WERNER HANSCH: Wie die Kommentatoren-Legende 750.000€ verwettet hat
Shownotes
Kommentatoren-Legende Werner Hansch war über Jahrzehnte die Stimme des deutschen Fußballs. Heute erhebt er sie im Kampf gegen Sportwettenanbieter und macht macht sich für Suchtkranke stark. Er selbst hat sein komplettes Hab und Gut durch Sportwetten verloren.
Host Lenny Peteanu spricht mit ihm im SPORT1 DEEP DIVE über sein bewegtes Leben, den Tod seiner Eltern innerhalb nur weniger Wochen, seine Anfänge als Kommentator und wie das, was ihn zur Legende hat werden lassen, später zu seinem größten Laster wurde: Die Liebe zum Sport.
Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.
Kostenlose Beratungsstellen:
- Schnelle Hilfe für Betroffene: Zockerhelden - https://www.zockerhelden.de/ Weitere kostenlose Beratungsstellen:
- Hotline blaues Kreuz - 0800 0776611 Telefonische Glückspielberatung - Beratung https://www.check-dein-spiel.de/hilfe-fuer-spieler/telefon-beratung/
- Deutsche Suchthilfe - https://www.dhs.de/suchthilfe/suchtberatung/
Die Folge mit Werner Hansch im Überblick:
- 00:00:00 – Intro
- 00:02:05 - Der Sinn des Lebens
- 00:04:52 – Kindheit und Vatergeschichten aus Buchenwald
- 00:16:18 – Schulzeit
- 00:19:54 – Das Wunder von Bern
- 00:23:12 – Werners lyrisches Ich
- 00:24:44 – Verlust der Eltern
- 00:26:32 – Anfänge als Sportreporter
- 00:39:25 – Die Hassliebe Fußball
- 00:44:18 – Anders als die Anderen
- 00:47:58 – Das berufliche Ende
- 00:50:48 – Der Beginn einer Sucht
- 00:57:14 – Der Wendepunkt
- 01:01:26 – Zockerhelden
- 01:04:18 - Alien-Frage
Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:
-📱Instagram: @lenny.peteanu
-📱 Lennys Homepage: https://www.lennypeteanu.de/
Transkript anzeigen
00:00:18: Noch ein herrlicher Abschlag auf direkter Offenbahn.
00:00:04: Oh, toll.
00:00:06: Den Ball angenommen mit der Brust und gleich runter geleitet in den Lauf.
00:00:10: Und jetzt müsste sie noch kommen, die Flanke von der rechten Außenseite.
00:00:16: Und dann sah ich es.
00:00:18: Sepp Maier.
00:00:18: Uli Hoeneß.
00:00:20: Ferns Beckenbauer.
00:00:21: Und der Bomber der Nation.
00:00:24: Das gab immer tolle Honorare.
00:00:27: Da muss man den Kollegen Kerner fragen.
00:00:30: Der kennt sich besonders gut aus.
00:00:33: Wir bekommen Insights, ja.
00:00:35: Es wurde ordentlich verdient.
00:00:36: Hat auf einmal sehr viel Zeit und sehr viel Geld.
00:00:41: Diese Verbindung wurde für mich das Tor in die Suche.
00:00:45: Mein Geld war weg, mein Haus war weg, meine Lebensgefährtin war weg.
00:00:50: Ich las mit dem Rücken an einer Wand und nicht viel hätte gefehlt.
00:00:55: Und ich hätte mir etwas angetan.
00:01:01: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sport-Eins-Deep Dive.
00:01:03: Ich bin Lenny und ich treffe mich hier jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus der Welt des Sportes.
00:01:08: Unser heutiger Gast ist Reporter-Legende Werner Hansch.
00:01:11: Werner hat mit seiner einzigartigen Stimme ganze Fußball-Generationen geprägt und ist über die Jahrzehnte mit dem Puls, mit der DNA der Bundesliga verschmolzen.
00:01:20: Umso tragischer ist seine Geschichte.
00:01:22: Denn das, was ihn ursprünglich ganz groß gemacht hat, hat ihn am Ende auch wieder zu Fall gebracht.
00:01:27: Sein Gespür für den Sport.
00:01:29: In der Kommentatoren-Kabine Unvergessen im Wettbüro, wie er selbst sagt, der größte Fehler seines Lebens.
00:01:34: Mit mittlerweile siebenundachtzig Jahren schaut Werner auf ein wahnsinnig bewegtes Leben zurück.
00:01:39: Wir sprechen über seine Kindheit in der NS-Diktatur, über seine irre Karriere und den tiefen Absturz.
00:01:44: Werner hat zehn Leben gleichzeitig gelebt und umso wichtiger ist es, dass wir ihm heute zuhören.
00:01:49: Denn ich glaube, von Menschen wie ihm können wir wahnsinnig viel lernen.
00:01:52: Wenn es euch auch so geht, dann lasst uns gerne eine gute Bewertung da und folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen.
00:01:57: Für euch ist es kostenlos, uns hilft wahnsinnig bei unserer Arbeit weiter.
00:02:00: Vielen, vielen Dank euch und jetzt ganz viel Spaß bei der Folge mit Werner Hansch.
00:02:04: Was macht für dich ein erfülltes Leben aus?
00:02:09: Ja, das ist eine Frage, die mich ganz aktuell auch beschäftigt.
00:02:16: Du brauchst Sinn, um vernünftig zu leben.
00:02:23: Und das ist eine ganz, ganz wichtige Frage.
00:02:26: Wenn man in einen Alter kommt, ich sage immer der vorbildliche Buchhalter, der macht einen exzellenten Job, der hat niemals gefehlt.
00:02:43: Alle seine Bilanzen, die der aufgestellt hat, stimmten fast immer bis auf einen Pfennig.
00:02:50: Und dann kommt der Tag nach vierzig Jahren.
00:02:53: Wo er nicht mehr ins Büro da, dann ist ganz entscheidend.
00:02:59: Wo hat dieser Mann dann noch Sinn?
00:03:04: Etwas, was ihm singen verleiht, dann überhaupt noch leben zu wohl.
00:03:11: Und wenn er diese Frage nicht beantworten kann, dann kannst du nachverfolgen.
00:03:18: Gibt es diesen Buchhalter manchmal schon drei Jahre später?
00:03:23: Nicht mehr.
00:03:24: Da liegt er schon unter Gras.
00:03:27: Ob er Briefmarken sammelt oder Rosenzüge, das ist nicht entscheidend.
00:03:32: Aber Sinn muss er haben.
00:03:35: Sonst macht es keinen Sinn mehr
00:03:37: zu leben.
00:03:38: Das ist ein schönes Bosch-Skill.
00:03:39: Du hast deinen Sinn immer wieder neu gefunden und dich auch neu erfunden.
00:03:44: Dementsprechend, glaube ich, können wir die Frage eingangs zu beantworten.
00:03:47: Ein erfülltes Leben ist ein sinnvolles Leben?
00:03:50: Das ist auf jeden Fall so.
00:03:52: Man braucht immer Sinn, natürlich.
00:03:55: Man macht oft sinnlose Dinge.
00:03:57: Die muss man ja auch machen.
00:03:59: Da hat man ja auch als junger Mensch noch ein Recht drauf.
00:04:04: Ich sage mal auch mal was Sinnloses machst.
00:04:08: Also zum Beispiel in meinem Leben, das ist ja gezeichnet durch bestimmte Brücke, Lebensbrücke.
00:04:21: Wer das nicht hat, hat vielleicht gar nicht richtig gelebt.
00:04:26: Es gibt so Lebensverkäufe, da geht es immer nur aufwärts.
00:04:34: Da gibt es kaum mal eine Krise.
00:04:37: Und so ein Leben wäre mir zu langweilig.
00:04:43: Das kann ich natürlich heute gut sagen, weil ich hatte eine ganze Menge von Brüchen in meinem Leben.
00:04:52: Du hast schon ganz, ganz viel angeschnitten und darauf möchte ich unbedingt gleich nur mit dir eingehen.
00:04:56: Lass uns aber einmal vorne anfangen, weil wir wollen nicht ja besser kennenlernen.
00:04:59: Wir wollen deine Geschichte verstehen, die in vielen, vielen Facetten krass und in manchen wirklich unglaublich ist.
00:05:06: Deswegen lass uns einmal wirklich zurück an den Anfang gehen.
00:05:09: Ja gerne.
00:05:09: Lass uns an deine Kindheit zurückgehen.
00:05:11: Hast du irgendwie sowas wie eine erste Kindheitserinnerung an?
00:05:14: Ja, da sehe ich ja meinen Vater.
00:05:16: Zwei Sessel, die standen sich so gegenüber.
00:05:20: In der Mitte ein Radio gerät, und der Alte hatte seine Pfeife, und ich sage dir, jetzt, wenn ich es mir vorstelle, er saß dort mit seiner Pfeife und hat stundenlang in eine Riftung geschaut.
00:05:43: Das bildet ihr, das habe ich noch, und mir hat ja im Grunde genommen, ich hatte keinen Vater, ja?
00:05:53: Im Prinzip war es mein Großvater, den ich aber auch nicht hatte, nicht wirklich hatte.
00:06:00: Sondern ich hatte nur diesen Vater.
00:06:02: und du kannst dir vorstellen, wenn ein junger Mann dann in ein bestimmtes Alter kommt, Fünfzehn, Sechzehn, dann wäre ein Vater schon mal wichtig, um bestimmte Dinge zu reden, die dann auftauchen.
00:06:19: Schon das alles hatte ich nicht.
00:06:22: Mein Vater hat geschwiegen.
00:06:26: Nur manchmal, wenn es Geld gegeben hatte auf der Zeche oder später Rente, wir wohnten ja in einem Haus, dreizehn Familien, unten war eine Kneipe.
00:06:41: Dann hat er sich einen zu Brust genommen, wie man so sagt.
00:06:47: Und manchmal hörte ich ihn.
00:06:49: wenn er dann die Treppe rauf kolterte.
00:06:53: Da ist er zwei, drei Mal schon hingestürzt.
00:06:58: Und dann hat er mich aus dem Bett geholt.
00:07:02: Ich sag dir was, es war kalt.
00:07:07: Ich in einem ja knappen Schlafanzug.
00:07:15: Dann hat er mich in die Küche geholt.
00:07:17: Da war ein rechteckiger Tisch, vielleicht so groß.
00:07:24: wie der Halbe hier.
00:07:26: Ich musste mich vor Kopf setzen und er saß auf der anderen halben Seite.
00:07:33: und dann hat er mir von Buchenwald erzählt.
00:07:38: Ja natürlich, wo er zwei Jahre gesessen hat.
00:07:42: Dann lass uns da gleich mal weitermachen, weil du ja in einer Zeit groß geboren bist.
00:07:50: Die meine Generation und auch schon die Generation meiner Eltern eigentlich nur so als Dokus in Schwarz-Weiß irgendwie kennen.
00:07:57: Du bist im Krieg groß geworden und hast deinen Vater eigentlich erst kennengelernt, also schon ein paar Jahre alt war es, weil er in dem Jahr, in dem du geboren wurdest, nach Buchenwald deportiert wurde.
00:08:09: Was wurde ihm davorgeworfen?
00:08:11: Als Bergbaum ist er neunzehnhundertdreißig.
00:08:16: Zweiunddreißig.
00:08:17: mit fünfundzwanzig anderen Kumpels,
00:08:20: alle
00:08:21: aus dem Kreis Recklinghausen, Marel, Ergnschweg, Suderwicki und so weiter, die haben alle auf dem Zecke gearbeitet, die es damals gab.
00:08:32: In Recklinghausen gab es ja mal vier.
00:08:35: Und eingetreten in die kommunistische Partei und in den kommunistischen Gewerkschaftsbund.
00:08:43: Ich sag mal, das war mindestens Mutti.
00:08:46: Denn du kannst dir vorstellen, der braune Rattenfänger war ja schon am Horizont deutlich zu erkennen.
00:08:55: Und dann sah man ihn ganz deutlich.
00:08:57: Dreiunddreißig wurde Hitler Reichskanzler.
00:09:02: Und von da an hat die geheime Staatspolizei deutschlandweit solche kleinen Widerstandsnetzler.
00:09:15: Die Leute waren doch keine Profis.
00:09:18: Die hatten keine geheimen Wege und geheime Drähte, um sich zu verabreden.
00:09:25: Das war ja nicht wahr.
00:09:26: Für die Gestapo war das ein Kinderspiel.
00:09:28: Die wurden ausgehoben.
00:09:31: Und mein Vater stand dann am siebenundzwanzigsten April, nineteenhundertvierunddreißig.
00:09:40: Also Hitler war Reiskanzler.
00:09:43: Vierunddreißig stand der vor dem ... Dritten Strafsinat beim Oberlandesgericht in Hamm, angeklagt der Vorbereitung zum Hochverrat.
00:09:53: Wegen einfach nur einer anderen politischen Gesinnung.
00:09:55: Ja, natürlich.
00:09:57: Und angeklagt und am Ende der Verurteilt zwei Jahre Zucht aus.
00:10:04: Die hatte abgesessen.
00:10:06: So, damit war er im Sinne der Nationalsozialisten vorbestraft.
00:10:12: Und dann kam das Jahr eightunddreißig.
00:10:16: Ich habe heute alles in den Akten.
00:10:22: Hat er in angetrunkenem Zustand, in unserer Kneipe unten bei Röding, laut gesagt, er könne gar nicht verstehen, warum so viele Menschen dem Hitler hinterherlaufen.
00:10:40: Das werde auch nur ein Arbeiter.
00:10:42: Das war wahrscheinlich genau der Verhängnisproblem.
00:10:44: Ja, Hermann Röding war ein... Ganz strammer, braun Marschierer, der hat kurz angerufen.
00:10:50: Da kamen zwei in Trenschkots und Schlapphüten und haben meinen alten Vater ohne jede weitere Verhandlung mitgenommen, direkt nach Buchenwald.
00:11:03: Was mich total erstaunt hat, ist das, was du jetzt gesagt hast, weil in den meisten Geschichten, wenn ich mit den Eltern oder Großeltern von Freunden und Freunden du verspreche, wird das immer komplett tot geschwiegen.
00:11:14: Du hast gerade gesagt, dein Vater hat mit dir über die Zeit in Buchenwald gesprochen.
00:11:21: Aber nur wenn er betrunken war, das war leider so, sag ich dir.
00:11:26: Nicht, dann kommt er nicht.
00:11:28: Er hat geschwiegen.
00:11:31: Nur dann kommt er nicht mehr an sich halten.
00:11:33: Dann hat es ihn überwandt, würde ich fast sagen, oder der Alkohol hat ihn übernannt.
00:11:40: Und dann hat er mir von einigen Schreckensereignissen berichtet.
00:11:47: Ich weiß, dass die meisten Menschen, die uns jetzt zuhören, eigentlich mehr noch einen Sport-Podcast gerade erwarten.
00:11:53: Aber wir werden da auch noch hinkommen.
00:11:55: Aber mir ist es extrem wichtig, dass wir da gerade nochmal darüber sprechen.
00:11:57: Einfach, weil das für so viele soweit weg scheint und wir mit dir einfach jemanden hier sitzen haben, der uns diese Geschichten noch live und infrage erzählen kann.
00:12:05: Deswegen, ich würde gerne erst mal noch ein bisschen da bleiben.
00:12:08: Was hat, was hat dir denn dein Vater, auch wenn er da betrunken?
00:12:10: Aber was hat er erzählt?
00:12:12: Ja, er hat erzählt zum Beispiel, jeden Morgen, sechs Uhr, Appell, mussten alle antreten.
00:12:24: Und dann war ein Abmarsch in den Steinbruch, den gab es da, bei Buchenwald.
00:12:31: Da war ein Gauleiter, der hatte den Ehrgeiz mit dem Gestein.
00:12:38: Kreide war das, Kreidefelsen.
00:12:41: Da mussten die... Steine brechen und dann transportieren.
00:12:47: Jeden Tag sechs Stunden morgens, Stunde Mittagspause und dann nochmal sechs Stunden.
00:12:52: Und dann wieder den Fußmarsch zurück ins Lager Buchenwald.
00:12:57: Und wer nicht konnte, wer nicht laufen konnte, den hat es erwischt.
00:13:04: Dabei.
00:13:06: Hunde wurden gehetzt.
00:13:09: Einmal ist ein Gefangener bei einem Ausbruchversuch.
00:13:18: erwischt worden.
00:13:20: Da wurde am nächsten Morgen beim Appell, wurde dieser Gefangene vor aller Augen aufgehängt.
00:13:31: Das hat er alles miterlebt und hat es mir, wie gesagt, in seiner alkoholisierten Sprache dann berichtet, ab und zu.
00:13:46: fiel ihm der Kopf schon auf den Tisch.
00:13:49: Ich hatte ein spezielles Interesse durchzuhalten.
00:13:57: Das ist mir schwergefallen, sage ich dir.
00:13:59: Was wusste ich vom Gug und Wald und vom KZ?
00:14:03: Gar nichts.
00:14:04: Davor, weil mich der Schule nichts gehört.
00:14:07: Null.
00:14:08: Bei uns war der Geschichtsunterricht zu Ende.
00:14:13: Bei mir ist es ein Weltkrieg.
00:14:16: Und ... Also das war für mich alles nicht so interessant.
00:14:21: Ich wusste aber, wenn er am Ende so fertig war, dass er nicht mehr konnte, dann hat er sein Portemonnaie aus der Tasche gezogen und ich bekam zwanzig Mark Trinkelt, stell dir mal vor, zwanzig Mark.
00:14:44: Da wurde mir wieder warm.
00:14:47: Und dann habe ich den alten dann meistens noch So, ja, unter die Arme gepackt und habe ihn noch ins Bett gebracht, sozusagen.
00:14:59: Als Kleiner Junge.
00:15:00: Das waren so einige Male, habe ich solche Auftritte erlebt und ich heute kann ich dir sagen, ich bin so unglaublich stolz auf diesen alten Vater.
00:15:19: Ich kann es fast gar nicht beschreiben, so stolz bin ich.
00:15:22: Weil ich ja heute wissen wir, mindestens, mindestens, ninety-fünf Prozent, wenn nicht mehr, der Deutschen.
00:15:35: Nicht alle gleich euphorisch, das sei schon vorweg dazu.
00:15:40: Nicht alle gleich euphorisch, aber im Grunde alle im Geiste der Nationalsozialisten sind diesem Hitler gefolgt.
00:15:54: zwölf Jahre lang.
00:15:56: Genau, deswegen ist mir das so wichtig, dass wir jetzt gerade im ersten Teil des Podcasts noch darüber reden, weil wir wollen es natürlich irgendwie chronologisch aufwickeln.
00:16:02: Und ich habe das Gefühl, dass extrem viele Leute da so die Augen vor, verschließen vor der Geschichte der eigenen Familie und alle waren ja im Widerstand, sagen.
00:16:09: So, ich sehe immer so.
00:16:10: Am Ende waren alle im Widerstand.
00:16:11: Ja, wenn alle im Widerstand waren, hätte das alles gar nicht erst passieren gehabt.
00:16:14: Deswegen vielen, vielen Dank dir für deine Ehrlichkeit.
00:16:16: Vielen Dank dir für deine Offenheit.
00:16:18: Lass uns einmal, das würde mich nämlich interessieren, wenn wir gerade in deiner Kindheit sind.
00:16:21: Bei vielen Menschen, die am Ende im Showbusiness landen, ist es ja so, dass man das auch schon in der Kindheit ein bisschen rausspürt bei den Kindern.
00:16:29: Bei meinen Eltern und Großeltern haben zum Beispiel immer gesagt, der ist ein Radio ohne Ausknopf.
00:16:35: War das bei dir auch so oder war das was du eher bei dieser anderen Hälfte von denen, bei denen sich das erst viel später entwickelt hat, dieser Drang zu reden und Leute zu entertainen?
00:16:45: Also ich sage dir, absolut später.
00:16:49: Ich war ja dann ... ziemlich glücklich, dass mein Vater es erlaubt hat, dass ich ein Gymnasium besuchen durfte.
00:17:01: Normalerweise gehen ja Kinder auch schon eher auf ein Gymnasium.
00:17:08: Das war völlig ausgeschlossen bei mir, sondern es gab dann, Gott sei Dank, man nannte es Aufbau-Gymnasium für später entwickelte Kinder.
00:17:20: Das war meine Rettung.
00:17:22: So.
00:17:23: Und dann kamen die Sonntag mit das.
00:17:26: Es gab bei uns immer einmal nur Fleisch in der Woche.
00:17:29: Immer im Wechsel.
00:17:31: Bratenkortlet, Bratenkortlet.
00:17:34: Und mittendrin, sagt meine Mutter plötziger Stefan.
00:17:39: Was soll denn jetzt werden mit dem Jungen?
00:17:41: Die Schule endet doch jetzt, die Volksschule.
00:17:44: Ja, da soll oben ein Püt gehen.
00:17:46: Und ich sage dir, bis heute weiß ich nicht, Ich habe vor meinem Platz laut aufgeschrien.
00:17:55: Ich will nicht auf den Püt.
00:17:59: Ich kann dir selbst heute nicht ein Argument sagen, warum ich das nicht wollte.
00:18:07: Ich wollte nicht auf den Püt.
00:18:10: Und dann kam der Moment, geahnte mittendrin beim Messen, legte Messer und Gabel hin.
00:18:22: Und mit hoch erhobenen Zeigefinger sagte er zu meiner Schwester, wenn er da auch gar nicht will, dann fahr da hin in die Stadt und melde ihn an beim Gymnasium.
00:18:35: Da musst du eine Prüfung machen.
00:18:37: Die besteht ja sowieso nicht.
00:18:40: Musst dir vorstellen, die Dähnungslinien zwischen den Schichten ging durch die Köpfe dieser Menschen.
00:18:53: Es kommt der sich, mein Vater, wie viele andere Väter von der Leusbergstraße, die auch alle Söhne hatten, die nicht weniger intelligent waren als ich, konnten sich nicht vorstellen, dass einer aus diesem Milieu in der Stadt auf eine höhere Schule gehen konnten.
00:19:16: In der Stadt, da wohnten die Kaufleute, die Beamten.
00:19:22: Die Ärzte, die Doktoren und so weiter, das war eine ganz andere Klientel.
00:19:29: Recklinghausen Süd war sechs Kilometer entfernt.
00:19:33: Vier Zechen gab es da vier Zechen.
00:19:37: Jetzt ist es ja dieses Alter, in dem man so seine Interessen und deine Faszinationen für sich findet.
00:19:43: Und die meisten, die später beruflich... ...reportieren oder kommentieren, die finden ja da schon diese Leidenschaft zum Fußball oder was dann auch immer die Sportart ist.
00:19:52: Bei dir war das ja überhaupt nicht noch so, ne?
00:19:54: Also du hast das Wunder von Bern, da warst du dann... ...sechzehn?
00:19:58: Liste!
00:19:59: So, ne?
00:20:01: Also erstmal, wie hast du das miterlebt und ich habe den Eindruck von meinen Recherchen davor, das hat dich überhaupt nicht interessiert.
00:20:06: Null!
00:20:08: Ich sage dir, heute noch... ...Football ging mir komplett am Arsch vor!
00:20:14: Ja, also, wie gesagt, wir wohnten da, unten war eine Kneipe und der Gastwirt, der Rüdink, der hatte ein kleines Gesellschaftshimmer, der machte das genauso wie Sönke, wort man es da nachgestellt hat in dem Filmfilm, Das Wunder von Bern.
00:20:34: Ein Tisch, eine Kommode, der Fernseher.
00:20:38: Der Wirt war der Einzige, der einen Fernseher hatte zu der Zeit.
00:20:42: Der nahm Puff dich, wenn ich eintritt.
00:20:45: Uns geschaffen.
00:20:46: Wir waren so vier, fünf Jungs.
00:20:49: In dem Alter sechzehn.
00:20:52: Wir sind über Zäune und Bänke gesprungen.
00:20:57: Wir hatten Freiheiten.
00:20:59: Wir gotten uns ausdoben und ab und zu.
00:21:02: Ab und zu.
00:21:04: Wir hatten wir mal Tor.
00:21:06: Aber für wen?
00:21:08: Um durchwähnen?
00:21:10: Wie gesagt, am Arsch vorbei.
00:21:13: Was war es denn dann?
00:21:13: Also irgendwas musste ich auf Faszinat haben.
00:21:15: Es muss nicht der Sport gewesen sein.
00:21:17: Aber was hat dich mit so fünfzehn, sechzehn so richtig gepackt, dass du da irgendwie einen Feuer für entfacht hast?
00:21:23: Der Krieg war vorbei.
00:21:25: Es waren noch einigermaßen gut erhaltene Straßen da.
00:21:30: Da wurde Fußball gespielt.
00:21:33: Nicht Fußball gespielt.
00:21:34: Es wurde gepölt.
00:21:37: Ja sicher.
00:21:39: Es wurde gepölt.
00:21:41: Wer hatte denn einen Fußball?
00:21:43: Kein Mensch.
00:21:44: Es wurden Lumpen zusammengeknotet.
00:21:48: Vielleicht außenrum eine etwas derbere
00:21:52: Stoffhülle.
00:21:54: Ja, so.
00:21:56: Und dann hatten wir, kann ich mich noch entsinnen, wir hatten zwei Jungs.
00:22:03: Das waren die Protagonisten.
00:22:04: Der eine ist Limbach und der andere Navrat.
00:22:07: Die konnten mit diesen Lumpenbälls ein bisschen was mehr anfangen als die anderen.
00:22:13: Und dann wurde gewählt, genau wie mit Dode Wortmann.
00:22:18: Ein Fuß voneinander, ich nehm den Kalle, dann nehm ich den Money.
00:22:23: Und einer blieb immer übrig, das war ein...
00:22:27: Da haben wir schon mal eine große Glamm einsam können.
00:22:29: Ich war ein typisch guter Läufer, ich hatte nur das Problem, der Ball, der wollte ihm den lieben.
00:22:35: Der wollte im Genief holen.
00:22:37: Deshalb wurde ich auch nie gewählt.
00:22:39: Ich musste immer am Ende hinter einem der Tore stehen.
00:22:43: Tobe waren ja Schultonisten.
00:22:46: Die wurden mal auf die Straße gelegt, verstehst du?
00:22:49: Und Bälle, die vorbeigeflogen waren, die musste ich dann wiederholen.
00:22:55: Aber sehr schnell, denn das Spiel musste ja weitergehen.
00:23:00: Jetzt kannst du dir vorstellen, wie sollte bei so einer Sozialisation Irgendwo eine Vorliebe für Fußball-Sport entstehen.
00:23:10: Nee, das war nicht möglich.
00:23:12: Warst du ein guter Schüler?
00:23:15: Also das kann ich schon sagen.
00:23:17: Jetzt gehörst du ja genau zu dieser Generation, die ihre viele Gedichte wirklich noch auswendig können musste.
00:23:23: Ich weiß, bei ganz, ganz vielen bleiben so ein paar Ferse manchmal noch hängen.
00:23:27: Gibt's so was bei dir?
00:23:28: Irgend ein Gedicht, irgendwelche Ferse, die dir so in die großhirn Rinde reingestampft wurden, dass du bis heute noch dir zitieren kannst?
00:23:38: Ich kann dir ein Gedicht zitieren.
00:23:43: Wenn es das ist, vielleicht ist es auch nur ein Bekenntnis.
00:23:46: Aber das ist nicht von damals.
00:23:49: Ich ging in die Welten.
00:23:51: Ich stieg in die Sonnen.
00:23:54: Ich flog auf den Milchstraßen durch Gewüsten des Himmels.
00:23:59: Aber da war kein Gott.
00:24:04: Ich dig ihn ab, so weit wie das Sein noch schatten wirft.
00:24:09: Und ich hörte nur den ewigen Sturm, Gedicht eines philosophischen Atheisten.
00:24:19: Ihr müsst euch jetzt vorstellen, nach diesem Rezitat von dir gerade, wir sitzen so einen halben Meter zirka auseinander, für die, die jetzt gerade nicht per Video mit zuschauen.
00:24:27: Ich bin wie so eine Comic Figur gerade noch, die Haare da hinten gefühlt hat gerade noch.
00:24:32: Es war sehr eindrücklich, vielen Dank dir dafür.
00:24:36: Und es zeigt vor allem, was dir danach den Weg noch geebnet hat und dass du genau richtig dort gelandet bist, wo du am Ende gelandet bist.
00:24:43: Bis dahin hat es aber noch eine ganze, ganze Weile gedauert.
00:24:45: Du bist ja dann nach dem Gymnasium auch studieren gegangen.
00:24:49: Das, was du auch schon angesprochen hattest, nineteenundundsechzig, dieses ganz einschneidende Erlebnis.
00:24:53: Man verliert beide Eltern innerhalb von fünf Wochen.
00:24:55: Das kann sich keiner von uns hier vorstellen.
00:24:58: Wie kann man denn, vielleicht kannst du uns da irgendwie was mitgeben für unseren Alter, wenn so etwas passiert, zwei Chirpsbotschaften, die so nah aneinander sind.
00:25:07: Wie kann man da weitermachen?
00:25:08: Wie kann man den großen Sinn des Lebens, den du vorhin schon angesprochen hast?
00:25:12: Wie findet man den wieder?
00:25:13: Ja, es hat eine weile Gedauert.
00:25:16: Das kann ich dir sagen.
00:25:18: Also... Mein Vater starb ab vierten März, einundsechzig, und fünf Wochen später meiner Mutter.
00:25:26: Ich kann dir noch sagen, ich stehe an der Gruft meiner Mutter.
00:25:33: Ich war wie paralysiert.
00:25:35: Ich konnte nicht weinen.
00:25:38: Und wenn ich ab und zu den Blick hob, eine Reihe höher, vielleicht zehn, fünfzehn Meter nach links, sah ich noch die letzten Kranzreste.
00:25:51: von der Beerdigung meines Vaters.
00:25:54: Und ich wusste, ich spürte es.
00:25:57: Von jetzt an wird sich alles ändern.
00:26:03: Ich musste ja überleben.
00:26:05: Es war ja nichts zu erben im Haushalt, im Bergmannshaushalt der Familie Hansch.
00:26:11: Da war ja nichts.
00:26:13: So.
00:26:14: Und das war dann ein Prozess, der ging dann ... Ja, drei, vier Jahre.
00:26:20: Ich kann dir sagen, natürlich saß ich dann manchmal latig auf dem Bett und hab an die Decke geschaut und gedacht, verdammte Scheiße, wie soll das alles weitergehen?
00:26:32: Und dann hab ich aber doch noch mal wieder Anschluss gefunden.
00:26:36: Ich wurde dann Sprecher zum ersten Mal, vielleicht, da wurde ich dann mal so ein bisschen auf diese Schiene.
00:26:45: gelockt oder gezogen ehemaliger Studium, also auf der auf der höheren Schule.
00:26:52: Der war Geschäftsführer geworden bei der Trabrembranien Recklinghausen und der sprach mich an und sagte dann ja also ich will hier mal was aufbauen, eine Presseabteilung, das wäre doch was für dich.
00:27:07: und so weiter.
00:27:07: und dann fing ich da an und habe dann sozusagen erst mal geschrieben.
00:27:14: Und dann, wie das Leben so spielt, irgendwann eines Tages war der etarmäßige Rentkommentator, der kriegte meine Grippe, man konnte ja nicht reden, und dann kam der Geschäftsführer und hat, ja, was machen wir denn jetzt?
00:27:31: Und dann sagt er zu mir, meinst du, dass du das auch kannst?
00:27:34: Ja, weiß ich nicht, ja, müssen wir mal versuchen.
00:27:36: Und so fing alles an.
00:27:39: Und nach sehr kurzer Zeit war ich auf den vier westdeutschen Trabrennbahnen, damals eine große Zeit des Trabrennsportes.
00:27:47: Da war fast jeden Abend ihren Forennen, also Recklinghausen, Gelsenkirchen, Dienstlaken, Mönchengladbach, immer turnismäßig rum.
00:27:56: Ich verdiente gut.
00:27:57: Wer macht sich dann in dieser Zeit schon Endzeit-Gedanken?
00:28:04: Seine Stehende.
00:28:05: Aber das macht so geil keine.
00:28:06: Das ist so großartig, weil ... Es gibt wirklich kaum eine Stimme in Deutschland, die ich und die Allermeisten wahrscheinlich so sind, mit Fußball eigentlich verbinden wie deine.
00:28:13: Und trotzdem liegen ja deine Anfänge eben beim Trabrennensport.
00:28:16: Du hast dann aber, da kam dann eben doch dieser Schritt zum Fußball und zwar auf Schalke.
00:28:23: Und das zu einhundert Prozent unfreiwillig, würde ich sagen, oder?
00:28:27: Absolut.
00:28:28: Absolut, sagte ich.
00:28:30: Ich kann es ja gar nicht vergessen.
00:28:32: Das war am vierundzwanzigsten Februar, dreiundsiebzig.
00:28:36: Stimmt, ne?
00:28:38: Also ich war, wie gesagt, in meiner Funktion als Sprecher auf den Tatbrembaren ganz zufrieden.
00:28:47: Mittlerweile konnte ich auch schreiben, ich hier in der WHOZ.
00:28:51: ab und zu konnte ich mal über größere Rennen etwas schreiben.
00:28:56: Das gelüchte mir.
00:28:58: Ich war zufrieden.
00:29:01: Und dann kam dieser Tag und der Geschäftsführer in Gelsenkirchen Hans Schneider hieß der.
00:29:08: Also ein hundertprozentiger Fußballmensch, ne?
00:29:13: Passt gut.
00:29:14: Ja, und in dieser Funktion war er dann auch Sprecher beim FC Schalt.
00:29:19: genug hier und dann noch in der alten Glückaufkappbahn.
00:29:23: Ja, und dann plötzlich rief der mich an und sagt, du, pass auf, es ist was Schlimmes passiert.
00:29:33: Hier, wir haben heute Abendrennen.
00:29:35: Ist da ein Job?
00:29:36: Das weiß ich, aber... Darum musste ich heute gar nicht kümmern.
00:29:41: Es brennt hier auf der Tribüne.
00:29:43: Wir wissen gar nicht, ob wir veranstalten können.
00:29:46: Du musst heute ganz etwas anderes machen.
00:29:50: Ich stand da, dann sagt er ja, du musst mich bei Schalte vertreten.
00:29:55: Und dein erster Gedanke war?
00:29:57: Ich habe gesagt Hans, dann ist es unmöglich.
00:30:00: Da geht nicht.
00:30:02: Ich hatte noch nie ein Bundesligaspiel gesehen.
00:30:07: Red nicht, da kannst du.
00:30:09: Ganz bestimmt.
00:30:11: Er hatte schon eine Taxe bestellt und hat mich mit sanfter Gewalt auf die Hinterbank geschoben.
00:30:17: Und dann rief er noch hinterher.
00:30:18: und dann gehst du zu Oscar Siebert, der damalige Schalkepräsident.
00:30:23: Der wird dir alles erklären.
00:30:25: Und damit Volldampf von der Trabrembahn, das sind ja vielleicht nur zwei Kilometer Unterschied von der Rembahn, Stadtgrenze, Gelsenkirchen zu essen.
00:30:38: Kart an Berg und dann ging's ab.
00:30:41: Ich kann hier sagen, ich hatte weiche Knie und die Hose voller Angst.
00:30:46: Also du bist dann da angekommen, wo das mit der Taxi dort abgeliefert.
00:30:51: Und dann hat man dir ein Mikro in die Haare gedrückt und gesagt, wer da mach jetzt oder wie
00:30:54: liefert.
00:30:55: Also das war ja halb zwei.
00:30:59: Bundesliga hat damals auch schon um halb vier angekommen.
00:31:01: Genau, genau.
00:31:03: Noch reichlich zahlen.
00:31:06: Das letzte, was ich in den Kopf hatte.
00:31:08: Das war ja der Hinweis von Hans Schneider.
00:31:12: Dann gehst du zu Oscar Siebert.
00:31:14: Den hat die ich im ganzen Leben noch nie gesehen.
00:31:18: Ich wusste gar nicht, wie der aussieht.
00:31:19: Damals gab's auch kein Google, wo man das mal schon pritt konzentriert.
00:31:22: Dann hab ich mich über ein paar Ordner durchgefragt.
00:31:26: Ich sah, es waren schon eine Menge da, Menschen, aber alle noch auf dem Freigelände.
00:31:32: Bis einer von den Ordnern sagte, guck mal da hinten, da her mit dem blauen Jackett.
00:31:37: Da ist Herr Siebert.
00:31:38: Der stand in einer Gruppe von Menschen und diskutierte reichlich.
00:31:45: Ja, dann hab ich meinen ganzen Mut zusammengenommen.
00:31:48: Ich bin von hinten an ihn ran.
00:31:50: Ganz schüchternd hab ihn an den Schultern gezubt und hab gesagt, also, Herr Siebert, entschuldigen Sie, ich muss Sie jetzt mal unterbrechen hier.
00:32:00: Der Schneider schickt mich hierher.
00:32:02: Der kann heute nicht kommen, weil es auf der Rennbahn brennt.
00:32:05: Der muss mit der Feuerwehr alles regeln.
00:32:07: Und ich soll ihn hier vertreten.
00:32:10: Aber ich muss Ihnen sagen, ich habe noch nie ein Bundesligaspiel gesehen.
00:32:15: Und der Schneider hat gesagt, Sie würden mir alles erklären.
00:32:18: Ja, da guckte der einmal an mir rauf und runter und sagte, Junge, Mann, ich habe doch ganz andere Sorgen im Kopf.
00:32:27: Gehen Sie mal da ins Marathon töchen und fragen Sie da, drehtet sich wieder um und diskutierte weiter.
00:32:36: dann bin ich tatsächlich in das kleine Marathon-Türchen.
00:32:42: Da sehe ich einen Mann, vielleicht ein Meter, zweiundsechzig groß.
00:32:47: Und in meiner Not habe ich den angesprochen, ich sage, entschuldigen Sie.
00:32:52: Ich muss Sie um Hilfe bitten.
00:32:54: Ich soll heute hier Stadion-Sprecher sein, aber ich war noch nie hier.
00:33:00: Wo geht er denn immerhin?
00:33:02: Oh, sagt wer.
00:33:04: Hoffentlich geht das gut.
00:33:06: Sie waren noch nie hier, nee.
00:33:09: Ja, sagt er zu mir auf einmal.
00:33:12: Ja, gucken Sie mal, da ist doch so eine Feuerleiter, die ist heute noch da.
00:33:17: Rostfrei gestrickt.
00:33:20: Da geht er immer hoch.
00:33:22: Ja, und da müssen Sie über die nächste Mauer mit dem Hüftschwung.
00:33:26: Das heißt also, es gab keine Sprecherkabine.
00:33:30: in der alten Glückaufgabe.
00:33:32: Das war ein ganz normaler Stuhl, also das mit der Feuerleiter und mit dem Hüftschwung Roggy Mauer.
00:33:40: Das war noch kein großes Problem für mich.
00:33:42: Und dann saß ich da.
00:33:44: Die anderen Menschen waren ja alle noch draußen auf dem Freigelände.
00:33:49: Alles noch frei.
00:33:51: Und ich komme da hin, dann sehe ich auf dem Stuhl, wo ich dann saß, ein zerknültes Metall-Mikrofon.
00:33:58: und aus den Lautsprechern plärte Musik.
00:34:03: So, und ich sitze da.
00:34:04: Was wird passiert?
00:34:07: Du kannst dir vorstellen, je mehr es auf Halb vier ging, kamen die Menschen von draußen alle auf ihre Plätze.
00:34:15: Wie
00:34:15: viele haben da damals reingepasst?
00:34:17: Dreißigtausend
00:34:18: vor.
00:34:20: Soll es gewesen sein?
00:34:21: Ja, natürlich.
00:34:22: Überall.
00:34:24: Da waren ja viele, also, ja, so.
00:34:27: Stehplätze, da standen ja die Leute noch bis hinterm Tor fast zu der Zeit.
00:34:33: Und plötzlich, vielleicht war das zwanzig nach drei, kam ein junger Hüpfer, die Feuerleiter hoch, der hatte einen Zettel in der Hand, der suchte jetzt den Stadionsprecher, ja, den fand er nicht.
00:34:47: Ja, wer macht das denn heute?
00:34:48: Ja, ich.
00:34:50: Und dann sah ich es.
00:34:52: Schriftig.
00:34:54: Sepp Meyer.
00:34:56: Georg Schwarzenbeck.
00:34:59: Nicht Mensch, nicht Kier, die Nummer vier.
00:35:04: Uli Hoeneß.
00:35:06: Das
00:35:06: ist so irre.
00:35:08: Franz Beckenbauer, der mir am Arsch vorbeigegelt.
00:35:12: Den Namen hatte ich mal gelesen.
00:35:15: Kennt man, wenn man Glück hat, ja.
00:35:17: Aber ansonsten für mich bedeutungslos.
00:35:21: Paul Breitner.
00:35:23: Das ist so irre.
00:35:24: Und der Bomber, der So ist es.
00:35:32: Diese bayerischen Hiron spielten am vierundzwanzigsten Februar, dreiundsiebzig, gegen eine Schalker, ja, amateur Jugendmannschaft, muss man ja heute sagen, weil die anderen ja alle gesperrt waren.
00:35:50: So, so ist es.
00:35:51: Und natürlich haben alle Fachleute gedacht, diese großen Bayern, die werden jetzt über diese Schalker Mannschaft.
00:35:58: Die haben
00:35:59: aber guten Widerstand geleistet.
00:36:01: Ja, es war nicht so schlimm.
00:36:04: Ich glaube, es war so ... ... zweieinfifftigste Genfahrt in der zweiten Halbzeit.
00:36:09: Ich machte Uli Hönes das Eins zu Null für die Bayern.
00:36:14: So.
00:36:16: Und dann ist ein Wunder passiert.
00:36:18: Jetzt kann man auch einen Ausgleich, oder?
00:36:20: Für mich war das ein Wunder, sag ich dir.
00:36:22: Wie ein Wegweiser in ein ganz neues Leben.
00:36:27: Eins zu Eins.
00:36:28: So stand es am Stuss.
00:36:30: Also große Euphorie bei den Schalke-Fans.
00:36:32: Wie war dem das Feedback für dich da nach deinem Debüt auf Schalke?
00:36:38: Ohne geht der Emotion.
00:36:40: Ich habe dann noch eine ganze Weile da gesessen, bis ich das Gefühl hatte, die Tribüne lehrt sich jetzt.
00:36:48: Und dann habe ich die Leute wieder angesprochen.
00:36:50: Wie schon am Anfang.
00:36:54: Meine sehr verehrten Damen und Herren.
00:36:58: Das hat da auf Schalke noch nie einer gesagt.
00:37:02: Meine sehr verehrten Damen und Herren, der FC Schalke bedankt sich bei Ihnen für den heutigen Besuch.
00:37:09: Wünsche Ihnen jetzt noch einen angenehmen Heimweg und ein erholsames Wochenende.
00:37:15: Und dann bis zum nächsten Mal.
00:37:17: Aber ohne mich!
00:37:19: Ohne mich!
00:37:21: Sie wollten nicht dann aber trotzdem nicht hergeben danach, ne?
00:37:24: Also irgendwie muss es gefunkt haben bei euch.
00:37:26: Ich
00:37:26: bin dann auf demselben Weg über die Feuerleiter wieder runter in das kleine Marathon töten.
00:37:33: und genau in dem Moment kommt Oscar Siebert aus der Schalkerspielerkabine.
00:37:39: Du kannst dir vorstellen.
00:37:41: Ein Punkt gegen den Abstieg gegen diese großen Bayern.
00:37:47: Der war hoch euphorisiert und ich bin heute noch ziemlich sicher.
00:37:52: Der hat mich als Glücksboden identifiziert.
00:38:00: Der Glücksbringer wär
00:38:01: ne Handschuhe.
00:38:01: Der war schon drei vier Meter an mir vorbei.
00:38:06: Plötzlich bleibt der Stehen, dreht sich oben auf dem Absatz und sagt, sagen Sie mal, haben Sie nicht heute hier, ja?
00:38:15: Oh, das haben Sie aber nicht gemacht.
00:38:20: Wollen Sie das nicht immer machen?
00:38:21: Ist ja rasiver, ausgeschlossen.
00:38:24: Sie haben hier den Schneider, nein, nein, kommt für mich nicht in Frage.
00:38:28: Der Schneider sagt ja, der kann ja eigentlich gar nicht richtig sprechen, der war nicht bloß so ein Schalke-Fan.
00:38:35: Der kriegt vor mir jetzt eine Jahreskarte, dann ist er immer dabei und sie machen das, nee.
00:38:41: Und dann hat er etwas gesagt, da kannst du nicht mehr widersprechen, da hast du kein Argument mehr.
00:38:49: Ich stand mit dem Rücken an der Wand.
00:38:52: Doch, sagt er, sie machen das, sie
00:38:55: kriegen auch.
00:38:56: Honorar!
00:38:58: Ah, okay.
00:38:59: Stehe dir mal vor, ich bin heute noch ziemlich sicher, die Kollegen in den anderen siebzehnten Stadien, die hätten das, die hätten noch Geld mitgebracht.
00:39:09: Nur dafür, dass sie da hätten quasseln dürfen.
00:39:12: Aber
00:39:13: die waren eben nicht so ein Glücksbringer wie du vielleicht.
00:39:15: So
00:39:15: ist es.
00:39:16: Und so kam ich zu Schalke und so kam ich zum Fußball.
00:39:22: Und ich war fünfund dreißig Jahre alt.
00:39:25: Und warum bist du geblieben?
00:39:27: Also erstmal das Geld, das Honorab.
00:39:29: Aber irgendwann muss man sich ja dann auch verlieben, weil sonst macht man es nur noch fürs Geld oder macht es irgendwann keinen Spaß.
00:39:34: Ja,
00:39:34: es war dann so, wir saßen in den großen Stadiot, schöne große Sprecher, Kabine, elektronische Anzeigentafel, das machte ja Spaß dann.
00:39:47: Also dann kam schon so ein bisschen was, aber... Nicht unbedingt jetzt, so zu sagen, regelrecht fußballspezifisch, sondern dieses Reden dann und die Bedienung mit der Anzeigentafel.
00:40:06: Ja, das hatte schon eine gewisse Befriedigung, das muss ich sagen, aber der Fußball hat mit...
00:40:13: Ich ginge immer noch an Arsch vorbei.
00:40:15: Ich will ja jetzt ganz ehrlich versagen, ob er mit jemals... Wirklich im Innersten erreicht hat.
00:40:25: Ich weiß es nicht.
00:40:27: Und wenn, dann ist das jetzt schon sehr, sehr lange vorbei.
00:40:32: Denn ich habe heute ein ganz anderes Problem mit dem großen Fußball.
00:40:38: Über
00:40:38: das sprechen wir auch gleich noch.
00:40:40: Ich würde mal interessieren, also du hast ja den Debüt auf Schalke gegeben.
00:40:44: Hat dieser Verein aber auch später oder heute auch noch eine Bedeutung für dich?
00:40:51: Er hat noch eine gewisse Bedeutung, ja, weil du ja immer wieder gefragt bist.
00:40:58: Du musst ja dann sagen, ich war Sprecher und nach fünf Jahren kam ja der große Sportchef des Festdeutschen Rundfunkskurt Brummel bei einem Ausflug seiner Sportredaktion auf die Tabrennbaden.
00:41:15: Der hörte mich da sprechen und dann sagt er, hören Sie mal.
00:41:21: Sie haben eine fantastische Stimme.
00:41:24: Ich gebe Ihnen mal meine Visitenkarte.
00:41:26: Sie sollten sich bei mir bewerben.
00:41:28: Ich kann sie gebrauchen.
00:41:29: Passiert
00:41:29: nicht alle Tage.
00:41:30: Und diese Visitenkarte, sage ich dir, habe ich jeden Tag, vierzehn Tage lang, immer wieder in die Hand genommen.
00:41:38: Rundfunk.
00:41:40: Das ist ja etwas Himmliches.
00:41:44: Das schaffst du nicht.
00:41:46: Verstehst du?
00:41:47: Aber nach vierzehn Tagen.
00:41:49: War meine Neugier größer als meine Angst, dann habe ich den Brumme geschrieben.
00:41:56: Und drei Wochen später war ich zum ersten Mal in einer Sendung des Westdeutschen Rundfunks.
00:42:03: Was dann passierte, sage ich dir wieder, für mein Leben so typisch.
00:42:09: Der nächste Bruch?
00:42:10: Ja, kann man so sagen.
00:42:13: Bräusen Münster gegen Bayer Nullvier Leberkuh.
00:42:20: Das Jahr, in dem Leverkusen in die erste Bundesliga aufgestiegen ist.
00:42:25: So, da saß ich im bräuchten Stadion zum Münster.
00:42:29: Und Brumme ging natürlich dann erst mal durch die erste Liga.
00:42:32: Herr Robert Fassbender, Armin Haufe, Manni Bräugmann, das waren so die Statten.
00:42:39: Und dann sagte er am Ende so, und jetzt gehen wir mal runter in die zweite.
00:42:45: Und wenn die Leverkusen aufsteigen wollen, dann müssen sie eigentlich und ich sag dir heute noch.
00:42:51: Und ich jetzt darüber spreche.
00:42:54: Je mehr er sprach, wurde bei mir hier alles ganz hart.
00:42:59: Verstehst du?
00:43:00: Weil ich ja wusste, wenn er jetzt aufhört, muss ich anfangen.
00:43:04: Aber wie fang ich denn ab?
00:43:06: Und was du dann brauchst?
00:43:08: Das sind doch einfache Spielzüge.
00:43:10: Oh, ein herrlicher Abschlag auf direkter Außenbahn.
00:43:15: Oh, toll!
00:43:17: Den Ball angenommen mit der Brust und gleich runtergeleitet in den Lauf.
00:43:21: Und jetzt müsste sie doch kommen, die Flanke von der rechten Außenseite.
00:43:26: Denn in der Mitte ist schon der Mittelstürmer hochgestiegen zum Top-Ball.
00:43:31: So etwas brauchst du doch.
00:43:33: Nichts davon habe ich gesehen.
00:43:35: Ja?
00:43:36: Spieler gingen sich an die Wäsche.
00:43:40: Es fiel kein Tor.
00:43:43: Aber am Ende waren es vier Rote Karten.
00:43:47: Und das hatte es bis dahin erst einmal im deutschen Fußball gegeben in Kaiserslautern.
00:43:55: Vier Rote Karten.
00:43:56: Ich sage dir, ich war durchgespritzt, von hier oben bis in die Zehen runter gelaufen.
00:44:04: Der Toningenieur sagt, Hansche, was ist denn mit ihnen?
00:44:07: Ich sag, sprechen sie mir gar nicht an.
00:44:08: Ich muss sofort nach Hause in die Pfanne.
00:44:11: Wir sehen uns sowieso nicht mehr.
00:44:15: Ich habe mich geschlafen an dem Wochenende, verstehe es gut.
00:44:18: Es gab aber, zumindest gibt es hier schriftlich noch Überlieffheit, unglaublich gute Reaktionen auf dich da, weil du so anders warst in der Art und Weise, wie du kommentiert hast.
00:44:27: Da habe ich mich gefragt.
00:44:29: War das vielleicht genau dieser ungrade Weg, den du gegangen bist, dass du erst mit fünfunddreißig Jahren dazu gekommen bist, dass du so eine andere Biografie hast als jetzt mal ganz gemein gesagt in Anführungszeichen der Nullachtfünfzehnt-Sportreporter, der also diese ganz klassische Medienschule damals durchlaufen ist?
00:44:43: Glaubst du, dass es gerade das war, was dir diesen Spin gegeben hat, diesen Fuss, dass du einfach anders warst als die anderen?
00:44:49: Also am Ende war das schon eine bestimmte Inspiration, denn ich wusste ja, Als ich angefangen hatte, war der Fußball.
00:45:01: Und mit ihm natürlich auf die Fußballsprache längst schon erfunden.
00:45:08: Alles im Archiv.
00:45:10: Und ich sag dir heute noch, irgendwann macht das auch mal einer.
00:45:14: Du kannst ein Fußballspiel aus dem Archiv kommentieren.
00:45:20: Alles, was es gibt in einem Fußballspiel, ist schon ... im Blei gegossen und liegt im Archiv.
00:45:29: Das ist so.
00:45:30: Und es sind vielleicht zwei, drei Dinge, wo ich dann merkte, wenn du überhaupt auf diesem Lebensweg dir ein bisschen Anerkennung verschaffen willst, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten.
00:45:50: Das erste ist meine Stimme bis heute.
00:45:57: Und das zweite ist die Sprache.
00:46:01: Und die hast du geprägt und kaum ein anderer.
00:46:03: Wenn ich dann mal an deine Bord Neuschöpfungen denke, und zwar auch noch fernab von Schnullibulliser, ich habe es mal mit aufgeregt, ein Schuss kraftvoll wie ein Flower-Darmenbind.
00:46:12: Großartig.
00:46:13: Nicht jeder Knallfrosch ist gleich eine Rakete.
00:46:16: Das sind Sachen, die haben dich absolut einzigartig gemacht.
00:46:20: Und wenn ich jetzt heute daran denke, wenn ich... Fußball Podcast höre oder wenn ich mir Fußballsendungen anschaue, dann gibt es eigentlich keine, in der du nicht mit größter Hochachtung parodiert wirst.
00:46:31: Kennst du diese Parodien?
00:46:33: Nein, kennst
00:46:35: du den?
00:46:35: Ist das was, was ich, wenn ich dir das jetzt erzähle, also wirklich, der Werner Hansch, der ist mir immer so im Ohr mit dabei, wenn ich die anderen Podcasts höre, das ist ja eigentlich, glaube ich, eines der größten Komplimente, oder?
00:46:48: Weil es doch eigentlich nur dafür spricht, dass du so eine Einzigartigkeit hast, dass man die nachmachen muss.
00:46:55: Es ist in der Tat so, kann dir sagen, ich werde heute hauptsächlich noch... an meiner Stimme erkannt.
00:47:04: Ich habe ja ganz selten mal vor der Kamera gestanden.
00:47:08: Ganz bewusst nicht.
00:47:10: Er hätte ja auch mal machen können.
00:47:12: Später bei Ran, seit eins und so weiter.
00:47:15: Aber nein, ich war der Mann hinter der Kamera.
00:47:20: Und die Stimme ist es.
00:47:23: Ich bin heute immer noch bei vielen Menschen im Ohr.
00:47:26: Ich bin häufig zum Beispiel im Fußballmuseum in Dortmund.
00:47:30: Das ist für mich wie ein zweites Wohnzimmer.
00:47:33: Und gut, die ganz Jungen, die ich da treffe, die können mit mir nichts mehr anfangen.
00:47:38: Aber dann sind dann so Menschen jenseits vom Fünfzig.
00:47:42: Da kommt schon immer wieder einer, der sagt, sagen Sie mal, Sie sind doch.
00:47:46: Sie sind's doch, ne?
00:47:47: Sie sind ja doch der Handschuh.
00:47:48: Das ist schon, ja, in der Tat.
00:47:50: Also dann ändern wir das hier.
00:47:51: Ich meine, ich bin, ich bin sechsundzwanzig Jahre alt und ich kann was mit dir anfangen.
00:47:54: Ich glaube, ganz viele in meinem Alter und auch noch unter der Fünfzig können auch sehr, sehr viel mit dir anfangen.
00:47:58: Wir machen jetzt mal einen kleinen Bruch, denn wir haben jetzt sehr viel über dich, deine Kindheit, deine Jugend, deine Anfänge gelernt.
00:48:05: Diese Stimme, dieses ihre Talent, das du in dir hast, das hat dich über die Jahrzehnte weitergetragen.
00:48:11: Und wir springen jetzt einmal aus dem Jahr, ich glaube, wir waren jetzt Ende der der Siebziger, dein Anfang, dein Anfang beim BDR, ins Jahr zwei Tausend drei, müsste das gewesen sein.
00:48:22: Das war die Kirchpleite und für dich, wie aus dem Nichts kommen, kommt auf einmal die Rente.
00:48:30: Was hat dieses Jahr für dich bedeutet?
00:48:31: Vor allem, wenn man die Geschichte von hinten erzählt, dann muss es ja einen sehr Ausschlag geben, das gewesen sein.
00:48:37: Ja,
00:48:37: das war in der Tat so wieder ein ganz dramatischer Lebensbruch für mich.
00:48:44: Ich weiß noch ganz genau, wir hatten eine große Sitzung in München, im größten Saal, den der Sender Sat.Eins damals hatte.
00:48:53: Und vorher gingen ja schon Gerüchte unter den Kollegen.
00:48:58: Hast du schon gehört?
00:48:59: Kirchselbneite sein.
00:49:01: Ja, man hatte es gehört.
00:49:03: Aber jetzt war es soweit.
00:49:05: Es saß auf dem Podium, unser Programmdirektor damals Michael Leon, großartiger Mann.
00:49:11: Der hatte jetzt die Aufgabe unseren Kollegen Also auch mir zu erklären, dass es nicht mehr ein Gerücht war, sondern ein Tatsache.
00:49:19: Dann guckte er über die Köpfe weg und sah mich.
00:49:22: Und dann sagte er plötzlich, ja du, du hast ja Glück.
00:49:31: Er sagte, du gehst doch in Pension.
00:49:34: Am ersten, nächsten Monat.
00:49:38: Hattest du nicht auf dem Schirm?
00:49:40: Ich sag dir, ich hab mich lächerlich gemacht bei all den Kollegen.
00:49:47: Ich habe den widersprochen öffentlich.
00:49:51: Ich wollte das nicht glauben, verstehst du?
00:49:54: Sollte das, was ich in zunehmender Zeit auch mit zunehmender Olforie betrieben habe, Menschen über ein Medium das zu erklären, was auf einem grünen Rechteck unten passiert ist, das sollte zu Ende sein, nur weil ich fünfundsechzig wurde, Das wollte ich nicht glauben.
00:50:20: Ich bin mit dem schnellsten Zug des Tages nach Hause gefahren und gleich in mein kleines Büro und am Dach.
00:50:29: Und in der letzten Schublade fand ich meinen angestellten Vertrag bei Sat.Eins.
00:50:36: Dann hatte ich geschriftlich.
00:50:38: Es ist so gewesen und es ist immer so, wenn man fünfundsechzig wird.
00:50:44: Enden solche Festanstellungsverträge.
00:50:48: Und da sind wir beim nächsten Bruch, der in dem Fall aber dein Leben noch mal ganz auf links gedreht hat.
00:50:55: Und es war mit dem Satz, der dann ein paar Monate später, glaube ich, kam.
00:51:00: Ach, das ist doch der von ran.
00:51:02: Der müsste aus einer Glücksspielbank, aus einer Spielothek irgendwie rausgekommen sein, aus einem Wettbüro.
00:51:07: Richtig, ja.
00:51:08: Du kannst dir vorstellen, ich war Chefreporter.
00:51:13: bei Rand schon gutes Gehalt gehabt.
00:51:17: Dazu kam immer noch neben Verdienste.
00:51:21: Also da wurde eine Firma Fünfzig, da wurde ein Chef mal Fünfundsiebzig.
00:51:25: Da wurde man engagiert.
00:51:27: Es gab immer tolle Honoraren.
00:51:30: Muss mal den Kollegen Kerner fragen.
00:51:32: Der kennt sich da ganz besonders gut aus.
00:51:35: Okay.
00:51:35: Willkommen in Salz.
00:51:36: Ja,
00:51:37: es wurde ordentlich verdient.
00:51:39: Und ich hatte ... ordentlich gefülltes Konto.
00:51:45: Ja.
00:51:46: Hab mir irgendwann dann selber ein Haus gekauft, von innen ganz toll ausgestattet, zwar alles da.
00:51:54: Ja, und dann spielt das Leben wieder Schicksal.
00:51:59: Also, ich hatte alles, aber genau das wurde mir zu verhängen ist.
00:52:06: Verstehst du, ich hatte auf einmal sehr viel Zeit.
00:52:11: Und sehr viel Geld.
00:52:14: Und diese Verbindung wurde für mich das Tor in die Sucht.
00:52:22: Und was dann passierte, das macht dann das Leben so.
00:52:27: Das sind dann kleine Zufälle.
00:52:30: Wie du gerade geschildert hast, ich kam dann mal an so einem Wettladen vorbei und es war Lärm und es war Rauch.
00:52:39: und ich denke, was ist denn da los?
00:52:42: Statt vorbeizugehend, guck ich da rein, halte meinen Kopf da rein, bis einer sagt, ach, da dicht dort der Fuzzi, davon ran, komm doch mal rein.
00:52:51: Riesenstimmung, wie gesagt, rauchgeschwängert und an den Wänden waren große Bildschirme.
00:52:59: Da sah ich plötzlich Pferde galoppieren über Gras und da trabten weg ja über Sandböden und so weiter.
00:53:08: Und irgendwann stieß mich einer an und sagte, oah, jetzt guck mal da auf diesen Schirm, da kommt jetzt gleich das vierte Rennen in Paris, Vincent.
00:53:18: Da halt Tod sichern Sieger, der kann gar nicht verlieren.
00:53:21: Jean-Marie Basier, da ist der beste Fahrer in Frankreich.
00:53:25: und den Wettik jetzt.
00:53:27: Und dann sagt er zu mir, wüsst du was mitmachen?
00:53:30: Und dann habe ich ganz unbewusst, hier hätten wir diese Arschdasche gepackt.
00:53:35: Und er wische einen Zwanziger.
00:53:37: Und sag so, mehr oder weniger, belanglos, ja mach mal für mich mit.
00:53:43: Dann ging der Wetten und ich diskutierte weiter, wahrscheinlich über Schalke.
00:53:48: Mit so ein paar Futsis, die da noch ein bisschen Fußball interessiert waren, ne?
00:53:53: Ja, und dann vergingen vielleicht vier, fünf Minuten, da schieß mich der Mann wieder an.
00:54:00: Er hat gesagt, muss aber mal hingucken.
00:54:03: Jetzt sind sie auf der Gegengaden.
00:54:06: Na echt, der Basier, jetzt musst du mal gleich gucken, der muss jetzt mal weg von innen, sonst läuft er sich fest.
00:54:12: Ja, da hast du gesehen, jetzt ist die Lücke da.
00:54:16: Das geht dann nach außen.
00:54:17: Oh, der geht ja noch voller Hände, der hat ja noch gar nichts gemacht.
00:54:22: Und dann kam der den Schlussbogen.
00:54:26: Und dann ging's in die Zielgarde, der brauchte keine Peitsche.
00:54:30: Der ging locker mit vollem Händen durchs Ziel und ich bekam für meine zwanzig Euro.
00:54:40: Ja, es war doch schön, ne?
00:54:42: Und ich bin dann sehr euphorisch.
00:54:46: Hier hat es noch Menschen gegeben, die haben mich erkannt.
00:54:51: Das hat mir geschmeichelt.
00:54:53: Stell dir mal vor.
00:54:54: Und ich hab noch etwas Geld gewonnen.
00:54:57: Besser geht's nicht.
00:54:58: So ist es.
00:54:59: Ich bin also wirklich mit einem wunderbaren Gefühl nach Hause gefahren.
00:55:05: Und
00:55:05: gab's dann diese klassische Stimme, von der viele sprechen, die dann einen immer weiter wieder hinlockt und ruft und sagt, Werner, komm, da ist doch noch was.
00:55:13: Da kannst du noch mehr holen.
00:55:15: Wie hat's zu dir gesprochen?
00:55:17: Ich sag dir, vierzehn Tage später, guck ich auf einem Bildschirm, da sah ich, Pferde laufen über grün im Gras, Punches down in Irland, da laufen sie über Hürden.
00:55:33: Und da ist doch dieser wunderbare Schimmel.
00:55:36: Oh, der geht aber höchig.
00:55:38: Der geht aber schön daher.
00:55:40: Den würde ich jetzt mal.
00:55:41: Da bin ich alleine zum Schalter.
00:55:44: Und hab fuffzig Euro auf sie gewettet.
00:55:47: Und dann sitzt du da ganz locker.
00:55:50: Und dann kommt sie in den Einlauf.
00:55:53: Jetzt vielleicht noch zwei
00:55:54: Sprünge.
00:55:55: Und der liegt immer noch vorne.
00:55:57: Hier haben meine Verzollen jetzt noch passieren.
00:56:00: Und dann kommt aber einer noch.
00:56:02: Einer kommt noch.
00:56:04: Der kommt immer näher.
00:56:06: Der kommt immer näher und dann kommt das Ziel.
00:56:10: Und dann hörst du den Lautsprecher.
00:56:13: In Pancestorn gibt es Zielfotoentscheid.
00:56:17: Da musst du länger warten.
00:56:19: Und auf einmal kommt der Richterspruch.
00:56:23: Mein Schimmel war geschlagen.
00:56:27: Um Schamhaares Bereite.
00:56:31: Zweiter.
00:56:33: Ja, so ein Unglück.
00:56:37: Aber so kannst du doch jetzt nicht nach Hause fahren.
00:56:40: Ich bin dann von dem Tag im Grunde jeden Tag immer wieder in diese Bude gefahren.
00:56:49: Du hast bitte korrigier mich falsch, ich falsch liege, eine dreiviertel Millionen Euro verzockt auf den Kopf gehauen.
00:56:56: Wann kam man so tief in dieser Sucht drinnen steckt?
00:57:00: Wann kam da der Punkt, an dem du gesagt hast, okay, Ich höre jetzt auf damit, weil du schießt ja doch nicht einfach nur eines morgens auf und denkst dir, na jetzt hab ich aber genug.
00:57:11: Nachdem alles weg ist, jetzt höre ich auf.
00:57:13: Wobei, dann kam das bei dir.
00:57:14: Nein,
00:57:15: du hörst nicht auf.
00:57:17: Es war alles weg.
00:57:20: Mein Geld war weg.
00:57:22: Mein Haus war weg.
00:57:24: Meine Lebensgefährtin war weg.
00:57:27: Und ich sage dir, ich saß mit dem Rücken an einer Wand und nicht viel hätte.
00:57:36: Gefehlt, vielleicht hat mir der entscheidende Mut dazu gefehlt und ich hätte mir etwas angeteilt.
00:57:44: Ich weiß heute, dass es etliche Gefälle gibt, die so geendet sind.
00:57:50: Ich hatte ja das große Glück, mein Agent, mit dem ich weit über zwanzig Jahre zusammen arbeitete, konnte mich vermitteln in ein TV-Format und ziehe mich am Anfang.
00:58:07: Kommt gleich die Frage.
00:58:09: Sag mir, weshalb bist du hier?
00:58:14: Sagt dir ein.
00:58:16: Moment, euch saß da Herausforderung für mich.
00:58:20: Was sag ich dem jetzt?
00:58:22: Du kannst ja nicht lange warten.
00:58:24: Erzähl ich dem jetzt eine Geschichte, wie ich sie schon etlichen Gläubigern erzählt hatte?
00:58:31: Oder hast du jetzt endlich die Kraft?
00:58:36: Die Hose runter zu lassen, bis auf die Sprunggelenke.
00:58:42: Ich wusste nicht, wo sie herkommen sollte, diese Kraft.
00:58:46: Du fühlst dich wie einer beim Stabhochsprung.
00:58:50: Weißt du, du stehst da hinten mit der Latte, vierzig-fünfzig Meter anlaufen.
00:58:55: Da musst du in den Kasten stecken und dich hochschrauben.
00:59:00: Fünf Meter zwanzig.
00:59:02: So hoch liegt die Latte der Scham.
00:59:07: Die Scham ist ein Hauptproblem bei dieser Krankheit.
00:59:12: Ich kenne heute auch viele.
00:59:14: Die wollen alle raus.
00:59:17: Aber die Scham, wir wissen doch alle, Spielsucht ist im ...
00:59:24: Stigmatisiert.
00:59:25: ... Katalog
00:59:26: der gesellschaftlichen Werte ganz unten.
00:59:31: Fast noch schlimmer wie Saufen.
00:59:34: Und deshalb ist es ja so schwierig.
00:59:36: Und deshalb versuchen ja ... Viele, auch ich, diese Krankheit, so lange unterm Teppich zu halten, wie es überhaupt nur geht.
00:59:48: Und dann kam dieser Moment, ich hatte diese Kraft auf einmal und ich wusste, wir hatten jeden Abend anderthalb Millionen Zuschauer.
00:59:58: Und ich konnte mir vorstellen, da sitzen jetzt ein Ehepaar, da sagt der Mann plötzlich, ja, Tag, war jetzt du das von denen gedacht?
01:00:09: Spielsüchtig war der, der hat Menschen angepumpt und hat mich zurückgezahlt.
01:00:16: Fui Deibel.
01:00:18: Ich sag dir, das muss ich aushalten.
01:00:22: Das muss ich aushalten bis heute.
01:00:25: Es war doch unterirdisch, was ich gemacht hatte.
01:00:29: Verstehst du?
01:00:30: Schlimmer geht's doch nicht.
01:00:32: Ich habe Menschen angelogen, Menschen betrogen.
01:00:37: Bis auf die unterste Stufe bin ich gefallen.
01:00:41: Und ich war am Ende, ich sagte mir, wie eine Fleischschule.
01:00:45: Alles, was mich mal ausgezeichnet hatte, an inneren Werten.
01:00:49: Das war doch weg von mir, alles weg.
01:00:52: Das war so schlimm, das war der schlimmste, was mich getroffen hatte.
01:00:57: Und am Ende war es dann aber tatsächlich so.
01:01:02: Ich bin ja doch ein Sieger geworden in diesem Format, stell dir das mal vor.
01:01:07: Und das war natürlich auch ganz, ganz entscheidend dann für ein neues Leben, weil ich mit dem Geld, was ich dann gewinnen konnte, wieder rauskam und viele Schlachlöcher, die ich aufgerissen hatte, konnte ich damit begradigen.
01:01:27: Aber du hättest das ja auch einfach dann dabei belassen können.
01:01:30: Ganz im Gegenteil, du hast da nochmal den Schritt gemacht und das finde ich wirklich gerade in deinem Alter wahnsinnig respektabel.
01:01:36: Du hättest einfach nur die Schlagblöcher ausbessern können.
01:01:40: Hast du nicht gemacht, sondern du hast noch was obendrauf gebaut.
01:01:42: Eben mit den Zockerhelden.
01:01:44: Erklär uns mal bitte ganz kurz, was ihr da macht.
01:01:46: Das ist eine wunderbare Einrichtung.
01:01:49: Zockerhelden.de Kannst du alles nachlesen im Internet, den wir vertreten.
01:01:57: Da gibt es Ratschläge.
01:02:00: Da können zum Beispiel auch spielsüchtige Anlaufstellen finden.
01:02:06: Selbsthilfegruppen sind ganz, ganz wichtig.
01:02:09: Das hat mir auch sehr geholfen damals.
01:02:12: Nicht nur die ärztliche Therapie, sondern zugleich auch Selbsthilfegruppen.
01:02:17: Warum?
01:02:17: Weil da entfällt das Problem mit der Scham.
01:02:22: Da sitzen alles Menschen mit dir, die haben alle Das gleiche Problem.
01:02:27: Sie sind alle auf unterschiedlichen Wegen dahin gekommen.
01:02:31: Aber Schämen muss sich keiner.
01:02:34: Das ist ganz entscheidend.
01:02:35: Das ist heute bei diesem zockerhelden Start-up meine Ebene.
01:02:43: Aber die juristische Ebene ist viel entscheidender.
01:02:46: Wir schaffen es mit dem Fachanwalt Mark Ellerburg.
01:02:52: Verlohene Wettgewinne.
01:02:55: zurück zu klagen, aus einer bestimmten Zeit, als diese Blutsauger in Deutschland unterwegs waren, aber keine gültige Lizenz hatten.
01:03:07: Von zwölf bis zum ersten Juli, zwanzig, einundzwanzig war diese Periode und da waren auch schon viele, viele, viele Menschen unterwegs und haben gezockt und gespielt.
01:03:22: Alles ohne gültige Lizenz.
01:03:25: Und diese Verluste können wir heute juristisch zurückklagen.
01:03:31: Das ist eine ganz gute Sache und das geht zehn Jahre rückwärts, kann man das machen.
01:03:39: Und die Zahl der Menschen, die davon betroffen sind, die alle noch Ansprüche haben, ist unendlich groß.
01:03:47: Ich kann nur jeden, jedem raten.
01:03:51: Macht euch kundig, geht ins Internet, schaut nach, bildet euch, ihr seid auf einem guten Weg.
01:03:59: Ich finde, das ist eine wunderbare Klammer, die wir jetzt zum Anfang schließen.
01:04:03: Denn die erste Frage war ja, was macht
01:04:06: ein
01:04:07: schönes, ein erfülltes Leben aus?
01:04:09: Und das war der Sinn.
01:04:12: Und vielleicht hast du ihn auf dem Weg mal verloren, aber du hast ihn wieder gefunden und das finde ich wunderschön.
01:04:17: Wir haben bei uns im Liebdeib eine letzte frage.
01:04:20: das ist immer die letzte frage und zu der würde ich jetzt kommen.
01:04:24: das ist die sogenannte alien frage.
01:04:26: pass auf
01:04:28: stelle vor es wird eine außerirdische auf der welt landen.
01:04:31: die haben keine ahnung wie der mensch funktioniert was sport ist was fußball ist.
01:04:36: aber die sehen wie menschen dieser runden kugel hinterher laufen andere flippen aus feiern das total oder gehen vielleicht soweit wie du und setzen ihr ganzes hab und gut darauf
01:04:50: Und
01:04:51: im Zweifel verlieren sie auch alles dabei.
01:04:52: Und sie verstehen überhaupt nicht, weshalb das Ganze irgendwie so.
01:04:56: Und dann kommen sie zu dir, weil du kennst dich offenbar einigermaßen aus.
01:04:59: Und vielleicht Werner, warum das Ganze mit dem Sport, mit dieser Euphorie drum herum?
01:05:04: Warum?
01:05:05: Was antwortest du ihnen?
01:05:09: Ja, das ist eine Frage.
01:05:12: Das ist eine Doktor-Prague.
01:05:14: Weil lieber, natürlich kann ich mich heute auch noch an einem tollen Fußballspiel.
01:05:21: Begeisternd, zeigt ihr auch alles.
01:05:24: Ich weiß nicht, wie viele es waren.
01:05:27: Vielleicht?
01:05:28: Alles zusammengenommen, im Hörfunk und im Fernsehen.
01:05:32: Irgendwo zwischen vierzehn und fünfzehnhundert.
01:05:35: viele werde ich kommentiert haben.
01:05:37: Aber ich sage dir, der Allermeiste davon war schrott.
01:05:45: Da bin ich nach Hause gefahren und hab mir mal gedacht, was hättest du mit dieser Zeit?
01:05:51: doch für schöne Sachen machen können.
01:05:55: Vorbei.
01:05:56: Und vielleicht waren zehn oder fünfzehn Spiele, wo alles dabei war, was wir im Kopf mit schönem Fußball verbinden.
01:06:07: Herrliche Spielzüge.
01:06:10: Wunderschöne Pässe.
01:06:13: Tolle Tore.
01:06:15: Schöne Zweikämpfe.
01:06:17: Wo hast du Spiele?
01:06:19: Wo das alles mal zusammenkommt?
01:06:22: Ja, das ist wirklich so selten.
01:06:25: Und wenn du dieses Glück hast, dann fällst du vielleicht mit so einem Gefühl nach Hause und schläfst dann glücklich ein.
01:06:33: Dann verstehen die Aliens, dass wir einfach auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen genau diese Nadel erfunden haben.
01:06:42: Berner.
01:06:43: Vielen, vielen Dank dir.
01:06:44: Vielen Dank dir für deine Offenheit, für diese Ehrlichkeit, für deine Mission, mit der du durch die Lande ziehst.
01:06:50: Vielen Dank dir, dass du heute da warst.
01:06:52: Vielen Dank euch, dass ihr auch wieder eingeschalten habt.
01:06:55: Lasst uns gerne eine gute Bewertung, da folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen.
01:06:59: Finger weg von Sportbetten.
01:07:01: Und dann sehen wir uns nächste Woche wieder.
01:07:03: Nächsten Dienstag zur nächsten Folge Deep Dive, um Null Uhr überall, wo es Podcasts gibt und ab achtzehn Uhr auf YouTube.
01:07:09: Vielen Dank euch.
01:07:10: Ciao.
Neuer Kommentar