LEICHTATHLETIK-LEGENDE: Die krasse Rekord-Story! So schaffte er das Übermenschliche
Shownotes
Carlo Thränhardt hat in den 80er Jahren eine ganze Nation für den Hochsprung begeistert. Innerhalb weniger Jahre hat er drei Weltrekorde aufgestellt und gehört bis heute zu den beeindruckendsten Olympioniken, die je den Adler auf der Brust getragen haben.
Host Lenny Peteanu spricht mit ihm im SPORT1 DEEP DIVE über seine Flucht aus der DDR, seine Anfänge in der Leichtathletik, seinen Aufstieg an die Weltspitze, seine Zeit als Fitness-Coach von Boris Becker und die kleinen und großen Rückschläge, die das Leben für ihn bereitgehalten hat.
Die Folge mit Carlo Thränhardt im Überblick:
- 00:00:00 – Intro
- 00:02:01 – Trainer sein und Unterschätzte Learnings
- 00:07:18 – Weg zum Hochsprung
- 00:11:02 – Flucht aus der DDR
- 00:15:00 – Vom Amateure- zum Leistungssport
- 00:24:42 – Durchbruch
- 00:27:53 – Weltrekord: 2.42m
- 00:34:28 – Doping im Sport
- 00:37:12 – Talent vs. Arbeit
- 00:42:30 – Training mit Promis
- 00:45:10 – Mindset bei Sportlern
- 00:50:25 – 1. Staffel Dschungelcamp
- 00:54:44 – Schicksalsschläge & Lebensphilosophie
- 00:58:08 - Alien-Frage und Outro
Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:
-📱Instagram: @lenny.peteanu
-📱 Lennys Homepage: https://www.lennypeteanu.de/
Transkript anzeigen
00:00:00: Genug ist nie genug, sonst wird das alles in der Mittelmäßigkeit enden, die eigentlich keiner will.
00:00:10: Wenn die nicht höher springen mit so viel Krafttraining und ich jetzt sinnvolles Krafttraining noch draufsetze, werde ich besser als alle.
00:00:17: Das hat mich dann besonders interessiert, mal was zu schaffen, was noch kein Mensch vor dir geschafft hat.
00:00:21: Wir stehen im Hotel und die Russen fragen mich, what kind of anabolica do you take?
00:00:25: How many gron do you take?
00:00:27: Und das kotzt ich schon ein bisschen an.
00:00:29: Mit Gerhard Schröder waren wir hinterher in seiner Kanzlei und haben Rotein getrunken vom bandischen Botschafter.
00:00:37: Sehr guter Rotein.
00:00:38: Vor fünf Uhr morgens waren wir nicht fertig.
00:00:40: Keine hatte eine Ahnung damals, was da ablaufen würde.
00:00:43: Also von Hodenfressen oder irgendetwas war nie die Rede.
00:00:45: Die werden doch ihr Leute dann nicht live verreignen lassen.
00:00:48: Auf einmal bin ich bei einer Routine-Untersuchung und er sagt ein Radiologe, wenn sie heute Nacht nicht operiert wären, werden sie morgen tot sein.
00:00:55: Das zeigt halt nur, wie schnell alles vorbei sein kann.
00:00:58: Wir sind nur für eine begrenzte Zeit auf dieser Welt.
00:01:01: Man sollte sie nicht zu oft zurückmachen.
00:01:05: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sport einen Steep dive.
00:01:08: Ich bin Lenny und ich treffe mich hier jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus der Welt des Sportes.
00:01:12: Unser heutiger Gast ist Carlo Tränhardt.
00:01:14: Carlo hat dreimal den Weltrekord im Hochsprung geknackt, hat mit einer Höhe von zwei Meter zweiundvierzig völlig neue Maßstäbe in der Leichtathletik gesetzt und war über Jahre lang eines der Aushängeschilder des deutschen Hochleistungssports.
00:01:28: Wir sprechen über seine Kindheit, die Flucht aus der DDR und seine Ehreleidenschaft fürs Besserwerden.
00:01:33: Carlo hat unglaublich viel war zweimal bei Olympia dabei, hat Legenden wie Boris Becker oder Alexander Zverev gekocht und war sogar Dschungelcampionier.
00:01:42: Ich finde er ist ein unglaublich mitreißender Typ, einer mit einem ganz feinen und trockenen Humor und vor allem Mensch, von dem man wahnsinnig viel lernen kann.
00:01:50: Lass uns gerne jetzt schon mal eine gute Bewertung da, folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen.
00:01:55: Das hilft uns wahnsinnig bei unserer Arbeit.
00:01:57: Vielen, vielen Dank euch und jetzt ganz viel Spaß euch bei der Folge mit Carlo Trenhardt.
00:02:02: Was würdest du sagen, ist der beste Ratschlag, den du jemals bekommen hast?
00:02:07: Du sollst dir mehr zutrauen, wenn ich jetzt so ad hoc oder so halb ad hoc antworten soll.
00:02:14: Ich hab mir früher nie so viel zugetraut und da hatte ich Glück gehabt, mal jemanden zu treffen und gesagt, du könntest eigentlich sehr viel mehr als du selber zutraust.
00:02:22: Und das war mit der beste Ratschlag, der mich geprägt hat, auch nachhaltig.
00:02:27: Der damalige Bundestrainer, den wir hatten, Dragan Tancic, leider schon verstorben.
00:02:32: Aber der hat ihn mehr, mehr gesehen, als ich mir selbst zugetraut habe.
00:02:36: Und was würdest du sagen, jetzt, wo du auch selber als Trainer unterwegs bist, was war der beste Ratscher, den du mal gegeben hast?
00:02:42: Ich
00:02:42: glaube, ich habe das übernommen.
00:02:44: Erschien mir sinnvoll.
00:02:45: Über die Generationen dann weg?
00:02:47: Ja, ich erzähle vielen jungen Leuten, mit denen ich so arbeite.
00:02:52: Das ist, wenn sie halt trainieren, dass sie so ... wahrhaftig und sinnvoll wie wirklich machen sollten.
00:02:57: Weil die Zeit, die sie im Training verbringen, die kann man auf zweierlei Seiten, auf zweierlei Arten verbringen.
00:03:04: Einmal, dass ich sie wirklich so sinnvoll und so mit der größten Intensität verbringe oder ich mache es lapidar.
00:03:11: Und dadurch unterscheiden sich eigentlich gute von weniger guten Sportlern, die sagen, ich habe drei Stunden trainiert, aber es geht nicht darum, um die Zeit, sondern es geht um die Intensität und um ja, um das Bewusstsein, wie ich das Training gestaltet.
00:03:23: Das ist das Entscheidende.
00:03:25: Du bist ja für dich eigentlich einen Weg gegangen, den relativ viele ehemalige Leichtathleten oder auch Olympioniken gegangen sind.
00:03:31: Du bist dann eben selber auf die Trainerbank gewechselt.
00:03:34: Mich würde da mal interessieren, was ist aus deiner Sicht, was macht einen wirklich guten Coach aus?
00:03:41: Die richtigen Talente zu finden.
00:03:42: Also erst mal, du kannst als Coach so gut sein, wie du willst.
00:03:46: Wenn du keine guten Protagonisten hast, mit denen du arbeitest, hilft er das nicht so viel.
00:03:51: Also zu erkennen, dass einer Bewegungsbegabt ist, dass er Und das ist das Entscheidende, da eigentlich intrinsisch motiviert ist, mehr als es viele andere sind.
00:04:00: Es heutzutage hat seltenheitswert, also findet man nicht mehr so häufig, gerade in so Jahrgängen, in dem Jahr zwei Tausend Neun, in dem Jahr zwei Tausend Zehn.
00:04:09: Und da mit den Richtigen zusammenzuarbeiten, weil du gibst ja als Coach immer Energie.
00:04:16: Du gibst sehr viel Energie, in jedem Training gibst du Energie.
00:04:19: Und wenn die verpufft bei jemanden, der sie nicht so aufnehmen kann und umsetzen kann in eigener Energie, wird es irgendwann mühsam und deine eigene Motivation verliert sich so ein bisschen.
00:04:28: Deswegen ist das schwierig.
00:04:29: Woran glaubst du, liegt es, wenn du das so wahrnimmst, dass gerade bei den späteren Jahrgängen jetzt zu neunzehnzehn diese intrinsische Motivation weniger ist?
00:04:36: Weil das sagt man ja immer über die nächste Generation eigentlich, ja die sind jetzt noch fauler und die wollen noch weniger.
00:04:43: Ich weiß nicht, ob es mit faul am besten umschrieben ist.
00:04:45: Ich glaube, es hat viel mit einer überliberalisierten Erziehung zu tun.
00:04:50: Wenn man Heranwachsenen oder jungen Menschen alle Widerstände aus dem Weg räumt, in ihrem Lebensweg und sie geraten, was immer passieren wird, an irgendwelche Widerstände mal und dann ist keiner da, der ihnen hilft, dann wird es irgendwann schwierig.
00:05:06: Deswegen glaube ich, dass diese übertriebene, überfür Sorge kontraproduktiv ist.
00:05:13: Es ist immer das Gut Gemeinte, ist nicht immer das Beste.
00:05:16: Das ist vielleicht total spannend, da gehen wir nachher auf jeden Fall auch noch mal mehr im Detail ein.
00:05:21: Mich würde mal interessieren, sowohl bei den ganz jungen, die du coachst, als auch bei den älteren, du hast ja auch und darüber werden wir noch sprechen, mit unglaublichen Iconen des Sportes zusammengearbeitet.
00:05:32: Was ist das, was du aus deiner eigenen Laufbahn als Leichtathlet als Hochspringer mitgenommen hast, was so ein großes Learning, so ein Asset für dich war, wo du sagst, das wird heute total unterschätzt und das... Bringst du egal, ob das jetzt ein fünfzehnjähriger ist oder ein fünfundreißigjähriger?
00:05:47: Das versuchst du, den immer weiterzugeben.
00:05:49: Ja.
00:05:51: Genug ist nie genug.
00:05:52: Es ist tatsächlich so trivial, wie ich es bewusst formuliert habe.
00:05:56: Wenn du mit dem Training fertig bist und dann nochmal eine halbe Stunde dranhängst, auch wenn es dir vom Coach auktoriert worden ist, daran erkennst du eigentlich, wie sehr es jemand will.
00:06:06: Und wenn jemand nur... das Programm absolviert, auch wenn das gut macht oder auch wenn das nachhaltig macht.
00:06:13: Und er aber niemals von sich aus, auch mal morgens um fünf aussteht und mal aus seiner Komfortzone raus will und was Besonderes machen will, wird dann nicht außergewöhnlich.
00:06:22: Außergewöhnliche Leistungen setzen voraus, dass so außergewöhnliche Dinge ausprobierst auch, sonst wird das alles in der Mittelmäßigkeit enden, die eigentlich keiner will.
00:06:33: Wenn du sowas sagst, dann kommt es ja jetzt nicht von irgendwo her.
00:06:36: Du hast die Leistung ja schon auf den Platz gebracht, sprichwörtlich, und du weißt, was dieser Kammer ist.
00:06:41: Ich
00:06:42: weine das auch gar nicht arrogant oder so.
00:06:45: Mir tut es immer leid, wenn ich Menschen sehe, die ein Potenzial haben, tolle Sachen zu machen.
00:06:50: Das muss auch nicht nur im Sport sein.
00:06:52: Aber die sich mit einer mittelprächtigen Leistung zufrieden geben und sagen, das reicht mir doch nicht.
00:06:57: Ich fühle mich wohl dabei und so weiter.
00:07:00: Ich halte es versträflich nicht mal auszuprobieren, wenn ich in die Grenzbereiche, egal in welchen Bereichen, kreiere ich ein viel außergewöhnlicheres Glücksgefühl, als wenn ich mich nur in einer Komfortzone bewege.
00:07:13: Und das finde ich heutzutage entweder zu selten.
00:07:18: Woher glaubst du, kam das bei dir dieser unbedingt Wille?
00:07:20: Weil ich meine, du hast ja Weltrekorde gebrochen.
00:07:22: Du warst bei Olympia mit dabei.
00:07:23: Du bist in dieser absoluten obersten Liga mit dabei gewesen.
00:07:27: Woher kam diese intrinsische Motivation, als du in dem Alter warst, über das wir gerade sprechen, bei dir?
00:07:33: Es fing sehr viel mit Kompensationen von Komplexen zusammen.
00:07:36: Also ich war mit ein, neunzig, wirklich sechzig Kilo.
00:07:40: Das war jetzt nicht so richtig erotisch.
00:07:43: Ganz im Gegenteil.
00:07:44: Und ich hatte überhaupt keinen Selbstwertgefühl und all diese Dinge.
00:07:47: die man gerade im Heranwachsen braucht, um sich irgendwie in der Gesellschaft auch wohlzufühlen oder im sozialen Umfeld.
00:07:54: Und ich habe dann sehr früh angefangen mit Handballspielen, ich war am Schwimmverein, ich habe Judo gemacht, ich habe, glaube ich, sieben, acht Sportarten ausprobiert.
00:08:03: Handball und Volleyball und Basketball, das ging ganz gut.
00:08:06: Wollte aber immer was individuell machen und habe dann Hochsprung für mich entdeckt, weil ich es einfach ... Ja, toll fand aus eigener Kraft was Besonderes zu erreichen.
00:08:16: und mir ging es dann nie um Medaillen oder dieses ganze Zeug, weil ich ja totaler Quereinsteiger war.
00:08:21: Ich habe ja leichterlich gar nicht gelernt, wie nette Kollegen von mir früher wie Mögenburg oder so.
00:08:29: Für mich ging es immer darum, jede Woche zu versuchen höher zu sprengen, was ja auch Hochschwung auch impliziert.
00:08:33: Also wenn man da ein Jahr wartet, um eine Medaille zu gehen, dann fand ich irgendwie durft.
00:08:37: Das verstehe ich.
00:08:38: Aber wenn du die Tür jetzt gerade schon aufmachst, dann lass uns einmal wirklich nochmal zurück an die Anfänge gehen.
00:08:43: Was ich bemerkenswert fand in der Vorbereitung waren so die Biografien zwischen dir und deinem Bruder, um nebeneinander zu halten.
00:08:50: Einerseits, und das ist ja schon relativ selten, ihr seid nur dreizehn Monate auseinander.
00:08:54: Ihr beide seid im Sport gelandet, eher als Sportjournalist.
00:08:57: Du als Profisportler und ihr beide, auch wenn es sehr verschiedene Sachen sind, seit heute dabei anderen Menschen euer Wissen weiterzugeben und zu coaching.
00:09:07: Was waren so die Werte, wenn du wirklich mal in deine Kindheit zurückgehst, die dir und euch so vermittelt wurden?
00:09:16: Gut, an meinem Jahrgang weißt du schon, dass das früher noch völlig andere Werte waren als heutzutage.
00:09:21: Da musste man sich alles... So
00:09:22: wie war das?
00:09:25: Geburtsjahrsrechte.
00:09:26: Ja, du hast recht.
00:09:31: Also ich wurde nie irgendwie zum Sport hingefahren.
00:09:34: Ich wurde nicht zum Bus hingefahren.
00:09:36: Ich musste drei Kilometer laufen und das sind so alte Kamellen.
00:09:39: Da sagt man, diese Scherze kann ich nicht mehr hören.
00:09:41: Ich mag ja alles sein, aber ich glaube, dass es manchmal besser ist, selber zum Training hinzugehen, als sich fahren zu lassen, weil dadurch schon der Einstieg.
00:09:53: in Eigenverantwortlichkeit stattfindet und die ist im Leistungssport unabdingbar.
00:09:59: Und wenn mir all das schon in frühen Zeiten abgenommen wird, dann werde ich das auch im Sport an sich dann nicht so genadenlos durchsetzen können, wie ich es brauche, um absolute Leistungen zu erzielen.
00:10:13: Das hört sich jetzt in unserer wogen Gesellschaft wahrscheinlich so ein bisschen fremdartig an.
00:10:18: Das macht aber nichts, weil Ich finde, der Mensch ist dafür gemacht, auch aus sich ein bisschen was zu machen.
00:10:27: Du möchtest einen vernünftigen Podcast machen, du möchtest dich vernünftig vorbereiten, du möchtest mit Leuten reden.
00:10:31: Wenn man das alles nur Lappie da machen würde, würden ja keine guten Sendungen entstehen und es würden keine guten Sportler entstehen.
00:10:37: Und ich finde, da haben wir Nachholbedarf
00:10:40: gerade.
00:10:41: Also vor allem Eigeninitiative, die du gelernt hast?
00:10:45: Eigentlich
00:10:45: für eine Eigenverantwortlichkeit, hauptsächlich.
00:10:47: Es hilft ja letztendlich keiner.
00:10:49: Kannst froh sein, wenn du das Glück hast, ein paar zu treffen und wenn du den zuhörst und die eine Empathie haben, dass du ihn vertraust.
00:10:56: Aber letztendlich machen musst du selbst.
00:11:00: Auf andere verlassen ist ein schlechter Ratschlag.
00:11:02: Was ein großer Akt der Eigenverantwortung ist und der Verantwortung für andere Menschen ist das, was eure Eltern gemacht haben, als du so fünf, sechs Jahre alt warst.
00:11:14: Da seid ihr aus der DDR geflohen.
00:11:16: ... rüber in den Westen.
00:11:18: Kannst du dich da noch an irgendwas erinnern?
00:11:20: Also, ich war noch junger.
00:11:21: Ich glaube, ich war zwei oder drei sogar.
00:11:23: Das war sehr früh.
00:11:24: Das ist im Thema Vorbereitung.
00:11:27: Ich glaube, es war sehr früh.
00:11:29: Ich kann mich nur noch daran erinnern, ... ... weil mein Vater ist ein halbes Jahr vorher abgehauen ... ... und man konnte dann mit einem Besucherausweis ... ... den Papa im Westen besuchen.
00:11:40: Und dann sind wir ein halbes Jahr später dahin und ich weiß noch, er hat uns am Flughafen abgeholt und ich habe Onkel gesagt zu ihm.
00:11:47: Ich war sehr jung, ich war zwei und hatte mein Vater jetzt zwei Jahre nicht, sechs Monate nicht gesehen.
00:11:53: Und in dem Alter weißt du nicht mehr so richtig, dass es dein Papa
00:11:56: war.
00:11:57: Krass.
00:11:58: Da hat sich das dann auch auf die Beziehung... danach noch ausgewirkt oder...
00:12:03: Gott sei Dank reguliert sich das dann auch wieder, dann haben wir so eine kleine Wohnung gehabt in Rodenkirchen, lebten von zwanzig Mark Wirtschaftsgeld, hieß das früher die Woche, das weiß ich noch.
00:12:13: Meine Mutter ist nebenher noch putzen, das ganze Programm, das brauche ich nie alles zu erzählen.
00:12:17: Aber wenn man das alles so mitgemacht hat, hat man völlig anderes Verhältnis zu vielen Dingen, auch wie Sie heutzutage so stattfinden.
00:12:23: Aber ich finde, also auch wenn du das jetzt ein bisschen als alte Kamellen abgestempelt hast, ich finde das eigentlich total wichtig, dass wir darüber reden, weil gerade meine Generation kann sich das eigentlich gar nicht mehr so richtig vorstellen.
00:12:32: Und umso wichtiger ist es, glaube ich, das wieder ein bisschen so in Erinnerung zu rufen und sich eben schon dran zu erinnern.
00:12:39: Was, also hattet ihr dann auch vorgelagert, bevor dein Vater rüber ist?
00:12:44: Noch mal Familie im Westen, die euch den Einstieg da irgendwie vereinfacht haben oder war das wirklich auch eingefroren?
00:12:49: Mein
00:12:49: Vater hat einen Job gefunden in der Nähe von Rodenkirchen.
00:12:53: Bei einer Mineralgül-Firma hatte er als kleiner kaufmännischer Angestellter, soweit ich das noch in Änderung habe, angefangen.
00:13:01: Und wir haben in Rodenkirchen, ich glaube in der Siegstraße, hieß das damals, haben wir gelebt in so einem kleinen Wohnung, zu viert.
00:13:09: Und ich weiß nicht, es gab dreimal die Woche Pelkartoffeln und Quark.
00:13:14: Weil das war günstig und machte Sinn.
00:13:16: Und ein guter Sportler heutzutage, wenn du was Sinnvolles essen willst, Pellkartoffeln und Quark, macht auch Sinn.
00:13:23: Also ich will damit sagen, dass in dem Mangel auch oft was Besonderes liegt.
00:13:27: Erstmal Mangel, das steht natürlich auch auf Motivation.
00:13:29: Ich fand das toll, als mein ersten Tonschuhe bekam und so weiter.
00:13:33: Und meine ersten Verträge, das war alles toll.
00:13:35: Aber es bleibt zurück, die intrinsische Motivation aus seinem Leben was zu machen.
00:13:40: Wenn man so eine Auswanderungserfahrung oder Fluchterfahrung in eurem Sinne hat, dann gibt es oft noch mal verstärkt von den Eltern auf die Kinder übertragen diesen Willen.
00:13:50: Ihr sollt es noch besser haben als wir beziehungsweise.
00:13:54: Würde mich da interessieren, wurde an euch auch so ein anderer Anspruch vermittelt, dass man gesagt hat, so Jungs, wir haben euch den Weg geebnet.
00:14:02: In Anführungszeichen in ein besseres Leben.
00:14:05: Jetzt macht auch was draus.
00:14:08: Könnte ich jetzt so nicht bestätigen?
00:14:11: Also was mein Vater gemacht hat, das war ja die Patriarchentum damals, die Schulaufgaben mussten vernünftig gemacht werden, musste alles vernünftig ordentlich sein, was natürlich dann auch mit Fünfzehn, Sechzehn genau ins Gegenteil umschlägt.
00:14:27: Aber der Versuch war da, aber mein Vater hat jetzt einmal die Woche mit uns Sport gemacht.
00:14:33: Am Sonntag, weiß ich noch, waren wir auf dem Fußballplatz und haben Bälle gespielt mit meinem Bruder.
00:14:38: Und er hat dann auch so kleine Sportveranstaltungen.
00:14:42: Also ja, jedes Vierteljahr wurde Weitsprung gemacht, Schlagball weitwerfen und was war es noch.
00:14:49: Und rennen und der Sieger kriegt eine Tüte Äpfel.
00:14:52: So, das haben wir gemacht.
00:14:54: Aber wir wurden jetzt nicht dreimal die Woche irgendwo zum Sport gefahren oder überhaupt nicht.
00:15:00: Das war nicht so.
00:15:01: Was war dann auch da wieder Eigeninitiativ, als du dann in dem Alter warst, so deine erste Anlaufstelle sportlich?
00:15:13: Das waren eigentlich Vereine.
00:15:16: Das war mein Handballverein, wo ich mit dreizehn, glaube ich, dreizehn reinkam, beim Tiefer Rötchen in der Eifel.
00:15:25: Und da hatte ich einen guten Jungen, der hat ... gesagt, dass ich ein ganz guter Handballer werden könnte.
00:15:29: Und ich habe mit vierzehn, fünfzehn schon bei den Herren mitgespielt.
00:15:32: Wegen deiner Größe, oder?
00:15:33: Wegen meiner Größe.
00:15:34: Ein bisschen springen konnte ich schon per See und weil ich Bock hatte, Tore zu werfen, hat mir Spaß gemacht, auch in der Mannschaft.
00:15:40: Damals war noch ganz interessant nach jedem, wir haben Sonntag morgens oft gespielt.
00:15:45: Und danach ging es mit den Handballmannschaften immer zum Stiefel trinken.
00:15:49: Dann trank man Bier aus Stiefeln.
00:15:51: Und ja, das war eine schöne Erfahrung als junger Kerl.
00:15:55: Nicht ganz so einfach manchmal.
00:15:56: Da waren auch gestandene Männer schon so mit drin.
00:15:59: Aber auch da lernst du sinnvoll damit umzugehen.
00:16:03: Okay, durch hartes Training.
00:16:04: Durch hartes Training.
00:16:06: Sehr gut.
00:16:07: Kennt ihr Stiefeltrinken noch?
00:16:09: Weil
00:16:09: du musst aufpassen, wenn du das ... Nee, ist nicht Stiefel.
00:16:11: Okay.
00:16:12: Nimm uns mal mit rein ins Stiefeltrinken.
00:16:14: Naja, wenn du als Letzter dran bist und du hast keine Erfahrung mit Stiefeltrinken, kriegst du das ganze Zeug ins Gesicht.
00:16:20: Du musst schon ein bisschen aufpassen.
00:16:21: Wieso
00:16:21: wird denn hier hinter den Kulissen gehen?
00:16:24: Dann ist das wirklich eine Generation?
00:16:25: Der
00:16:25: ist zwei Jahre älter als du.
00:16:28: Okay, aber also du hast einfach einen Stiefel und der wird dann...
00:16:31: Der ist voll gemacht mit Bier.
00:16:32: Ja.
00:16:32: Und dann geht der Rei rum, wenn man gewonnen hat, trinkt man halt hier ein Stück Bier und immer weiter.
00:16:36: Und der letzte hat halt die Arschkarte.
00:16:39: Okay.
00:16:40: Wenn du es dann gelernt hast, drehst du das Ding um und dann kommst du schon klar irgendwie.
00:16:43: Aha.
00:16:44: Okay, also so viel zum... Ich sehe jetzt
00:16:47: auch gleich richtig Stellen, mit dreizehn Bier zu trinken nach dem gewonnenen Handballspiel.
00:16:51: Ist kein guter Weg.
00:16:53: Aber...
00:16:54: Er hat dich weit gebracht?
00:16:55: Er hat mich ziemlich das nicht kaputt gemacht.
00:16:58: Wie hat sich das dann rauskristallisiert?
00:17:00: Du hast dann auch gleich sechs, sieben verschiedene Spoorlaten gemacht.
00:17:03: Wie kam es dann aber wirklich, dass du gesagt hast, ich setze jetzt mal wirklich alles mal auf den Hochsprung?
00:17:10: Ja, das ist ja ein Prozess, also man setzt dann nicht so richtig.
00:17:13: Aber ich habe ja hochschwungisch im Parallel gemacht.
00:17:15: Ich habe das mal im Fernsehen gesehen, als Dick Fosbury, der Olympiasieger wurde mit zwei, vierundzwanzig, dann bin ich raus auf so einen kleinen Sportplatz bei uns und bin rückwärts in Sand gesprungen.
00:17:25: War ziemlich dämlich, aber das tut ja weh.
00:17:28: Da gab ja nicht überall Matten.
00:17:30: Und dann habe ich mir so eine kleine Anlage bei uns zu Hause gebaut, Matratze hingelegt, Stöcke reingerammt, Nägel rein und irgendwas gespannt und bin darüber gesprungen.
00:17:39: Paralliert zum Handball.
00:17:41: Und irgendwann sagte einer mal vom TV Rötchen, vom Handball, man geht doch mal zu einem Wettkampf, macht doch mal einen richtigen Wettkampf mit.
00:17:47: Und da bin ich nach Bittburg damals, glaube ich, eins ein neunzig gesprungen im ersten Wettkampf.
00:17:53: Und da kamen alle schon so gebrannt.
00:17:55: Alle
00:17:55: ersten Wettkampf.
00:17:56: Alle ersten
00:17:56: Wettkampf, eins ein neunzig.
00:17:57: Und da kamen die alle an und hatten Spikes und Trainingsanzügen und so weiter.
00:18:01: Und ich lief rum wie ein Penner und hatte Turnschuhe nur, so eine Handballhose irgendwann.
00:18:08: Und so ein Trikot, die Verrötchen, das weiß ich noch.
00:18:11: Und ich fand die toll, die alle so gute Anzüge an hatten.
00:18:13: Das hat mir gefallen eigentlich, weil ich kriegte von meinem Vater nur einmal im Jahr ein paar Tonschuhe.
00:18:18: Und dann bin ich im selben Jahr noch nach Augsburg, zu den deutschen Jugendmeisterschaften, hatte ich mich qualifiziert und sprang, glaube ich, zwei Meter vier, auch noch in Tonschuhen.
00:18:29: Und da kam einer von der Firma Puma an und sagte, er uns gefällt, wie du springst.
00:18:34: Wir möchten, dass du in Puma springst.
00:18:36: Hab den gar nicht verstanden, wie er das meinte.
00:18:39: Und dann gab der mir vier Pakete mit Klamotten drin.
00:18:46: Rote Hochsprung Speichs.
00:18:50: Aus Kengeroleda waren die.
00:18:51: Rote.
00:18:52: War ganz toll.
00:18:54: Und dann kriegte ich bei dem einen Wettkampf so viel Klamotten, wie ich in meinem ganzen Leben voll und an mich hatte.
00:18:59: Und merkte dann das aus meiner intrinsischen Motivation auf einmal eine Sympose entstand.
00:19:06: Eine extra Motivation.
00:19:07: ich dachte wenn ich jetzt noch höher springe ich noch mehr Pakete.
00:19:10: Und vielleicht kann ich Pakete irgendwann verkaufen.
00:19:12: Krass aber nur damit wir das nochmal kurz in Kontext setzen können.
00:19:16: Wie alt warst du?
00:19:18: Muss ich?
00:19:18: gute Frage muss ich gewesen sein.
00:19:21: Sechzehn.
00:19:22: Okay also sechzehn mit einer Körpergröße von ganz ausgewachsenen Maße noch nicht.
00:19:25: Nee.
00:19:28: Und dann aber fast so hoch zu springen, wie man selber groß ist, das ist doch, ich bin jetzt selber kein Hochsprünger, aber das ist doch schon krass, oder?
00:19:37: Das ist doch jetzt nicht der normale Einstieg.
00:19:40: Nein,
00:19:40: also vor allen Dingen ohne jegliches Krafttraining, ohne überhaupt spezielles Training und so weiter.
00:19:45: Ich kam ja dann erst, ich habe dann schon in dem ersten Jahr, glaube ich, meinen ersten Länderkampf gemacht gegen USA in Lüdenscheid und sprang zwei Meter elf.
00:19:55: Und dann kam ich gleich in die ganzen Karte, Geschichten rein und so weiter.
00:19:58: Und dann ging das los.
00:19:59: Aber gerade Koordination und Timing wirklich, um so anzulaufen, um auch den Absprung perfekt zu schaffen, das ist doch eigentlich was, was man ziemlich hart trainieren muss, oder ist das bei dir einfach so ein Ding, was dir einfach mitgeliefert wurde?
00:20:13: Also da wurde mir schon ein Stück weit was mitgeliefert.
00:20:15: Ich weiß nicht, wir hatten erst das Trainingslager und dann waren die ganzen, also die anderen besten aus Deutschland da.
00:20:21: Und da haben wir ein Krafttraining gemacht und die anderen, die waren schon so stark, die konnten schon Kniebeugen mit sechzig-siebzig Kilomaren.
00:20:28: Ich kriegte kaum die Stange hoch.
00:20:29: Und ich mir überlegt, wenn die nicht höher springen mit so viel Krafttraining und ich jetzt sinnvolles Krafttraining noch drauf setze, werde ich besser als alle.
00:20:38: Und das war mir dann klar.
00:20:39: Das habe ich schon als junger Kalt verstanden.
00:20:41: Cool.
00:20:43: Wie lief dann der Weg zum Profi, aber zum Beispiel bei einer Sportart, wie Fußball kann man sich das immer vorstellen, da stehen irgendwelche Scouts da am Spielfeldrand und dann wird man so durch die Jugendabteilungen nach oben durchgereicht, wenn es von der Performance her eben genügt, bei der Leichtathletik einfach weiß er natürlich auch, so divers ist einfach.
00:21:01: habe ich gesehen, dass die Biografien und die Art und Weise, wie die Menschen nach oben gekommen sind in ihrer Karriere, total unterschiedlich sind, gerade bei den ganzen verschiedenen Olympischen Sportarten.
00:21:09: Wie war das bei dir dieser Step, dass sich das dann professionellisiert hat, dass die dickeren Sponsoren-Deals reinkamen, dass du sagen konntest, okay, das ist jetzt mal ein Beruf, von dem man leben kann?
00:21:20: Ja, das war so natürlich ein Prozess.
00:21:22: Also erst mal wollte ich für mich nur überspringen, weil ich das toll fand.
00:21:26: Eskapismus aus der Mittelmäßigkeit nenne ich es mal.
00:21:29: Und dann wurden eben auch Leute auf dich aufmerksam.
00:21:34: Die Firma Puma hat mich dann lange begleitet, kriegte dann, ich glaube, mit zwanzig meinen ersten Vertrag, kriegte dreißigtausend Mark im Jahr, damals schon, mit neunzehner zwanzig, da bin ich bei den Männern, glaube ich, deutschen Rekord gesprungen, zwei vierundzwanzig.
00:21:50: Und das war dann schon damals Geld, kannst du ja ausrechnen, dreißigtausend D-Mark, Ende der siebziger, das war...
00:21:57: Vorinflation.
00:21:58: Krass.
00:21:59: Das war noch ganz gut, dann kam das mit.
00:22:02: Die durfte es aber noch nicht, ging auf ein sogenanntes Athletenkonto.
00:22:07: Wir waren ja noch Amateure und durften das Geld dann nur für sportliche Zwecke benutzen.
00:22:13: Das war noch ein Jahr bis zur Liberalisierung, glaube ich.
00:22:16: Und da konnten wir damit Training finanzieren, in Trainingslager fahren.
00:22:20: Das ging dann so langsam alles einher.
00:22:24: Und dann hat man sich so unterhalten, mal zwei, drei sich zu sprengen, das wäre.
00:22:28: So, da war der Weltrekord.
00:22:31: Was war der Weltrekord?
00:22:32: Bin erster Europamaschaften, bin ich zwölf, vierundzwanzig gesprungen.
00:22:36: In Mailand, der Spanier Schenco, zwölf, fünfunddreißig war Weltrekord damals.
00:22:42: So in der Zeit, als ich so gut wurde.
00:22:45: Und dann kam mir dieses Ding in Eberstadt, wo drei Leute zwölf, dreißig gesprungen sind.
00:22:49: Und dann waren die zwölf, dreißig, dann bin ich ziemlich oft gesprungen.
00:22:54: Und dann gab diese Traumgrenze, ob man das überhaupt schaffen kann, über zwei vierzig zu springen.
00:22:57: Und es hat mich dann besonders interessiert, mal was zu schaffen, was noch kein Mensch vor dir geschafft hat.
00:23:02: Das ist ja ein ganz cooles hinzukriegen.
00:23:05: Und dann habe ich wirklich sehr, sehr hart trainiert auch.
00:23:07: Ich habe in der Alphe trainiert, bei minus zehn Grad im Neopren-Anzug, mit stiefelndem Berg hoch gerannt.
00:23:14: Also, wenn so Szenen aus diesen Rocky-Filmen... Ich
00:23:17: muss gerade dran denken.
00:23:18: Ja, und es ist, da ist was dran.
00:23:20: Also, sind... Ein paar Sachen, die sind nicht so, also von der Technik sehr schlecht bei diesen Rockvillen, aber von der Grundintention, hart, härter zu arbeiten als die anderen, um besser zu werden.
00:23:34: Das ist halt so.
00:23:35: Ich hatte gerade, bevor du es gesagt hast, dieses Bild im Kopf, wo Rocky bei
00:23:40: Boa... Ich wollte das Bild bei dir erzeugen, deswegen...
00:23:42: Hast du sehr gut gemacht, guter Storyteller.
00:23:44: Macht Sinn, dass du auch Vorträge hast.
00:23:46: Nein, da wo er im Wald ist, völlig im Schnee und diesen umstamm hinter sich.
00:23:50: In Sibirien gegen
00:23:51: Drago.
00:23:52: Genau.
00:23:52: Wir können ja im Bild von Rocky bleiben.
00:23:54: Er kam von der Straße, dann kam der Erfolg und dann auch das Geld.
00:23:58: Bei dir waren es dreißigtausend über Sponsoren-Dietels im Jahr.
00:24:00: Was war das erste große, was jetzt nicht Training finanzieren und so weiter, also das erste große, was du dir da gegönnt hast?
00:24:07: Irgendwann, ich weiß gar nicht mehr, wie alt ich da war, einen, ich fand so ein BMW-Bauer, wo du das Dachend abnehmen konntest, fand ich ganz toll.
00:24:16: Kostete irgendwie fünftausend Mark, was war, zehn Jahre alt, das Ding.
00:24:19: Mein Vater hat gesagt, auf keinen Fall dieses Auto kaufen, da geht das Wasser durch und so weiter.
00:24:25: Große Fresse gehabt, das Auto gekauft.
00:24:27: Es gab einen Gewitter in der Alpe am nächsten Tag, dann zwanzigzehn Meter Wasser im Fußraum.
00:24:32: Manchmal besser auf dem Papage auf.
00:24:35: War nicht der klügste Kauf, den ich gemacht habe.
00:24:37: War das schon in den Achtzigern dann auch?
00:24:39: Das muss ganz Anfang der Achtzigern gewesen sein, ja.
00:24:42: Weil das war ja eigentlich wirklich ... Dein Jahrzehnt, wo dann auch eben so der Durchbruch mit Kamerawassern, ich glaube, einundachtzig bei Wetten das, noch lange bevor es Gottschalk moderiert hat.
00:24:53: Das war das bei Elzner?
00:24:54: Das
00:24:55: war noch bei Elzner.
00:24:56: Das war noch bei Elzner dann, weil auch diese ganze Jahrzehnt gesehen, viermal Silber in den Hallen Europameisterschaften, einmal Gold geholt, vierundachtzig, achtenachtzig bei Olympia gewesen.
00:25:07: Das muss doch retrospectiv ein richtiger Fiebertraum gewesen sein.
00:25:14: Da waren schon ein paar tolle Dinge dabei, aber wenn du da drin bist, dann kriegst du es ja eigentlich so richtig mit, dass das so ein Fiebertron war.
00:25:23: Erste Mal zwei Vierzig war unglaublich.
00:25:26: Dann mit meinen Kumpels Jatlektrola, Olympia Sieger aus Polen, Patrick Schirberg eingeladen, Sportstudio.
00:25:33: Sind wir glaube ich abends noch hingefahren, Wiesbaden im Hotel gewesen, haben ein paar Bierchen getrunken, am nächsten ... Tag sind wir dann im Sportstudio, haben ja so Flop aus dem Stand gemacht, war ich nicht mehr so gut, weil ich glaube, ich einen Kölsch zu viel hatte.
00:25:50: Aber da waren schon tolle Erlebnisse, wenn man sowas auch und also wenn man was Tolles macht, ist auch feiern wichtig, nicht verschieben und auch mal laufen lassen.
00:26:01: Dann am nächsten Tag geht es wieder weiter, klar.
00:26:03: Und wie passt das mit dem, was du vorhin zusammen gesagt hast, zusammen, dass man sagt, okay, man muss immer immer alles geben und ganz krass an die Grenzen gehen, weil Wenn ich mir jetzt den modernen Sport anschaue und die Art und Weise, wie trainiert wird, dann ist das ja wirklich mit einer Absenz von Alkohol, mit Clean Eating und einer ... ... null Toleranz gegenüber jeglicher ... ... Regelbrüche gegen sich selbst.
00:26:27: Läuft das ja einher.
00:26:29: Wenn du jetzt auch sagst, so, ja komm, ihr könnt auch mal ein Bierchen trinken gehen.
00:26:32: Wie passt das zusammen?
00:26:33: oder wie ergänzt sich das vielleicht sogar?
00:26:35: Also es ergänzt sich vornermaßen ... habe glaube ich oder bin ziemlich sicher sehr viel härter trainiert als die meisten heute und ich hab dann nicht jeden tag alkohol getrunken.
00:26:48: nach einem harten tränungsblock nach neunzehn tagen ist eine belohnung.
00:26:53: und wenn das für eine belohnung ist ein paar altbier oder ein paar kölsch oder was auch immer zu trinken ist es glaube ich sogar für den körper und für die psyche mal sinnvoll das zu tun.
00:27:03: ernährung haben wir damals schon vor vierzig Jahren einfach aus Sinnhaftigkeit schon vernünftig gemacht, weil ich durfte mit den Kilo wiegen, weil das habe ich mich wohlgefühlt.
00:27:14: Da habe ich vor dem Weltrekord drei Monate nur Reis und Salat und Putenstitze gegessen.
00:27:19: Ich weiß nicht, wie viele Fußballer das heute machen, vor Spielen.
00:27:23: Es wird sehr viel proklamiert, dass alles so vermessen wird und dass alles so richtig ist und mit Biomechanik und dies und jenes.
00:27:32: Aber die Leistungen werden ja dadurch nicht besser, ganz im Gegenteil.
00:27:35: Die meisten Leistungen werden ja schlechter.
00:27:37: Ich glaube, dass ein gewisses Lebensgefühl auch dazugehört, um absolute Top-Leistungen zu bringen.
00:27:43: Und wenn ich den Körper und die Psyche permanent nur kasteier, wie soll der Körper bereit sein, außergewöhnlich gut zu sein?
00:27:49: Das ist ein schönes Bild.
00:27:50: Wie
00:27:50: dein Bild?
00:27:51: Ja, ich finde du bist ein Mahler heute.
00:27:54: Diese goldene Grenze von zwei Meter vierzig, die hast du dann ja gerissen.
00:28:00: Da würde ich einmal wirklich gerne kurz auch technisch reingehen.
00:28:04: Du hast ja gesagt, du hast sehr viel trainiert und so weiter.
00:28:06: Aber was muss alles stimmen, damit man zwei, zweiundvierzig, achtundachtzig hast du es geschafft, damit man das springen kann?
00:28:12: Das ist eine in einem Neubau eine normale Deckenhöhe, nur mal zu vergleich.
00:28:15: Also du musst eine Vision haben.
00:28:20: Also ich war, als ich zweiundvierzig gesprungen bin, war ich dreißig schon, war dreißig.
00:28:28: Ich wusste, dass ich jetzt nicht mehr noch zehn Jahre habe.
00:28:32: und habe in diese Wintervorbereitung noch mal alles reingetan, was ich geben konnte vom Krafttraining, von pliometrischen Sprüngen, von meiner gesamten Intellektualität zusammengefasst und mit meinem damaligen Trainer auch sehr viel diskutiert, was man auch sinnvoll mit Gerd Rosenberg, ein toller Mann aus Leverkusen und sehr viel in der Eifel auch noch trainiert, damals sehr viel Berganläufe gemacht, Sprünge, was weiß ich.
00:29:02: Und als ich dann, auch dann, wie gesagt, auch von der Ernährung, monatelange nichts gegessen und die gesamte Psyche aufgeladen wie ein Akku.
00:29:13: Und dann kam ich dahin zu diesem Bettkampf und merkte schon, der Akku ist perfekt geladen.
00:29:18: und dann beim Einspringen, habe ich gemerkt, ich bin zwar dreißig beim Einspringen.
00:29:22: Und das ging alles so leicht von der Hand.
00:29:25: Und dann waren alle da, Soto Mayur war da, also die besten fünf der Welt waren da.
00:29:30: Schöberg-Quadda, Mögenburg-Quadda.
00:29:33: Und da bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin ich, bin noch mal alles gesammelt, was ich so in meiner kleinen Birne hatte.
00:30:02: Und ich wusste, wenn ich es heute nicht schaffe, dann werde ich das nie wieder schaffen.
00:30:05: Weil heute war der Tag dafür.
00:30:07: Bin ich wieder rein, noch mal aufgewammt und so weiter.
00:30:10: Und dann bin ich im zweiten Versuch, da drüber.
00:30:13: Und das Interessante daran war, wie viel Energie sowas braucht.
00:30:19: Ich war im Interconti Hotel in Berlin und da gab es eine Digital-Wage.
00:30:23: Und ich wog eighty-four Kilo, bevor ich zum Wettkampf gefahren bin.
00:30:26: Und ich kam morgens um zwei, dann irgendwann zurück, ins selbe Hotelzimmer, habe ich noch gefunden, auf dieselbe Waage und wog siebenundsiebzig Kilo auf.
00:30:35: Deswegen sage ich, wenn einer ein Gewichtsproblem hat, Weltrekord zu springen, macht Sinn.
00:30:41: Weil so viel Adrenalin und Wasser...
00:30:43: Genau.
00:30:43: Und das glückliche, was dann passiert, wenn du nach drei, vier Stunden oder fünf Stunden dann bei zwei, vierzig bist, dann wiegst du ja schon vier, fünf Kilo wegen, hast aber durch das Adrenalin, weil... noch so viel Kraft und Power in dir, dass du ne fünf Kilo weniger oder sieben Kilo weniger darüber schleppen
00:30:59: musst.
00:30:59: Warum hast du das nicht mal zu einem Geschäftsmodell gemacht?
00:31:01: Es gibt so viele.
00:31:03: Wir sind gerade dabei.
00:31:04: Passt doch auf.
00:31:07: Wir machen hier Verträge gleich mal fertig nachher noch.
00:31:09: Das ist also alle reden von fünf Kilo die Woche.
00:31:13: Wie wär's mal mit acht Kilo in ein paar Stunden?
00:31:18: Du musst mir mal eine Sache erklären, weil ich mich das immer wieder gefragt habe.
00:31:22: Weil im gleichen Jahren und ein paar Monate später war ja Olympia.
00:31:26: Und da bist du dann, zwei ein und dreißig gesprungen, bist auf Platz sieben oder acht gelandet und... Eigentlich, aber das ist jetzt wahrscheinlich ein total primitiver Gedanke.
00:31:35: Trotzdem habe ich ihn, man würde ja denken, der...
00:31:37: Möchtest du jetzt, dass ich wieder spreche oder soll ich es laufen?
00:31:39: Nein,
00:31:39: nein, nein, du kannst es mir ja gleich erklären.
00:31:42: Man würde ja eigentlich denken, der Mann, der gerade den Weltrekord gesprungen ist, müsste ja zumindest ganz oben wieder mitspringen.
00:31:49: Wie reproduzierbar sind solche Sprünge?
00:31:52: Für mich offensichtlich nicht.
00:31:54: Und zwar aus folgendem Grund.
00:31:57: Ich hatte dann eine Verletzung bekommen.
00:31:59: Außenminiskus war irgendwie lediert.
00:32:01: Ich habe dann noch Vorbereitungen gemacht.
00:32:04: Das ging noch ganz gut.
00:32:06: Ersten Wettkampf im Freien angefangen.
00:32:08: Zwei Fünfunddreißig, dreinviertzig knapp gerissen, weiß ich noch.
00:32:12: Und dann war das Knie richtig kaputt.
00:32:14: Das hat also richtig weh.
00:32:15: Da war ich bei ein paar Untersuchungen und ich musste operieren, weil ich hatte einen Riss im Außenminiskus, am Sprungbein.
00:32:23: Und ich komme jetzt zu der Erklärung, warum ich in Seoul, wenn wir spielen dann nur, also nur, ist auch relativ, zwar ein Dreißig gesprungen bin, ich wurde bei Professor Glins operiert, das waren so die ersten Anfänge von Atroskopien, da gab es noch nicht so viele, das war achtundachtzig logischerweise.
00:32:39: Aber der hatte schon zweitausend gemacht.
00:32:41: und da bin ich operiert worden, war danach nach der Operation beim Klaus Eder in Donau-Storff, haben jeden Tag fünfzeig Stunden Reha gemacht.
00:32:50: Das war im Mai.
00:32:52: und olympische spiele waren im september.
00:32:54: und nach so einer operation dann so schnell wieder zu einer leise zu springen das muss man dann wiederum im kontext sehen war jetzt so schlecht nicht und das problem war nur die anlage war perfekt für mich.
00:33:05: ich habe sie geliebt.
00:33:06: wenn diese operation nicht hätte stattgefunden dann wäre ich da glaube ich sogar noch mal höher gesprungen weil die war predestiniert.
00:33:14: für mich gewann auf chenco mit.
00:33:16: Das war sehr ärgerlich.
00:33:19: Das nervigste war halt, wenn du erst mal im Kniegelenk als Leistungssportler eine Problematik hast, also operiert wirst und so weiter.
00:33:27: Das Knie wird nie wieder wie vorher.
00:33:29: Und dann musste ich anfangen einige Trainingsinhalte wegzulassen.
00:33:34: Ich konnte nicht mehr pliometrische Sprünge in der Form machen, wie ich es vorher gemacht hatte.
00:33:39: Ich konnte keine Sprünge mit Gewichten mehr machen, wie ich es vorher gemacht habe.
00:33:42: Also ich musste alles ein bisschen vernünftiger machen.
00:33:45: in Anführungsstrichen, aber vernünft.
00:33:48: hieß dann eben noch, ich glaube noch, vierunddreißig, fünfunddreißig bin ich ein paar mal gesprungen.
00:33:52: Aber ich wusste dann auch, habe das gespürt, dass ich nicht mehr höher springe.
00:33:56: Also ich wusste, mein Zenit war erreicht und habe dann aber noch drei, vier Jahre.
00:34:02: Es war nicht so, dass ich jetzt da, dass das schlimm war.
00:34:05: Ich hatte tolle Wettkämpfe, noch tolle Erlebnisse, konnte vielleicht sogar die Wettkämpfe ein bisschen besser noch genießen.
00:34:14: Weil der Druck war so ein bisschen weg, weil ich wusste, ich kann ihn mal.
00:34:20: Wer weiß, was gegangen wäre ohne diese Operation.
00:34:22: Ich glaube, ein bisschen höher hätte ich noch springen können.
00:34:25: Aber es ist alles müßig.
00:34:26: Also es war wie es war, alles okay.
00:34:28: Du hast ja diesen Zenit mit den Zweiundvierzig als Natursportler geschafft, aber in den Achtzigern, wie heute auch, aber damals war es, glaube ich, so die erste richtig große Welle an Dopingfällen, dass es auch wirklich diese ganz fetten Schlagzeilen gab.
00:34:42: Wie hast du das?
00:34:43: Also einmal bei deinen Kollegen, aber auch im Umgang mit dir, weil sobald ein Weltrekord aufgestellt wird, bist du ja mal unter Generalverdacht.
00:34:51: Wie wurde da mit dir umgegangen?
00:34:54: Im Nachbetrachtung kann ich mich jetzt nicht an wirkliche Unterstellungen erinnern, dass da irgendjemand geglaubt hat.
00:35:03: Andersrum hat mich bis heute immer noch interessiert, wie hoch ich gesprungen wäre, wenn ich an der Bodika genommen hätte.
00:35:11: Macht
00:35:11: doch mal.
00:35:12: Ich habe darüber nachgedacht, mal vor zehn Jahren, da war ich hier beim Training und unterhielt mich mit irgendeinem Bodybuilder und so weiter.
00:35:19: Und der sagt, ja, wir haben Muskel, Querschnitt, und da sind das und das.
00:35:22: Und ich hatte mal überlegt, dachte jetzt aber, wenn du jetzt älter bist, fängst du jetzt mit einer Bulike an und ich werde die nochmal springen, da ihr solle ernsthaft springen.
00:35:31: Das war dann doch nicht so.
00:35:33: Aber ich habe eine kleine Geschichte noch.
00:35:35: Ich war in Stuttgart, Europameisterschaften, war ich Dritter, Zwei Russen vor mir, Dritter, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Zwei Russen vor mir, Z. Wir stehen im Hotel und die Russen fragen mich, what kind of anabolica do you take?
00:35:47: How many ground do you take?
00:35:49: Und das kotzt dich schon ein bisschen
00:35:50: an.
00:35:51: Krass.
00:35:51: Aber wie bist du denn dann mit diesem Wissen umgegangen?
00:35:54: Weil das ist ja das, woran dann auch viele Sportler quasi, was die zu einem Umdenken gebracht hat, dass man weiß, ich renne durch den Schnee in der Eifel und andere pfeifen sich irgendwie anabolica rein.
00:36:08: Da wäre ich ja schön blöd, wenn ich es nicht selber tun würde.
00:36:11: Was hat dich davon abgehalten?
00:36:13: Das ist eine sehr gute Frage.
00:36:16: Ich glaube, meine innere Ethik.
00:36:19: Ich wollte nie irgendwann mal zurückblicken müssen, um zu erkennen oder nicht zu erkennen, was habe ich eigentlich mit meiner Arbeit, mit meiner Einstellung geschafft und wie viel hat mir die Pharmazie dabei geholfen.
00:36:32: Ich glaube, das war es.
00:36:35: Ich weiß nicht, was passiert wäre, ehrlich gesagt, wenn einer, als ich noch nicht so ein klares Bewusstsein hatte, als ich achtzehn war und einer hätte gesagt, du musst das und das nehmen, sonst wirst du nie gut.
00:36:44: Vielleicht wäre ich so dem nicht gewesen, hätte es gemacht.
00:36:45: Das ist Gott sei Dank nie passiert, weil ich nie so eine Stagnation hatte, dass diese Situation eintrat.
00:36:51: Trotzdem, manchmal nagt es noch in mir Sotomayor, ein guter Kumpel von mir.
00:36:58: Ich will ihn jetzt nicht wehtun, aber Sotomayor wurde jetzt selten geprüft, weil auf Cuba ist kein Doping.
00:37:04: Typ reingelassen worden oder so weiter.
00:37:06: Deswegen ist es ein bisschen schade, aber auch das ist, wie es ist.
00:37:11: Es gibt Schlimmeres im Leben.
00:37:12: Wann kam dieser Punkt, weil du bist ja einerseits mit deiner Füße für diesen Sport predestiniert gewesen, und wann kam dieser Punkt, wo du das Talent hast sein lassen und wirklich in die Arbeit gegangen bist?
00:37:26: Das ist schon sehr früh.
00:37:29: Das Talent impliziert ja auch, dass du hart trainieren kannst.
00:37:33: Nur Talent jetzt von Bewegungsablauf, von der vernünftigen Koordination oder solche Dinge.
00:37:38: Das ist ja ganz gut und schön.
00:37:40: Aber das Talent zu haben, sich auch quälen zu können und sich mehr quälen zu können als andere, ist das größere Pfund, was dich eigentlich dahinträgt.
00:37:48: Mit Talent alleine, fast zu talentiert zu sein, kann dich sogar daran hindern, so gut zu werden, wie du es möglicherweise werden könntest, weil du dich darauf ausgerust.
00:38:00: Kurz nachdem du dann deine Karriere beendet hast, hast du ja den Füßes-Coach für Boris Becker gemacht.
00:38:08: Wie siehst du die Ratio von Talent und Arbeit bei ihm?
00:38:11: Weil das natürlich eine der größten deutschen Sportlegenden, die wir haben, der aber auch über dieses irre Talent, das der in wahnsinnig jungen Jahren schon hatte, auch einfach einmal ganz schön drüber gestolpert ist.
00:38:23: Wie siehst du es bei ihm?
00:38:25: Ja, ein fantastischer Tennisspieler.
00:38:30: Kämpfer vor dem Herrn, der hat eigentlich mehr gegen die Niederlage immer gespielt als fürs Gewinnen.
00:38:38: Das hat sein Spiel ausgemacht und seine Art und Weise, Tennis zu spielen, wurde oftmals auch heute noch unterschätzt.
00:38:47: Der war schon unglaublich gut.
00:38:51: Wie der auch spielen konnte, nicht nur seinen Kampfgeist und seine Grundmotivation.
00:38:56: Der war schon außergewöhnlich gut, der Kerl.
00:38:58: Lass uns mal kurz von vorne aufziehen, weil das ist ein super interessantes Kapitel.
00:39:02: Wie kam das denn erst mal, dass das du als gerade jemand, der seine Karriere beendet hat, ihre Erfolge gefeiert, hatte sich einen total großen Namen in Deutschland gemacht hat.
00:39:10: Auf einmal mit diesem damals noch, also klar, es war jetzt immer noch, ich glaube, Wurmbelton mit siebzehn war da schon neun oder zehn Jahre her, aber dass ihr dann da so zusammengefunden habt.
00:39:20: Wir haben uns einfach mal kennengelernt bei irgendeinem Davis Club.
00:39:24: glaubt gegen Indonesien in Katz und haben uns lange unterhalten und haben uns immer mal getroffen und über Sport, über das Leben gesprochen und über solche Dinge.
00:39:34: und er hatte so eine Phase damals, wo er auch nicht so hart trainiert hat, wo das alles auch zu leicht fast lief.
00:39:43: und irgendwann haben wir mal darüber gesprochen, dass wir mal ein richtiges Konzept entwickeln, dass er noch mal ein richtiger Athlet wird, also noch mehr Athlet, als er schon vorher war.
00:39:52: um seine Kunst des Tennisspielens noch besser einbringen zu können.
00:39:55: Das ist ja das, was Tennisspieler von Leichtathleten lernen können, dass die die Muskulatur noch eine bessere Kontraktionsfähigkeit hatten.
00:40:02: Wenn du eine Zehntel Sekunde schneller an der Rückhand bist, wirst du sie akkurater spielen können, als wenn du eine Zehntel Sekunde langsamer dran bist.
00:40:08: All diese Dinge beim Aufschlag, ein paar Zentimeter höher springen und so weiter gibt ja natürlicherweise sehr viel Vorteile und man sieht ja heutzutage, wie viel physischer Tenniss geworden ist.
00:40:18: ohne Athletiktraining und sinnvolles Athletik, Schnellkraft, jegliche Art von Athletiktraining, wird keiner mehr in die Top-Fünfhundert kommen, sag ich mal.
00:40:28: Das ist nicht möglich.
00:40:30: Du hast ihn beim Trainingsplan bei diesen physischen Sachen geholfen.
00:40:34: Ich glaube aber, wenn man leert oder jemanden coacht, dann bekommt ja auch immer wieder was zurück.
00:40:39: Das ist ja wie so eine Art Austausch.
00:40:41: Was hast du von ihm gelernt?
00:40:43: Was hat dich fasziniert in der Arbeit mit ihm?
00:40:47: Der Anfang in jedem Training, auch zehn Kilometer Berge, hoch und runter gerannt.
00:40:51: Anfang war immer ruhig, nenn ich es mal.
00:40:56: Hinten raus hat er nie aufgehört.
00:40:59: Das beschreibt es eigentlich am besten.
00:41:03: Der Anfang war fast bedächtig.
00:41:10: Aber den kannst du nicht kaputt kriegen irgendwann.
00:41:13: Egal was noch kam, was noch kam.
00:41:15: Hinten raus gab es kein Ende.
00:41:17: Krass, weil die Kondition so irre war.
00:41:19: oder die Kondition in der Birne?
00:41:22: Der Wille.
00:41:23: Wieso war es bei dir gerade Tennis dann?
00:41:25: Du hättest ja ganz, ganz viele Sachen machen können, aber du bist ja dann auch Trainer vom Davis Cup geworden und so weiter vom Davis Cup Team.
00:41:30: Warum war es Tennis, was dich dann so angefixt hat?
00:41:33: Weil ich Tennis so geil finde, weil es ein so komplexer Sport ist, Mann gegen Mann, du brauchst Kraft, du brauchst Schnellkraft, du brauchst Technik, du brauchst mentale Einstellungen, du brauchst Spielwitz, du brauchst Überzeugungskraft.
00:41:48: Es hat so viel mehr Komponenten, als über eine Latte zu springen.
00:41:52: Das war alles wunderbar.
00:41:54: Aber ich finde, Tennis hat viel mehr Komponenten, die mich interessieren.
00:42:00: Und ich habe erst mit dreißig angefangen, Tennis zu spielen.
00:42:03: Ich liebe diesen Sport schon.
00:42:05: Ich habe das schon vor, bevor ich mit hochschwange.
00:42:08: Ich kenne noch Stan Smith, Doppel mit Bob Lutz, solche Leute, die kennt heute kein junger Tennis-Spieler mehr.
00:42:13: Na ja, Stan Smith kennt man heute noch von den Schuhen.
00:42:15: Von den Schuhen, ja klar.
00:42:16: Von den Sneakern.
00:42:18: Aber mich hat Tennis immer fasziniert.
00:42:22: Mein Leben lang schon.
00:42:24: Mehr als Hochschwung.
00:42:24: Wir haben lieber Tennis-Profi geworden.
00:42:26: Du wärst lieber Tennis-Profi geworden.
00:42:28: Ja, verdient viel mehr Geld.
00:42:31: Du hast ja, wenn wir über die Profis sprechen, du hast ja auch mit einem Zverev, mit einem Kohlschreiber zusammengearbeitet, aber auch weil es war Ende der Neunziger eine Serie für Pro Sieben gemacht, wo du mit Otto, mit Gerhard Schröder, mit den verschiedensten Promis zusammen Helge Schneider trainiert hast, das ist doch eigentlich eine Goldgrube an geilen Geschichten, die du da mit tragen musst.
00:42:57: Es wäre viel zu schade, wenn wir sie heute verschlossen lassen.
00:42:59: Nein, gut, das ist schon nicht.
00:43:01: Also, da kann ich mich kaum doch dann erinnern.
00:43:02: Das war Ende der Neunziger, sagst du?
00:43:05: Zumindest laut im Internet, ja.
00:43:06: Ja,
00:43:07: manchmal haben die ja recht.
00:43:09: Ende der Neunziger.
00:43:10: Ja, wir haben großartige Drehs.
00:43:15: Helge Schneider hast du hier während ein hochintelligenter, hochbegabter Musikerspiel, glaube ich, fünfzehn Instrumente.
00:43:22: Fantastischer Mensch.
00:43:24: Was habt ihr trainiert?
00:43:25: Mit dem, ich habe gesagt, wir sind ein Lieblingssport.
00:43:28: Er sagt da Tischtennis.
00:43:30: Und dann haben wir ihn besucht mit dem Kamerateam und haben gedreht mit Helge Schneider.
00:43:36: Haben der Tischtennis war drauf gebaut vor der Bühne und ich habe mit ihm Tischtennis gespielt.
00:43:42: Und er kann viele Instrumente spielen, aber der Tischtennisschläge gehört nicht dazu.
00:43:47: Und mit dem über Sport zu reden war sehr lustig.
00:43:52: Es gab nicht eine sinnvolle Antwort, aber jede war... Ich habe ihn gefragt, wer ist in deinem Vorbild im Tischtennis?
00:44:01: Man sagt, er Björn Borg natürlich.
00:44:03: Ich dachte, so wechsel zu ihm, also es war nur Scheiße, was er erzählt hat, aber es war großartig.
00:44:09: Mit Otto Walkes, Golf gespielt, mit Gerhard Schröder, damals Ministerpräsident, mit den fantastischen Vierern, haben wir Liegestützkompetitionen gemacht, auch großartig.
00:44:19: Wien haben wir denn alles gehabt, Mensch, das waren so viele.
00:44:22: Aber da muss er, jetzt müssen wir den Kreis schließen mit Gerhard Schröder, muss er dann eigentlich auch aus dem Stiefel getrunken haben,
00:44:27: oder?
00:44:27: Nee, mit Gerhard Schröder waren wir hinterher in seiner Kanzlei und haben Rotwein getrunken vom spanischen Botschafter.
00:44:40: Sehr guter Rotwein.
00:44:41: Da war ja aber noch nicht Kanzler, ne?
00:44:43: Nee, war noch nicht, das war ein Ministerpräsident.
00:44:45: Ja,
00:44:45: okay, aber dann war das vor Ende der Neunziger auf jeden Fall.
00:44:47: Dann muss das vor Ende der Neunziger, genau, genau.
00:44:49: Und wie ist diese Nacht, diese Rotweihnacht da noch geendet da?
00:44:53: Ich glaube, es war vor fünf Uhr morgens waren wir nicht fertig.
00:44:58: Wirklich auch über Politik eine Lehrstunde oder mehrere Lehrstunden mit spanischem Rotwein zu bekommen, war großartig.
00:45:08: Da
00:45:08: lernst du was.
00:45:08: Ja,
00:45:09: absolut.
00:45:10: Wer würdest du sagen, wenn wir wieder zurück zu den richtigen Sportlern kommen, wer dich vom Mindset her am meisten beeindruckt hat?
00:45:17: Weil du, ich meine, du hast mit so vielen zusammengearbeitet.
00:45:20: Von Mindset?
00:45:22: Also Mindset war schon Bauches gewesen.
00:45:24: Von der Klarheit in dem, wie sehr er will.
00:45:32: Also das gibt's ja auch, das hast du logischerweise auch nicht nochmal.
00:45:38: Würdest du sagen, weil du bist ja nicht nur physisch Trainer, sondern du kümmerst dich ja auch viel um die psychische Seite.
00:45:43: Und ich glaube, der ist in den letzten zwanzig, dreißig Jahren sehr, sehr viel passiert, was auch die Einbindung der Psyche ins Training angeht.
00:45:53: Würdest du trotzdem sagen, dass es in der Breite noch unterschätzt wird?
00:45:57: Ja, das glaube ich schon.
00:45:58: Warum?
00:45:59: Weil es so ist.
00:46:00: Also ich glaube erst mal, dass es sehr individuell ist, ob jemand und in welcher Form er mentale Hilfe in Anspruch nehmen will.
00:46:10: Ich glaube, jeder muss das für sich entscheiden.
00:46:14: Ich hätte damals das nicht so gebraucht, weil ich mir eingebildet habe, ob das richtig, ob mir eine hätte helfen können, keine Ahnung, weil wie es war.
00:46:22: Aber ich bin jetzt nicht so ein Freund, dass ich mich jetzt hinsetze mit dir und mache mit dir eine Stunde Mentaltraining.
00:46:31: Wenn wir beim Davis gehabt beispielsweise trainieren.
00:46:34: dann lassen wir Dinge einfließen, während des Trainings, was beschäftigt ich dich gerade, Arco Ratés bei Bewegungsausführungen und so weiter.
00:46:42: Und die Kunst, die ich ja probiere, über die ganze Woche bis zum Tag, wo wir spielen, die Jungs physisch und psychisch in einen Einklang zu bringen, dass sie sich wohlfühlen, dass sie Lust haben auf Leistung, dass sie Lust haben, auf den Ball einzudreschen und so weiter.
00:47:02: dass die Atmosphäre stimmt.
00:47:04: Und das ist ja bei Individuen, die das ganze Jahr fast alleine auf der Tour sind, das im Team dann hinzubekommen, das ist diese schöne und herausfordernde Arbeit und Aufgabe.
00:47:14: Das ist keine Arbeit für mich, mir macht das Spaß.
00:47:17: Würdest du sagen, das ist vielleicht ein bisschen wie die Frage nach der Hände und dem Ei und was zuerst da war, aber würdest du sagen, es ist vor allem ein gesunder Geist, der in einem gesunden Körper wohnt oder andersherum.
00:47:27: Also quasi von wo aufs wird das Pferd aufgezäubt.
00:47:30: Ich glaube, ohne gesunden und ohne einen gut vorbereiteten Körper ist die Psyche niemals so stark.
00:47:42: Ich glaube, dass der Einfluss des Körpers auf die Psyche Ungeheuer wichtig ist.
00:47:50: Jetzt arbeitest du ja mit Top-Talenten aus der Jugend, aber auch mit Profis zusammen.
00:47:57: Lass uns mal ein bisschen runterbrechen, diese psychischen Tricks von deren Training auf vielleicht so unseren Alltag für Menschen, die die Trainieren gehen im Alltag, die jetzt nicht auf Leistungssport-Ebene oder auf Profisport-Ebene sind.
00:48:10: Was wären so ein, zwei Tricks, die du für uns hättest, wie man sich psychisch selber austricksen kann, einfach um bessere Leistungen zu erbringen?
00:48:17: Weißt du, wenn das so einfach wäre?
00:48:19: Es gibt ja so viele Coaches heutzutage auch, die gucken sich... auf YouTube ein paar Videos an und während ein Personal Trainer und kopieren diese Übungen und meinen jetzt können sie Trainer sein.
00:48:32: Es ist nicht so einfach.
00:48:34: Es ist so viel komplexer.
00:48:36: Ich muss die Bewegungsabläufe begreifen, weil ich sie selber mal gelernt habe, weil ich sie mal abgespeichert habe über afferente, efferente Waren.
00:48:45: Und heutzutage meinen so viele machen das und das und muss ein bisschen hip sein.
00:48:52: Es geht ja immer noch um das Sinnvolle, um die Sinnhaftigkeit.
00:48:55: Ich versuche dir einen Tipp zu geben.
00:48:58: Im normalen, wenn einer Bock hat, zweimal die Woche Sport zu gehen.
00:49:03: Ich halte es für ganz wichtig und sinnvoll, zu versuchen immer was ein bisschen stückweit besser zu machen.
00:49:09: Weil ich damit erstmal dem Körper was Gutes tue.
00:49:13: und wenn ich was besser mache als zwei Tage vorher freut sich meine Psyche und ich habe ein besseres und nachhaltiges Glücksgefühl rekrutiert.
00:49:21: Dafür muss ich aber was tun.
00:49:23: Ich sehe viele, die im Gym trainieren, haben ihren Wasser daneben stehen und trinken an der Wand.
00:49:27: Und machen
00:49:29: Cardio... Die nerven mich sogar, sorry.
00:49:31: Ja, bin ich bei dir.
00:49:33: Und machen Cardio bei Fünfzig Watt und gucken ins Handy, da bei so funktioniert Sport nicht.
00:49:40: Sie werden auch nicht eingramm abnehmen.
00:49:41: Also, das ganze Set-Up sollte sich verändern.
00:49:48: Also nochmal, ich glaube... ... zu versuchen, jeden Tag ein Stück weit besser zu werden, ... ... in dem, wo ich Bock habe.
00:49:54: So, ein bisschen Krafttraining, ... ... ein bisschen das, ein bisschen Gym, ... ... ein bisschen Cardio, ... ... ein paar Wattzahlen höher, ein paar ... ... Schnelligkeitsübungen ... ... und auch schon, wenn ich da hingehe, ... ... nicht einfach hingehen und mache jetzt irgendetwas, ... ... sondern mich schon darauf freuen, ... ... dass ich das und das vor habe, um das zu verändern, ... ... dann würde es leichter fallen.
00:50:18: Das ist ein super schöner Ansatz, der für mich ... ... heutzutage total selbstverständlich ist, ... ... aber nur die Hälfte der Wahrheit erzählen würde, ... ... wenn ich nicht auch mal so gewesen wäre, ... ... dass einfach ins Gym gehen, um da gewesen zu sein, ... ... um das für sich abgehakt zu haben.
00:50:33: Das ist, glaube ich, ein großer Teil, ... ... dessen, dass du so ein mentalitätsgetriebener Mensch bist, ... ... das zieht sich jetzt schon durch die ganze Folge durch.
00:50:42: Da möchte ich einmal ganz kurz auf eine ... Auf eine SideQuest von dir eingehen, auf eine Sache, die du gemacht hast, ... ... zwei Tausend vier, die ... ... die möchte ich unbedingt ... Ja, genau.
00:50:52: Die möchte ich einmal angesprochen haben, ... ... weil das irgendwie auch was mit ... ... Mentalität und Durchziehen zu tun hat.
00:50:57: Du warst in der allerersten Staffel ... ... Jungle Camp dabei.
00:51:00: Ja.
00:51:00: Und wenn man heute als Promi da angefragt wird, ... ... dann weiß man ja einfach, worauf man sich einlässt.
00:51:05: Wie kann ich mir damals den Pitch ... ... für dieses Konzept bei dir vorstellen.
00:51:10: Hat dann RTL-Redakteur aus Köln angerufen ... ... und gesagt, pass auf, ... ... Känguru-Hoden, ... ... Schlammgrube, ... ... Vierundzwanzig Sieben, ... ... hast du Bock?
00:51:17: Wie war
00:51:18: das?
00:51:18: Nein, nein, nein.
00:51:20: Also RTL stimmt ... ... und da hat ... ... Nagentur angerufen ... ... und könnte ich mir vorstellen ... ... bei so einer Art ... ... Incentivgeschichte ... ... so habe ich das verstanden ... ... in Australien.
00:51:32: Wo du ... ... um das Essen für die Gruppe ... ... zu verdienen ... bestimmte Leistungen erfüllen muss.
00:51:40: Also von Hodenfressen oder irgendwas war nie die Rede.
00:51:47: Ich habe mich aber auch nicht richtig nachhaltig informiert, muss ich auch sagen.
00:51:50: Ich dachte ganz ehrlich, es war Januar in München.
00:51:56: Da ist das Wetter in den seltensten Fällen außergewöhnlich gut.
00:51:59: Brisbane waren es dreißig Grad.
00:52:01: Es gab ein ganz gutes Honorar.
00:52:03: Und ich hab das als soziologisches Experiment gesehen, so was mal zu machen.
00:52:08: Keiner hat da ne Ahnung damals, was da ablaufen hat.
00:52:11: Damals war... Also viele sind schon tot, die da waren, ne?
00:52:15: Daniel Kübeböck war in der ersten Folge.
00:52:17: Costa Codales.
00:52:18: Costa Codales.
00:52:19: Susan Starnke, Tagesschau-Sprecherin, Lisa Fitz, Kommitiantin, Mariella Ahrens, Caroline Beil, die waren da.
00:52:34: Also damals kannte die noch jemand.
00:52:36: Ich schau jetzt mit fragenden Augen.
00:52:39: Ja, das war ganz lustig dann irgendwie da.
00:52:41: Ich mein, das war total langweilig, du sitzt da und ich hatte nie was, ich wurde nie gewählt irgendwas zu tun.
00:52:45: Das war ein bisschen schade.
00:52:47: Aber dann hab ich ja mitbekommen, was die da alles machen müssen und ich dachte, ja, okay, ist halt so.
00:52:51: Hätte
00:52:51: man, wenn man diese Aufgaben machen musste, hätte sich da das Honorar noch mal ein bisschen nach oben verschoben oder hattest du eine entspannte Zeit bei dreißig Grad und musst du es nichts machen?
00:53:00: Genau so.
00:53:02: Genau, es war langweilig, es war tatsächlich langweilig.
00:53:04: Was interessant war, war tatsächlich, du kriegst wirklich nichts zu essen.
00:53:08: Du kriegst wirklich nur ein bisschen Reis und ein bisschen Bohnen.
00:53:11: Und was wirklich fehlt, sind auch Gewürze.
00:53:14: Also es ist alles nur Pläne und das ist dann schon auf Dauer, also ich habe da vier, fünf Kilo Abgenommen, ohne Weltrekord zu springen.
00:53:26: Hast du... Das Gefühl, dass ich mein, es ist ja auch trotzdem so ein Mental Game, wenn man auch, wenn man jetzt keine direkte Aufgabe da zugelost bekommen hat, hast du das Gefühl, dass die Resilienz, die du dir über das Training, über deine Profikarriere davor aufgebaut hast, dass du das da irgendwas gebracht hast?
00:53:41: Also,
00:53:42: das Prozedere lief ja folgendermaßen ab.
00:53:44: Du kamst in irgendein Hotel in Brisbane.
00:53:47: Und es haben ja so ein paar Wildhüter, die giftigsten Schlangen, die giftigsten Spinnen, die giftigsten Skorpion oder was weiß ich.
00:53:57: Da
00:53:57: gibt es alles, ja.
00:53:57: Alles, was einen umbringen will.
00:53:59: Alles.
00:54:00: Und da habe ich mir so gedacht, das ist eine Live-Sendung, die werden doch ihr Leute nicht live verrecken lassen.
00:54:06: Das kam mir ja schon komisch vor.
00:54:08: Die wollten schon so eine psychische Stimmung erzeugen, dass man da ... Angst hat auch.
00:54:15: Ich habe mir alte Ausschnitte nur ganz kurz angeschaut und da bist du, ich kenne die Dame leider nicht, neben der du da sitzt und das war ja die allererste Staffel und dann sagt ihr etwas vermeintlich Unansprechliches und dann diskutiert ihr direkt darüber, das können die nicht senden oder nette senden die niemals und zack.
00:54:31: es war in der Sendung drin.
00:54:32: Was wir auch nicht mitbekommen oder ich nicht mitbekommen haben, die hatten überall Mikrofone in den ganzen Palmen, die drumherum standen und weiter.
00:54:40: Ach krass.
00:54:40: Komplett, ja wüsst du nicht.
00:54:42: Das ist wirklich wild.
00:54:43: Ja,
00:54:43: ja.
00:54:44: Hast du, damit machen wir jetzt noch mal so einen kleinen Cut zum Jungle Camp, hast du eine Art Lebensphilosophie?
00:54:50: Wir
00:54:51: sind nur für eine begrenzte Zeit auf dieser Welt.
00:54:54: Man sollte sich nicht zu oft verrückt machen.
00:54:56: Okay, weil ich habe mich das gefragt, weil wenn man sich so den ganzen Leben anschaut, dann hast du das Leben ja wirklich von allen Seiten mitbekommen.
00:55:05: Dort ist diese Ehrenerfolge, Supersponsoren-Deals.
00:55:08: ... hast mit den größten Granden des Sportes zusammengearbeitet, ... ... aber hast auch selber ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... ... denn ... Dieses ganzen Extrem-Situationen, die da auch mit waren, im Positiven wie im Negativen zurück?
00:55:42: Also ein paar Sachen werden mir lieber erspart geblieben, um ehrlich zu lernen.
00:55:48: Also alles habe ich jetzt nicht gebraucht.
00:55:51: Meine Herzgeschichte, ich hatte nie was.
00:55:55: Auf einmal bin ich bei einer Routine-Untersuchung und er sagt ein Kardiologe, wenn sie heute Nacht nicht operiert wären, werden sie morgen tot sein.
00:56:03: Das möchtest du nicht hören bei einer Routine-Untersuchung.
00:56:06: dann musst du erstmal überlegen, dann zeig dir mir das Bild von diesem Aneurysmer her.
00:56:12: und dann habe ich das, ich brauchte immer ein bisschen Glück im Leben oder bei sowas brauchste viel Glück, dann war ich bei dem Professor Lange hier in München und der hat mir das dann fantastisch erklärt, gesagt das ist, wir erwechselnd den Auspuffen und da hatte der dieses Ding, was dann da statt der Orte reingesetzt wird und sagte daran, werden sie nicht sterben, aber das ist schon, wenn du so eine Diagnose bekommt es erstmal.
00:56:40: Das zeigt halt nur, wie schnell alles vorbei sein kann.
00:56:42: Das haben viele Leute, die einen schlimmen Krebs haben, die jeden Tag durch jemanden müssen und so weiter.
00:56:47: Das sind die wahrhaftigen Helden, die sowas durchstehen.
00:56:51: Wir haben mit Drahtschlägen, sind wir reingestartet in diese Folge.
00:56:55: Angesichts dessen, jetzt mal das sportliche ausgeblendet, sondern einfach, weil ich bin aus dem Jahrgang deine Sohn ist auch.
00:57:06: daran, dass Menschen, die einfach sehr viel mehr Leben gelebt haben, als ich oder wie als meine Generation, dass wir denen auch mal gerne zuhören können, was wird dein universal Ratschlag?
00:57:16: Der darf auch ganz pathetisch und ganz philosophisch sein.
00:57:21: Mach es bester aus deinen Möglichkeiten.
00:57:24: Es generiert mehr Spaß fürs Leben.
00:57:27: Was ich vorhin schon mal gesagt habe, nicht zu früh zufrieden sein.
00:57:30: Gib Gas, mach was.
00:57:32: Mach was aus deinem Leben.
00:57:34: Und das gibt keine Grenzen.
00:57:36: Egal in... ... worin du gut werden möchtest.
00:57:39: Aber ich find gut werden macht Spaß.
00:57:41: Es ist kein, ... ... kein Markel gut werden zu wollen, ... ... auch in unserer heutigen Gesellschaft.
00:57:46: Ganz im Gegenteil.
00:57:48: Wir könnten jetzt noch weitermachen, aber ich finde, ... ... das ist ein viel zu gutes Schlusswort, ... ... als dass wir das noch machen würden.
00:57:53: Ob das ja mich nicht spürt?
00:57:54: Wir haben trotzdem noch eine Frage, ... ... weil es einfach immer die letzte Frage im Deep Dive ist.
00:57:59: Und ich finde es sehr spannend, ... wie unterschiedlich darauf geantwortet wird.
00:58:03: Das ist ein bisschen eine Quatschfrage, eine absurde Frage.
00:58:06: Das ist die Alien-Frage.
00:58:08: Alien-Frage?
00:58:08: Die Alien-Frage.
00:58:10: Stell dir mal vor, es würden Aliens auf der Welt landen.
00:58:13: und die haben keine Ahnung, wie unsere Gesellschaft funktioniert, wie der Mensch funktioniert.
00:58:17: Und die sehen dich, wie du Weltrekorde jagst, wie du dich immer weiter pusht, pusht, du willst immer so ein kleines Mannschkeil möchte, immer höher springen als die anderen und einen besseren Wert haben.
00:58:27: Und die fragen dich, weil du dich offenbar auskinnst, Carlo.
00:58:30: Warum das Ganze?
00:58:31: Was antwortest du ihnen?
00:58:38: Ich wollte zu mir das irgendwas mal besonders gut machen.
00:58:41: In Mathematik hat es nie gereicht.
00:58:44: Ich habe da nicht... Ich kann da nicht so... Ich habe es ja gesagt, eskapismus aus der Mittelmäßigkeit.
00:58:52: Ich hätte auch ein anderes Leben führen können logischerweise.
00:58:56: So wie ich das bisher hingekriegt habe und immer noch hinbekomme, gefällt mir das alles sehr gut.
00:59:01: Wie gesagt, ein paar Sachen würde ich gerne streichen.
00:59:05: Aber das ist müßig.
00:59:06: Es ist, wie es ist.
00:59:08: Und wie sagt man in Köln, das hätten wir immer gut.
00:59:12: Geht immer weiter.
00:59:14: Und wenn da einer nicht mehr dabei ist, dann geht es mit anderen weiter.
00:59:17: Und man sollte sich selbst nicht vielleicht das wirklich als Letzte nicht zu wichtig nehmen.
00:59:23: Jeder ist ersetzbar.
00:59:25: Hallo.
00:59:25: Vielen, vielen Dank dir.
00:59:26: Sehr
00:59:26: gerne.
00:59:26: Danke dir für deine Ehrlichkeit, danke dir für deine Offenheit.
00:59:29: Danke euch, dass ihr wieder reingehört habt.
00:59:31: Wir sehen uns nächste Woche wieder.
00:59:33: Lasst gerne eine gute Bewertung da, folgt uns rein und dann sehen wir uns nächsten Dienstag wieder.
00:59:37: Ab null Uhr überall, wo es Podcasts gibt und ab achtzehn Uhr auf YouTube.
00:59:40: Danke.
00:59:41: Ciao.
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