MARCELL JANSEN: Ex-HSV-Präsident packt aus! So lief es hinter den Kulissen
Shownotes
Ex-Nationalspieler und Ex-HSV-Präsident Marcell Jansen hat in seinen über 25 Jahren im Fußball-Geschäft schon vieles gesehen. 2006 war er der jüngste Spieler im deutschen Kader der Heim-WM. Mit Gladbach, Bayern und dem HSV hat er als Defensiv-Motor die halbe Bundesliga umgegraben, Titel gewonnen und Abstiegskämpfe miterlebt.
Host Lenny Peteanu spricht mit ihm im SPORT1 DEEP DIVE über die Stolpersteine, die ihm auf dem Weg ins Profigeschäft in den Weg gelegt wurden, über das wohl kurioseste WM-Fotoshooting aller Zeiten und über seine Zeit als Präsident im Machtzentrum des HSV.
Die Folge mit Marcell Jansen im Überblick:
- 0:00:00 – Intro
- 0:00:55 – Erste Fußballerinnerung, Kindheit & Prägungen
- 0:12:30 – Misserfolge & Aufstieg
- 0:23:11 – Die Heim-WM
- 0:28:43 – Die Zeit bei Bayern, HSV & Nationalmannschaft
- 0:49:51 – Karriereende, neue Aufgaben & Privatleben
- 1:18:01 – Die Alien-Frage
Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:
-📱Instagram: @lenny.peteanu
-📱 Lennys Homepage: https://www.lennypeteanu.de/
Transkript anzeigen
00:00:00: Alle Nationen waren Deutschland-Fans, wenn die eigene Mannschaft raus war.
00:00:03: Das war schon ein Wahnsinn, so was mitzuerleben, weil gerade auch im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr
00:00:14: im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr
00:00:26: im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr mit so einem großen Club wie dem HSV, um so viel Umbruch, so viele Trainer.
00:00:34: Das hat einen so gebunden mit den Menschen dort.
00:00:36: Ich glaube, ich habe da schon einiges ausgehalten, weil ich einfach wusste, dass es für eine HSV das Richtige ist.
00:00:40: Dieses dann irgendwann mal Gewinn bringt, auch einzugeben, dieses komplexe System eines Traditionsvereins, könnte ich mir schon vorstellen.
00:00:47: Das klingt ja fast nach einer Bewerbung, Marcel.
00:00:50: Ich habe die Realität auch gesehen.
00:00:52: Da ist die Weltmeisterschaft nicht deine Hauptherausforderung, ob du die gewonnen hast oder nicht, wenn das andere Leben irgendwann mal anklopft.
00:00:57: Und diesen Ehrgeiz, dass du morgens aufstehen willst.
00:01:01: Für was?
00:01:02: Für Fußball wusste ich das, aber für was ist es, wenn es nicht der Fußball ist?
00:01:08: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sport, ein Steve Dive.
00:01:11: Ich bin Lenny und ich treffe mich hier jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus der Welt des Sportes.
00:01:16: Unser heutiger Gast ist Marcel Jansen.
00:01:18: Marcel hat für die deutsche Nationalmannschaft gespielt, mit den Bayern das Double geholt, für den HSV gekickt und war genau da bis vor gar nicht so langer Zeit noch Vereinspräsident.
00:01:26: Wir sprechen über seinen Start im DFB-Team beim Sommermärchen, über die Höhen und Tiefen seiner Karriere, was er heute eigentlich so treibt und unter welchen Voraussetzungen er sich sogar eine Rückkehr in die Bundesliga als funktionär vorstellen könnte.
00:01:40: Marcel ist einfach ein unfassbar sympathischer Typ, einer, der das Herz auf der Zunge trägt.
00:01:44: Wenn euch die Folge gefällt, lasst uns gerne eine gute Bewertung da und folgt uns rein, um nichts mit zu verpassen.
00:01:49: Vielen, vielen Dank und jetzt ganz viel Spaß euch bei der Folge mit Marcel Jansen.
00:01:53: Hast du sowas wie eine erste Fußballerinnerung?
00:01:57: Boah, eine erste, eine erste Fußballerinnerung.
00:02:01: Ja, würde ich schon sagen, dann, ich sage mal, die Prägenste halt, die erste, die bleibt war natürlich das erste Mal am Bückelberg.
00:02:06: Einfach diese... Größe, diese Menschen, diese Lautstärke, dann auch dieser schöne, damals noch Dönergeruch da am Bückelberg von den ganzen Buden, der Bückelberg war ja sehr speziell, das war ja Wahnsinn.
00:02:18: Und diese Menschen und diese Fans und dieses, so nah auch dran, weil wir dann auf der Turbühnseite saßen, relativ nah am Spielfeldrand, also da mitten in der Wohnsiedlung, das war so erschlagen positiv.
00:02:29: Und dann halt die zweite große Erinnerung, dann halt das erste Vorspiel als Jugendbusse mit dem Glaubbach schon gespielt, dann im Stadion zu spielen.
00:02:36: ersten so fünfzehn, zwanzig, tausend, siebzehn, tausend da sind.
00:02:40: Ich glaube, da war sogar ein Derby gegen, gegen, gegen Köln.
00:02:43: Also wir dann gegen Köln gespielt haben als Vorspiel, sechzehner, sechzehner.
00:02:47: Ja, das war schon gut.
00:02:48: Ist es aber auch so das, was dich heute noch am Fußball so fasziniert und was du an ihm so liebst, diese Gemeinschaft, dieses, wir sind hier alle zusammen?
00:02:54: Weil ich finde, das ist, wenn man sich so ein bisschen mit dir beschäftigt, das ist wirklich dein roter Faden.
00:02:58: Jemand, der das Vereinsleben liebt, diese Gemeinschaft, kann ich jetzt aber natürlich auch nur als Außenstehender sagen.
00:03:04: Vielleicht ist ja auch gar nicht so, du hast uns jahrelang was vorgemacht.
00:03:07: Aber irgendwie, ist es das?
00:03:09: Ja, ich habe alle nur komplett belogen.
00:03:11: Ja, dachte ich mir.
00:03:11: Ich
00:03:11: bereue auch heute meine Entscheidung.
00:03:13: Exklusiv,
00:03:13: deep dive Sport eins.
00:03:14: Wir hauen uns jetzt raus.
00:03:15: Ich bereue auch meine... Entscheidung.
00:03:16: Rudi hat recht gehabt,
00:03:17: ich habe den Fußball geliebt.
00:03:19: Jetzt ist nur blöde zu spät, ich komme glaube ich nicht mehr in Form.
00:03:23: Nein, absolut.
00:03:25: Also Sport generell, aber dann natürlich Mannschaftssport, das ist schon der Unterschied.
00:03:30: Also wenn ich überlege, wie der Fußball der Sport mich durch die Kinder, durch die Jugend und dann eben auch in diesen Facetten Hobby zum Beruf machen, hohes Privileg, Privileg, es ist eher so dieses Mannschaft, aber es ist natürlich auch so.
00:03:44: diese Dieser Traum und diese Spiele, die ich schon nachgemacht habe als Kind im Garten auf einem kleinen Tor, habe ich kommentiert selber, was ich da gespielt habe von dem, was ich im Fernsehen gesehen habe oder im Stadion dann gesehen habe.
00:03:58: Und das ist irgendwie das eine, was einem begeistert.
00:04:02: Boah, kann ich irgendwann mal in so einem Stadion spielen von den Fans.
00:04:06: Und das andere ist dann eben das, was Mannschaftssport ausmacht, die Kabine.
00:04:10: das Lachen, das auch gemeinsam Gewinn auch verlieren.
00:04:13: Auch das, was so eine Gruppe ausmacht, die Sozialisierung über Mannschaftssport, ist, glaube ich, so das Effizienteste, was es gibt.
00:04:18: Du hast alles da an Charakteren, an Nationalitäten, alles.
00:04:24: Also besser geht es nicht.
00:04:25: Und das ist geil am Fußball.
00:04:27: Und von daher, ja, doch, das ist schon roter Faden und das wollte ich auch nie missen.
00:04:30: Und ich glaube, Ich konnte es dann doch ein bisschen unterstreichen, ohne dass ich sie wollte, weil es ja meine bewusste Entscheidung war, nachdem ich da mit neun zwanzig und ein halb gesagt habe, so die elf, zwölf Jahre als Profi.
00:04:39: Mega dankbar Hobby zum Beruf.
00:04:41: Aber mein Hobby wurde auch geklaut.
00:04:43: Irgendwann, das wurde nicht geklaut, aber irgendwann fehlt ja.
00:04:45: Wenn das Hobby zum Beruf wird, fehlt das Hobby.
00:04:47: Und das habe ich mir noch mal sechs Jahre dann reingezogen und das war Weltklasse in der Landesliga und Oberliga.
00:04:53: Das war so mein Seelenfrieden von diesem geilen Sport.
00:04:57: Zumindest auf dem Niveau.
00:04:58: Jetzt kann ich abends vielleicht noch mal Benefit spielen.
00:05:00: Die Knochen, alles ist natürlich sehr angeschlagen durch die Karriere, aber von daher.
00:05:05: Das ist aber genau dieser rote Faden, den ich eben meinte.
00:05:10: Profi ist.
00:05:10: und dann aber auch nochmal zur HSV-Drei geht, einfach nur zum Kicken.
00:05:14: Da kommen wir gleich noch alles drauf.
00:05:16: Lass uns aber einmal erstmal ein bisschen zurückgehen in deine Kindheit, weil ich hier im Diebdorf will ich ja auch unsere Gäste ein bisschen besser kennenlernen und die so ein bisschen knacken, ein bisschen an der Oberfläche zumindest kratzen.
00:05:25: Vielleicht schaffen wir das auch ein bisschen tiefer rein zu gehen.
00:05:28: Aber deswegen lass uns gerne in deiner Kindheit starten, wenn das für dich okay ist.
00:05:32: Was würdest du heute als Erwachsener, als gestandener Mann sagen, ist so... Das, was dich da so am meisten geprägt hat, das kann Erziehung, das können die Freunde sein, was auch immer, die Gemeinschaft auch wieder.
00:05:43: Was hat dich am meisten geprägt?
00:05:45: Ja, am meisten geprägt.
00:05:46: auf jeden Fall sind es natürlich die engsten Menschen, die an einem ran sind.
00:05:49: Da habe ich sehr viel Glück gehabt, ein großes Privileg ist natürlich dann meine Eltern, die ... Es geschafft haben auch in den komplizierten Phasen.
00:05:59: dann später, wenn es dann so Richtung Leistungssport mit Ambitionen geht.
00:06:02: Da fängt es schon an, auch in der Jugend, dass Eltern durchdrehen und nicht den richtigen Weg finden, das Kind zu begleiten.
00:06:09: Unabhängig nicht nur vom Erfolg, sondern zu begleiten.
00:06:12: auch viele, die es dann irgendwie schaffen, aber wo dann die Frage ist, was passiert mit dem Charakter?
00:06:17: Es ist ja dann doch schon ein sehr spezielles Umfeld auch im Leistungssport, generell gerade im Fußball, wo sich viel tümmelt und deshalb dankbar geprägt.
00:06:25: klar meine Eltern.
00:06:26: Ganz klar mein, ich will ihn gar nicht so nennen, aber damit die Leute es verstehen, gärt vom Bruch wie eine zweite Vaterfigur eigentlich.
00:06:34: Das war mein Spielerberater, den ich später dazu bekommen habe, so in der B-Jugend ungefähr.
00:06:39: Und da auch da wieder das große Glück gehabt zu haben, mich richtig einschätzen zu können, was ist der nächste gute Schritt.
00:06:48: Nicht Geld getrieben, sondern wirklich auch immer was passt zu mir, also wirklich den Menschen auch zu sehen.
00:06:54: Nicht nur der, der jetzt irgendwie gut Fußball spielen kann und hoffentlich vielleicht mal Profi wird.
00:06:58: Und das war natürlich meine Eltern, meine Freunde, aber auch gerade eben mein Berater.
00:07:03: Schon so in der Kindheit, in der Jugend die absoluten Schlüsselperson, weil sie es auch vorgelebt haben.
00:07:09: was es heißt, bodenständig zu sein, was es heißt, eben sich nicht anstecken zu lassen.
00:07:12: Und da gibt es ja ganz andere Beispiele dann.
00:07:15: Und dann sage ich mir, das ist auch für die Kinder und Jugendlichen halt auch schwer.
00:07:18: Wenn dann die Eltern eben nicht mitziehen, dann bist du so ein bisschen auch machtlos, ein bisschen wehrlos.
00:07:22: Und das war schon so ein Riesenprivileg in meiner Kindheit, Jugend.
00:07:26: Und was waren diese Grundtugenden, die deine Eltern mit auf den Weg gegeben haben, damit du eben in diesem sehr speziellen Umfeld nicht durchdrehst?
00:07:33: Ja, das sind ganz, ganz viele Momente, die man sich, glaube ich, vorstellen kann, die man ja so durchlebt, wenn man dann ... immer wieder eine Jugend hoch geht, aufsteigt sozusagen ... ... bei Borussia Mönchengladbach in der Jugend.
00:07:44: Aber was sind so ... ... ist so die ... ... die Art und Weise.
00:07:48: Also ich sage mal, diese Extreme sind immer schlecht ... ... und entweder sind Eltern, sind ja oft ... ... schwarz oder weiß.
00:07:53: Also gerade jetzt im Schälz von Fußballereltern.
00:07:55: Also ... Das Kind muss ja nicht jetzt Profi werden, aber so wie die Eltern am Spielfeldrand.
00:08:01: Das ist ja eigentlich so das größte Problem, was wir haben.
00:08:04: Und entweder ist das Kind ja immer der Beste, kann alles immer der Beste oder ist immer der Schlechteste.
00:08:09: Das heißt, das andere reicht nie und man muss immer sagen mehr, mehr, mehr.
00:08:13: Und bei mir war es ein gesundes Mittelmaß.
00:08:14: Mein Vater war selber ein sehr, sehr guter Spieler, auch ein guter Trainer und voll auch Fußballer.
00:08:20: Ja, einen kleinen Tick immer vielleicht normal als Vater, als ehemaliger Fußballer, auch Leistungssport getrimmt, so ein bisschen mehr kritischer, aber immer noch in einem gesunden Maß und eben auch fördernd.
00:08:32: Also auch da, wie gehe ich dann mit so einem Jugendlichen um?
00:08:35: Nimm dann immer so das ein oder andere Beispiel gerne, dass, wenn ich dann vor der Playstation saß.
00:08:42: Hat er halt nicht die Tür aufgerissen und gesagt, du willst ja Profi werden und hat irgendwie so, sondern er hat das dann mit einem gewissen Humor, weil er halt wusste, wie er mich mehr treffen kann, hat dann halt geklopft, hat reingeschaut, ach, bist du wieder vor der Playstation seit über einer Stunde, ich dachte, du wolltest Profi werden oder irgendwie so was ähnliches.
00:08:58: Aber Spiel ruhig weiter ist ja nicht schlimm, er hat die Tür zugemacht und dann saß ich da, da hat der Kessel hier oben war, dann hab ich das Ding ausgemacht, mit Laufen gegangen und hab danach weitergespielt.
00:09:07: Nein, einfach so.
00:09:09: Auch die Themen.
00:09:09: Und es geht ja dann auch viel in der Jugend schon im Materialismus halt.
00:09:14: Ist dann das Thema in den Schulen ja auch jetzt nicht nur Sport.
00:09:16: Und auch da dann zu erklären, nicht nur, weil meine Eltern haben sehr hart gearbeitet für ihr Geld, so ganz normal arbeiterfamilie.
00:09:24: Und dann war ich auch, ich brauche die Schuhe, die sind auch geil und hier.
00:09:28: Und dann hat mein Papa gesagt immer, das Geld wächst bei uns nicht auf den Bäumen.
00:09:31: Und er hat dann aber da nicht aufgehört und gesagt, wir haben es halt nicht, deshalb kriegst es nicht.
00:09:35: Und er hat gesagt, pass auf.
00:09:36: ... die da alle rumlaufen mit diesen weißen, ... ... tollen, teuren, ... ... zweieinhalb Mark Schuhen oder mehr.
00:09:42: A. Wechst du in einem halben Jahr da wieder raus, ... ... weil du bist die ganze Zeit am wachsen ... ... und B. Fallen die nur durch die Schuhe auf, ... ... aber es kommt immer drauf an, ... ... wer drinsteckt.
00:09:50: Und das nimmst du dann schon mit ... ... und dann hast du auch Munition, ... ... wenn dann, ... ... wo machst du nicht die und die, ... ... sorry, egal, kommt drauf, ... ... wer drinsteckt.
00:09:58: Und ich mach dich gleich mit meinen zwanzig Markschuhen hier, drehe ich dich dran mal im Kreis und dann kannst du deine Schuhe putzen mit deiner Lasche.
00:10:04: Nein, das ist schon wichtig, so dieses wie es das soziale Umfeld und auch diese Bodenhaftung.
00:10:09: Ich habe halt gemerkt, weil meine Eltern hat sich nichts verändert, also ins Negative.
00:10:14: Die sind wirklich sich treu geblieben, so wie sie sind.
00:10:16: Auch mit dem dann, der so uns jetzt Jugend als Nationalspieler kommt, der erste Profi-Vertrag, dann kommen ja ganz heikle Phasen.
00:10:22: Da gibt es Geschichten, die kennen wir alle, wo Väter dann irgendwie ... ... durch Gelsenkirchen mit dem Ferrari fahren, ... ... weil der Sohn gerade Profi geworden ist.
00:10:29: Das macht halt den nicht Sinn.
00:10:31: Und du bist ja immer noch ein junger Mensch ... ... und wenn das das Umfeld nicht mitzieht ... ... und das sind vor allem die Eltern und ... ... Spielerberater, ... ... wenn das nicht sozial stark ... ... und sozial kompetenz ist, ... ... dann ist das echt nicht lustig.
00:10:43: Und deshalb, weil wir ja über ... ... oder über mich sprechen dürfen, ... ... heute ist das das große Glück, ... ... was ich vielen voraus hatte, dass ... Diese Basis, die war so stark, dass auch wenn es bei mir gar nicht so geklappt hätte, mit Profi, dass ich da komplett aufgefangen wäre, um sich gar nicht so viel für mich geändert hat und meine Eltern haben es mir auch immer vorgelebt.
00:11:02: Wenn ich kein Profi gewohnt, wäre ich halt arbeiten gegangen.
00:11:04: Also so einfach ist das dann auch und von daher, das war ein großes Glück eigentlich.
00:11:08: Wenn wir über Prägung sprechen, ganz viele haben mir entweder vor unserem Gespräch heute gesagt oder ich habe es auch irgendwo gelesen, Marcel hat eine große Klappe.
00:11:16: Im besten Sinne.
00:11:18: So, jetzt sind wir bei Minute sieben.
00:11:20: Hast du absolut schon bewiesen, da ist jemand, der auch absolut rausfeuern kann.
00:11:24: Aber auch das ist ja was, was durch Prägung passiert.
00:11:27: War das was, was du irgendwie von deinem Vater mitbekommen hast?
00:11:29: Oder woher kommt die große Klappe?
00:11:31: Ja, es ist halt Rheinland, ne?
00:11:33: Ja, geil.
00:11:34: Es
00:11:34: muss also sein.
00:11:35: Also ist ja jetzt auch... ... nachvollziehbar und das gehört ein bisschen dazu bei uns.
00:11:40: Das ist auch ein bisschen die Generation noch ... ... dieses Frotzellen und dieses Reihen nämlich.
00:11:45: Man darf das auch mal so ein bisschen betonen ja auch oder auch mal ... ... kommt ja immer aufs Thema an und wo man die große Klappe ... ... zu einem riesen Unterschied an welcher Stelle und zu welchem Thema.
00:11:53: Das ist richtig.
00:11:54: Wenn man sich so deine Karriere anschaut ... Dann denk ich mir, mit acht zu Gladbach gekommen, dann da die ganze Zeit durch die Jugendmannschaften durchgereicht worden und so weiter, dann natürlich auch Unationalmannschaft, dann bei Gladbach, Profi zu den Bayern, da denk ich mir, übelster Streber.
00:12:13: Das ist ja wirklich der CV eines Fußballprofis, wie du ihn brauchst.
00:12:17: Und da werd ich dann immer so ein bisschen misstrauisch und denk mir, naja, aber es kann nicht de facto ohne diese Taylor geklappt haben, diese Gipfel.
00:12:26: zu erklimmen.
00:12:27: Deswegen würde ich gerne, weil die Misserfolge meistens, die sind die uns viel mehr prägen als die Erfolge, da ein bisschen mit ihr reingehen wollen.
00:12:34: Ich weiß nicht, ob du sie hast oder wo sie liegen, aber vielleicht können wir das so ein bisschen aufmachen.
00:12:38: Gerade in der Jugend, in der Kindheit Jugend dieser prägenen Zeit, wo waren die Teller?
00:12:43: Boah, ja, da waren einige, genauso ohne die geht es ja gar nicht, weil das ist ja das, woher du deine Resilienz siehst und wie du es genau eben schaffst, daraus zu kommen und eben den nächsten Schritt wieder zu machen, trotz... Widerstände.
00:12:56: und die waren on Master.
00:12:57: Da kann man das natürlich, wenn man es abliest.
00:13:00: Drei Traditionsvereine, drei Große und dann eben den DFB, aber da steckt natürlich viel hinter.
00:13:05: Also ich weiß, gerade in meiner Jugendzeit, dass das Prägenste, was ich noch weiß, so richtig weiß, war natürlich auch eine Art der Wachstumsphase.
00:13:13: Da ging gar nichts bei mir.
00:13:14: Ich hatte ein komplett schlechtes Laufbild, also weil ich so groß geworden bin, dann die Hormone, Pubertät.
00:13:21: Also es war so in dem Bereich, so dreizehn, vierzehn in der Jugend, dann passte die Leistung auf einmal nicht.
00:13:27: Es war alles so viel.
00:13:28: Ich war mit mir selber und zufrieden, weil ich so übertrieben ehrgeizig war.
00:13:32: Und das war schon kasse Zeit.
00:13:33: Und das war ein langes Teil.
00:13:35: Es hat sogar, glaube ich, über ein halbes Jahr, Jahr am Stück gedauert, bis ich daraus gekommen bin.
00:13:40: Und das weiß ich auch heute noch, weil das war so gefühlt meine intensivste Zeit.
00:13:44: Weil sonst habe ich den Vorteil, auch von der Erziehung und von dem vorgelebten, auch der alten reinländischen Kultur ist das Glas im Halb voll.
00:13:51: Es ist nicht halb leer.
00:13:52: Aber trotzdem, das weiß ich noch ganz genau.
00:13:55: Es war so rund um die D-Jugend, C-Jugendbereich, angerissen sogar, vielleicht war es dann auch länger, vielleicht mit einem kurzen Hoch mal wieder und dann ging so bis in den B-Jugendbereich, bevor es sich stabilisierte, war viel der Körper, weil klar, dann noch groß gewachsen war vielleicht, glaube ich, achtzehn Zentimeter in einem kurzen Zeitraum.
00:14:14: Und das natürlich auf dem Leistungsniveau, wo man Fußball spielt, ich weiß dann aber eben aus Glück, dass mein... dass meine Eltern, sowieso meine Mama sich über alles umgekümmert hat, was nicht selbstverständlich ist, was die Wäsche, was das Essen selber noch arbeiten gegangen, alles mit koordiniert hat.
00:14:28: Mein Papa, der dann gemerkt hat, okay, der ist jetzt in so einer Phase, ich muss mit dem Einzeltraining machen.
00:14:32: Ein Einzeltraining einfach um wieder auf das normale Niveau der Koordination zu kommen.
00:14:36: Da haben wir Laufschule wieder alles gemacht.
00:14:38: große Glück, dass er sich auch auskannte und rein denken konnte.
00:14:42: Das haben ja auch nicht viele, so dass wir eben ein bisschen Parallel gearbeitet haben.
00:14:45: Da ging es gar nicht drum.
00:14:46: jetzt extrem stundenlang, aber wieder für die Abläufe, den Wachstum zu.
00:14:50: Also es war wirklich eine ganz, ganz harte Zeit und das weiß ich noch.
00:14:55: Und die nächste Zeit, die dann war, war natürlich so, wie bin ich überhaupt Profi geworden?
00:15:01: Das war schon sehr abenteuerlich.
00:15:03: Also können wir denken, wieso?
00:15:04: Der war doch bei Glappa und dann ist der da irgendwann Profi geworden.
00:15:06: Ja, so sieht es auch ein paar Piaus.
00:15:09: Ich bin halt irgendwann mit mit siebzehn Jahren.
00:15:11: Da war ich noch jung Spieler.
00:15:14: Da hat Ewald Lienen als Belohnungen Absprache mit unseren Jugendtrainern drei, vier aus unserer Mannschaft für einen Freundschaftsspiel mal hochgezogen zu den Profis, weil er war Länderspielpause.
00:15:25: ein Freundschaftsspiel gegen MSV Duisburg, dann durften wir aufgrund der Belohnung der guten Leistung in einer Jugend, in einer A-Jugend, durften wir dort in Kader sein und haben, ich habe dann sogar noch eine Halbzeit gespielt und hatten alle Kurzeinsätze gehabt und danach war es so, dass dann Evaldien tatsächlich das eine oder andere Spiel auch angeguckt hat von uns, von der A-Jugend und hat mich dann hochgezogen.
00:15:44: Das heißt, ich bin mit siebzehn hochgekommen, war aber in der Schule und meine Eltern und das war auch ich Sorge gesagt, nee, das musst du schon zumindest durchziehen.
00:15:52: Und dann war ich bei den Profis dabei und war auch zum ersten Mal im Kader in Hannover mit siebzehn.
00:15:58: Das Spiel wurde verloren und dann jeweils die Linie ist entlassen worden.
00:16:01: Und dann bin ich von den Profis wieder zurück in die Eierung gegangen.
00:16:05: Wobei ich natürlich noch ein Teil der Eierung sowieso war, aber dann halt nur noch in der Eierung.
00:16:09: Das heißt, das war der erste große Dämpfer, wenn man sagt... Okay, jetzt Lin ist nicht mehr da und da hat auch in dem Samstag keiner mit mir geredet.
00:16:17: Ich war dann Teil der A-Jugend.
00:16:19: Aber es kam dann der DFB, den ich auch hier mal positiv erwähnen möchte bei der ganzen Karriere.
00:16:26: Für mich eine wichtige Anlaufstelle immer wieder war der DFB, weil ich bin dann eingeladen worden von Jugendnationalspielern.
00:16:32: Und das werde ich nie vergessen.
00:16:33: Ich bin zu Hause im Essendstich, immer am Papa von Arbeit kam.
00:16:37: Mama war ein bisschen früher da, dann gab es Essen um um sechszehn, dreißig, lag Post vom DFB, okay, Lehrgang U, U-irgendwas, U-Ninzehn, U-Zwanzig.
00:16:46: Und guckte und macht auf und stand U-Einundzwanzig.
00:16:49: Und damals U-Einundzwanzig ist was anderes als heute.
00:16:52: Denn damals in U-Einundzwanzig waren alles nur Spieler, die schon festbestanden hatten, Bundesliga, Bundesliga K, das waren.
00:16:58: Das heißt Spieler, die ... mindestens jedes Spiel fast reinkommen oder sogar Stammspieler sind.
00:17:04: Und U-One-Zwanzig und ich war ja viel jünger, also ich war ja noch U-Zwanzig-Spieler.
00:17:08: Ich bin ja in der Fünfundachtzig und ich dachte, die haben sich vertan.
00:17:14: Das ist eine Einladung für die U-One-Zwanzig.
00:17:15: Ich bin Oberligaspieler in Nordrhein-Westfalen.
00:17:19: Da steht U-One-Zwanzig.
00:17:20: Ich glaube, das war das... Quali-Spiel Polen, auch noch ein Quali-Spiel.
00:17:25: Ja, dann habe ich da immer geguckt und dann, okay, mein Trainer Dieter Alts war mein Trainer in der U-IX und auch einer meiner Förderer.
00:17:33: Der wusste schon, was er hat.
00:17:34: Der wusste, die wussten das im DFB, klar, das war natürlich kein Zufall, trotzdem renchest du in dem Moment nicht damit, weil ich kenne ja den Kader, wer da alles gespielt hat, das waren alles Bundesliga-Spieler.
00:17:42: Und ich habe nicht mal bei den Profis trainiert und so war das dann auch, dass das dann bei heute würde man sagen, Sport eins.
00:17:49: Früher DSF war das Spiel live übertragen und dann habe ich viele Nachrichten bekommen, weil vor dem Spiel oder vor dem Spiel der Mannschaftsaufstellung dann bei eurem Reporter, also bei DSF, dann hieß es ja, wer ist denn der Jansen?
00:18:06: Ja, Arjen Marcell, der ist schon seit der U-Achzehn hier bei uns beim DFB, hat sich immer entwickelt, wir haben ihn auch sogar schon mal jetzt höher gezogen und wir hatten einen Ausfall und wir glauben an den Jungen und ja, aber wer ist das?
00:18:18: Also der spielt irgendwie eine Oberliga, den haben wir noch nie gehört, aber der ist gut.
00:18:22: Ja, der spielt auch von Anfang an.
00:18:24: Und dann war das so, danach ging es dann etwas schneller bei den Verantwortlichen bei Gladbach.
00:18:29: Dann war ich auch dabei und durfte an meinen Profis wieder trainieren.
00:18:34: War kurz vom Durchbruch.
00:18:35: Hätte mein erstes Bundesligaspiel gemacht.
00:18:37: Auch wieder witzigerweise gegen Hannover zu Hause.
00:18:40: Im Borussia-Park, der dann da war und hab mich dann erkältet.
00:18:43: Aber richtig fett.
00:18:45: Wie viele Anläufe.
00:18:47: Das ist ja dann gut, dass wir hier drüber sprechen, weil eben in diesem vermeintlich so glatten Lebenslauf eher so viele Wellen und Kurven und Ausschläge drin sind.
00:18:54: Okay, ich glaube, ich habe es nicht genau mitgezählt.
00:18:56: Es waren glaube ich sieben Anläufe bis zum Bundesliga.
00:18:58: Ja, und
00:18:58: jetzt kommt der Trainer, Dick Advokat, den man jetzt kennt, weil er mit einer Mannschaft sich qualifiziert hat.
00:19:05: Der kam in die Kabine und hat gesagt, wer bist du denn?
00:19:08: Ich kenne hier nicht mal die Spieler, die hier schon lange Profis sind.
00:19:12: Und hat gesagt, wir sind zu viele, geh erst mal bitte wieder runter.
00:19:14: Ich habe meinen Spinn zum dritten Viertmal ausgeräumt.
00:19:17: Unten war ich schon der Running Gag bei der U-Bahn.
00:19:19: Ah, bist du wieder da?
00:19:22: Marcel, bist du wieder da?
00:19:22: Super.
00:19:24: Und dann, um es nicht zu lang zu machen, habe ich meine große Klappe beibehalten und habe gesagt, bringt ja nix, muss ich halt liefern, wenn sich noch mal die Chance ergibt.
00:19:33: Aber es war halt nicht so, dass das dann immer so lief.
00:19:35: Dann war es so, dass die Profis, wie früher ganz oft, Mittwochs war der elf gegen elf Tag.
00:19:39: Und dann gegen das Telefon.
00:19:41: Wir waren gegangen, dann war das der Co-Trainer und sagt, Marcel, Hast du Zeit?
00:19:48: Ich sitze gerade auf der Geschäftsstelle.
00:19:49: Ja, wir haben einen zu wenig.
00:19:50: Du siehst uns ja hier draußen.
00:19:53: Wir haben einen zu wenig, wir müssen verzählen.
00:19:54: Es fehlt einer, kannst du noch kurz rauskommen zum FGN-Elf.
00:19:58: Ich sage, ich habe keine Sachen, nichts mit.
00:19:59: Ja, egal, geht zu Markus, der hat Sachen.
00:20:02: Dann bin ich zum Zeugwart gegangen, habe dann die alten Schuhe von Markus Hausweiler bekommen, die ausgelutzten kaputten Träder, hatte zum Glück meine Schuhgröße, habe die Trägensachen angezogen, die haben wir aber schon trainiert die ganze Zeit.
00:20:11: Bin dann zum Elf gegen Elf gespielt, reingegangen, geduscht und war dann wieder bei der U-Dreinzwanzig.
00:20:17: Das ging dann dreimal so und nach dem dritten Mal, als sie sich verzählt haben, kam der Co-Trainer und hat Digg Adwok hat gesagt, der Junge macht das gut, ihm vorbei gehen, auf den Weg in die Kabine.
00:20:29: Über zwanzig Meter Distanz, einen Dick angerufen und gesagt, der Junge macht das doch gut, können wir den nicht.
00:20:36: Ja, ja, so, habe ich mein Spin wieder eingeräumt und ab dann ging das los.
00:20:40: und dann war Digg Adwok aber auch der.
00:20:41: und jetzt muss man sagen, dann kam im Winter, das war dann kurz vor Winter.
00:20:45: kamen dann noch etliche neue Spieler, unter anderem Philipp Darmes.
00:20:49: Hinsorteilig am einen Positionen.
00:20:51: Riesenspieler Philipp, auch super Typ.
00:20:53: Verstehen uns auch super, aber war natürlich für mich dann auch nicht so schön und hat mich dann aber trotzdem auch durchsetzen können und alles gespielt.
00:21:00: Und ab dann ging es halt rasend schnell von ersten Bundesleger-Spiele, Nationalmannschaft-Berufung, im Jahr zwei Tausend Sechs, Bayern München, HSV.
00:21:09: Aber ich meine,
00:21:10: diese erste Stufe bei Gladbach dann bei den Profis, ich habe mir mal den Kader durchgelesen.
00:21:14: Giovanni Elba, Thomas Bräuch, Oli Neville, Christian Ziege, Alter.
00:21:20: Und ich mein, du als so kleiner Pimpf, dann da auf einmal nach... Also, du hast es dir, wie wir gerade gehört haben, übertrieben verdient, dass du da auch spielen darfst, nach dem achten Andau.
00:21:30: Aber wie war das neben diesen... Es sind ja richtige Männer da schon gewesen.
00:21:33: Die waren ja auch da schon bekannt, die war das neben denen zu spielen.
00:21:36: Ja, das war schon verrückt, weil es schon diese extremen Auf- und Abs gab.
00:21:41: War ja schon verrückt, war aber gut für mich, dass ich da anscheinend gut mit umgegangen bin und auch mein Umfeld.
00:21:46: Aber das war schon Wahnsinn, weil noch früher war das ja noch mal anders.
00:21:49: Heute ist es normal, dass man ein siebzehnjähriger vielleicht schon spielt und so.
00:21:52: Es war ja früher gar nicht so.
00:21:54: Und ich weiß noch, in der Zeit unter Ewald Lien, als ich siebzehn war, und mein Papa, meine Eltern waren ja beide arbeiten.
00:22:00: Das heißt, ich bin zum Bückelberg mit dem Roller gefahren.
00:22:02: Das waren diese gedrosselten Dinger.
00:22:04: Ich hatte einen Rex-Roller, weil Rex hatte damals Real gekauft, damit ich selbstständig bin.
00:22:09: Und ich bin zum Training damit gefahren, zu dem Profis am Bückelberg.
00:22:12: Und saß in der Kabine und dann kam Uwe Kampz rein und sagte, wem gehört denn dieser scheiß Roller?
00:22:17: Der hat mein Porsche zugeparkt.
00:22:19: Und dann saß ich da in der Kabine und hab ... So gemacht.
00:22:24: und dann guckte er so, war ein bisschen verblüfft, weil er jetzt dachte, das hat irgendeiner, nicht von den Spielern, aber sieht den Helm in meinem Fach.
00:22:35: Guckt so und dann ist er so, ja Uwe, ich bin halt siebzehn.
00:22:38: Fahrrad wäre noch, aber dafür war er ein bisschen weit.
00:22:40: Ja, und dann war alles gut und hat er gelacht und war ja gar nicht böse gemeint.
00:22:46: Da habe ich ja schön den Rex-Roller erst mal aufgebäumt vor seinem Porsche und so war das dann halt.
00:22:51: Und das war schon mal Eindruck.
00:22:53: Mein Uwe Kampz auch da, den habe ich als Kind, stand da an einer Seite da im Turbine und ja, tolle Persönlichkeiten.
00:23:00: Johnny Elber, wie du eben genannt hast, Oliver Neville und
00:23:05: ja,
00:23:05: toll.
00:23:06: Tolle Charaktere.
00:23:07: Du hattest dir ja nicht nur im Verein bei Gladbach, sondern du hast ja gerade schon angesprochen.
00:23:10: Du bist ja unfassbar schnell von der UN-Zwanzig, dann auch in die A-Nationalmannschaft aufgerückt.
00:23:17: Und dann macht man so seine Testspiele, macht seine Quali-Spiele, aber du wusstest ja dann da noch nicht mit der WM im eigenen Land vor der Nase, dass du da auch spielen wirst.
00:23:26: Ist ja jetzt auch einfach nicht das Selbstverständlichste.
00:23:29: Gab's so was wie so diesen klassischen Anruf von Klinsmann oder war das dann, da hattet ich mal zur Seite genommen?
00:23:35: Nee, den gab's,
00:23:35: genau so wie man sich das vorstellt, wie man's oft jetzt auch noch hört.
00:23:38: Ich war in einem Kaffee in Mönchengladbach mit meinen Kumpels, ganz normal, irgendwie Kaffee trinken da und war mal unbekannte Anrufe, ging ran und Klinsmann, hab erst mal gedacht, ist ein Telefonjoke.
00:23:49: Und da war er wirklich und gesagt, Marcel, nicht wundern, du kriegst jetzt eine Einladung die Tage, du bist dabei bei den Länderspielen, du bist bei den Nächsten und ja.
00:23:57: Das war so ein klassischer Anruf im Café.
00:24:00: Wie hast du denn die Stimmung im Land wahrgenommen?
00:24:02: Weil ich war... Das ist eigentlich so das erste Turnier, dass ich mich richtig aktiv erinnern kann.
00:24:06: Ich war sieben, glaube ich.
00:24:09: Wie war das für dich?
00:24:10: Weil ich mein, dann siehst du dein Gesicht auf einmal.
00:24:13: Du bist einer von den Nutella Boys gewesen.
00:24:15: Du bist im Panini-Sammeleilwung auf einmal mit dabei.
00:24:19: Wie war das für dich?
00:24:21: Ja, das war schon so... ist immer so positiv in diese Blase.
00:24:26: Das geht dann einfach so schnell.
00:24:29: Du hast gar keine Zeit, vielleicht auch gut so.
00:24:32: Du hast gar keine Zeit, richtig drüber nachzudenken, weil du tappst ja von einer dann heraus von ihm in die nächste, eine Leistung zu halten, dich zu entwickeln.
00:24:39: Irgendwie bist du ja voll drin und die Zeit dir rast auch einfach so.
00:24:42: Du hast auch kaum Urlaub, kaum Zeit und das muss man sagen, das war natürlich klar.
00:24:47: immer wieder gemerkt, wenn man dann von Freunden und so angesprochen wurde, oder Familie, wenn du dann diese Bilder unterschrieben hast, oder wenn du dann bei FIFA immer, ja, ich spiele mit dir, und so was halt.
00:24:56: Das ist dann schon witzig und cool, aber du hast so richtig, vielleicht auch gut, so gar nicht die Zeit jetzt darüber nachzudenken.
00:25:01: Am Ende spielt es zu Fußball, macht das und gibt Gas und guckt, dass es dir Spaß macht.
00:25:06: Und das war entscheidend.
00:25:07: Aber klar, das war schon Wahnsinn, so was mitzuerleben.
00:25:11: Weil gerade auch, dass es noch mal in dem Jahr war, als jedes andere Turnier, glaube ich, weil es einfach für uns... Deutschland nach innen und nach außen, den größten Impact, glaube ich, der jüngeren deutschen Geschichte gehabt hat.
00:25:21: Wie wir uns selber sehen als Deutschland, wie wir wie Gäste uns sehen, wie wir gemeinsam Zeit verbringen und welche Kraft der Fußball, der Sport im Positiven eben hat.
00:25:30: So ein Erlebnis gemeinsam zu teilen, dass alle Nationen waren Deutschlandfans, wenn die eigene Mannschaft raus war.
00:25:36: Und das hat man auch gemerkt.
00:25:37: und diese Kraft und diese Aufmerksamkeit und diesen diesen diesen Nationalstolz und dieses Miteinander nach außen in die Welt zu strahlen und nach innen.
00:25:44: Das muss ich auch sagen, war für mich auch, da kommt auch, glaube ich, nichts mehr ran.
00:25:48: Und das da ein Teil von gewesen zu sein, das hat mich unfassbar geprägt.
00:25:52: Das
00:25:52: klingt wunderschön.
00:25:53: Du ziehst uns wieder mit rein zurück.
00:25:55: Du bist ja dann erstmal so dein richtigen, ersten Auftritt, hattest du ja im Spiel um Platz drei gegen Portugal.
00:26:00: Und du hattest ja zwei Legenden da oder auf dem Platz.
00:26:02: Die eine, die schon langsam Richtung Rente geschaut hat, die andere, die noch gar nicht wusste, was sie für eine wird, Luis Figo und Christiano Ronaldo.
00:26:11: Wenn du dir als, und auch... Christian Ronaldo war da schon echt eine Nummer damals, ne?
00:26:16: Du als Marcel, neunzehn, zwanzig, einundzwanzig, so, in der... zwanzig, einundzwanzig.
00:26:23: Wie bist du das rangegangen?
00:26:24: Denkst du dir da, wenn wir über die große Klappe schon gesprochen, so jetzt zeigst du den Jungs mal richtig, jetzt gebe ich dir mal richtig Dampf, oder ist das schon so eine Ehrfurchte morgens?
00:26:33: Nein, also, es war ja dann auch nicht mein erstes Länderspiel, es war natürlich mein erstes WM-Spiel.
00:26:37: Ja.
00:26:37: Klar,
00:26:37: total besonders natürlich dann auch noch... in dem Umfeld.
00:26:40: Das ist auch immer mehr wichtig, auch nochmal jetzt nicht auf dem eigenen Turnier, dann gar nicht auf dem Treppchen zu sein.
00:26:45: Klar sagst du, Halbfinale war entscheidend.
00:26:48: Leider verloren.
00:26:48: Dramatik kennen wir alles.
00:26:50: Aber dann willst du auch das Ding ziehen.
00:26:51: Du hast das Stadion voll in Stuttgart.
00:26:53: Du weißt, es geht nochmal um jetzt einen gemeinsamen Abschluss.
00:26:55: Für mich war es das erste Spiel.
00:26:56: Deshalb war ich sowieso hoch motiviert.
00:26:59: Und Christiano war ja schon beim Menü.
00:27:01: Hat ja schon Figo verdrängt gehabt.
00:27:02: Also der war ja schon da.
00:27:04: Da wusste man schon, was da passiert.
00:27:06: Wenn du Luis Figo verdrängst, dann der dann auch nochmal rein kam und auch nochmal sein letztes Spiel gemacht.
00:27:11: Das war schon Wahnsinn.
00:27:12: Das habe ich zum Glück natürlich.
00:27:14: Da schaltest du nämlich.
00:27:14: Du denkst ja nicht drüber nach, auch vorm Spiel nicht.
00:27:17: Es war ja auch viele Ereignisse.
00:27:19: Es war mein erstes Spiel, das war das letzte von Oli Kahn, der auch gespielt hat.
00:27:23: Und von daher, wir waren eine gute Truppe.
00:27:26: Und ich hatte da jetzt aber auch, ich war in einem Top-Zustandkörper.
00:27:31: Ich hatte da jetzt auch keine Bedenken, dass wir das irgendwie gut ziehen.
00:27:35: Ja, aber wenn du ein Christian Ronaldo da hast, der eben schon so eine Nummer ist.
00:27:39: Da denkst du aber, komm, vielleicht kann ich doch die ein oder andere Gretchen dann nochmal auspacken, oder nicht?
00:27:44: Ja gut, die Gretchen hab ich ja sowieso, das war eben ein Tackling, das ist ein oder andere mal ausgepackt so.
00:27:49: Aber wichtig ist ja natürlich, dann bist du ja auch darauf angewiesen, jetzt als junger Spieler erstes für M-Spiel bei einem Turnier, wie funktioniert eine Mannschaft, wie hilft man sich untereinander, wie löst man es als Mannschaft-Taktik?
00:27:59: Wenn du das natürlich nicht gut machst, dann kann so ein Tag auch mal ganz schnell ein Horror werden, weil wenn du dann irgendwie... nur eins gegen eins gegen so ein Spielerspiels, der so viel Platz bekommt, weil wir das als Mannschaft auch generell nicht gut machen, dann kann so ein Ding aber ganz anders laufen.
00:28:13: Das war dann für mich an dem Tag nicht so und von daher war das ein guter Start für mich und ein Wahnsinnserlebnis.
00:28:22: Ich weiß noch, was mein Opa mit meinen Eltern und Gerd, also meinen Berater, auf der Tribüne und dann nach dem Spiel.
00:28:28: Das war schon ein besonderer Moment.
00:28:30: Und nicht nur die haben es gesehen, sondern ganz viele andere auch.
00:28:32: Danach sind ja noch mal einige neue Angebote nach Gladbach gekommen.
00:28:36: Es wollten nicht gefühlt alle haben.
00:28:39: Du bist dann aber zu den Bayern gegangen.
00:28:42: Paul Breitner hat dich geholt.
00:28:43: Was war der Punkt, dass du gesagt hast, ich will zu den Bayern?
00:28:48: Ja, das war so ein bisschen in so einer Entwicklung.
00:28:50: Ich wusste, dass es leider mit, also was heißt leider auf jeden Fall mit Brussia, mein Heimat vor allem.
00:28:56: Ich bin da geboren, Profi geworden.
00:28:58: Wir sind abgestiegen, aber ich wusste als linksverteidiger, ja, offensiver linksverteidiger, wie geht meine Entwicklung, ging zu dem Zeitpunkt, steil nach oben, Glaubach ist abgestiegen, bleibst du, habe ich natürlich auch lange darüber nachgedacht, dann aber überlegt, die kriegen so eine hohe Ablöse für mich, wo sie komplett den ganzen... Ganz ein Kader für die Saison.
00:29:23: Da
00:29:23: waren es damals so, da waren es vierzehn Millionen sehr viel mehr als heute.
00:29:26: Es war sehr viel und dann war es einfach so, dass ich gesagt habe, okay, ich glaube, heute wissen wir, dass es so war.
00:29:31: Es war für mich natürlich trotzdem emotional, als er erst mal weg, jetzt raus aus Klapp, aber ich wusste, ich werde nicht der entscheidende Faktor sein, ob wir nachher aufsteigen oder nicht, sondern da gehören ganz viele andere Faktoren zu.
00:29:41: Und ich habe die Chance eben jetzt als junger Spieler.
00:29:43: Wir reden hier eben nicht davon.
00:29:44: Wir waren mit Gerd.
00:29:46: ... war mit Barcelona schon ausverhandelt.
00:29:48: Also es war schon so gut wie klar.
00:29:50: Jetzt ist das aber so bei den Spanischen Vereinen ... ... die haben dann auch solche Mitgliederversammlungen und Wahlen.
00:29:56: Und dann war der Präsident auf einmal weg ... ... und der Trainer auch ... ... im gleichen Amtschrom.
00:29:59: Und Bayern war auch schon die ganze Zeit dran ... ... und es war dann so, dass wir mit Barcelona ... ... eigentlich schon durchfahren ... ... und dann aber Paul Breitner ... ... nach Düsseldorf gekommen ist, ... ... die uns dort am Flughafen getroffen ist ... ... und gerade das Paket dann ... ... Paul Breitner, der nochmal klar dargelegt hat, warum ... unbedingt nach Bayern, Ottmar Hitzfeld, Henke, also der Co-Trainer und eben auch Uli Hoeneß.
00:30:20: Und dieses Paket hat mich dann auch überzeugt, weil Ottmar Hitzfeld wollte unbedingt.
00:30:25: Und das ist wichtig, weil am Ende gehst du dahin, wo ein Trainer ist und du musst gucken, setzt der auf dich.
00:30:29: Und ja, das war auch so und es ist auch aufgegangen.
00:30:33: Meine erste Saison habe ich ... bis auf zwei Monate Verletzung alles gespielt, also komplett Stammspieler gewesen im ersten Jahr.
00:30:38: Und es war dann auch eine gute Entscheidung, weil gerade auch für mich als junger Spieler so ein Trainer wird mal Hitzelt und so ein Umfeld auch richtig gut war.
00:30:45: Gerade um diesen ersten Schritt jetzt nicht mehr Glaubbach, nicht mehr im Wohnzimmer, nicht mehr zu Hause, wo man dann immer der gefeierte Fohle war, sozusagen jetzt rauszugehen.
00:30:54: Und da war schon wichtig, wer ist der Trainer, welche Persönlichkeit ist da.
00:30:57: Und das war super das Jahr.
00:31:00: Sowohl für Glabbach und das ist das für mich mein Seelenfrieden, als wir sind ja Meister im Pokalsieger geworden mit Bayern.
00:31:06: Das war davor, dass ja auch nicht so, die haben auch nicht geholt die Meisterschaft und auch nicht den Pokal.
00:31:10: Also wir haben das Double geholt und im gleichen Zeitraum nach Saison haben mich die Verantwortlichen von Borussia mit dem Glabbach angerufen, nämlich der Herr Schippers, der Finanzchef und hat mich im Namen des Präsidentens Rolf Königs eingeladen zur Aufschicksfeier mit der Mannschaft.
00:31:27: Das heißt, ich habe mit der Aufstiegsmannschaft wirklich zusammen den Aufstieg gefeiert, weil die gesagt haben, Marcel, du bist einer von uns hier.
00:31:34: Da stehe ich, gab es super Möglichkeiten, du bist ausgebildet, wir sind aufgestiegen, du bist Meister geworden und du bist einer von uns.
00:31:39: Du kommst zur Aufstiegsfeier.
00:31:41: Das heißt, da haben sich viele Leute dann natürlich gedacht, warum steht der denn jetzt damit da oben drauf?
00:31:45: Das war eine super Geste.
00:31:47: Weil ich bin seit der E-Jugend bei Busse mit den Glabrach gewesen und das war so eine tolle Geste zu sehen.
00:31:51: Guck mal, es ist aufgegangen.
00:31:52: Ich habe mich sportlich weiterentwickelt, konnte Meister werden, Pokalsieger werden, auch mit der Nationalmannschaft weiter wachsen.
00:31:58: Und Glabrach hat mit dem Kapital einen unglaublich guten Basis übrigens für alles, was dann auch danach kam, gelegt und haben auch einen unfassbar guten Weg eingelegt, die Glabracher und von daher.
00:32:08: Ja, war das so wie so ein Happy End.
00:32:10: Die waren dann aber erst mal in der zweiten und du bist dann eben zu den großen Bayern gekommen.
00:32:14: Wie war das als junger Typ?
00:32:15: Dann das erste Mal so richtig aus der Komfortzone raus.
00:32:18: Jetzt ist ja München auch eine Stadt.
00:32:19: Entweder du liebst sie oder du hast sie.
00:32:21: So viele sagen, ich werde einfach nicht warm damit.
00:32:24: Ich komme aus München.
00:32:25: Ich sag, ich mag die Stadt total gerne.
00:32:27: Wie war das bei dir?
00:32:29: Es war sehr interessant.
00:32:30: Jetzt war es natürlich, mein Vorteil war so ein bisschen mit München.
00:32:34: dass ich etliche Jungs aus der Nationalmannschaft getroffen habe.
00:32:37: Das heißt, ich bin nicht in die Kabine gekommen und sage, mit wem rede ich jetzt, wen spreche ich an.
00:32:41: Das war ja wichtig, weil durch die Nationalmannschaft mit Miro Klose, mit Basti, Schweinsteiger, mit Philipp Lahm, mit Podolski, Paul, die kenne ich seit meiner Jugendseite.
00:32:52: Das war schon wichtig, die Nationalspieler dazu haben.
00:32:57: Dann auch so verrückte Typen wie Frank.
00:33:00: Wir haben ja auf einer Seite gespielt.
00:33:02: Ja, genau, mit Frank.
00:33:04: Es war schon cool.
00:33:07: Es hat mir vielleicht auch so ein bisschen meine reinländische Art geholfen, die ich auch eingebracht habe.
00:33:11: Die hat Oli Kahn manchmal nicht verstanden.
00:33:14: Wir haben uns gegenseitig immer so Sprüche gedrückt und haben uns auch total gut verstanden.
00:33:19: Ich glaube, ich habe mich da total wohlgefühlt an der Sebener.
00:33:22: Es war alles noch deutlich kleiner.
00:33:23: Es gab noch nicht dieses komplett entwickelte wie heute.
00:33:26: Es war wirklich noch die alte Sebener Straße.
00:33:28: Kleine Küche, überschaubere Kabine, dann die Trainingsplätze davor.
00:33:32: Es war sehr familiär.
00:33:34: Und es war eine supergeilige Saison und ich habe mich da total wohlgefühlt von München.
00:33:38: Um es abzuschießen habe ich nicht viel gesehen, außer mal vielleicht mal kurz essen gehen oder mal was gesehen, weil ja gefühlt jeden zweiten Tag irgendwie ein Spiel war.
00:33:47: Aber ich habe mich sauvohl gefühlt und es war eine richtig geile Zeit.
00:33:51: Aber war das nicht irgendwie dann auch ultra weird, weil du hast Otmar Hitzfeld gehabt, der dir gesagt hat, Junge, ich setz auf dich.
00:33:57: Vier Jahresvertrag war dein erstes Mal.
00:33:58: Ja,
00:33:59: vier oder fünf.
00:34:00: Genau, bis zu elf.
00:34:02: Und dann ist aber... Hitz fällt auf einmal weg.
00:34:05: Cleansman kommt wieder, wo man sich ja in erster Linie, also ich kenne jetzt eure persönliche Beziehung nicht, aber das ist ja auch schon der, der dich halt in die Nazjo geholt hat.
00:34:12: Also da denkst du ja eigentlich, da ist jemand, der auch weiterhin auf mich setzt.
00:34:16: Und dann bist du aber gar nicht vier oder fünf Jahre bei den Bayern, sondern halt am Ende nur eins gewesen.
00:34:22: Nimm uns da mal bitte ein bisschen mit rein, weil dieses ganze Setup irgendwie schon so komisch klingt und irgendwie eher
00:34:28: ungut.
00:34:28: Wir waren alle überrascht, also alle Spieler.
00:34:31: dass es in der neuen Saison nicht mit dem mit Ottmar-Hitzfeld und Henke weiter ging, wir haben das Double geholt.
00:34:36: Also, das war eine maximale Steigerung zur Saison davon.
00:34:38: Das ist aber wo der Fehler ist, ne?
00:34:40: Das hat nicht gereicht.
00:34:42: Ja, anscheinend, aber wenn man guckt, wo man herkam, war das Double, da hätten sie davor auch gerne wieder gehabt.
00:34:48: und wir haben es geholt.
00:34:49: und man hat sich aber, ist auch okay, ist das Business, man hat sich für eine andere Variante entschieden.
00:34:53: Man losgelöst von, da war erst mal schon, das kam nicht gut an bei der Mannschaft.
00:34:58: Weil die Mannschaft und Trainerteam war war so, weil Otmar Hitzfeld, das ist halt mit die höchste Riegel, für alle übrigens, alle Spieler.
00:35:08: Und da waren, das war erstmal, kam er überhaupt nicht gut an.
00:35:10: und dann war ich ja in Anfang der neuen Saison natürlich noch dabei, hab ja, ich glaub, vier oder fünf Jahresvertrag gehabt und hab dann nicht gespielt, dann kam Klinsmann, klar, dann denkt man ja, klar, der hat mich doch berufen.
00:35:22: Aber ich hab auch gemerkt, das ist anders, als ob du Klinsmann als Vereinstrainer hast oder als Nationaltrainer.
00:35:27: Das ist, glaub ich, das... kann man auch so reflektieren, dass man sieht, dass es da schon Unterschiede gibt.
00:35:33: Und ich habe gemerkt, es hat sich viel geändert.
00:35:37: Also klar, weil Ottmar Hitzwitz nicht mehr da ist, war mein Hauptgrund hinzugehen und ich hätte nicht gedacht, dass es im Double überhaupt zur Debatte steht, dass der nicht der neue Trainer wird, aber da hat man sich so entschieden.
00:35:46: Das ging auch gar nicht auf.
00:35:48: Wir sind sehr, sehr schlecht, als Bayern München gestartet.
00:35:51: Ich glaube, fünfter, sechster, siebter, nach paar Spieltagen.
00:35:54: Ich habe kaum bis gar nicht gespielt.
00:35:57: Obwohl ich noch zuvor eine Europameisterschaft gespielt habe, als und davor die Saison Stammspieler war.
00:36:01: Und das war für mich nicht mehr schlüssig, einfach, wo ich gesagt habe.
00:36:04: Und die Leistung stimmte nicht, also so, dass man sagen kann, okay, die Konkurrenz, die gerade für die spielt, die spielt halt viel besser.
00:36:10: Also, es haben alle Faktoren nicht gepasst, wo normaldenkender, und ich bin gerne der Herausforderung annimmt, hat nicht gepasst, habe dann auch einige Gespräche geführt intern, also mit dem Trainer und auch so.
00:36:19: Und die Begründungen waren dünn.
00:36:22: Und da habe ich gemerkt, Das wird hier nichts.
00:36:25: Ich glaube, das wird auch schwierig für die Mannschaft.
00:36:27: Und jetzt ist die Frage, wenn die Wertschätzung nicht da ist, was machst du jetzt?
00:36:31: Und ich wollte schon spielen, ich war ehrgeizig und ich merke, Trainingsleistung, Spieleistung im Moment zählt nicht, dann würde man zu sagen können, sei doch geduldig und warte, irgendwann kommt die Chance.
00:36:40: Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es unter der Konstellation eben für mich perspektivisch so ist.
00:36:43: Und somit, was ich eigentlich nicht gerne mache, auf den Verein wechseln, habe ich dann gesagt, als der HSV so gekämpft hat, so dran war und so diese Wertschätzung gebracht hat, kamen wir zur Aktion diesen Wechsel zu machen.
00:36:53: Es war auch eine gute Entscheidung heute, weil ich sage auch, einmal sportlich hat sich nicht so viel verändert in den ersten Jahren, weil wir im Euro UEFA Cup Halbfinale gespielt, Euro- oder Halbfinale.
00:37:03: Wir waren auch konkurrenzfähig.
00:37:04: Wir haben die Bayern auch regelmäßig extrem geärgert.
00:37:06: Und von daher war das für mich dann nochmal die Entscheidung auch wieder mit einem langen Vertrag.
00:37:10: Und dann ging es ja auch über sieben Jahre dann bei Marcel Reuter.
00:37:12: Aber
00:37:13: Hamburg muss irgendwas Besonderes gehabt haben, weil sonst würde es da nicht heute noch leben und vor allem nicht so eine wahnsinnige Identifikation mit diesem Verein, mit dieser Stadt haben.
00:37:22: Ich muss, das habe ich mir in der Vorbereitung aufgefallen, mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass du Rheinländer bist und kein Hamburger.
00:37:30: Dieser perfekte Match her.
00:37:31: Sportlich war es am Anfang Wahnsinn.
00:37:33: Wir hatten eine super Truppe, Top-Spieler.
00:37:37: Ich glaube, bis heute gab es noch mal, dass eine Mannschaft zweimal hintereinander im Halbfinale so Eva gab es.
00:37:42: Zwei Saisons hintereinander.
00:37:44: Das heißt, es war auch sportlich top.
00:37:47: Aber natürlich bin ich so jemand, der, ähnlich wie in Gladbach, schon auch in München, auch wenn es nur ein Jahr war.
00:37:52: Ich suche auch so eine Identifikation.
00:37:54: Wenn ich irgendwo bin, lasse ich mich auch darauf ein.
00:37:56: Und ich bin eigentlich jemand, der dann auch nicht schnell nach links und rechts springt, sondern versucht auch zu verstehen, was ist hier.
00:38:01: Das war bei Gladbach gut, da ist man geboren.
00:38:03: So, bei Bayern war es auch so.
00:38:05: Und beim HSV eben bin dann als Anfang zwanzigjähriger hin und über sieben Jahre, dann bis bis neun zwanzig ein halb, sozusagen diese Phasen alle miterlebt zu haben.
00:38:15: Als Spieler jetzt erst mal dieses ... sportlich super und eigentlich drauf und dran sich festzusetzen unter die top drei vier der bundesliga mit mit riesen wirtschaftlichen kraft und und und und möglichkeit mit einem star der mit wahnsinnigen fans.
00:38:29: Das war auch so.
00:38:30: und dann aber eben auch für so eine Persönlichkeitserwicklung, für so eine Resilienz dann diesen harten Cut irgendwann zu haben.
00:38:37: Gab's noch eine Saison zwischen Dorschmann, die ein bisschen stabiler war, aber ansonsten wirklich Abschiekskämpfe mit so einem großen Club wie dem HSV und so viel Umbruch, so viele Trainer.
00:38:45: Das hat einen so gebunden mit den Menschen dort, mit den Fans, mit der Stadt, mit allem, dass man das gemeinsam durchsteht.
00:38:51: Und die Grundstimmung war trotzdem immer... In dem Sinne gut, also von den Fans.
00:38:55: Es stand nie zur Debatte bei den Fans, dass die nicht diesen Weg trotzdem weiter unterstützen, so sehr man am Leiden ist.
00:39:01: Und das hat mich auch wieder beeindruckt, weil es ist ja schwieriger, dann, wenn es wirklich über Jahre nicht mehr gut läuft, trotzdem zu sagen, ich bin stolz, House for War zu sein, als wie, weiß ich nicht, wie es jetzt wäre bei Bayern München, wenn sie auf einmal, warum auch immer zwei, drei Jahre hintereinander das internationale Geschäft verpassen.
00:39:18: Ich muss eine Sache, weil du jetzt immer wieder die Nazi angesprochen hast, Jahr noch voll umfänglich mit dabei.
00:39:26: Und es gibt ja was, was man im Internet findet.
00:39:28: Und das kann man sich wirklich nicht ausdenken.
00:39:30: So jetzt lohnt sich diesen Podcast als Video zu gucken.
00:39:33: Wir blenden das mal mit ein Fotoshooting von euch, von der deutschen Nationalmannschaft, in der ihr so komplett gebody Spray painted wurdet.
00:39:43: Da war Mesut Özil ein Löwe und der faucht dann auch so in die Kamera.
00:39:47: Per Merthesacker war eine Giraffe.
00:39:50: Es ist so... also du warst ein Leopard und ich kann diese Frage nicht anders stellen als was zur Hölle.
00:40:01: Wenn du das in eine KI eingibst, dann versteht ihr nicht, was ich von dir will.
00:40:05: Wir hatten einfach Besauer, weil wir waren einfach coole Typen, weil wir haben einfach gedacht, wir machen auch mal was anderes.
00:40:10: Ich weiß nur... Es war schon ein bisschen, heute würde man sagen, cringe.
00:40:15: Minimal, ja.
00:40:16: Minimal, aber am Ende, ich dachte, ich habe einen guten Vertrag mit Puma.
00:40:20: Das passt.
00:40:21: Das ist Puma stolz auf mich.
00:40:23: Du warst ein Leopard.
00:40:25: Ja, das nehmen die doch nicht so genau auf.
00:40:28: Wir sind Fußballer, das nehmen die nicht so genau.
00:40:30: Aber ich weiß
00:40:32: gar nicht mehr, woher um ist, wenn ich ehrlich bin, dass es dann kam.
00:40:34: Irgendwann ist immer auf uns zugekommen und gesagt, wir müssen so einen Shooting machen.
00:40:37: Wir wollen gerne mal im Bereich Body Paint mal was anderes machen.
00:40:40: Und dann gab es ein paar Verrückte, die gesagt haben, ja, machen wir einfach.
00:40:44: Genau.
00:40:44: Es hängt auch noch irgendwo bei mir im Keller.
00:40:46: Da wird immer noch mal drüber gelacht, so auch bei dem einen oder anderen kurzen Absack, halt, den man da dringend denkt.
00:40:51: Aber es holt einen ja auch irgendwie in eine Zeit zurück, in der vielleicht alles noch nicht ganz so ernst genommen wurde wie heute.
00:40:57: Also ich glaube, alleine Thomas Müller, der da als afrikanischer stammes Häubig, was auch immer, das wäre ein Blackface-Skandal vom anderen Stern heute.
00:41:07: Ja, ja, schon.
00:41:08: Ja, wenn nicht Thomas Müller, wer kann das dann machen?
00:41:11: Aber
00:41:11: heute, wer weiß?
00:41:12: Ja, eben
00:41:13: heute.
00:41:13: Das war ganz schwierig.
00:41:14: Aber irgendwie ist das ja eine ganz gute Zeitkapsel, die uns so vom Esprit dessen wieder zurückwirft.
00:41:20: Weil, wenn ich daran denke, dann ist das Shakira, Waka Waka, Waven Flag, irgendwie so, diese, nehmen uns mal mit, so ein bisschen hinter die Kulissen von diesem Turnier, weil das, glaube ich, auch für viele noch bis heute ein sehr besonderes ist, natürlich, nach der WM im eigenen Lands vor sechs.
00:41:33: Wie war dieses Mannschaftsgefüge da?
00:41:35: Wie war das im Mannschaftsquartier in Südafrika?
00:41:37: Ja, Südafrika war überragend, weil Weil wir auch, und auch der DFB muss ich echt sagen, wir haben uns sehr gut auf dieses Turnier jetzt nicht nur innerlich, sportlich, taktisch vorbereitet, klar logisch, sondern auch was erwartet uns da.
00:41:50: Wir waren gemeinsam in den Townships, wir haben uns damit auseinandergesetzt.
00:41:57: Wir hatten das südafrikanische Personal bewusst genommen.
00:42:00: Wir waren, wie das so ist, wenn wir von Spienkamm haben, die für uns gesungen.
00:42:04: Also das war so ein tolles, schönes Land, so eine Herzlichkeit auch von den Südafrikanern, die da leben.
00:42:11: Es war ein unglaublich wahnsinniges Turnier, ja auch mit verrückten Spielen, Argentinien.
00:42:18: Für mich war es sowieso besonders, weil ich habe, glaube ich, im März oder April mich schwer verletzt mit einem Sündesmose beim HSV.
00:42:25: Und dann war ... Stand ungefähr bei, was hat Mulg gesagt, also Müller Wohlfahrt sagt.
00:42:33: Die Entscheidung, das sind jetzt ein paar Zentimeter oder Millimeter, Millimeter, ob OP oder nicht.
00:42:38: Bei OP war klar, keine Wärme.
00:42:41: Bei nicht OP könnte es sein, dass mit Anreise... zu WM, ich wieder in die Belastung gehen darf, in die Belastung.
00:42:48: Und so war es.
00:42:49: Mulde ist ja Wahnsinn, der hat das einfach.
00:42:52: Wir haben nicht operiert und es war ein Restrisiko und es ist halt voll aufgegangen.
00:42:55: Ich habe praktisch meine Vorbereitung angefangen während des Turniers um mein Level.
00:43:01: mein Level hochzukriegen und bin dann auch schon, ich glaube, relativ früh, ich glaube, das war Vagana oder so ein Gruppenspiel, bin ich schon der siebzigsten reingekommen in einem sehr stressigen Spiel, wo wir dann, ich glaube, knapp gewonnen haben gegen einen sehr guten Gegner.
00:43:14: und das war mein erster Spiel.
00:43:16: und deshalb war es eh für mich so besonders, dass ich überhaupt noch... hinfahren durfte, weil Jogi Löw gesagt hat, dem Marcel, den nehme ich auf jeden Fall mit, ist mir egal, selbst wenn er jetzt hier erst mal anfängt zu trainieren.
00:43:25: Ich habe da angefangen wirklich richtig zu trainieren und habe mich dann aber mit den guten Möglichkeiten dann da reingespielt ins Turnier und war für mich persönlich auch Wahnsinn, weil ich habe mein erstes Tor bei einer WM gemacht.
00:43:36: Spiel um Platz drei, Uruguay.
00:43:44: Wer war da noch?
00:43:45: Das muss auch so ein Moment für dich gewesen sein.
00:43:47: Ich habe mir das Tor noch mal angeguckt und dann ist da ein total junger Jerome Boateng, der wie so ein Flatter, weil so eine Flanke auf dich drauf schlägt und du bist auch nicht auch nicht der kleinste.
00:43:57: Und dann zimmerst du das da rein.
00:43:58: Das ist doch auch so ein Gefühl von, ey, in die Belastung gegangen, noch ein ganz kurz vor knapp, schon in Südafrika erst wieder belastet und dann haust du da dein erstes WM-Tor rein.
00:44:08: Das ist doch auch so göttlich, wie man das von der Bucket List dann streichen kann.
00:44:12: Ja, also
00:44:12: damit habe ich selber nicht geregelt.
00:44:14: bei dem Turnier.
00:44:14: Ich habe auch gut ist, dass ich ja wahrscheinlich wie immer erst mal gar nicht mehr so viel nachgedacht habe, weil ich habe jeden Tag genutzt.
00:44:19: Jede Einheit, ich habe auch anders trainiert, teilweise natürlich auch mit der Mannschaft, aber auch anders um überhaupt.
00:44:24: Und dann, dass das dann so endet, auch wenn wir es leider verloren haben, aber gut ging damals mit Abstand die beste Mannschaft, wobei wir jetzt auch nicht weit weg waren, muss man auch sagen, bei Spanien.
00:44:34: Aber ich bin ja sofort zur Halbzeit reingekommen im Halbfinale, habe die zweite Halbzeit gespielt und kann mich daran erinnern, dass das auch noch für mich auch eine sehr gute Halbzeit war, um Impulse setzen konnte und dann mit Uruguay den Abschluss dann mit dem Tor.
00:44:45: Und ich habe noch nie einen Koffaltor gemacht.
00:44:47: So, das war der Running Gag, mein Berater gesagt.
00:44:49: Ich habe immer mal einen Kopf, weil Thomas lade ich dich zum Essen ein.
00:44:51: Dass es dann bei einer WM ist, umso schöner.
00:44:53: Ich habe immer nur versucht zu verteidigen mit dem Kopf, aber vorne, warum auch immer.
00:44:58: Eigentlich schwach, muss ich sagen.
00:44:59: Aber ja, war so.
00:45:01: Aber da war die Flanke so gut von Jerome, dass es geklappt hatte.
00:45:05: Irgendwie erinnert mich, wenn ich jetzt deine Nationalmannschaftskarriere mir anschaue, ein bisschen an deine Anfänge.
00:45:11: bei Gladbare auch mit diesem hin und her, weil du bist dann, dann, in den Jahr- und Jahrzehnt-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-Jährigen-J.
00:45:28: Das war es.
00:45:29: Wahrscheinlich bist du ja in das letzte Spiel gegen Chile oder so war das.
00:45:33: Da wirst du ja kaum mehr begrechnet haben, dass das ein letztes Länderspiel sein wird.
00:45:37: Nee,
00:45:37: überhaupt nicht.
00:45:37: Ich war auch Stammspieler die ganze Zeit.
00:45:40: Es war klar, dass ich Spiele, wo ein Stammspieler war, und Chile war das letzte Spiel und da war komplett alle Bänder gerissen, OP.
00:45:48: Also war auch direkt klar, dass OP ist.
00:45:49: Das hat Moll schon in der Kabine gesagt und er hat den Kernspin immer dabei.
00:45:52: Das sind seine Hände und seine Vision.
00:45:55: Da hat er gesagt, OP.
00:45:57: Aber es war ja witzigerweise noch so, da wiederholen sich viele Themen.
00:46:00: Da hast du schon recht, das war so.
00:46:03: immer wieder diese Widerstände, immer wieder so.
00:46:05: Aber ich war ja noch im erweiterten Kader, zwei Vierzehn.
00:46:08: Ich habe aber gegen Kräuter Föhrt, das war die Quali mit dem HSV, die hätte ich eigentlich gar nicht spielen dürfen, weil ich kam ja aus einer OP, ich habe eine Woche Reartraining gehabt und habe dann gegen Kräuter Föhrt beide Spiele gemacht.
00:46:20: Und ich war fix und fertig.
00:46:21: Und Jogi hat noch hart gekämpft, er wollte mich tatsächlich mitnehmen.
00:46:27: Und das wäre aber eine Nummer zu hart auch gewesen, weil ich einfach sage, Brasilien, bei dem Klima, das war noch mal ganz andere Nummer.
00:46:34: Und dann war ich aber noch immer weiter in Kada.
00:46:37: Das heißt, ich war noch auf Abruf.
00:46:38: Aber das hätte auch keinen Sinn gemacht, das muss ich auch sagen.
00:46:41: Und da fragten mich ja viele, ja, die das noch wissen, hey, du warst eigentlich jetzt Weltmeister und du warst dabei und sagst, ja.
00:46:48: Aber es ist so viele Privilegien, die ich mir erfüllen konnte, so viele Wünsche, so viele Träume und ja.
00:46:54: Das hat nicht geklappt, aber so, wie ich erzogen worden bin, als Mensch bin, ich konnte einen richtig geilen Urlaub machen in den USA mit meinem Kumpel, meinem besten Kumpel damals.
00:47:03: Und dieser Urlaub war so wichtig für mich, der hat mir so gut getan.
00:47:08: Und wir haben das Finale dann da geguckt.
00:47:10: Und ich habe mich so gefreut, als ob ich dabei war, weil ich mit diesen Jungs, sagen wir mal, die sechzig Prozent, die dabei waren, waren ja, das war eine, wir sind ja über eine ewig lange Zeit.
00:47:19: Und das war ja bei uns, war ja Standard Halbfinale.
00:47:20: Und ich habe mich so gefreut.
00:47:22: Und es war für mich dann, am Anfang ist natürlich ein Schock, da im April schiele, dann denkste dir, Alter, das geht nicht, aber da, es hätte mein Leben nicht verändert, null.
00:47:33: Und das ist...
00:47:34: War das schön, wenn du das sagen kannst?
00:47:36: Ja, weil ich habe ja schon tolle Sachen, Deutscher Meister und WM-II, VI und hier und dann, ja, Weltmeister, natürlich wäre ich gerne dabei gewesen, nochmal.
00:47:45: Dieses Moment April, das passiert und da realisierst du OP.
00:47:49: Aber ich weiß ganz klar, so wie ich und da waren viele andere, viel kompliziertere Situationen, es hätte mein Leben nicht verändert.
00:47:56: Es wäre natürlich etwas, was supergeil ist.
00:47:59: Ich bin auch Weltmeister geworden, habe im Zweifel da auch noch viel gespielt.
00:48:02: Das hätte mein Leben nicht verändert, weil dazu weiß ich einfach, wie das Leben läuft und das Leben wartet auch nicht auf Weltmeister, wenn der Fußball vorbei ist.
00:48:10: musst du auch deinen Glück finden, deinen Weg finden, privat, in deinen Beziehungen etc.
00:48:16: etc.
00:48:16: Und ob du dann Weltmeister bist oder nicht.
00:48:18: Natürlich wäre das wunderschön gewesen, keine Frage, aber das hätte mein Leben nicht verändert.
00:48:21: Und deshalb ist... Und ich habe mich so gefreut, wir haben uns richtig da abgeschossen in den USA.
00:48:25: Wir haben da gefeiert mit den ganzen Leuten.
00:48:27: Und ich habe mich so viel... Das war Zeit.
00:48:29: Wir haben es verdient gehabt.
00:48:30: Wir haben es einfach verdient gehabt, weil wenn du jedes Jahr hochverdientermaßen ins Halbfinale und es war so, die Spanier waren halt diesen Eintick da, das war unfassbar.
00:48:38: Und da war es verdient und das war super.
00:48:40: Und ich habe mich trotzdem als Teil gefühlt, weil ich bin mit diesen Jungs.
00:48:43: Ich fühle mich ja nicht nur als Teil.
00:48:45: Das ist ein Mannschaftssport.
00:48:46: Und das ist genau das, wo du es zeigen kannst.
00:48:47: Und von daher bin ich da total, total happy drüber.
00:48:52: Und es hat ja auch was mit mir gemacht, also im Positiven.
00:48:54: Das ist immer diese Auf- und Abstand.
00:48:57: Aber zu sehen, dass ihm auch was möglich ist, wenn man eben dran bleibt.
00:49:00: Ich finde die Art und Weise total beeindruckend.
00:49:02: Das will ich nicht im Nachgang erst sagen, sondern das will ich einmal so an er sagen, wie du damit umgehst.
00:49:09: Jeder von uns, die das jetzt gerade hören, jeder hat ja so seine eigenen kleinen Grabenkämpfe mit sich auszutragen.
00:49:15: Und gerade so Night-Debatten und sowas heute.
00:49:18: Oder ich will das haben, was jemand anderes hat.
00:49:22: Das sind so ganz menschliche Regungen, die wir alle mit uns haben und führen und so.
00:49:26: Und dass du da für dich so einen Abschluss mitgefunden hast, finde ich einfach richtig cool.
00:49:32: Finde ich richtig cool und kann, glaube ich, jeder vielleicht nicht auf dem Niveau, ob bin ich jetzt Weltmeister geworden oder nicht, sondern... In dem, was euch jetzt gerade beschäftigt, kann man sich da ein kleines Stückchen, eine kleine Scheibe abschneiden und das irgendwie auf sich übertragen.
00:49:46: Du hast ein Jahr später, ist ja ganz sein lassen mit dem Fußball, hast die Karriere dann an den Nagel gehängt, was ja nicht mal dreißig.
00:49:57: Was haben die Jungs da in der Umkleide gesagt?
00:49:59: Haben die gesagt, was hast du jetzt geraucht oder woher?
00:50:03: Warum?
00:50:04: Beim HSV war es ja generell sowieso diese ganz schwierige Situation.
00:50:09: Wir sind ja nicht abgestiegen, das war super.
00:50:10: Wir haben mit dem Karlsruhe-Spiel, das war auch wahnsinnig, war so froh, dass ich sagen konnte, HSV ist ein erster Neger, ist nicht abgestiegen.
00:50:20: Ich habe für mich die Entscheidung ein paar Wochen vorher eingestiegen getroffen, dachte auch, Scheiße, mach's nicht jetzt, wenn wir absteigen, hätte ich wahrscheinlich weitergemacht.
00:50:26: Aber da muss man auch gucken, ob es dann überhaupt geklappt hätte, weil ... Weil beim Haarsauer so viel im Umbruch.
00:50:33: Und ich hatte auch da kein gutes Gefühl.
00:50:36: Und wollte dann aber jetzt nicht nörgeln und meckern, hab gemerkt, der Klub ist auf dem falschen Weg.
00:50:41: Und dann musste ich aber gucken, was mein Weg.
00:50:43: Ich war noch in zwanzig und ein halb Jahr jung auf dem Papier, aber es waren elf oder zwölf Jahre Profigeschäft.
00:50:49: Meine Durchschnitt, der ist zwei oder drei Jahre.
00:50:52: Also von daher ... Ein Wechsel kam für mich zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr in Frage.
00:50:57: Es gab diese etlichen Optionen, weil ich war ablösefrei.
00:51:00: Spanien, Tokai, auch Premier League, Portugal, China, etc.
00:51:05: auch auch wirtschaftlich hoch interessante Angebote, weil eben ablösefrei.
00:51:10: Aber das kam für mich nicht zu Frage.
00:51:13: Was machst du jetzt?
00:51:14: Bis jetzt, du bist sehr privilegiert gewesen mit diesen ganzen Clubs, wo du spielen durftest, was du erleben durftest.
00:51:20: Ich brauch diese Identifikation und ich wusste mit dem Wechsel, wo du dann von ein, zwei Jahren ausgehst.
00:51:26: Ah, da tue ich mich schwer.
00:51:27: Ich brauch diese Identifikation mit dem Club.
00:51:29: Da wäre sicherlich noch was Spannendes dabei gewesen.
00:51:31: Auch auch coole Clubs noch dabei gewesen, wo es jetzt nicht nur ums Geld gegangen wäre.
00:51:35: Aber ich musste irgendwann entscheiden, weil ich habe gemerkt bei mir, ich habe mich mit dem Leben danach schon in der in der aktiven Zeit sehr viel befasst.
00:51:44: Wer bin ich, wenn ... Ehe, der Fußball, mein ich, ist aus welchen Gründen auch immer.
00:51:47: Das habe ich eigentlich bei Bayern mit dem vier oder fünf Jahresvertrag zum ersten Mal hinterfragt, dass wir ja nicht aufhören zu suchen, weil du weißt ja, dass es irgendwann endet.
00:51:57: Ob ich jetzt noch mal drei Jahre weiterspiele oder nicht, diese Realität kommt und ich bin mit offenen Augenlos leben gelaufen.
00:52:03: Und ich habe die Realität auch gesehen.
00:52:05: Da ist die Weltmeisterschaft nicht deine Hauptherausforderung, ob du die gewonnen hast oder nicht, wenn das andere Leben irgendwann mal anklopft.
00:52:12: Wo sind denn die eigentlichen Weltmeisterschaften des Lebens?
00:52:16: Die sind viel kleiner, gar nicht so prominent, aber sehr entscheidend.
00:52:19: Und für mich war das ein entscheidender Moment, weil ich wusste, ich bin jetzt neun, zwanzieinhalb, ich fährt bald dreißig.
00:52:24: Gehe ich jetzt irgendwo hin, ziehe es damit noch mal, wer geht auf jeden Fall noch mal zwei Jahre, vielleicht mit ganz viel Glück drei Jahre noch mal bei meiner Spielweise drei, höchstens, in die Länge.
00:52:35: Oder stürze ich mich in dieses andere, neuere Leben in einem viel höheren Druck?
00:52:42: um eben auch mich für das Leben, was dann hoffentlich danach kommt, in einer Erfüllung auch zu sein.
00:52:47: Und was meine ich damit?
00:52:48: Du bleibst dein Leben langer Leistungssportler.
00:52:50: Und ich wusste, ich brauch eine Herausforderung für die nächsten dreißigvierzig Jahre.
00:52:53: Aber wann fange ich die denn an?
00:52:55: Die Welt hat ja nicht auf Fußballer gewartet, die ihre Zeit bennen.
00:52:58: Und diesen Ehrgeiz, dass du morgens aufstehen willst, für was?
00:53:04: Für den Fußball wusste ich das.
00:53:05: Aber für was ist es, wenn es nicht der Fußball ist?
00:53:06: Und das war mir so wichtig, weil ich wusste, Für mich und auch für Kolleginnen und Kollegen im Leistungssport, wir bleiben das.
00:53:12: Wir brauchen eine Aufgabe.
00:53:14: Und die Aufgabe muss uns schon richtig erfüllen und nicht so ein bisschen angepiegt so, weil ich weiß, dann wäre ich irgendwann wirklich in so ein Loch gefallen.
00:53:20: Und diesen Respekt hatte ich und ich wollte mein Hobby zurück haben.
00:53:25: Und ab da ein bisschen darüber nachgedacht, wochenlang, es wurde immer konkreter, die Anwalt war eigentlich schon lange klar, dass es nicht weiter geht, aber klar, du redest natürlich mit den Eltern, du redest mit dem Spielapparat, das waren schon echt auch witzige Gespräche.
00:53:39: Der Gerd von Mornau hat gesagt, ich wusste schon immer, du hast einen an der Marmel.
00:53:43: Aber auch geil, wie so ein Berater mitträgt, wo er hätte auch noch mal richtig absahen können.
00:53:46: Das ist der Ablösefrei, war ihm völlig egal.
00:53:48: Jetzt ist ja dieses allgemeine Bild von einem Fußballprofi immer so, ja, die sind voll jung.
00:53:54: Mega viel Asche, Porsche, Haus.
00:53:56: Also viele Leute denken, dass es einfach das ist.
00:53:59: Die Welt liegt dir zu Füßen.
00:54:01: Und ich glaube, was da ganz oft vergessen wird, ist so, ja, du bist aber auch immer noch ein Mensch und du hast auch immer noch Probleme.
00:54:08: Was hättest du gerne vorher gewusst, bevor du Profi wurdest, dass du dir gewünscht hättest, hätte mir das mal einer gesagt, was darüber einfach nicht gesprochen wird.
00:54:18: Und das darf sogar auch meckern auf vermeintlich hohem Niveau sein.
00:54:22: Weil ich denke mir, ja nur weil es anderen Menschen schlechter geht, heißt es ja nicht, dass meine Probleme, die sich für mich wie welche anfühlen, dass es dir nicht geben darf.
00:54:31: Gute Frage.
00:54:33: Ich glaube, weil generell, ich würde das jetzt dann ... Ja gut, kann man auf den Fußball beziehen, auf mich, wird das auf das Thema junge Menschen mit Zugang zu viel Geld.
00:54:46: Also sprich Berufsgruppen, die im jungen Alter dazu führen, dass das nicht normal ist.
00:54:53: Also Schauspieler, Musiker, Models, Fußballer, Sänger, Sängerinnen.
00:54:59: Das sind ja alles so all das Gruppen, wo du es schaffen könntest, im jungen Alter zu viel Geld zu kommen.
00:55:04: Und ich glaube, Das ist etwas, da merke ich immer wieder, was mein Glück war.
00:55:13: Also, eine sozial stabiles Umfeld, was sich eben von diesem großen Brett nicht hat verändern lassen, trifft ja leider in, weiß ich nicht, wie viele andere Tausenden, beispielsweise nicht zu, in den Berufsgruppen.
00:55:28: Du hast nur noch Yasager um dich rum, weil du bist der Ernährer.
00:55:32: Ja, das ist der Tod für eine Persönlichkeitsentwicklung.
00:55:35: Und ... Darauf wird man nicht vorbereitet, weil du kannst ja nicht einem achtzehn, neunzehnjährigen vorwerfen, dass der das dann auch lebt, dass wenn ja schon unter den Nullkommann neun Prozent gehört, so viele sind es ja gar nicht, wir kennen es mal, das sind doch so viele, so viele sind es ja nicht, sind Nullkommann neun Prozent, die dann am Ende irgendwie diesen Weg einschlagen.
00:55:52: Für die ändert sich aber auch alles und darauf wird man nicht vorbereitet.
00:55:55: Und das geht für mich nicht, weil da geht so viel kaputt, da sind so viele Dramen, die sich abspielen.
00:56:01: Zwischenmenschlich, familiär.
00:56:03: Der Vater sich dann auf einmal von der Mutter getrennt, weil er jung ist, Helds Profi.
00:56:07: Jetzt ist man auch ein geiler Macker.
00:56:08: Ja, dieses ganze Drumherum, das ist so absurd.
00:56:12: Und das ist menschlich nachvollziehbar und deshalb umzuschöpfen.
00:56:15: Wer bereitet diese Familie?
00:56:17: Nicht nur den Spieler, wer bereitet diese Familie darauf vor?
00:56:20: Jetzt könnte man sagen, ja, aber das müssen die doch selber, sind doch Erwachsenen, die Eltern arbeiten.
00:56:24: Ja, aber jetzt kommt das große Geld.
00:56:26: Und
00:56:27: darauf ist keiner vorbereitet.
00:56:28: Aber das, was da dran hängt, die Probleme, die dann kommen, es gibt ja so Sprichwörter.
00:56:31: Wenn man sagt, Geld macht dann auch viele Probleme.
00:56:33: Und das hatte ich zum Glück alles nicht.
00:56:35: Und deshalb konnte ich vielleicht auch mit der neunzwanzigend halb so eine klare Entscheidung treffen, weil ich auch die Zeit bekam, mich richtig kennenzulernen und nicht so unter Druck gesetzt wurde.
00:56:43: Ja, du musst doch jetzt noch weiterspielen, nimm doch noch mal die Kohle mit, mach doch noch mal das mal.
00:56:47: Das gibt dir ja auch gedanklich geistig auch diese Freiheit.
00:56:49: Und ich glaube, das war für mich sehr wichtig.
00:56:53: Voll schön.
00:56:54: Du hast dann, wir waren vorhin bei deinem... ... Streberweg.
00:56:58: Denen hast du eigentlich weitergemacht.
00:57:00: Natürlich, man beendet seine Karriere, ... ... dann muss man auch mal irgendwie einen Startup gründen oder sowas, ... ... hast du auch gemacht.
00:57:06: Und wenn du dann nicht Trainer wirst, ... ... dann musst du natürlich irgendwie in eine Funktionärslaufbahn gehen.
00:57:11: Das hast du auch dann auch noch in einen sehr jungen Alter gemacht.
00:57:14: Und irgendwie diesen ersten Schritt in den, ... ... du bist dann in den, also Chronistenpflicht, ... ... dass wir auch kurz alle mitnehmen, ... ... du bist dann erstmal in den Aufsichtsrat vom HSV gegangen.
00:57:22: Und das verstehe ich noch irgendwie, weil man da bist du nicht in der Frontlinie, in der ersten Garde quasi mit dabei, aber man hat dann seinen Verein, den man liebt und man möchte was bewegen und mit den Menschen dort arbeiten.
00:57:34: Da kann man, wenn man gute Arbeit macht, relativ wenig Scheiße bauen, sage ich jetzt mal.
00:57:41: Wiederum dieser Schritt ins Präsidium, Präsident von einem Verein zu werden, nachdem du dich mit dem HSV super im Guten quasi als Spieler getrennt hast.
00:57:50: Da gehst du ja ein irres Risiko ein, dass es, nachdem alles so heit die Teite.
00:57:55: schön war, dass da am Ende die Fetzen fliegen.
00:57:58: War jetzt nicht so, aber es ist ja schon irgendwie ein Risiko da.
00:58:02: Warum hast du das gemacht, also aus der zweiten Garde nochmal zu sagen, nee, ich mach jetzt auch Präsident.
00:58:07: Ja, die Fetzen sind schon auch manchmal geflogen, ist auch gut so.
00:58:10: Also, wenn es sachlich ist, ob das dann immer sachlich war, von allen, das ist dann immer das Anderes in dem Geschäft, aber... Ich hätte sogar gesagt, es ist sogar eher naheliegender, gleich aufs Präsidentenamt gehen zu sein, weil wir reden ja von dem Sportverein und natürlich wusste ich das überhaupt gar nicht, ich hatte es gar nicht umschirmt.
00:58:28: Ich bin aufs Rath gegangen, weil ich mehrfach wirklich angefragt wurde, habe auch am Anfang erst abgelehnt, weil ich auch, also ich weiß das nur, dass da mal die Präsidium, die dann in den Aufs Rath stellen unter Jens Meier.
00:58:42: Der Hafenchef und Ralf Hartmann, das Präsidium, mit dem ich einen guten Draht hatte, die haben gesagt, Marcel, du musst einen Aufsichtsrat.
00:58:48: Du bist HSV-er, du bist der letzte Nationalspieler des Vereins.
00:58:51: Du bist jetzt hier, du hast Stiftungsgesicht, du kennst das.
00:58:54: Und ich weiß noch, als sie mich darauf vor vielen Jahren angesprochen haben, einen Aufsichtsrat.
00:58:57: Und ich habe dann auch beinahe gesagt, boah, genau das, dieser Spagat zwischen hier auf Spieler-Ebene.
00:59:05: Ich glaube, aber da habe ich auch viel zu beigetragen, dass das ... ... sauber zu Ende gegangen ist, ... ... denn die Art und Weise, ... ... die hätte man auch anders sehen können, ... ... von Seiten des HSV damals, ... ... natürlich sind es dann auch wieder nur ... ... zwei verantwortliche, ... ... kann man nicht immer im ganzen Club Münzen ... ... deshalb sein, um ein bisschen entspannt zu sein, ... ... der HSV, ... ... es waren zwei Ansprechpartner, ... ... da gab es dann auch das eine oder andere, ... ... das war dann aber auch okay, ... ... und dann geht man, ... ... und man war im Guten absolut, ... ... und dann kam diese Ansprache ... ... oder Anfragen und habe gesagt, ... ... habe ich mich erst mal beschafft, ... ... okay, was was heißt denn das, ... ... was machen wir da in so einem Aufsichtsrat, ... überhaupt und worum geht es.
00:59:39: Dann geht es natürlich um die AG, um das Kerngeschäft Fußball und deren Ansatz war halt eh maliger Spieler, du bringst genau die Fußballblick mit, du bist noch nah genug dran, du hast noch nicht lange her, wo du Spieler warst etc.
00:59:53: Und das Problem aber, was ich hatte, habe ich gesagt, aber ich glaube, das wird zu vielen Problemen führen.
00:59:58: Genau was du gesagt hast.
00:59:59: Das habe ich da schon gesagt, weil ich habe gesagt, ich habe einen ganz anderen Blick auf die Dinge.
01:00:02: Ich sehe das überhaupt nicht so, was da gerade passiert und das würde so viel Unruhe reinbringen.
01:00:06: Aber wenn ich authentisch in diesen Themen, wo ich Impulse geben soll, diese tun soll und mein auf Sachebene, dann passt vieles nicht zusammen zu dem, wie es gerade steht.
01:00:15: Und da müsste eine Riesenveränderung her.
01:00:18: Ja, aber genau deshalb wollen wir dich.
01:00:20: So, okay.
01:00:20: Ich dachte, das wird aber für alle sehr anstrengend.
01:00:26: Und so war es dann auch.
01:00:27: Den HSV war ein Riesentransformationsfall.
01:00:30: Ein Riesentransformation, wie man es heute sagen würde, ein Riesentransformation, Changeprozesse ohne Ende, weil wir waren verschuldet ohne Ende.
01:00:38: Die Balance hat nie gestimmt zwischen einer im Ausgaben, viel Politik, viel ... Ja, und ... Der eigentliche Grund war dann aber, dass ich gesagt habe, okay, wenn ihr offen dafür seid, ob wir es umsetzen müssen, die alle entscheiden.
01:00:48: Das mache ich nicht allein.
01:00:49: Ich bin einer von von Extern im Aufsichtsrat.
01:00:52: Aber die Offenheit war da, habe ich gesagt, komm, ich mache es.
01:00:54: Aber dann war der Postenpräsident, das fand ich mal, war einfach frei.
01:00:58: Ja, dann haben die Stimmen sich geholfen, auf die ich angesprochen wurde, weil ich ja schon eh schon im Aufsichtsrat war, war ja auch mein Interesse nicht, ich werde Präsident, damit ich in den Aufsichtsrat raus auf Fußball gehe, völlig egal.
01:01:08: Ich war schon da.
01:01:09: Und dann habe ich es gemacht.
01:01:10: Und das war auch eine gute Entscheidung, weil Der Schritt Präsident zu werden, ein Teil eines Präsidiums, das fand ich geil.
01:01:19: Warum?
01:01:19: Weil das hat auch das Einzige, was zu mir gepasst hat.
01:01:21: Weil da ging es wirklich um die große Vision für was soll der Fußball eigentlich stehen.
01:01:25: Und der HSV, das große Glück dank seiner tollen Fans und Mitglieder und seiner tollen Spieler und seiner großen Historie über den Fußball.
01:01:34: etliche andere sparten.
01:01:35: ... in Sport in Bewegung, also Kinder und Jugendliche, ... ... die nicht zu Hause hängen, sondern die ... ... von Tornen, Leichtathletik, Hockey, ... ... was haben wir da nicht, ... ... aber im dreienreiche Abteilungen.
01:01:45: Und diese Kraft ... ... von Mannschaftssport, ... ... Sozialisierung, ... ... auch übrigens die Akzeptanz in der Politik, ... ... die hat der Hass vor allem, ... ... weil er so ein Riesensportfeind ist.
01:01:54: Das wird ja oft früher nicht so gesagt, ... ... und ich habe halt auch festgestellt, ... ... als Spieler, weil wenn mir etwas wichtig ist ... ... und es gibt Probleme, ... ... dann laufe ich nicht weg ... ... und höre mir das da an einem anderen Versuch, ... ... auch alle so gut es geht zu verstehen, um ... nach Lösungen zu suchen, gemeinschaftlich.
01:02:07: Und ich kannte dann natürlich irgendwann, nachdem ich jetzt schon sieben Jahre alt spieler war, als Aufsichtsrat, ich kannte ich den Club jetzt komplett von innen heraus.
01:02:14: Und den EV habe ich auch noch kennengelernt.
01:02:15: Und ich war jetzt nun der Spielende Präsident, auch noch vom HSV III.
01:02:18: Also mehr ein Verein kennenzulernen und zu gucken, wo liegen vielleicht Themen und wo können wir vielleicht Schnittmengen setzen als da.
01:02:25: Und ich glaube... Dass das auch einer der Punkte war, nicht nur von mir, weil haben ja etliche Leute dazu beigetragen, dass der HSV diese Transformation geschafft hat, wo er heute steht.
01:02:33: Er hat es wirklich geschafft.
01:02:34: Er ist komplett schuldenfrei, die letzten Jahre komplett gewirtschaftet hat, mit jeder Rekord.
01:02:38: Und beide Top-Mannschaften, also jetzt die Frauen und auch die Männer, die sind in der ersten Liga zurück.
01:02:45: Das hätte ich mir zwar auch so nicht ermaltet und ich wüsste auch nicht, ob ich es nochmal mache, wenn ich ehrlich bin, aber das war schon intensiv.
01:02:51: Also das klingt total ... Ehrenwert und Nobel und da sind superideale dahinter, der Alltag in einem Präsidium und in einem Aufsichtsrat.
01:03:01: Den stelle ich mir mit sehr viel Diskussion und Gegenwind vor und alles andere als einfach.
01:03:10: Bist du, würdest du sagen, du bist ein Machtmensch?
01:03:14: Nee, nee gar nicht, aber ich bin ein Mensch.
01:03:18: der für eine Sache steht und dann auch nicht zurück schreckt.
01:03:20: Also wenn es um die Sache, wenn es um den HSV geht, dann geht es ja um den HSV.
01:03:23: Was ist das Beste für ein Klub?
01:03:24: Da gibt es natürlich verschiedene Ansichten.
01:03:26: Klar.
01:03:28: Und ich sag mal, die Macht ist ja eh sehr demokratisch.
01:03:30: Du bist ein Dreierpräsidium, du hast sieben Köpfe im Aufsichtsrat.
01:03:33: Ich bin Mitglieder, du wirst von Mitgliedern gewählt.
01:03:35: Also ich bin ja, wie gesagt, es war ja kein großer Plan dahinter Präsidenz zu werden, sondern es war so, dass die gesagt haben, naja, du kennst uns ja wenigstens, du weißt, dass es uns gibt, also den EV.
01:03:47: Und so bin ich da reingerutscht.
01:03:48: Ich meinte das auch gar nicht so.
01:03:50: negativ konnotiert, sondern ich denke mir nur, wenn ich jetzt an die an die typischen Präsidenten, zu denen du ja absolut nicht gehörst, so denke oder an diese an diese großen Funktionäre, an einen, ein Höhenes, an einen Tönnies, ein Watzke und so weiter, dann haben die natürlich ein viel größeres Alpha-Männchen-Tum und auch das meine ich nicht böse.
01:04:07: Auch macht Mensch, meine ich nicht negativ konnotiert, sondern dass da jemand ist, der wirklich der selbstbewusst sich hinstellen kann und sagt, ich möchte da nach oben, ich möchte entscheiden können und ich knick auch nicht um, wie in Grashalm, wenn der erste Wind oder der erste Sturm vielleicht so kommt.
01:04:24: Würdest du sagen, weil du etwas sehr demütigeres auf mich ausstrahlst, ist das eine Generationenfrage?
01:04:30: Ist das ein frischer Wind, den du da beim HSV auch als der junge Präsident, der beim HSV III noch mitkickt, mitbringen konntest?
01:04:38: Ja, ich glaube es auch ein Generationenthema.
01:04:40: Es sind unterschiedliche Typen.
01:04:41: Ich glaube, dass du auch mit dem... Profil und keine Bewertung, was jetzt besser und schlechter ist.
01:04:46: Es gibt es ähnlich, weil es ja andere Zeiten sind.
01:04:48: Auch gemeint jetzt mit dem Blick auf die starken Funktionäre, die wir Gott sei Dank im Fußball hatten.
01:04:53: Auch da muss der Fußball sich weiterentwickeln.
01:04:54: Also ich glaube, dass gewisse Profile heute nicht mehr darauf passen mit den Herausforderungen, die man heute hat, als einen Teil mitten in der Gesellschaft, als so ein Fußballclub, wo so viele Themen dran hängen.
01:05:06: aus der alten Schule bis, dann ist das gar nicht mehr so einfach heute.
01:05:09: Aber auch für mich war es nicht einfach, weil ich habe mir schon angemaßt, einen guten Überblick zu haben, was in dem Club eben... gut läuft und an was man unbedingt mal ran gehen sollte.
01:05:19: Nicht, dass ich das alleine löse, aber dass man daran gehen sollte.
01:05:21: Und da waren einige unangenehme Themen und da musst du dann halt eben auch.
01:05:25: und da habe ich das Glück gehabt, dass ich noch keine Kinder habe, die zur Schule gehen.
01:05:30: Dass du dann natürlich in einem sehr politischen Umfeld, gerade Traditionsverein, das täte jetzt nicht für ein HSV, sondern für Traditionsverein.
01:05:37: Und das war schon wichtig, da noch durchzuziehen.
01:05:39: Das war mir schon klar.
01:05:40: Und da musst du natürlich auch deine Dinge.
01:05:43: Aber das heißt ja nicht, wenn ich etwas reflektieren und gemerkt habe, okay, da... bin ich auf dem falschen Weg oder da ist eine andere, das habe ich ja schon gelernt.
01:05:49: Ich bin ein Mannschaftssportler und am Ende hast du als Team Erfolg.
01:05:52: Aber ich glaube, ich habe da schon einiges ausgehalten in dem Zeitraum und weil ich einfach wusste, dass es für den HSV das Richtige ist.
01:05:59: Und dann muss man da halt durch und dann musst du halt eben auch diesen Standpunkt auch aushalten können.
01:06:04: Und ich war schon eher derjenige, der dann nicht den Konflikt gescheut hat.
01:06:08: Und da haben wir uns dann auch gut aufgeteilt im Präsidium, wenn man sagt, gut, Kopp, Bett, Kopp.
01:06:12: Und da habe ich mich natürlich auch nicht gescheut, dann eben zu sagen, Zuhause ist das Wichtigste und da sind natürlich viele Stakeholder, die du da mitnehmen musst.
01:06:20: Das ist auch nicht so einfach und deshalb kann ich auch verstehen, dass auch andere mal eine andere Sicht hatten als ich und wir dann auch einander geraten sind.
01:06:26: Woher kommt, weil du jetzt auch schon über strategische Entscheidungen und so weiter gesprochen hast, woher kommt dieses Businesswissen?
01:06:31: Weil es gibt ja viele, die dann Investoren werden oder eben im Verein strategische Entscheidungen treffen müssen.
01:06:40: Aber es ist ja, also du bist ja Fußballprofi davor beruflich gewesen.
01:06:43: Es gibt ja ganze Ausbildungen oder Studiengänge, die sowas abzielen, egal ob jetzt im Sportwissenschaftlichen, ob BWL-Studien, du hast mehrere Start-ups, Firmen und so ein Zeug.
01:06:55: Woher hast du dir das alles angeeignet?
01:06:58: Gut, ich hatte ein großes Privileg.
01:07:00: ... auszuprobieren zu dürfen.
01:07:03: Durch eben den Fußball, der mir eine gewisse Unabhängigkeit gemacht hat, ... ... konnte ich halt ausbrüllen.
01:07:06: Ich konnte gründen.
01:07:07: Ich konnte mich mal beteiligen.
01:07:08: Ich konnte Fehler machen.
01:07:09: Und das mache ich auch weiterhin.
01:07:11: Das ist ja nicht so, dass nur weil man dann ... ... das Start-ups hat und so, dass das dann immer alles läuft ... ... und es gibt auch mal Start-ups, die auch mal ... ... meine Inservenz gegangen sind, ist ja normal.
01:07:19: Aber ... ... aber das war mal ein Riesenvorteil, dieses ... ... Doing, aber das Fußballgeschäft ... ... mit den drei Clubs plus den DFB.
01:07:26: Was ich da gesehen habe und sehen durfte.
01:07:28: Das ist eigentlich das Wissen.
01:07:30: Also muss ich ja vorstellen, ich bin ja Menschen interessiert und zwar sehr.
01:07:34: Sonst kannst du sowas auch eigentlich gar nicht machen oder zumindest nicht so lange.
01:07:36: Ich habe ja sechs Jahre als Präsidentin.
01:07:38: Ich bin sehr Menschen interessiert und habe auch ein Verständnis und versuche mich auch immer in die jeweilige Position reinzudenken.
01:07:43: Und dass du da verschiedene Kulturen und Subkulturen hast, ist ja ganz normal.
01:07:47: Ist ja wie in der Gesellschaft.
01:07:48: Und ich kann mich in jede reinfühlen, weil ich sehe mich nicht besser als irgendeine.
01:07:53: Es ist eben diese Augenhöhe herzustellen.
01:07:55: Das mag ich sehr gerne, weil das lernt man ja Mannschaftssport.
01:07:58: Um in einer Mannschaft erfolgreich zu sein, gute Harmonie zu haben, braucht man auch Toleranz.
01:08:02: Und man muss auch mal versuchen, sich in den anderen hineinzuversetzen.
01:08:05: Und jetzt habe ich so viel gesehen, weil Klappbach auch in großen Krisen, aber auch bei Bayern, Pymars vorn, auch beim DFB, viele Umbrüche.
01:08:12: Was passiert da?
01:08:13: Was passiert mit den Menschen?
01:08:15: Man bekommt ja auch viele Informationen.
01:08:16: Das gerade im Beritt Traditionsverein hat dazu geführt, dass man da natürlich schon irgendwann ein Gespür auch entwickelt hat, so was, was kann funktionieren und was nicht.
01:08:25: Ein wirtschaftlich, ich habe jetzt mal auf eine AG gesehen, das ist ja schon mal einfach, das gibt man schon mal nicht mehr aus, als wir einnimmst.
01:08:30: Also das wurde dann trotzdem mal, wenn man sich immer wieder schön geredet hat, ja, aber wenn wir den jetzt kaufen, dann wird es wieder besser.
01:08:37: Und wenn ich dann im Aufsichtsrat gewesen wäre, hätte ich gesagt, nee, den können wir nicht kaufen, weil da ist das Geld nicht wert, weil das muss ja hier irgendwie auch vernünftig sein.
01:08:44: Und da war immer die Angst davor, ja, aber wir sollen mal das den Fans oder den Medien erklären, weil wenn man dann nicht jetzt endlich mal Aber es muss ja nachhaltig sein.
01:08:51: Da musst du halt die Nachhaltigkeit erklären.
01:08:53: Da musst du halt den Mut haben, um sich hinzustellen und zu sagen.
01:08:55: Und das haben wir getan.
01:08:56: Ich bin immer halt sechs Jahre Zweite Liga, sieben Jahre.
01:08:58: Ja und?
01:08:59: A. Haben wir gut gespielt.
01:09:00: B. War Ausgabe, Einnahmeverhältnis hat total gestimmt.
01:09:04: Ja, wir haben immer um Aufschick gespielt und haben jedes Jahr das Budget reduziert.
01:09:09: Heißt, wir mussten auch lernen, endlich mal als HSV überzuperformen, in Anführungsstrichen.
01:09:13: Und natürlich sind Restrisiko natürlich nicht einfach.
01:09:15: Natürlich habe ich geschwitzt und war nervös, ohne Ende.
01:09:17: Aber der Weg, den auch alle dann zu der Zeitung mitgetragen haben, war genau der richtige.
01:09:21: Weil wir wollten das sonst machen.
01:09:22: Und von daher... ist es einfach dann wichtig, auch mutige Entscheidungen zu treffen und sie versuchen, mit dem besten Wissen zu machen.
01:09:29: Und ich finde, nichts geht vor Existenz, Erhalt und Existenzschutz.
01:09:33: Und es wurde früher immer so abgelegt, dass es dann damit ist, da müssen wir als Spieler kaufen, die kompensieren uns eben unsere schwache Strategie, die wir haben oder nicht haben.
01:09:40: Viele Trainer wechseln und hier und dann holen wir die drei und dann werden wir wieder irgendwo einen guten Tabell.
01:09:45: So funktioniert das halt eben nicht.
01:09:46: Und das wusste ich jetzt halt auch schon, weil es bei vielen Vereinen eben sehen konnte, wie es nicht funktioniert und wie es funktioniert.
01:09:53: Und das versucht man dann einzubinden.
01:09:54: Und das wurde dann nochmal erweitert natürlich mit der Brille.
01:09:57: Funktionär, einen Aufsichtsrat zu leiten, zu führen, eine Hauptversammlung, eine Mitgliederversammlung.
01:10:03: Das heißt, so die Facetten-Traditionsfein habe ich jetzt durch und das ist ein unglaublich komplexes Gebilde, unglaublich schön.
01:10:10: Es macht uns alle aus, deshalb schreiben wir alle zurecht nach diesen Traditionsfein.
01:10:14: Aber da muss wirklich viel Professionalität rein und auch Verständnis und Akzeptanz, weil das ist so.
01:10:20: Ich bin so dankbar und erleichtert auch, dass nach meinen sechs Jahren dann wirklich vieles vielleicht sogar übererfüllt wurde von dem, was wir uns vorgenommen haben, weil da kommen so viele Faktoren zusammen.
01:10:30: Und da muss ich echt sagen erleichtert, weil das ist so ein hochkomplexes Gebilde mit so viel Emotion, so viel Eitelkeiten, so viel Ego, so viel und alles irgendwo zurecht und auch nicht.
01:10:40: Aber das ist auch das Bild, was wir sehen.
01:10:43: Wir brauchen mehr gut strukturierte Traditionsvereine wieder, damit die Liga auch spannend bleibt, die erste Liga.
01:10:48: Jetzt haben wir wieder einige zurück, wie den HSV und den ErstFC Köln, aber um so ein Apparat.
01:10:53: zu händeln, ist das die Komplexität, die ist unglaublich hoch.
01:10:57: Ich merke, wie viel Wahnsinn, wie viel Leidenschaft du darüber sprichst und frag mich dann umso mehr, warum hast du aufgehört?
01:11:04: Ich hab ja nicht aufgehört, ich hab nach sechs Jahren... eine große Verantwortung als Präsident, ein intensives Ehrenamt.
01:11:11: Natürlich habe ich den nach sechs Jahren aufgegeben, weil ich ja auch irgendwann auch ein bisschen aufpassen muss, was passiert mit meinen Privatleben als Marcel Janssen, mit meiner Freundin, mit meiner Familie, nicht dass es irgendwann nochmal zehn Jahre rum sind, warum habe ich die eigentlich alle nicht gesehen, weil Ehrenamt ist heben halt auch.
01:11:27: Fulltime dann und mit voller Verantwortung.
01:11:29: Ich musste Sachen unterschreiben.
01:11:31: Da war auch gut, dass man da nochmal zwei, drei mal drüber liest, bevor man die unterschreibt, weil am Ende gab es fast keinen Dokument, was du nicht unterschreibst als Präsidium.
01:11:40: Trotzdem habe ich gemerkt nach sechs Jahren, was kann jetzt noch kommen.
01:11:43: Und ich habe gemerkt, dass für mich da jetzt genau der Punkt erreicht ist, wo die Themen, die wir auch vor vier Jahren klar auch aufgezeigt haben, die Themenfelder, die wir entwickeln wollen und also ganz klar auch aufgezeigt, woran die uns messen können, die Mitglieder.
01:11:56: nach den abgelaufenen, dann letzten vier Jahren Amtszeit, wusste ich, dass der Impuls nicht mehr so groß sein kann.
01:12:02: von mir, mit meiner Ressource Zeit, zu dem, was meine Verantwortung im Privat und im Beruflichen ist, mit meinem Start-up, Und da habe ich einfach gemerkt, es ist jetzt der Zeitpunkt, dass ich auch jetzt, nachdem ich dem HSV sehr gerne und mit voller Leidenschaft und hundertzwanzig Prozent gegeben habe, dass man natürlich auch aufpassen muss, dass das Privatleben dann nicht irgendwann daran nagt.
01:12:21: Und weil das ist dann schon sehr, sehr aufreibend ja auch.
01:12:24: Und deshalb war für mich jetzt einfach der Zeitpunkt für den Moment, für die nächste Zeit jetzt die Phase, so ein intensives Amt auch dann zu übergeben.
01:12:34: und sich wieder auf einmal auch zu sammeln, zu fokussieren und wieder andere Prioritäten zu setzen.
01:12:39: Das heißt ja nicht, dass ich generell nie wieder was im Fußball machen wollen würde.
01:12:44: Heißt aber auch nicht, dass ich es tue.
01:12:46: Der Fußball ist ja nah dran.
01:12:47: Ich bin ja auch noch nah dran.
01:12:48: Ich bin ja mit allen Clubs auch noch im engen Austausch.
01:12:52: Du hast jetzt immer wieder deinen Privatleben angesprochen.
01:12:55: Und was ich da ... Superspannend finde ist, weil du wirklich nahbar wirkst.
01:13:00: Wir haben uns jetzt hier zum ersten Mal heute in Persona getroffen, aber ja über die letzten Wochen auch immer wieder geschrieben und so.
01:13:05: Und ich denke mir einfach auch so unter den Ex-Profis, Ultraneter Typ, sage ich ganz ehrlich, sind nicht alle so drauf.
01:13:12: Und du hast diese Nahrbarkeit und trotzdem weißt man eigentlich ja nix über dich und deinen Privatleben.
01:13:16: Und ich will jetzt auch gar nicht weiter da rumstochen und sagen, jetzt breite uns das hier alles aus, weil ich das einfach respektiere.
01:13:24: Aber warum ist dir das so wichtig?
01:13:26: dass der Marcel, der dann jetzt dieses Studio dann demnächst wieder verlässt, der und alle um ihn herum dann auch einfach abgekapselt sind und nicht in der Öffentlichkeit.
01:13:36: Ich habe mich dafür an irgendwann bewusst entschieden, weil natürlich auch ist dann Vorfälle gab, wo ich gemerkt habe von Mitmenschen, die dann medial waren, wenn dann das irgendwie mal anders dargestellt wird.
01:13:46: Du kannst ja dann auch nicht gegenvorgehen, selbst wenn das gelogen ist, weil du sagst ja, wieso?
01:13:49: Du hast doch da vor die Presse getreten und... und damit deine Partnerin auch.
01:13:55: Und da habe ich für mich festgestellt, das finde ich nicht gut.
01:13:58: Das heißt nicht, dass man da was versteckt, aber das heißt auch nicht, dass diese Öffentlichkeit auch für alle sein muss, weil ich finde, diese Menschen werden dann auch manchmal abgewertet mit.
01:14:06: Das sind die von Marcel.
01:14:08: Keiner ist von mir.
01:14:10: Meine Eltern sind eigenständig, die brauchen mich nicht im Sinne, außer als Sohn.
01:14:14: Meine Partnerin ist auf Augenhöhe, die braucht nicht einen Marcel Jansen, um ihre Daseinsberechtigung zu haben, um ihren Weg zu gehen.
01:14:21: Und das ist schnell der Weg, der sich da verliert.
01:14:25: Und deshalb habe ich das... Privatleben dann irgendwann und das ist ja gar nicht so viel.
01:14:29: Das ist dann wirklich halt nur, dass wir nicht überall zur Show stellen mit wem und was und wie.
01:14:34: Und wenn dann irgendwann vielleicht auch hoffentlich noch mal Kinder kommen, dann ist das ja auch so etwas, wo du Kinder ja auch ein bisschen schützen musst.
01:14:40: Weil auch da weiß man gar nicht, wieso Kinder sich entwickeln, ob das für die das Richtige ist oder nicht.
01:14:44: Eben Teil der Öffentlichkeit zu sein.
01:14:46: Und das ist so eine Entscheidung.
01:14:47: die ich da bewusst getroffen habe.
01:14:48: Jetzt
01:14:48: habe ich das ganz oft gesehen bei Ex-Profis, die ihr Leben lang so der nächsten Rübe hinterher gerannt sind.
01:14:54: Das ist dann der nächste Meistertitel oder der Wiederaufstieg, Nichtabstieg und so weiter.
01:15:01: Die
01:15:01: werden diese Rübe nie los.
01:15:03: Sie überträgt sich nur quasi in was Neues.
01:15:05: Das ist dann die Arbeit im Präsidium oder was auch immer.
01:15:10: Jetzt wo du aber raus bist als Präsident.
01:15:14: Bist du natürlich auch ein bisschen von der Bildfläche verschwunden wieder.
01:15:17: Was ist jetzt die Rübe?
01:15:19: Was läufst du gerade hinterher?
01:15:20: Was ist gerade dein Projekt?
01:15:24: Boah, ich glaube, das kommt immer noch drauf an, wie die Rübe schmecken soll.
01:15:30: Aber für mich, wie gesagt, sind viele Themen, die haben sich im Leben so ergeben und die haben für mich dann auch irgendwann ein Ende.
01:15:42: Und ich glaube, das ist dann auch gesund, weil auch da ist immer die Frage, ab wann ist irgendwann ein Bogen mal überspannen und diesen Absprung schaffen.
01:15:50: Ja, dann Menschen oft nicht im Leben.
01:15:52: Ich sage nicht, dass ich das immer schaffe, aber ich versuche das so gut zu antizipieren und sage, wo stehe ich denn jetzt und was ist für mein Leben, was sind eigentlich die nächsten Schritte, die zu mir passen, die Sinn machen und die mir vielleicht aus anderer Art und Weise gut gehen.
01:16:04: Deshalb gibt es keine Rübe, der ich hinterher laufe, bin ich sowieso noch nie.
01:16:07: Aber ich würde auch nicht ausschließen zu einer logischen Nicht zwingende, aber logische Sache könnte sein, wie kann ich denn mein Wissenstand heute oder das, was noch hinzukommt, gewinnbringend für einen Club, wo ich zum Beispiel mal gespielt habe, sei es, wo es der Münchengladbach, sei es HSV, da war ich ja jetzt nun lange, sei es Bayern München, sei es DFB, wie kann ich das, was ich vielleicht in Fußball erleben durfte, der Spieler, der Funktionär, also Präsident, Aufsichtsratsvorsitzender.
01:16:38: Ich durfte Mitgliederversammlung führen.
01:16:40: Ich durfte das Ehrenamt kennenlernen.
01:16:42: Ich durfte Vereinsleben, AG, Aktienrecht, Vereinsrecht.
01:16:45: Also ich habe eigentlich so einen Traditionsverein, die jetzt komplett nicht nur durchläuscht, aber auch noch ein Stück weit irgendwo in irgendeiner Rolle verantwortet.
01:16:52: Und dieses dann irgendwann mal Gewinn bringt, auch einzugeben, dieses komplexe System eines Traditionsvereins, könnte ich mir schon vorstellen.
01:17:00: Aber das muss jetzt nicht zwingen.
01:17:02: Das
01:17:02: klingt ja fast nach einer Bewerbung, Marcel.
01:17:04: Nee, weil ich ja keinen Vier-Zwanzi-Sieben-Job haben will und auch nicht danach suche, der nächste Sportdirektor oder sonst was zu sein, weil das hätte ich dann oft genug versuchen können, sondern in meiner Sache, die mir sparen, mir geht es immer um die Sache.
01:17:17: Wie bleiben wir gut?
01:17:18: Wie werden wir besser?
01:17:18: Aber was sind auch die Themen, die es zu adaptieren oder zu verzahnen geht?
01:17:22: Und das ist sehr komplex.
01:17:23: Das macht mir Spaß.
01:17:24: Das hatte ich als Präsident.
01:17:25: Darf ich jetzt sechs Jahre hoch intensiv machen?
01:17:28: Und ich glaube, Gott sei Dank hat da mehr geklappt als weniger.
01:17:31: Ich kann dir natürlich nichts versprechen, aber zu mir ist durchgesickert, auch wenn es unseren Podcast noch nicht wahnsinnig lange gibt, dass er aber teilweise auch schon in den Vereinen gehört wird, was mich total freut, weil das ja einfach auch zeigt, dass die Leute hier Bock auf ein Deep Dive haben und dass es vielleicht auch den einen oder anderen bei den Bayern oder bei den Polen gibt, der das hört und sich denkt, vielleicht holt er nochmal den Hörer in die Hand.
01:17:52: Aber das ist alles Zukunftsmusik.
01:17:53: Wir kehren jetzt einmal... zurück ins hier und jetzt und machen den Sack zu und beschließen den Deep Dive immer mit der sogenannten Alien-Frage.
01:18:03: Also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, also, Zweiundzwanzigtausend Millionen, was auch immer, feiern das und lieben das.
01:18:29: Und dann sitzt du da auf dieser Geschäftsstelle und streitet es dich um diesen kleinen, runden Ball und was auch immer.
01:18:35: Und sie verstehen es einfach nicht, aber du scheint sich ja auszukennen.
01:18:37: Deswegen kommen sie zu dir und fragen dich, warum das Ganze?
01:18:43: Was sagst du ihnen?
01:18:44: Was sage ich denen?
01:18:45: Ich würde denen sagen, Wenn ihr ja jetzt erst auf die Welt kommt, die Iliens, das war schon immer so.
01:18:51: Nur wir sind froh, dass die Menschheit sich weiterentwickelt hat, dass es heute zum Beispiel ein runder Fußball ist und keine Gladiatoren kämpfen mehr, wo Menschen gestorben sind, um das Volk zu belustigen.
01:19:00: Denn Brot und Spiele wird es immer geben und die brauchen wir.
01:19:04: Und von daher würde ich denen denken, das hält die Gesellschaft zusammen und Gott sei Dank in einer Weiterentwicklung, weil es sportlich abläuft, gerade eben.
01:19:11: im Mannschaftssport.
01:19:12: und deshalb funktioniert eben auch so ein großes Konstrukt, funktioniert Emotionen, funktioniert, egal was du beruflich machst, ein Zusammenkommen von vielen Menschen, die einer Leidenschaft nachgehen und das ist der Kraft des Sportes, der Kraft des Fussballs, deshalb würde ich denen sagen, es war in der Menschheit schon immer so, es ist aber etwas moderner geworden, Gott sei Dank.
01:19:28: Marcel, vielen, vielen lieben Dank dir.
01:19:30: Danke für deine Zeit, danke für deine offenen, ehrlichen Worte.
01:19:32: Vielen, vielen Dank euch, dass ihr auch wieder reingehört habt.
01:19:35: Lasst gerne eine gute Bewertung da und folgt auf jeden Fall rein und schickt die Folge auch einfach mal gerne an die Funktionäre von Bayern München und Gladbach.
01:19:41: Wir wollen ja auch hier helfen, ne?
01:19:42: Also, es soll ja auch etwas gebracht haben, heute hier gesetzt
01:19:44: haben.
01:19:44: Ich will kein Job wegnehmen von niemandem.
01:19:46: Nee, nee, um Gottes Willen.
01:19:47: Aber markiert mal alle Uli Höhne so.
01:19:50: Wir machen hier auch deep-def die Jobbörse.
01:19:52: Aber
01:19:52: Konseilding ist toll, ne?
01:19:53: Konseilding ist toll.
01:19:55: Schau mal, wir bringen die Welten zusammen.
01:19:56: Also, lasst uns eine gute Bewertung da.
01:19:58: Wir freuen uns, wenn ihr nächste Woche auch wieder rein hört.
01:20:00: Nächsten Dienstag wieder ab Null Uhr überall, wo es Podcasts gibt und ab achtzehn Uhr auf YouTube.
01:20:04: Danke euch, Leute.
01:20:05: Bis dann.
01:20:06: Ciao.
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