und ich habe somit das ganze Jahr eigentlich nur zweimal Amateur gespielt.

01:27:34: Ansonsten war ich nur in der Reha.

01:27:37: Und das war damit besiegelt, dass ich auch bis zum Sommer definitiv nicht mehr Fußball spielen werde.

01:27:42: Das war

01:27:42: traurig.

01:27:43: Aber das alles hat trotzdem, weil Rückblinken, kann ich sagen, was das für

01:27:47: eine Reise war nochmal.

01:27:48: die ich nach Bremen so nicht erwartet habe.

01:27:50: Es rechn ich mit

01:27:51: dem Berufsjahr Dortmund, was ich vorgefunden habe, als wir dort angefangen haben mit der Truppe.

01:27:56: Insofern war das alles noch cool.

01:27:59: Komisch wurde es.

01:28:00: Ich habe mich

01:28:00: fit gehalten in Dortmund, habe noch fünf

01:28:03: Monate, sechs Monate sogar mit trainiert oder andersherum bis zum Winter noch mit trainiert.

01:28:08: Und ein bisschen merkwürdig war es, als ich dann in dem Jahr, glaube ich, Nervyn Sobotisch noch verletzt

01:28:13: hat.

01:28:14: Und sie brauchten auf einmal jemanden, der ... sofort funktionieren kann.

01:28:17: Und ich war topfit im

01:28:18: Training.

01:28:19: Kloppo hat mir mehrfach gesagt, ah, wärst du mal die letzten Jahre so fit gewesen in seiner eigenen

01:28:24: Art.

01:28:25: So, und jetzt war ich genauso fit.

01:28:27: Und er braucht auf einmal einen Defensivspieler, der das System versteht, der die Truppe kennt, der weiß, was sie wollen.

01:28:32: Und dann haben sie Manuel Friedrich.

01:28:35: eingeladen zum Training, für zwei Wochen Probe-Training in der Länderspielpause und haben gesagt, wir gucken uns das an und danach entscheiden wir.

01:28:41: Und als sie dann gesagt haben, okay, der war in Asien, hat irgendwie drei Monate kein Fußball gespielt, war in Asien am Reisen.

01:28:47: Super Typ.

01:28:48: Ich war

01:28:48: gerade noch mit ihm im Polen bei so einem Legenden-Spiel.

01:28:50: Wir kommen klar, wir hatten noch nie ein Thema.

01:28:52: Also genauso wenig, wie ich mit Clemens immer zu dem Thema hatte, hatte

01:28:55: ich mit Manu ein Thema.

01:28:56: Aber die Situation war komisch.

01:28:57: Und natürlich war er ein Spezel vom Klopp

01:29:00: aus Mainzer Zeiten.

01:29:01: Aber ich hatte das Gefühl,

01:29:03: okay, Jetzt ist es Zeit, da noch wirklich zu gehen.

01:29:05: Als sie gesagt haben, wir nehmen Manu und Ovo Sorry, das war der Moment, wo ich gesagt habe, jetzt wird es schwierig zu ertragen oder zu akzeptieren und habe dann gesagt, ich gehe zurück nach Hamburg und habe dann nicht beim HSV fit gehalten, meine zweiten Mannschaft vom HSV-Amateure.

01:29:22: Nicht fit gehalten.

01:29:23: Aber auch das will ich niemandem wirklich

01:29:26: vorwerfen.

01:29:27: Ich hätte anders entschieden, auch aufgrund wie diese Testphase gelaufen ist, hätte ich vielleicht anders

01:29:31: entschieden.

01:29:31: Und natürlich war es ein innerer Wunsch, von mir noch einmal dieses Trikot zu tragen.

01:29:35: Und wenn es

01:29:36: für zwei Wochen oder drei

01:29:37: Monate gewesen

01:29:38: wäre dann

01:29:38: in dem Fall, das wäre für mich einfach nochmal vielleicht auch ein super

01:29:42: Abschluss

01:29:42: gewesen.

01:29:44: Aber alles gut, war gut.

01:29:46: Trotzdem ist Brusser Dortmund noch meine Liebe.

01:29:50: War die Rückkehr nach Hamburg dann zum HSV, obwohl du ja nie der Vorderer gespielt hast, aber die Rückkehr nach Hamburg, in deiner Heimatstadt, war das so eine Art Full Circle Moment für dich?

01:29:58: Ja, das war eh klar.

01:29:59: Ich wollte

01:30:01: nach Hamburg zurück, also privat aus privaten Gründen, einfach ich wollte zurück in meine Heimat Hamburg.

01:30:05: super statt, brauchen wir glaube ich nicht drüber sprechen, warum.

01:30:09: Dass es dann so gekommen ist, ich habe tatsächlich in dieser Phase, wo ich mich fit

01:30:12: gehalten habe, eigentlich

01:30:12: fast schon beim HSV

01:30:14: richtig unterschrieben.

01:30:15: Und da wurde aber der Trainer gefeuert, Thorsten Fink damals, nachdem er

01:30:19: in Dortmund verlor.

01:30:22: Es war ein Jahrzehntel.

01:30:28: Es

01:30:29: war ein Jahrzehntel.

01:30:33: Es war

01:30:39: ein Jahrzehntel.

01:30:50: Du kannst auch spielen für uns.

01:30:51: Du musst nicht nur trainieren.

01:30:52: Ich sage,

01:30:53: ja, ja.

01:30:53: Ich gucke noch mal, wenn ich

01:30:54: keinen Verein finde, vielleicht.

01:30:57: Und am Ende ist es so gekommen, weil die Sachen, die ich hätte machen können, haben sich nicht gut, nicht richtig angefühlt.

01:31:02: Ich wollte mit junger, kleiner Familie auch

01:31:04: nicht

01:31:05: ins Ausland für

01:31:06: irgendwas.

01:31:07: Und hab dann gesagt, komm, dann mach ich jetzt Fernsehen hundert Prozent und spiel bei den Haars-Vormateuren.

01:31:13: Und wer weiß, vielleicht kriegst du noch mal einen Call-up oder auch nicht.

01:31:17: Aber dann ... Dann ist das Ding auch rund.

01:31:19: Wann wusstest du dann fix jetzt das Schwicht im Schacht?

01:31:22: Mit Fußball allgemein.

01:31:24: Das

01:31:24: war mir gar nicht so, gab es nicht so den Moment.

01:31:27: Ich habe ja dann, wie gesagt, Fernsehen damals bei Sky immer mehr gemacht, habe aber HSV-Mateure gespielt.

01:31:32: Und im Sommer haben die Trainerwechsel gehabt und wollten sich da neu aufstellen.

01:31:36: Und es hat sich bei mir keiner

01:31:37: gemeldet.

01:31:38: Und dann habe ich so gedacht, okay, für die HSV-Mateure, ich gehe jetzt nicht hin und sage bitte, bitte darf ich noch ein halbes Jahr oder noch eine Saison spielen.

01:31:46: Wenn ihr das nicht wollt, ich hab, ich finde, andere Dinge zu tun.

01:31:48: Es war so ein bisschen, so ein bisschen

01:31:52: fragt du nicht.

01:31:53: Und ich frag auch nicht.

01:31:55: Und

01:31:55: ja, dann war's halt so.

01:31:56: Dann war mein Vertrag vorbei im Sommer.

01:31:58: Und dann haben wir nicht mehr drüber gesprochen.

01:32:00: Und hinterher haben sie gesagt,

01:32:01: warum eigentlich nicht?

01:32:02: Wir hätten nur Anrufen brauchen.

01:32:04: Und ja, es ist ein bisschen

01:32:05: merkwürdig ausgelaufen.

01:32:06: Aber für mich war der Abschuss

01:32:08: eh nach dem, nach dem Champions League Finale mit Borussia Dortmund.

01:32:11: Da war für mich die Fußballkarriere eigentlich vorbei.

01:32:14: Eigentlich auch akzeptiert, dass es wahrscheinlich nichts mehr wird.

01:32:18: Das halbe Jahr war Hoffnung,

01:32:19: fast noch mal beim HSV unterschrieben.

01:32:21: Ausland war für mich kein Thema, wollte ich nicht.

01:32:23: Ich hatte damals

01:32:24: einen zweijährigen Sohn, ich wollte auch die Familie nicht

01:32:28: überall

01:32:28: mit hinnehmen, sondern

01:32:29: ich wollte am liebsten

01:32:30: in Hamburg bleiben oder zumindest in Deutschland.

01:32:32: Und es hat sich nicht so ergeben.

01:32:34: Und dann das halbe Jahr, was ich noch bei den HSV-Emmerteuren gespielt hab, das war so ein bisschen ... Ich hab Spaß gehabt mit den jungen Spielern, auch denen vielleicht was mitzugeben, bisschen zu keken noch unter Profi-Bedingungen.

01:32:44: Das war alles gut,

01:32:45: aber es war dann auch gut, als es vorbei

01:32:47: war.

01:32:47: War das vielleicht auch gerade dann das Gute, dass es eben so ein Fade-out war und nicht so ein harter Cut?

01:32:52: Weil ich stelle mir das bei wirklich allen Profis, egal in welcher Sportart, so hammermäßig schwierig vor.

01:32:57: Du hast dein eines Leben, in dem du alles für den Sport gewippt mit hast, viel aufgegeben hast, viel Training, lag Tat-Tests.

01:33:05: Was weiß ich nicht alles?

01:33:07: Und dann kommt so mit Anfang Mitte dreißig so dieser Hard Cut.

01:33:11: Und dann ist so, ja, dann mach was Neues.

01:33:14: Ja, ist bestimmt schwierig, kann ich ja nicht beurteilen, weil bei mir

01:33:18: erstens war sofort

01:33:19: das nächste Standbein da.

01:33:21: Ich habe ja schon während der Saison, wo ich noch beim BVB-Vertrag hatte, schon viel im Fernsehen gemacht, weil ich ihm verletzt war und konnte.

01:33:28: am Wochenende, gerade bei Auswärtsspielen, Champions League, war ich dann als Experte bei Sky.

01:33:32: Und insofern

01:33:33: wusste ich, okay, wenn Fußball vorbei ist, mache ich Fernsehen.

01:33:35: Das war

01:33:36: dann auch schon... Hast du auch nicht so schwer gefallen oder?

01:33:39: Nein, also wie gesagt, ich hätte gerne noch Profi-Fußball gespielt, aber nachdem sich da nicht das aufgetan hat

01:33:44: oder ergeben hat, was ich gerne gemacht

01:33:46: hätte oder was ich gesagt

01:33:47: hätte, wäre

01:33:50: was cool gewesen wäre, auch nochmal eine coole Erfahrung.

01:33:52: Aus Land wäre schon auch gegangen, aber es hätte dann eine coole Erfahrung

01:33:55: sein müssen und nicht irgendwie ein dänischer

01:33:57: Erstligist, der

01:33:58: ein bisschen Ambition hat oder so.

01:34:00: Alles schön und gut.

01:34:02: Aber das muss dann nicht sein,

01:34:03: nachdem was ich schon erlebt hatte und so.

01:34:06: Und ich wollte dann

01:34:08: nicht irgendwie was machen.

01:34:09: Und dann merkst du, während du das

01:34:10: machst, merkst du eigentlich.

01:34:12: Eigentlich.

01:34:13: Nicht

01:34:13: nie werden.

01:34:15: Genau.

01:34:16: Und deswegen, alles, alles fein.

01:34:19: Ich war, wie gesagt, der eine Momente, als sie eben die Option nochmal wirklich zum Greifen, da war ein Dorm, und die dann sagen,

01:34:25: nee, wir nehmen dann doch

01:34:27: wieder ein anderes.

01:34:27: Das war so,

01:34:29: das war

01:34:29: echt, da war ich sehr traurig.

01:34:30: Aber...

01:34:31: Aber dann ist es halt, das muss man da auch akzeptieren.

01:34:34: Wie gesagt, dann

01:34:35: ist es dann auch in dem Jahr, hat er diese Chance im Fernsehen da viel zu machen, auch im Fußball zu bleiben.

01:34:43: All good.

01:34:44: Gab es rückblickend auf deine Karriere, so einen Spieler, der so dein in großem Anflugeszeichen Erzfeind war, wo du so wusstest, ich kann ackern und machen, wie ich will, wenn der auf dem Flügel steht, der zerlegt mich.

01:34:57: Ah, also ich ribberie.

01:35:02: War schon, ist schon schwierig, weil der hat so viele Waffen.

01:35:06: Er ist schnell, er ist körperlich robust, was ich sehr gerne

01:35:09: mochte.

01:35:09: und wir hatten auch gute Duelle, weil er macht

01:35:11: einen Haar und lässt sich fallen und ich will einen Freistoß, sondern

01:35:13: er kämpft dagegen.

01:35:14: Es war super und wir haben auch immer viel geredet während des Spiels, aber positiv,

01:35:18: lustig.

01:35:19: Und trotzdem wusstest du, der kommt auf dich zu, der kann links, der kann rechts und er geht durch dich durch.

01:35:24: Irgendwas

01:35:24: findet er schon.

01:35:25: Das war immer sehr, sehr schwer.

01:35:27: Aber genauso war es auch immer eine

01:35:30: richtig coole

01:35:30: Herausforderung und auch etwas, wo ich mich ... wo ich mich

01:35:34: gleichzeitig drauf gefreut habe, wovor ich auch wahnsinnig Respekt hatte.

01:35:38: Und oft ist es halt auch nicht gut ausgegangen,

01:35:40: aber umso schöner, wenn du dann die Duelle gewinnst oder ihn stoppen

01:35:43: kannst, weil das fühlt sich dann noch besser an, egal, ob du drei davor verloren hast.

01:35:46: Ich stelle mir den irgendwie als richtig guten Trash Talker aber auch vor.

01:35:50: Weiß ich nicht, wie der ist mit Leuten, die vielleicht, ich glaube, ich habe, oder andersherum, auch in unserem Aufeinandertreffen danach, ich würde behaupten, dass wir uns relativ... Schätzen gegenseitig und deswegen haben wir nie Trash getalkt.

01:36:02: Das war eher so ein, boah, da hast du aber Glück gehabt jetzt, dass noch so was, nicht so ein bisschen böse oder so was, sondern eher lustig und positiv.

01:36:12: Und super Typ auch darüber hinaus.

01:36:14: Insofern, das waren

01:36:15: coole, coole Duelle, aber immer,

01:36:17: immer schwierig.

01:36:19: Wir kommen langsam so Richtung Ende, mich würde noch eine Sache interessieren.

01:36:23: Du bist Experte dann geworden, bist Markenbotschafter für den BVB.

01:36:27: Gibt es rückblickend eine Sache, wo du dir denkst, das hätte ich, glaube ich, gerne anders gemacht.

01:36:34: Ja, ein Krypto investiert,

01:36:35: hätte ich gerne, frühzeitig.

01:36:37: Bitcoin-Blockchain-Office.

01:36:39: Ich war ja mein bester Freund und mir damals ...

01:36:43: Ich war in Hamburg, also das muss ... ... zwei, drei, vierzehn gewesen sein.

01:36:47: Ich glaub, der Bitcoin war bei ... ... zweihundert, siebzig, drehundert Euro oder so, einen Bitcoin.

01:36:51: Und da haben wir davon erzählt, ich sag, Blockchain, keine Ahnung.

01:36:53: Was erzählst du, der Wallet?

01:36:55: Und darfst du aber nicht

01:36:56: auf dem Computer, weil das könnte man hätten, du musst das Wallet irgendwo so haben.

01:37:00: Darfst du aber dein Passwort nehmen?

01:37:01: Ich sag, hör auf, es ist mir jetzt schon zu kompliziert.

01:37:02: Das mache ich nicht.

01:37:04: Gut,

01:37:05: es gibt Dinge im Leben, aber nein.

01:37:08: Ich habe

01:37:09: oft darüber

01:37:09: nachgedacht, hätte ich mehr auf meinen Körper, also im Bereich Ernährung,

01:37:15: hätte ich da früher mehr

01:37:17: acht geben sollen, hätte ich mehr individuelles Training

01:37:20: machen sollen,

01:37:21: was ich immer nur phasenweise gemacht habe,

01:37:24: sowohl im Amateurbereich

01:37:25: als auch dann mal im Profibereich

01:37:27: noch, aber eben nicht immer

01:37:30: oder immer mal wieder.

01:37:32: Aber letzten Endes sage ich immer, wie bei allen bei mir im Leben,

01:37:36: es muss auch Spaß machen.

01:37:38: Und hätte ich den Spaß

01:37:40: nicht behalten, sondern wäre vielleicht zu verbissen

01:37:42: gewesen, hätte ich vielleicht

01:37:43: irgendwo früher einen

01:37:45: Ausgang gewählt oder was anderes gemacht oder gar nicht erst angefangen.

01:37:50: Also da gibt es eigentlich keinen Beräunen, sondern es gibt

01:37:54: Momente, die hätten besser laufen können definitiv.

01:37:57: Ob das in

01:37:57: meinen Entscheidungen lag oder ob ich es anders entscheiden würde.

01:38:01: Weiß ich nicht, weil das, was ich erleben durfte und erlebt

01:38:04: habe,

01:38:06: ich sag ja, ganz so viele gibt's nicht, die das auch durften.

01:38:10: Insofern bin ich da schon privilegiert und bin eigentlich ganz happy da, wo ich jetzt bin.

01:38:19: Aber bevor wir einen Sack zumachen, gibt's noch ein Thema, über das ich kurz mit dir sprechen will, weil es mit mir... sehr am Herzen liegt und ich kann mir vorstellen, da draußen sind auch einige Menschen, die das irgendwie betrifft oder die sich damit identifizieren können, einfach weil es im Alltag immer oder überall stattfindet, in der U-Bahn auf der Straße, wo auch immer.

01:38:36: Du hast sehr, sehr viel Scheiße mit Rassismus erleben müssen.

01:38:40: Ich will das jetzt gar nicht alles wieder aufwärmen, weil das einfach widerlicher Scheiß ist.

01:38:46: Gerade so auch in meiner Generation hast du irgendwas, was einem so ein bisschen Mut machen kann, weil man hat... Das Gefühl, dass es tendenziell eher mehr als weniger wird.

01:38:57: Ja, die Strömungen sind, oder es ist schwierig mit anzusehen, welche Strömungen wir auch im Land mittlerweile haben, aber auch in der ganzen Welt, was Hoffnung macht.

01:39:13: Ich sage mir

01:39:13: mal,

01:39:14: jede neue Generation ist ja eine Hoffnung, weil letztendlich werden wir geboren und keiner hat irgendwelche Vorurteile, Irgendwas im Kopf, irgendeinen Kastendenken, irgendeinen Schubladendenken oder sonst was.

01:39:29: Jede neue Generation hat auch die Chance, das alles wieder zu verändern.

01:39:33: Es ist

01:39:34: schwierig,

01:39:35: die Menschen zu verändern, die geprägt sind.

01:39:38: Es ist wichtig, den Menschen, die noch geprägt werden, eben auch wirklich alles... zu erzählen und nicht nicht einseitig und alle Informationen

01:39:49: und alle möglichen

01:39:50: Sichtweisen vielleicht auch zu präsentieren, damit sie einen eigenen Weg finden.

01:39:54: Aber wie gesagt, man kann immer nur

01:39:58: wieder

01:39:59: aufstehen und sich wehren und dagegen halten und gegensteuern und hoffen, dass die nächste Generation einem folgt oder in die richtige Richtung strömt und nicht in die falsche.

01:40:12: oft mit politischen Themen im Land zu tun, mit weltweiten politischen Dingen zu tun.

01:40:20: Ich kann dir jetzt nichts geben, wo ich sage, das macht mir große Hoffnung, dass es bald ganz anders ist.

01:40:28: Aber ich hoffe, ich hoffe.

01:40:30: Und

01:40:31: solange ich kann, werde ich immer bereit sein, meine Stimme, mein Gesicht, mein Namen dafür herzugeben, um gegen Rassismus einzustehen

01:40:39: und zu kämpfen.

01:40:42: Es hört sich doof an, wenn ich sage, mehr kann ich nicht tun.

01:40:44: Aber ich bin bereit, das immer zu tun.

01:40:47: Das habe ich

01:40:47: bisher getan und ich werde da als

01:40:49: Beispiel für

01:40:49: meine Kinder vorangehen oder bin vorangegangen und auch für viele andere junge Menschen hoffentlich.

01:40:55: Und das

01:40:56: werde ich auch weiter tun,

01:40:57: solange das notwendig ist.

01:40:58: Und das wird wahrscheinlich länger sein, als ich auf diesem Planeten sein werde.

01:41:04: Lass uns das mal als neue Generationen, lass das mal anders machen.

01:41:07: So, nachdem ich jetzt mit dieser Frage die Stimmung völlig auf den Rücken gezogen habe, lass es noch mit einer Quatschfrage rausgehen.

01:41:13: Es ist die Alienfrage, die ich mir überlegt habe.

01:41:15: Die was?

01:41:16: Die Alienfrage.

01:41:17: Pass auf.

01:41:19: Stellen wir vor, es landen Aliens auf der Welt.

01:41:21: Die haben keine Ahnung, was Sport ist.

01:41:22: Die wissen gar nicht, was unsere Spezies der Macht.

01:41:24: Und die sehen ganz viele Menschen, wie die sich... körperlich zu dode schuften die schwitzen die stöhnen die gar nicht wissen wie ihnen geschieht.

01:41:31: und einer von denen bist du und sie kommen zu dir und fragen wo warum?

01:41:36: was sagst du denn?

01:41:39: was sage ich denn?

01:41:44: das kann ich das muss.

01:41:47: aber genau das würde ich wahrscheinlich sagen.

01:41:48: das kann ich so nicht beantworten.

01:41:50: das musst du spüren

01:41:52: weil

01:41:53: Wenn du Sport

01:41:53: machst, was dann in deinem Körper passiert, ja, es ist anstrengend.

01:41:57: Und ja, es

01:41:57: ist

01:41:58: manchmal

01:41:59: mit Schmerzen

01:42:00: halt das zu tun.

01:42:01: Und trotzdem schüttet es am Ende so viel Endorphine aus und gibt dir so ein Glücksgefühl, wenn du fertig bist oder wenn du was geschafft hast oder wenn du merkst, dass sich was verbessert, das kann man nicht erklären.

01:42:11: Das muss man machen.

01:42:12: Und genauso würde ich versuchen, den das nahezu legen.

01:42:17: Nicht

01:42:17: versuchen zu verstehen, sondern spüren.

01:42:20: Das finde ich nicht die schöneste Schlussworte.

01:42:22: Oh wo.

01:42:22: Vielen vielen Dank dir.

01:42:24: Vielen lieben Dank euch, dass ihr euch die erste Folge Deep Dive heute gegeben habt.

01:42:28: Tausend Dank, das war richtig geiles Gespräch.

01:42:30: Leute ihr wisst, es ist ein neues Format.

01:42:32: Wir freuen uns wahnsinnig über Feedback.

01:42:34: Schreibt uns das gerne in die Kommentare.

01:42:35: Lasst ein Like da, abonniert.

01:42:37: Lasst uns dieses Ding hier richtig richtig schön groß machen.

01:42:40: Nächste Woche Dienstag kommt die nächste Folge.

01:42:42: Sollen wir spoilern, wer kommt?

01:42:45: Gerne.

01:42:47: Nee, ich sag's dir gleich.

01:42:49: Ihr müsst reinschalten von Sport Eins auf Instagram.

01:42:51: Wir sehen uns heute.

01:42:52: Vielen Dank fürs Einschalten.

01:42:53: Ciao, ciao.

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