LINDA DALLMANN: Der harte Weg an die Spitze des deutschen Frauenfußballs

Shownotes

Nationalspielerin und Bayern-Profi Linda Dallmann ist eines DER Gesichter des deutschen Frauenfußballs. Mit dem FC Bayern München hat sie seit 2019 vier Meisterschaften und einen DFB-Pokal geholt, im DFB-Team gehört sie zu den alteingesessenen Stammkräften.

Host Lenny Peteanu spricht mit ihr im SPORT1 DEEP DIVE über die Anfänge in ihrer Heimat am Niederrhein, ihre Stationen in Leverkusen, Essen und München, die vielen Turniere, die sie im DFB-Dress gespielt hat und über ihre Pläne für die Karriere nach der Profilaufbahn.

Die Folge mit Linda Dallmann im Überblick:

  • 00:00:00 – Intro
  • 00:01:46 – Aufwachsen mit 6 Geschwistern = Teamsport
  • 00:08:20 – Jugendnationalmannschaft
  • 00:10:09 – Stationen in Leverkusen & Essen
  • 00:15:07 – Der Weg zur A-Nationalmannschaft
  • 00:17:34 – Mentalität im Sport
  • 00:20:34 – Der Weg zum großen FC Bayern
  • 00:27:35 – Ehrgeiz und Ziele neben dem Rasen
  • 00:33:24 – Studium und Karriere nach der Karriere
  • 00:36:10 – Equal Play
  • 00:39:50 – Wolfgang Petry & der DFB
  • 00:44:19 – Hype im Frauenfußball
  • 00:48:22 – EM-Viertelfinale und Nations-League-Finale
  • 00:54:00 – Fans im Frauenfußball
  • 00:56:58 – Aktuelle Situation in der Nationalmannschaft
  • 01:00:13 – Trainerin Dallmann?
  • 01:01:28 - Alien-Frage und Outro

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:

-📱Instagram: ⁠@lenny.peteanu

-📱 Lennys Homepage: https://www.lennypeteanu.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich wollte mal zum FC Bayern gehen und als dann auch die Chance kam, ist dann halt auch schon schön.

00:00:04: Das ist so der geilste Job, den man haben kann und dieser Moment als Wolfgang Petri wirklich in dieses Basecamp reingelaufen ist.

00:00:13: Das wird wirklich einer meiner top zehn schönsten Momente meines Lebens.

00:00:18: Mir macht es total Spaß, die Leute irgendwie auch ein Stück weit zu zeigen, was man so alles im Alltag schaffen kann, dass so ein Plan helfen kann, dass Ernährung was bringt, dass Schlaf was bringt, dass ich es einfach so versuche, auch ein bisschen authentisch rüberzubringen.

00:00:33: Wir sind auf diesen Römerplatz gekommen und der war bis zum letzten Ding voll und es war für uns so boah krass, dass in alle Leute, die das Turnier verfolgt haben, die irgendwie Fans geworden sind, umso schöner ist es, dass jetzt Frauenfußball auch die Anerkennung.

00:00:46: Ja, bekommt die sie verdient.

00:00:47: Dann würde mich auch interessieren, wie sich das anfühlt, wenn man merkt, okay, vielleicht bin ich nicht mehr die Gesetze normal.

00:00:58: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sport, ein Steepdive.

00:01:01: Ich bin Lenny und ich treffe mich hier jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus der Welt des Sportes.

00:01:06: Unser heutiger Gast ist Linda Dahlmann.

00:01:08: Linda ist eines der Gesichter der deutschen Nationalmannschaft und dominiert seit Jahren mit dem FC Bayern München den deutschen Frauenfußball.

00:01:15: Wir sprechen über ihren steinigen Weg an die Spitze, über ihre extreme Disziplin, die sie auch eisern im Alltag durchzieht und übers Elter werden in einer so schnelllebigen Sportart wie Fußball.

00:01:26: Natürlich geht es dabei auch um ihren aktuellen Beziehungsstatus zur deutschen Nationalmannschaft und darum, wie sie sich auf die Karriere nach der Karriere vorbereitet.

00:01:34: Es ist eine Folge mit total lustigen, emotionalen, aber auch sehr ehrlichen Momenten.

00:01:38: Wenn sie euch gefällt, dann lasst uns gerne gute Bewertung da und folgt auf jeden Fall rein, um nichts mehr zu verpassen.

00:01:43: Vielen lieben Dank euch.

00:01:45: Jetzt ganz viel Spaß euch bei der Folge mit Linda Daimann.

00:01:48: Was bedeutet es für den FC Bayern zu spielen?

00:01:51: Ja, in erster Linie ist es sich selber ein Kindheitstraum zu erfüllen, glaube ich.

00:01:56: Ich meine das sagen ja viele Leute, dass sie dann früher Bayernfan waren und so.

00:02:00: Bei mir war es tatsächlich auch so und ich weiß, dass meine Brüder, ich habe für ältere Brüder, die waren alle Dortmund-Fan und ich war Bayernfan als Einzige.

00:02:08: Und dann habe ich auch mal so ein Freundebuch gekriegt und hat mein Bruder so unten reingeschrieben, das wünsche ich dir, dass du niemals im FC Bayern wechselst.

00:02:15: Und ich weiß, dass ich das früher gelesen habe und so dachte, okay, das kann ja eh niemals passieren.

00:02:20: Und man hatte früher natürlich noch nicht die Vorstellung, dass das irgendwann einfach mal Realität ist.

00:02:25: Und ich bin ja seit zwei Tausend Neunzehn hier.

00:02:27: Und ja, wenn man dann mal über Jahre hier spielt, weiß man auch, was bedeutet, was wir jetzt auch für eine Entwicklung in den letzten Jahren genommen haben.

00:02:33: Von daher bin ich sehr, sehr stolz, auch ein Teil des Vereins zu sein.

00:02:37: Du bist dann irgendwann gewechselt und wir wollen mal so ein bisschen auf die Reise gehen, wie du überhaupt dahin gekommen bist, wo du heute bist.

00:02:44: Du hast sechs Geschwister, richtig?

00:02:45: Ja.

00:02:46: Das heißt ein Haushalt mit neun Menschen plus eventuell noch Tiere?

00:02:51: Nee, der ist erst später dazu gekommen.

00:02:53: Also neun Menschen.

00:02:55: Was ist in so einem Haushalt los?

00:02:59: Ja, also ich würde jetzt im Nachhinein sagen, dass es die schönste Zeit für mich war mit meinen Geschwistern, mit meinen Eltern.

00:03:07: Und dann war auch Oma viel dabei, ihr zusammengelebt zu haben, so eine Zeit gehabt zu haben, auch wirklich eine schöne Kindheit gehabt zu haben.

00:03:16: Im Nachhinein glaube ich, es ist auch ganz, ganz viel, was man schon auch für den Sport mitnehmen konnte.

00:03:20: Also gerade so dieses Teamsport, was man da lernt, dass man nur ein Teil von dem Team ist, nicht mehr, dass man sich oft unterordnen muss, dass man aufeinander Acht geben muss.

00:03:29: Ich glaube, das sind Sachen, die ich extrem lernen konnte in meiner Kindheit und wo ich jetzt im Nachhinein auch sehr dankbar für bin.

00:03:36: Ich glaube, wir wurden alle sehr gut erzogen.

00:03:39: Von daher ist es, glaube ich, was schön ist, was man erlebt hat und wo man heute auch seine Früchte von tragen kann.

00:03:46: Deine zwei Deine Schwestern haben auch Fußball gespielt, waren bei Gladbach oder spielen auch noch gerade.

00:03:54: Woher wurde euch das so eingeimpft?

00:03:56: Das hat ihr gesagt, hey, wir finden Fußball geil, wir wollen das machen, haben eure Eltern da angemeldet, woher kommt diese Fußballverrückte Familie Dahlmann?

00:04:06: Ich glaube, an erster Linie war es, weil meine vier Brüder alle Fußball gespielt haben.

00:04:10: Und die immer drauf.

00:04:11: Ich meine, früher waren wir zum Glück nicht am Handy oder am Tablet oder wo auch immer.

00:04:15: Wir waren den ganzen Tag draußen.

00:04:16: Ich bin auch froh, dass es früher so war.

00:04:18: Und ja, wir haben den ganzen Tag gekickt und als meine Brüder dann irgendwann keine Lust mehr hatten, habe ich meine kleinen Schwester ein bisschen dazu gezwungen oder dazu gebracht.

00:04:26: Von daher haben wir uns eigentlich die ganze Kindheit selbst beschäftigt im Fußball spielen.

00:04:30: Und ich glaube, daher kommt auch die Begeisterung.

00:04:33: Das ist richtig schön.

00:04:34: Das holt die ganzen Bilder noch mal zurück.

00:04:35: Wenn man einfach vor dem Handy-Zeitalter, dass man einfach eine Kindheit draußen hatte.

00:04:41: Du kommst aus Hüngse am Niederrhein.

00:04:42: Das sind so dreizehn, vierzehntausend Einwohner.

00:04:44: Ich hab mal nachgeschaut.

00:04:45: Ist jetzt nicht das Allergrößte, die Allergrößte Stadt.

00:04:50: Man kennt sich da untereinander.

00:04:52: Wart ihr da?

00:04:53: Ihr wart eine sehr große Familie, dann spielen auch noch alle Fußball.

00:04:56: Dann sind die Mädels irgendwann auch noch Profifußballerin.

00:04:59: Seid ihr da so ein bisschen als die Fußball?

00:05:02: Familie abgestempelt, kennt man euch da so?

00:05:04: Boah, ich will gerne wissen, was wir von Image da haben.

00:05:09: Ich will gar nicht genau darüber nachdenken, nein.

00:05:11: Aber ich glaube, dass wir schon so die sportverrückte Familie sind.

00:05:14: Also es ist jetzt auch gar nicht mehr so Fußball oder so.

00:05:16: Meine Brüder, die machen auch mittlerweile, die gehen Rennrad fahren, die machen Kraftsport.

00:05:20: Also man sieht die Dialmänner oft mit dem Fahrrad oder joggen oder so.

00:05:24: Ich hoffe einfach, dass wir die sportverrückte Familie sind, weil das das soll's am Ende sein.

00:05:29: Und ich glaube jetzt nur mit dem Fußball würde man unsere Familie jetzt nicht mehr verbinden.

00:05:33: Ich geschwere davon aus, dass ihr ein sehr gutes Image da habt.

00:05:36: Ich hab ein Video von dir gesehen im Internet, da warst du neun Jahre alt.

00:05:39: Oder hältst du den Ball hoch, jonglierst damit rum, als wär's das einfachste auf der Welt und schließt dann noch mit dem Fallrückzieher ab?

00:05:47: Oder warst du neun?

00:05:48: Sieht völlig crazy aus.

00:05:49: Wir blenden's auch mal kurz ein.

00:05:52: Wo hast du das gelernt?

00:05:54: Hast du das dir mit deinen Geschwistern beigebracht?

00:05:56: Hast du es selber gelernt im Verein?

00:05:58: Ich weiß es.

00:05:58: zu dem Video gab es ja auch eine Geschichte, dass es so ein Wettbewerb gab, dass man so ein Video einschicken musste.

00:06:04: Und als Preis konnte man halt ein Trickhauser zu seiner Mannschaft gewinnen, das fand ich schon mal mega.

00:06:09: Und man konnte halt ein Länderspiel Argentinien gegen Deutschland schauen und da hat auch schon Lionel Messi gespielt, ich glaube es war ein Düsseldorf damals.

00:06:16: Und das wollte ich unbedingt gewinnen, deshalb habe ich für dieses Video auch... Tag und Nachtgefühl trainiert, auch immer wieder hochgehalten, bis es mir schwindelig wurde.

00:06:23: Also ich war auch wirklich jemand, der den ganzen Tag auch daran gearbeitet hat, was er lernen wollte.

00:06:28: Und dafür war eigentlich das Video gedacht.

00:06:30: und ja, das war so ein bisschen die Geschichte.

00:06:32: Aber wie gesagt, ich habe früher mich wirklich von morgens bis abends mit dem Ball beschäftigen können und mehr wohnen nicht langweilig.

00:06:37: Kam das Saar dann auch schon so ein bisschen auf?

00:06:40: Also da hat es eine Verbissenheit im besten Sinne, eine Strebsamkeit, dass man da schon gesehen hat, okay, Linda hat einen... Ist gut in ihrem Hobby, aber vielleicht könnte das sogar mal mehr als ein Hobby werden oder war das damals noch noch nicht zu erkennen?

00:06:54: Ja, ich glaube, wenn man heute Kinder Sport machen sieht, merkt man auch schon relativ früh, wer da ein bisschen mehr will, ohne dass man jetzt die Kinder dazu zwingt.

00:07:02: Aber wenn man wirklich die Leidenschaft hat, gut zu werden zu wollen, dann... braucht man da, glaube ich, Kinder nicht zu zwingen, sondern es kommt von ganz alleine.

00:07:09: Und ich finde auch in jeder Mannschaft sieht man immer so der eine, der noch ein bisschen verbissener ist als die anderen, der mehr gewinnen will, der vielleicht ein bisschen mehr trainiert, mehr in der Freizeit noch an den Sachen arbeiten.

00:07:18: Das sind auch oft die Leute, die es bis nach oben schaffen, weil die eine gewisse Einstellung haben und eine gewisse Disziplin.

00:07:24: Ich glaube, dass ich die auch hatte, schon relativ früh, weil für mich fast jetzt auch nicht immer leicht und auch nicht immer schön.

00:07:29: Ich meine, man spielt lange bei den Jungs, ist immer das einzige Mädchen.

00:07:32: Es gibt ja so viele Sachen, wo man dann irgendwie oft denkt, okay, hat man da eigentlich Bock drauf oder will man einfach mit den anderen Mädels irgendwas anderes machen?

00:07:40: Das sind natürlich schon oft so Sachen, wenn man sich da dann wirklich durchbeißen möchte, dann hat man auch... wirklich das große Ganze vor Augen und das hatte ich immer.

00:07:48: Ich wollte immer zum FC Bayern gehen und als dann auch die Chance kam, ja, es ist dann halt auch schon schön.

00:07:53: Woher glaubst du, kam der bis?

00:07:56: Boah, weiß ich gar nicht.

00:07:57: Ich meine, ich war schon immer sehr klein und so ein bisschen zu schwach für alles.

00:08:02: Ich glaube, da wollte ich es mir immer selber so ein Stück weit beweisen.

00:08:05: Ich meine, ich musste mich gegen meine Brüder durchsetzen.

00:08:07: Es war immer schon gefordert.

00:08:08: Ich hatte nicht immer die Wahl.

00:08:11: Und ja, je mehr man mehr, man kann mit denen mithalten, es macht einem Spaß.

00:08:16: Man will besser sein als die Jungs.

00:08:17: Da entwickelt sich das einfach so über die Zeit und dann entwickelt sich auch ein Charakter schon in relativ junger.

00:08:23: Den Charakter hat auch der DFB schon sehr früh wahrgenommen.

00:08:27: Du bist in die U-Sechzen angekommen.

00:08:29: Was glaubst du, haben die an dir gesehen und was haben sie an dir geschätzt?

00:08:33: Ja, ich glaube so gerade, ich meine, es ging ja in der U-Sechzen los.

00:08:36: Da habe ich es noch nicht geschafft.

00:08:37: Das war auch noch so U-Sechzen, U-Sechzen, U-Sechzen war ich glaube ich auch ein... Stück weit wieder raus.

00:08:42: Da war es noch so ein bisschen kritisch, weil ich halt einfach mich nicht so richtig durchsetzen konnte.

00:08:47: Und es kam dann echt immer so ein bisschen auf den Trainer an, der in der Jugend dann halt gesagt hat, okay, das finde ich cool als Spielertyp.

00:08:55: Das hat was Besonderes oder es reicht nicht.

00:08:57: Es war immer so ein ganz schmaler Grad bei mir, wo man sagt, okay, es reicht oder es reicht nicht.

00:09:03: Aber im Endeffekt ... Ja, hatte man auch viele gute Trainer dazwischen, die einem auch das Potenzial ein bisschen angesehen haben und haben gesagt, okay, die ist vielleicht ein bisschen schwächer, aber hat auch einen tieferen Körperschwerpunkt, hat vielleicht andere Stärken.

00:09:15: Es ist ein bisschen was anderes.

00:09:17: Von daher bin ich froh, dass es auch solche Trainer dann in der Karriere gab.

00:09:21: Voll gut.

00:09:21: Ich stelle mir das richtig geil vor in den Phasen, in denen du dann in der U-Sechzehn, U-Siebzehn unterwegs warst.

00:09:27: Das ist doch eigentlich wie eine Art Klassenfahrt erstmal, oder?

00:09:32: Ja, eigentlich verpasst man alle Klassenfahrten, die man mit der Schule macht.

00:09:35: Natürlich ist

00:09:35: es viel Arbeit, aber ich denke mir, wenn man...

00:09:40: Ja, vor allem kommt man dann in jungen Jahren in die Länder halt, also dann wirklich mal da hin zu fliegen.

00:09:46: Wir sind in die USA geflogen, wir sind nach Afrika geflogen.

00:09:49: Das war für mich als jemand, der aus Hünxe kommt, natürlich erstmal was richtig cool ist.

00:09:54: Ich glaube, das sind so die Erfahrungen, die man einfach in den Jahren macht, die man, wenn man nicht Fußball spielt oder keinen Leistungssport hat, halt nicht macht.

00:10:02: Von daher ... Ja, hat man natürlich in der Schule ein Stück weit was verpasst, aber umso mehr Erfahrung dann im Fußball gemacht.

00:10:09: Lass uns mal über diesen Step dann von der Jugend in Richtung Bundesliga, in Richtung Profi da sein sprechen.

00:10:14: Du hast ja ein Hüngse angefangen, war relativ lange da, bist dann aber immer so weiter weggewandert.

00:10:19: Erst mal zwanzig Minuten, glaube ich, Richtung Wesel dann, dann, Duisburg ist so eine Stunde von euch entfernt, Leberkusen.

00:10:26: Und vorbereitet.

00:10:28: Ich hab auch Google Maps.

00:10:29: Das ist nicht so schwer.

00:10:31: Aber du bist immer weiter weggewandert und warst ja doch relativ jung.

00:10:34: Erst mal, wie habt ihr das Ganze gemanagt?

00:10:37: Hast du da noch zu Hause gewohnt?

00:10:38: Gab's da ganz klassische Nachwuchsleistungszentren?

00:10:41: Wie habt ihr aber einen Alltag da gemanagt?

00:10:43: Weil jeden Tag zum Training, zwei Stunden, one-way, stell ich mir schwierig vor.

00:10:47: Oh ja, es war ... Also kleinen Hüngse war noch alles okay, da ist man zum Platz gelaufen, dann ab Wesel wurde es schon ein bisschen kritischer.

00:10:54: Ich hatte von meinem Opa den habe ich leider nicht mehr kennengelernt, aber er hat einen sehr guten Freund, der hat sich so in der Zeit dann um mich gekümmert so ein bisschen, der hat mich oft zum Training gefahren.

00:11:04: Wir hatten auch oft Fahrgemeinschaften mit anderen Jungs, die auch aus der Nähe kamen.

00:11:08: Die haben uns da so ein bisschen arrangiert, aber uns zu sind dann auch meine Eltern gefahren.

00:11:11: Aber es war natürlich, auch wenn wir da nie da rein auswahl hatten nachher und so, dann musste meine Mama und meine Oma da gefühlt immer drei Stunden sitzen.

00:11:18: Das war dann in Duisburg.

00:11:20: Also es war schon echt viel hin und her gegurke.

00:11:22: Also ich glaube, im Nachhinein weiß man das auch zu schätzen, was Eltern da für einen... Ja, leisten und wie viel Zeit da ins Land geht, das war wirklich Wahnsinn.

00:11:30: Nachher habe ich dann ja auch nach Leverkusen gewechselt, da bin ich dann immer im Zug gefahren.

00:11:33: Ich glaube, das waren... Weiß ich nicht, anderthalb Stunden mit dem Zug und dann war ich um dreiundzwanzig Uhr oder so wieder zu Hause.

00:11:39: Das war eine Katastrophe.

00:11:40: Da war ich dann auch echt schlecht in der Schule, wo wir auch gesagt haben, okay, wir müssen was anderes finden, weil so lange wird es nicht gut gehen.

00:11:46: Das muss jetzt auch klappen mit dem Fußball.

00:11:48: Dann

00:11:49: muss ich wieder woanders hinwechseln, damit es mit der Schule auch wieder besser wird.

00:11:53: Also so lernt man halt irgendwie, okay, was geht, was geht nicht.

00:11:56: Ich meine mit Leistungszentrum oder Internat, das kam für mich nie in Frage.

00:12:00: weil ich auch einfach das geschätzt habe, was ich zu Hause hatte.

00:12:03: Und ich auch mit den Jungs wirklich eine gute Mannschaft hatte.

00:12:06: Die waren auch ... Was war das zur Leistung?

00:12:10: Ich weiß gar nicht, wie das hieß.

00:12:11: Nachher war es auch nie da rein.

00:12:12: Also die waren wirklich gut.

00:12:13: Ich würde sagen, das waren richtig gute Klicker da, wo ich mitgespielt habe.

00:12:16: Von daher, man hat so gelernt, was geht, was geht nicht.

00:12:21: Was macht einem Spaß?

00:12:22: Will man so lange im Zug sitzen oder nicht?

00:12:24: Und so bin ich ja dann bei Essen gelandet.

00:12:27: Das war ja dann auch so ein bisschen, weil die hatten eigentlich den Kader schon voll.

00:12:31: Und manchmal hat er auch noch keinen Berater gehabt, dann habe ich es mit meinem Vater gemacht und der hat ja auch gar keine Ahnung.

00:12:35: Ich auch nicht.

00:12:36: Wir saßen dann so, haben versucht Werbung für mich zu machen, war eher so, naja, war auch nicht überzeugend.

00:12:41: Na ja,

00:12:42: du bist heute Nationalspielerin.

00:12:44: Ja, das war ja dann noch nicht abzusehen.

00:12:47: Aber ich hatte dann ja auch mit Markus Högnath, ein Trainer, dem ich ja heutzutage auch noch viel zu verdanken habe, weil er auch ein Trainer war, der mir sehr, sehr viele Freiräume gegeben hat, auch so meinen Spielertyp.

00:12:57: hat spielen lassen.

00:12:58: Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig.

00:12:59: Vor allem in denen, ich glaube, ich war das siebzehnte oder achtzehn, dass man da auch die Spielminuten kriegt.

00:13:04: Ich war da jeden Spiel auf dem Platz, auch wenn ich mal Scheiße gespielt hatte, gesagt, Linda, komm, nächstes Spiel, mach sie wieder.

00:13:10: Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, dass man in dem Alter einfach die Erfahrung sammelt, um dann irgendwann den nächsten Schritt machen zu können.

00:13:16: Warum konntest du bei Leverkusen nicht so richtig den nächsten Schritt machen?

00:13:20: Wir kommen gleich noch zur SKSSen, aber... Du kamst ja aus eigenem Jugendhoch dann auch und warst dann aber nur einige Monate da.

00:13:26: Warum war das nur so?

00:13:26: ein kurzes Intermezzo?

00:13:28: Ja, einfach wegen der Fahrzeit.

00:13:29: Also wegen, einfach weil es zu viel Stress war da, weil sich nicht gefühlt, vier, fünf Stunden am Tag noch im Zug zu sitzen und dann noch zum Training zu gehen, dann spät ins Bett zu kommen, wieder früh aufzustehen.

00:13:41: Da merkst du, da fehlt dir Schlaf, da fehlt dir dann die Zeit in der Schule, dann fehlt dir Zeit für die ganzen Sachen, die du für die Schule machen musstest und dann am Ende ... trainierste dann auch nicht so gut, wie du es könntest.

00:13:51: Und da muss man sich auch ehrlich eingestehen, dass es dann vielleicht einfach nicht der richtige Schritt war.

00:13:56: Und der nächste Schritt zur SKSS war sportlich einerseits.

00:13:59: Super, weil die waren immer so zwei, drei Plätze weiter vorne auf der Tabelle.

00:14:03: Und gleichzeitig muss das ja, denke ich, mir eine ziemlich große Liebesgeschichte gewesen sein, weil heutzutage oder auch damals acht Jahre bei einem Verein zu bleiben ist schon was Besonderes.

00:14:14: Was war das Besondere für dich da?

00:14:16: Ja, also ich mein... zur SKS kann ich nur positive Sachen sagen.

00:14:21: Ich habe da auch sehr gerne gewohnt.

00:14:23: Ich bin dahin gezogen.

00:14:24: Ich hatte da am Anfang mit Dominic Janssen, die spielt jetzt auch bei MENU, zusammen gewohnt werden in der WG.

00:14:30: Dann hatte ich mit Isabelle Hochstein eine WG.

00:14:32: Man hat dann da und da eine WG-Mar gehabt.

00:14:34: Dann habe ich auch eine Zeit mit meiner Schwester in Essen zusammen gewohnt.

00:14:37: Also es war eine Zeit, wo man ... Ja, auch noch relativ nah zu Familie war.

00:14:41: Man konnte alles irgendwie gut verbinden.

00:14:43: Ich habe dann studiert in Bochum.

00:14:44: Es war irgendwie alles so total gut machbar.

00:14:47: Dann hatte man, wie gesagt, ein Umfeld, was ein geschätzt hat, ein Trainerteam, was ein geschätzt hat.

00:14:52: Und ich glaube, ja, dann hält man es auch acht Jahre gut in einem Verein aus und ist glücklich da und muss dann auch, finde ich, die Dankbarkeit zeigen, nicht immer sofort das erste Angebot zu nehmen, was man kriegt, sondern wirklich zu warten und den richtigen Moment abzuwarten.

00:15:06: Und ja.

00:15:07: Deshalb war ich dann die acht Jahre in Essen.

00:15:09: Du bist ja während deiner Anfänge in Essen dann auch in die A-Nationalmannschaft aufgerückt, von der Jugend nach oben.

00:15:17: Nimm uns dann mal bitte einmal zurück.

00:15:19: Gabs da einen dieser ominösen Anrufe?

00:15:21: oder wie ist das passiert?

00:15:23: Ich weiß es dann öfter schon mal hieß, okay, Linda müsste auch mal eingeladen werden, weil ich hatte da ein, zwei gute Saison bei Essen und dann wusste ich immer schon, okay, jetzt wird eh nicht passiert.

00:15:32: Und dann war Olympia vorbei und dann kam Steffi Jones und sie hat mich dann auch eingeladen.

00:15:38: Ist natürlich dann auch was ganz ganz anderes zu einer Nationalmannschaft zu kommen, weil da waren auch Leute wie, weiß ich nicht, Anja Mittag, Barbet Peter, Jennifer Marujan.

00:15:46: Also Jennifer Marujan war eh so für mich so, boah, das ist eh die krasseste Fußballerin.

00:15:50: Also wenn du die dann hast, kicken sie, dann hast du gedacht, okay, krass, das kann ja noch mal ganz anders aussehen.

00:15:56: Das war vom Niveau dann noch mal was ganz anderes, da war ich dann auch mal ein bisschen schüchterner.

00:15:59: Aber ja.

00:16:03: Von da an hat sich die Mannschaft, oder man, das entwickelt sich ja auch alles, so.

00:16:07: irgendwann sind die Älteren dann gegangen, es kam wieder anderen nach und so ist man irgendwie, jetzt schon lange ja auch, ich glaube es war zwei Sechzehn, wo ich das erste Mal dabei war, so jetzt über die Zeit erlebt man immer wieder, okay, dann kommen die Jungen, dann gehen die Alten weg, dann ist dies, dann ist das, man erlebt so viele Trainerveränderungen in der Zeit.

00:16:24: ja auch, dann war Horst Rubelstad, dann war hier Martina Foster, dann war wieder Horst Rubelstad, dann war ein Christian Wirktal, also man hat so viel irgendwie erlebt und so viel... Ja, auch Mitspielerinnen da erlebt, das ist schon auch eine schöne Erfahrung, die man machen kann.

00:16:36: Wie ist es denn mit denen dann auf einmal in der ganzen Weltgeschichte rumzureisen?

00:16:40: Du hast Marujan zum Beispiel schon erwähnt, du bist mit deinen Idolen dann auf einmal unterwegs auf der ganzen Welt, spielst Turniere.

00:16:47: Was ist das für ein Gefühl?

00:16:48: Ja, Turniere, finde ich, kann man eh schwer vergleichen mit irgendwas anderem.

00:16:53: Das ist schon ... was sehr besonderes.

00:16:55: Vor allem das war ja dann noch in Frankreich in der Niederland.

00:16:57: Es waren dann auch noch Orte, wo man vielleicht mal jemand aus der Familie da hatte.

00:17:01: Jetzt in England waren viele da.

00:17:05: Es sind halt immer so ... Erlebnisse, die man dann irgendwie so einmalig hat, weil so ein Turnier spielt man halt nicht jeden Tag.

00:17:12: Und es ist umso schöner, wenn man dann auch jemanden auf der Tribüne hat, mit dem man das irgendwie zusammen erleben kann.

00:17:17: Ich weiß, das Frankreich-Spiel jetzt zum Beispiel bei der letzten Ämnesviertelfinale war dann auch mein Bruder, eine Freundin und meine Schwester da.

00:17:23: Und dann stand es ja auch direkt eins, null für Frankreich.

00:17:25: Und die haben gesagt, die wollen eigentlich schon wieder fahren.

00:17:27: Und dann war es am Ende so ein krasses Spiel.

00:17:30: Ja, es war so ein krasses Spiel.

00:17:31: Und ich bin irgendwie so froh, dass man das irgendwie mit denen zusammen erlebt hat, weil das ja auch irgendwie verbindet.

00:17:36: Und ja, solche Erfahrungen kann man sich schwer irgendwo kaufen, sondern die hat man gemacht und dafür ist man sehr dankbar.

00:17:43: Und ja.

00:17:44: Wir bauen jetzt einen ganz kurzen Cliffhanger, weil wir reden natürlich gleich noch über dieses Spiel.

00:17:49: Das machen wir aber nachher noch.

00:17:50: Dafür müsst ihr zu Hause jetzt noch zuhören.

00:17:53: Du hast mal in einem Interview erzählt, weil das jetzt alles nach einer großen Heldengeschichte eigentlich erst mal klingt.

00:17:59: Klar, wir waren natürlich auch nicht dabei und das ist immer ein sehr, sehr schwerer Weg nach oben an die Spitze.

00:18:04: Aber es gab, hast du mal in dem Interview gesagt, immer wieder Leute, die total an dir gezweifelt haben, die gesagt haben, ob die Linda wirklich so drauf hat, dass sie es bis nach ganz oben schaffen kann.

00:18:15: Schwierig wissen wir nicht.

00:18:16: Jetzt, glaube ich, gibt es da zwei Typen, wie man damit umgehen kann.

00:18:20: Es gibt Menschen, die glauben das und denken sich dann so, vielleicht haben die recht, vielleicht recht sehr wirklich nicht, und dann eher so resignieren.

00:18:27: Und es gibt Menschen, die dann sagen, Herr Freund, hört mal, ja, jetzt erst recht.

00:18:32: Ich glaube, ich weiß, was für ein ... Typ du davon wärst, aber wie würdest du dich da einschätzen?

00:18:39: Ja, man stellt sich das ja immer so ein bisschen vor, als würde das dir in den jungen Jahren jemand sagen und dann musst du dagegen ankämpfen und ab da läuft es dann bergauf.

00:18:48: So ist es auch nicht, sondern diese Momente kommen ja immer wieder und es ist auch in der Karriere, du hörst ja immer wieder mal, das ist nicht reich oder du hörst immer mal wieder das und das passt nicht.

00:18:57: Also es ist ja nicht so, dass es danach nur noch so Blümchen spielen ist, sondern Man muss halt über die Jahre schaffen, wie man gerade diese Sachen, die man sich dann zum Teil auch anhören muss und ein bisschen in was anderes umwandelt und dass man seinen eigenen Weg findet, sich davon nicht beeinflussen zu lassen.

00:19:16: Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, weil es immer wieder solche Aussagen gibt.

00:19:19: Es ist nicht nur ... Am Anfang oder nur in der Mitte der Karriere, sondern man hört es immer wieder.

00:19:25: Und von daher ist es ganz, ganz wichtig, dass man da so als Spielerin seinen eigenen Weg irgendwann findet, mit den Sachen umzugehen.

00:19:31: Klar, früher hat man das, hat man gesagt, der zeige ich, das war so ein bisschen trotzig.

00:19:35: Aber irgendwann, wenn man älter wird, dann hat man einfach eine ruhigere Art, so was anzunehmen, zu sagen, gut.

00:19:42: habe ich verstanden, aber dann am Ende hier wieder raus und sein eigenes Zeug zu machen.

00:19:47: Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man da so ein bisschen seine eigene Strategie entwickelt.

00:19:51: Gibt es bei aller Ruhe, mit der du da mit umgehst und die du auch ausstrahlst, aber trotzdem auch diese Momente, wo du dann nach einer Meisterschaft auf dem Rathausbalkon in München auf dem Amarinplatz stehst und dir denkst, ich freue mich.

00:20:04: Gleichzeitig hab ich es euch auch noch gezeigt, euch zweifeln.

00:20:07: Oder bist du davon völlig

00:20:09: gelöst?

00:20:09: Nee, also so bin ich auch nicht vom Typ, sodass ich da so richtig ... So, den hab ich jetzt eingeteckt, so bin ich nicht.

00:20:15: Also, ich bin eher so ein bisschen ruhiger.

00:20:17: Ich freu mich, wenn ich da stehe, auf Marienplatz kann ich wirklich sagen, es ist schön, da umzustehen.

00:20:21: Aber ich bin jetzt nicht so und denk noch groß.

00:20:24: Also, ich bin jetzt generell nicht jemand, der sich noch ewig lang über Sachen dann irgendwie nachhinein aufregt, sondern ...

00:20:30: Es wäre nicht schlimm gewesen, wäre eine ganz menschliche Rührung.

00:20:32: Nee,

00:20:33: aber so bin ich auch vom Typ, glaube ich nicht.

00:20:36: Wenn wir schon beim FC Bayern sind, im Jahr zwei Tausend neunzehn, bist du nach München gewechselt, da kam der Anruf, es wird dir immer so ein bisschen gesagt, ja, da kommt ein Anruf unter unbekannter Nummer, anonyme Nummer, wohl die Höhe soll es dann sein, war es bei dir auch so oder ist das Quatsch?

00:20:53: Es läuft dann ja über den Berater.

00:20:55: Ich weiß, dass er mir dann damals gesagt hat, dass Bayern Interesse hat.

00:20:58: Also so entwickelt sich ja das dann.

00:21:02: Ja, und so kam das dann auch.

00:21:03: Und dann natürlich telefoniert man dann auch persönlich irgendwann mit... Bianca Reich war es dann damals schon.

00:21:10: Natürlich telefoniert man dann ab und zu, dann macht man irgendwann ein Termin aus sich das mal anzuschauen, dann fliegt man da mal hin oder im Zug glaube ich hingefahren.

00:21:17: Da war ich doch mit meinem Dad und mit meiner Schwester und dem Berater.

00:21:20: Das ist dann eigentlich schon ganz cool, wenn man das dann mal sieht und wenn man dann auch mal ganz andere Bedingungen sieht als ... die man überhaupt bisher kennt und man denkt, okay, krass, hier könnte man spielen.

00:21:30: Und dann geht das ja auch alles ganz schnell, wenn man auch Lust drauf hat.

00:21:33: Was hat dein Bruder gesagt, frage ich mich gerade, der dir als Kind gewünscht hat, dass du niemals zu den Bayern gehst?

00:21:39: Ja, die haben sich ja auch ein bisschen weiterentwickelt.

00:21:43: Mittlerweile findet er es auch cool.

00:21:45: Also er ist jetzt auch kein Dortmund-Fan mehr.

00:21:47: Ich meine, irgendwann ändert sich das auch alles wieder.

00:21:51: Ich glaube, meine Brüder sind schon stolzer, sich das Spiel, weil die auch ... Als sie dann älter wohnen, haben sie auch schon gesehen, dass da auch was hinterstand mit den Bayern.

00:21:58: Ja, die können schon was.

00:21:59: Ja, die können schon was.

00:22:01: So von daher, da haben wir gar nicht mehr so richtig drüber gesprochen, aber er ist natürlich jemand, der das glaube ich auch am Ende cool findet.

00:22:08: Du hast ja vorhin schon gesagt, dass das ein Kindheitstraum eigentlich von dir war.

00:22:12: Und dann ist dieser Moment da, du kommst das erste Mal an den Campus, du siehst, was es eigentlich für Ressourcen, was es für Möglichkeiten da gibt.

00:22:18: Da stelle ich mir einerseits ein bisschen Einschüchtern vor, aber auch, dass man sich denkt, wow, wie geil ist das denn.

00:22:24: gerade in der Frauenbundesliga, wo die Ressourcen so unterschiedlich verteilt sind.

00:22:29: Das wird jetzt auch viel über Equal Play gesprochen.

00:22:32: Kannst du das heute auch noch wertschätzen, dass du weißt, okay, bei uns beim Campus, bei den Bayern haben wir einfach Trainingsmöglichkeiten, die die allermeisten wahrscheinlich sonst in der Bundesliga nicht haben?

00:22:42: Oder ist das irgendwann, dass diese Begeisterung dann auch ein bisschen weniger wird, auch wenn man jetzt schon sechs, sieben Jahre da spielt?

00:22:49: Nee, also ich glaube, das hört nie auf.

00:22:52: Ich meine, ich bin ... Jedes Mal so glücklich, wenn ich Mittag essen, dass ich so ein Bekocht werde.

00:22:58: Weil man weiß, wie es war, als man in Essen gespielt hat, dann auch zur Uni gegangen ist, dann da irgendwie Mittag sich irgendwo ein Scheiß geholt hat, irgendwo, um was zu essen.

00:23:07: Und ich weiß, wie viel ... Stress man da hatte und wie wenig Stress man jetzt hat.

00:23:12: Also ich meine, die Dankbarkeit verliert man nicht, auch nach, weiß ich nicht, wie viele Jahre ich jetzt da bin nicht.

00:23:17: Und ich habe es ja auch in Essen eigentlich das Gegenteil erlebt.

00:23:20: Ich meine, es ist ein Verein, der immer für alles sehr, sehr hart gearbeitet hat, immer sich alles erarbeitet hat und auch kein Männerverein dahinter hatte, sondern wirklich mit Menschen gearbeitet hat, die das wirklich aus tiefstem Herzen gemacht haben.

00:23:34: Und... Natürlich merkt man dann schon, wenn man von Essen nach München geht, okay, das ist eine komplett andere Welt, aber trotzdem spielen wir in der gleichen Liga.

00:23:41: Das ist manchmal so real, dass man irgendwie da spielen kann und da spielen kann und trotzdem irgendwie auf dasselbe hinaus arbeitet.

00:23:49: Deshalb finde ich es auch sehr, sehr schade, dass es in vielen Vereinen einfach noch nicht so die Gegebenheiten so sind wie bei uns, weil das ist der Maß, oder vielleicht der Standard, der jede Verein erreichen sollte und der auch einfach dazugehört.

00:24:05: Und von daher ist dieses Thema natürlich auch ein sehr wichtiges.

00:24:08: Sprechen wir gleich auch noch mal drüber.

00:24:11: Du hast aber die Umstellung darüber kurz angeschnitten, als du nach München gekommen bist, aus Hüngse nach München.

00:24:18: Was war die größte Veränderung da für dich?

00:24:22: Ja, das kann man, also ich meine, ich bin jetzt mindestens schon mal in Essen gewesen, das war vielleicht schon mal ein ganz guter Zwischenschritt, um dann nach München zu gehen.

00:24:31: Aber... Ich werde nie vergessen, als ich dann das erste Mal nicht zu einem Olympia-Park gefahren bin und dann auf diesem Olympia-Berg war oder mit meinen Schwestern zum ersten Mal zum Tegernsee gefahren sind.

00:24:41: Also man kann das gar nicht beschreiben, wie man das da früher so empfunden hat.

00:24:45: Also ich dachte, das ist so schön, da geht es ja nicht als hier so.

00:24:48: Ich finde München auch immer, ich meine, ich bin in vielen Städten gewesen, ist es immer noch... Ganz oben mit dabei.

00:24:54: Ich finde München einfach mega, nicht nur wegen der Stadt, sondern einfach wegen den Bergen, wegen den See und einfach alles drum herum, was man hier mal eben erreichen kann, gerade so an freien Tagen und so.

00:25:04: Also ich liebe es einfach auch, aus München rauszufahren.

00:25:08: Ja, also mit meinen Schwestern hier, weil wir hatten auch gar keine Ahnung von irgendwas, weil wir dachten, dass zum Beispiel, weil ich hab gehört, dass Tegernsee ein Bier zum Beispiel gut ist.

00:25:16: Und dann hab ich gedacht, es gibt's halt nur am Tegernsee.

00:25:18: Und dann sind wir extra zum Tegernsee gefahren, haben gesagt, wir verbinden das, sind wir da zum Rewe gegangen haben, so ein Riechen.

00:25:23: Kasten, Tee, ganz sehr gekauft.

00:25:25: Und dann hab ich nachher gesehen, dass es überall geht.

00:25:27: Ja, das gibt's überall.

00:25:28: Da war ich auch schon bei Ihnen gesehen.

00:25:29: Da war ich auch schon bei Ihnen gesehen.

00:25:32: Aber das sind so Sachen, wo ich mir danach dachte, mein Gott, dann merkt man manchmal, dass man noch so ein bisschen aus dem Dorf kommt.

00:25:38: Und ja.

00:25:39: Aber das waren so Sachen, also die waren dann auch die erste Woche da, wo ich nach München gezogen sind.

00:25:43: Und die Woche war gefühlt so cool.

00:25:45: Weil man das dann einfach alles sehr extrem erlebt, so.

00:25:49: Und sich sehr darüber freut, da leben zu dürfen.

00:25:52: Das glaub ich.

00:25:53: Du warst fünfundzwanzig, als du noch München gekommen bist und vor allem zum großen FC Bayern München gekommen bist.

00:25:59: Ich stelle mir das nicht so einfach vor, weil natürlich dieses öffentliche Interesse ist ein anderes, der Anspruch ist anders, auch die Kohle.

00:26:07: Mit fünfundzwanzig kluge Entscheidungen weit weg von zu Hause zu treffen, wär mir jetzt nicht so leicht gefallen, sage ich ehrlich.

00:26:15: Gab's da irgendwelche... Fehlkäufe, irgendwelche Sachen, wo du dir so dachtest, geil, jetzt ist der erste fette Gehaltscheck von den Bayern.

00:26:23: Jetzt hau ich mal richtig auf die Kacke.

00:26:25: Nee, also ich glaube, es ist im Frauenfußball auch nicht so das... Also ich glaube, das ist vielleicht im Männerfußball ein Thema, aber beim Frauenfußball habe ich das jetzt noch nicht erlebt.

00:26:35: Also ich meine, ich hatte da noch mit Mandy Yislaka und Katrin Hendrich... Ja, auch dann direkt Leute, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe, die so aus der Nähe von mir kam, mit denen man so direkt sich gut hat connected gefühlt.

00:26:48: Und ich meine, es kam dann auch relativ schnell Corona dann.

00:26:52: Und das war ja dann ist es schon ein bisschen komisch, so in einer großen Stadt zu wohnen, nicht mehr rauszudürfen, dann bist du ja auch alleine.

00:26:57: Und so, das war schon so eine Erfahrung, wo man denkt, okay, dann hätte man vielleicht auch lieber ein bisschen weiter zu Hause gewohnt, weil man einfach den ganzen Tag zu Hause war.

00:27:05: Aber ... Im Endeffekt hat man, kann man das jetzt auch nicht vergleichen, also als ich zum München gekommen bin, kann man das jetzt alles nicht vergleichen mit dem, was jetzt ist.

00:27:14: Also was ich so in den Jahren wirklich an Entwicklung auch in dem Verein getan hat, ist wirklich Wahnsinn.

00:27:19: Also ich habe es ja so ein bisschen miterlebt von, wie es war, als ich kam, bis jetzt.

00:27:24: Das ist schon wirklich Wahnsinn, was da einfach auch an Professionalität, an Infrastruktur, Spielerinnen, Trainer, was da alles dazugekommen ist, ist schon echt krass.

00:27:36: Ihr als Team aber auch du ganz individuell seit wahnsinnig viel am hasseln super viel machen auch sehr erfolgreich dabei.

00:27:45: Siehst du das ganze mal auch so ein bisschen in der retrospective so ein bisschen von außen was du alles geleistet hast weil ich finde du hast etwas.

00:27:54: Sehr unermüdlich ist.

00:27:55: du bist immer am weiter machen.

00:27:56: wir sehen auf instagram unter linda stahlmann auch am pumpen am allem was du machst bist wahnsinnig.

00:28:04: konsequent und und zielstrebig und das habe ich bei sehr vielen Profis jetzt erlebt.

00:28:11: Aber oft fehlt da so ein bisschen die Genügsamkeit, sich mal hinsetzen zu können, um sagen zu können.

00:28:16: Schau mal, ich kann richtig stolz sein auf das, was ich geschafft habe.

00:28:19: Wie ist das bei dir?

00:28:22: Ja, ich sehe den Punkt auf jeden Fall so, wie du sagst.

00:28:24: Ich glaube, ich auch nicht, dass ich das so gut kann.

00:28:28: weil ich mir auch immer wieder neue Ziele setze, die jetzt auch gar nicht so nur den Fußball betreffen, sondern ich habe immer Ziele, dann will ich das irgendwie den Master machen, dann will ich irgendwie mal mit Stahlmann irgendwas machen, dann habe ich da wieder eine Idee, dann will ich, dass mir ein Traum ja irgendwie in Erfüllung geht, dann arbeite ich und arbeite ich.

00:28:45: Und ich setze mir immer neue Ziele, ich höre auch nicht auf, weil ich es einfach auch gerne mache.

00:28:48: Ich hasse es, wenn ich jetzt nach Hause fahre und zwei Wochen auf der Couch sitze, ich hasse es einfach.

00:28:53: So, es ist für mich auch nicht so, dass ich dann denke, so, jetzt fährst du mal runter, sondern für mich ist Entspannung.

00:28:58: weiter, das machen kann, was mir Spaß macht.

00:29:00: Und viele sagen ja dann auch so, jetzt machst du mir zwei Wochen Pause, ist wichtig und so.

00:29:04: Und ich denke mir so, nee, kein Lust, ich mache weiter so, weil es mir einfach so viel Spaß macht.

00:29:09: Und ich glaube immer, wenn es Spaß macht, dann ist es auch das Richtige, ob es jetzt weiß nicht wissenschaftlich jetzt das Beste ist, mal zwei Wochen nichts zu machen, vielleicht.

00:29:18: Aber am Ende finde ich, muss man da so ein bisschen auf sich selber hören.

00:29:21: Und ich bin, glaube ich, auch jemand, der selten so ein bisschen mal aufs Stopp drückt, sondern der auch immer weiter und höher will.

00:29:28: Ob das jetzt gut oder schlecht ist, das würde ich jetzt gar nicht so beurteilen wollen, weil ich glaube, da muss jeder so ein bisschen wissen, was zu einem selber am besten passt.

00:29:36: Und die Grenzen gerade als Sportlerin verschwimmen ja auch total zwischen.

00:29:40: Also du kannst ja nicht vom Campus runtergehen, vom Training nach Hause und dann hört die Arbeit auf, weil du musst ja immer noch auf Ernährung, auf alles achten.

00:29:49: Aber du machst das in einem ganz, ganz besonderen Maße.

00:29:51: Du machst Clean Eating,

00:29:54: du ...

00:29:54: Du achtest sehr auf deinen Schlaf, du treckst wirklich gefühlt alle Körperfunktionen durch, plant seine Wochen glaube ich immer schon so blockartig komplett vor, ne?

00:30:03: Nehmen wir uns mal ein bisschen mit in deinen Alltag, weil so wie bei dir habe ich das wirklich bei noch keinem anderen Menschen gesehen.

00:30:11: Ja auch da ist es finde ich so, da sagen auch viele so zu mir, Bolinda, wie kann man denn jetzt schon über den nächsten Tag voll planen, so lebt er mal einen Tag und... das ist doch gerade so.

00:30:20: das coole, dass man sich nicht immer verplanen muss.

00:30:23: Ich mache mir meinen Alltag schon immer sehr stressig, aber ich mag es auch so.

00:30:26: Also ich teile das ja auch gerne, weil ich merke, dass ich mit dem Account viele Leute auch so ein bisschen dazu motiviere, dass sie was machen.

00:30:34: Also ich kriege da ja schon so das Feedback.

00:30:35: Also ich habe jetzt zum Beispiel diesen anderen Account, der ist ja eigentlich von den Leuten, die da drauf sind und so ist ja eigentlich größer.

00:30:43: Aber ich muss sagen, dass die das ganze Interagieren mit Leuten irgendwie kommunizieren, Feedback kriegen, schreiben, dass es auf dem anderen Account einfach viel, viel mehr ist und ich so das Gefühl habe, das ist irgendwie so ein bisschen so ein Community-Ding geworden.

00:30:55: Und deshalb manchmal denke ich so, ich habe gar kein Bock zum Sport, aber dann weiß ich, motiviere ich vielleicht andere.

00:31:00: Ich mache das mittlerweile schon auch so ein bisschen für die und die denken, ich mache das.

00:31:03: Also es ist so ein bisschen so ein Geben und Nehmen und mir macht es total Spaß, die Leute irgendwie auch ein Stück weit.

00:31:08: Ja.

00:31:09: zu zeigen, was man so alles im Alltag schaffen kann, dass so ein Plan helfen kann, dass Ernährung was bringt, das Schlaf was bringt, dass ich es einfach so versuche, auch ein bisschen authentisch rüber zu bringen, weil ich glaube, dass viele, ja gerade bei Instagram dann diese ganzen Influencer das natürlich auf immer auf so eine Art und Weise machen, dass immer alles Perfekte ist, dass immer alles ja einen tollen Filter drauf haben muss und das bin ich nicht und so stelle ich es auch nicht da.

00:31:35: und ich glaube, das ist so ein bisschen das.

00:31:37: Ja, was ich auch machen will.

00:31:40: Es gibt Menschen, die so ein Lifestyle wie du leben, die machen das, also die einen machen das für den eigenen sportlichen Erfolg, für den sportlichen Erfolg anderer Menschen, um selber länger zu leben, longevity, warum auch immer.

00:31:53: Warum machst du das?

00:31:55: Weil ich glaube, viele Menschen würden es als eine totale Qual sehen.

00:31:58: Boah, die geht so viel Sport machen.

00:31:59: Die steht so früh auf und so weiter.

00:32:00: Wir wissen schon, für dich ist es eine große Freude und keine Qual.

00:32:04: Aber warum glaubst du, machst du es?

00:32:08: Ja, ich glaube, das ist einfach eine Zufriedenheit so bei mir auslöst, ob es jetzt irgendwie für ein großes Ziel ist oder nicht.

00:32:16: Aber wenn ich, ich habe ja immer so win the day, so dieses Motto, so diesen einen Tag, den ich immer vor mir habe, den versuche ich erstmal mal so bestmöglich irgendwie.

00:32:25: zu gestalten.

00:32:26: und wenn ich dann abends im Bett lege und denke ich habe das und das und das geschafft dann dann habe ich das Gefühl ich gehe einfach zufrieden ins Bett und dann schlafe ich gut.

00:32:33: und ich glaube das ist so der Rhythmus den ich für mich gefunden habe und der mir einfach gut tut.

00:32:38: ob das jetzt wie gesagt welches große ziel dahinter steckt ob ich lang leben will ich mein das kann man nie planen.

00:32:45: am ende kannst du auch einfach straß überfahren werden so doofes klingt.

00:32:48: da kannst du leben gesund wie du möchtest.

00:32:51: da bin ich nicht so der fan von sozusagen so.

00:32:53: ich möchte jetzt noch sechzig Jahre leben keine ahnung.

00:32:56: also das ist nicht so mein ziel oder nicht so.

00:32:59: das ziel dahinter sagen wir mal so sondern ich glaube es geht immer so um den nächsten tag den man leben muss und Ich hab da ja auch viel Freude daran, es ist nicht so, dass ich mir gar keine Zeit mehr für andere hab.

00:33:10: Ich hab auch viel Freizeit, auch dass das jetzt auch nicht immer auf dem Account ist, weil ich so ein bisschen mein Privat ist.

00:33:16: Und alles von dem Account ein bisschen bewusst auch runter lasse.

00:33:20: Aber gerade so diesen Sportteil, dieses Ernährung, trainieren, das, was ich gerne mache, möchte ich da auch zeigen.

00:33:26: Und du studierst in deiner Freizeit?

00:33:28: Ja.

00:33:28: Auch

00:33:28: noch nebenbei.

00:33:30: Warum ist dir das so wichtig?

00:33:31: Weil, also, natürlich, ihr verdient ... Bei weitem nicht so viel wie eure männlichen Kollegen, gerade bei den Bayern jetzt, ja.

00:33:38: Aber trotzdem ist das, glaube ich, so vom Durchschnittsgehalt von einem ganz normal arbeitenden Menschen.

00:33:44: trotzdem das drei oder vier, also ihr verdient gut, euch geht es gut, glaube ich, kann man so sagen.

00:33:48: Außer du schüttelst jetzt völlig mit dem Kopf.

00:33:50: Warum ist dir das so wichtig oder erklär uns das gerne mal, dass du trotzdem einfach noch Studium machst, dass du noch was Sicheres auf der Seite hast und dass du nicht einfach sagst so... Ja, Leute, ganz ehrlich, ich war dann Nationalspielerin im Zweifel, werde ich irgendwo Expertin.

00:34:04: Ich werde es schon irgendwie klarkommen.

00:34:06: Ich finde das finanzielle Thema, das ist für mich nie irgendwie relevant gewesen.

00:34:11: Also ich bin nie jemand gewesen, der gesagt hat, so, ich spei jetzt das, dann kaufe ich da was, dann mache ich da und dies und das.

00:34:16: Also ich bin wirklich jemanden, interessiert das nicht so, ob es jetzt, das würde ich jetzt auch sagen, kann gut oder schlecht sein.

00:34:22: Nicht, dass ich mein Geld jetzt irgendwo rauswerfe oder so gar nicht, sondern ich mir jetzt nicht denke, Ja, ich ruhe mich jetzt irgendwie daran auf oder darauf aus, sondern ich möchte einfach für meine Karriere was finden, was mir Spaß macht und ich möchte auch auf jeden Fall weiter arbeiten, ob ich es muss oder nicht, weil es mir, glaube ich, auch was geben kann.

00:34:40: Ich habe auch überlegt, ob ich später in den Reha-Bereich reingehen möchte, weil ich ja auch Sportwissenschaften mache.

00:34:46: Weil wenn man einfach selber dann als Sporter vielleicht mal verletzt war und die Zeit erlebt hat, dann weiß man, wie viel einem das Rückblickend gegeben hat und wie viele Leute da ein wirklich ... Ich finde so, wenn man verletzt ist, dann merkt man ja auch, okay, es trägt sich irgendwie gar nichts mehr um einen.

00:35:00: Man kriegt vom Team nichts mehr mit.

00:35:01: Man ist vom Team nicht mehr dabei.

00:35:02: Man ist nicht mehr in der Kabine.

00:35:04: Und ich finde, das ist umso wichtiger, dass man als Sportler dann auch Leute kennenlernt, die dann wirklich in der Phase für einen da sind.

00:35:10: Und ich habe bei Bayern wirklich eine Erfahrung gemacht in der Reha, die mir sehr, sehr gut getan hat.

00:35:15: Und die Leute haben mich inspiriert, dass ich vielleicht auch mal sage, okay, vielleicht kannst du auch später mal ... für die Sportlein derzeit da sein, dein Wissen einfach da teilen.

00:35:25: Und deshalb ist es mir auch wichtig, dass ich bis dahin fertig bin, um vielleicht sowas nach der Karriere zu machen.

00:35:30: Ob ich da viel wenig oder verdiene, ist mir ganz egal.

00:35:34: Hauptsache, es macht mir Spaß.

00:35:37: Ja, ich habe ja dann auch noch mit Stahman, denn da ja auch meine Firma gegründet, da hatte ich auch gar kein Plan, was ich da mache.

00:35:43: War eigentlich eher ein Witz, aber nachher muss man ja schon, weil man ja auch was verkauft hat, dann muss man sich natürlich auch mit solchen Themen beschäftigen.

00:35:51: Hab ich ja auch gar kein Plan von gehabt, aber es macht zu seiner Erfahrung, was man machen muss und sowas finde ich einfach cool, ob das jetzt alles Sinn und Verstand hat.

00:35:58: Weiß ich manchmal bei mir nicht.

00:36:00: Aber es macht mir Spaß und von daher will ich auch immer mehr.

00:36:03: Aber

00:36:04: gut.

00:36:05: Also meine nächste Steuererklärung gebe ich bei dir auf

00:36:07: die Kanzlerin.

00:36:07: Netzungglück ist mein Onkel, mein Steuerbauer.

00:36:09: Das ist ganz gut, der kriegt mir auch immer die Krise.

00:36:11: Du hast eine gewisse Art Doppelkompetenz.

00:36:13: Deswegen würde mich eine Sache interessieren, die gerade so um die EM letztes Jahr noch mal total aufgekommen ist.

00:36:19: Du bist Spielerin, du weißt, wie selber es im Körper einer Spielerin zu stecken und gleichzeitig hast du eben durch die Sportwissenschaften, die du studierst, auch noch mal einen anderen Hebel, eine andere Sicht darauf.

00:36:29: Und das ist die Belastungssteuerung.

00:36:33: hat ja immer wieder diese Beispiele gehabt von, okay, eigentlich, wenn wir Stichwort equal play, das mit Männern vergleichen, dann müssten deren Felder länger sein.

00:36:42: Die Tore müssten noch größer sein, damit es irgendwie vergleichbar ist.

00:36:45: Und dann kommen wieder irgendwelche Typen und beschweren sich, warum ist der Frauenfußball so langweilig, was auch immer.

00:36:51: Was ist da dein Take zu?

00:36:54: Also individuelles Training, Mannschaftstraining, Abmessungen, diese ganzen Sachen sind ja eigentlich überhaupt nicht gerecht, sondern ganz im Gegenteil irrsinnig verteilt.

00:37:02: Ich glaube, es sind ganz, ganz viele individuelle Faktoren, die manchmal zusammenkommen.

00:37:07: Also man achtet ja schon auf jedes Training, das möglichst alles einzugrenzen und die versuchen ja auch ihr Bestes, das alles zu steuern, aber dann am Ende, am Wochenende, passt jetzt trotzdem.

00:37:16: Also ich finde es ist ganz, ganz schwer da irgendwie zu sagen.

00:37:21: Woran liegt es oder wie kann man es steuern, weil manchmal.

00:37:25: kommen zwei, drei Faktoren zusammen und dann kommt es zur Verletzung.

00:37:28: Aber immer alles zu verhindern geht einfach nicht.

00:37:30: Ich glaube, jede Spielerin muss so ein Stück weit wissen, okay, tut mir Krafttraining gut, in welche Maße tut mir das gut?

00:37:37: Wie viel muss ich wirklich als Spielerin noch nach dem Training aufs Tor schießen?

00:37:40: Muss ich da noch eine Extra-Belastung haben?

00:37:42: Muss ich vielleicht sogar nach dem Training mal ab und zu ein bisschen mehr Belastung haben, damit man nicht im Spiel von null auf hundert immer geht?

00:37:48: Ich glaube, das ist auch ein ganz großes Thema, was manchmal unterschätzt wird.

00:37:51: Weil man immer sagt, weniger im Training, weniger im Training.

00:37:54: dann am Ende ist es immer so ein Gefühl, ein bisschen von null auf hundert, wo ich jetzt auch gesagt habe, so, okay, vielleicht wäre es auch gar nicht so gut, mal so diese Spielbelastung öfter mal ins Training zu integrieren.

00:38:04: Ich glaube, es gibt so viele verschiedene Ansätze und am Ende muss man als Spielerin so ein bisschen den Weg finden, wie man sich selber so ein bisschen vor Verletzung schützen kann.

00:38:13: Und da muss jeder selber wissen, was hat man für einen Stress, was hat man für einen Umfeld, wie viel stehe man, wie ernährt man sich.

00:38:21: Wie trainiert man?

00:38:21: das sind so viele Faktoren, die man für sich selber beantworten muss und ich glaube deshalb ist dieses Thema auch so komplex, weil man es nicht so richtig in eine Kategorie schieben kann.

00:38:32: Du siehst den Lösungsbedarf eher auf individueller Ebene als auf einer übergeordneten.

00:38:37: Von ein paar Monaten hatten wir die Situation in der Frauenbundesliga, dass sechzehn Spielerinnen gleichzeitig mit einem Kreuzbandriss ausgeflogen sind.

00:38:45: Wir wissen auf wissenschaftlichen Daten basierend, dass Frauen ein sechsmal höheres Risiko haben, sich ein Kreuzbandriss zuzusegen.

00:38:52: Ja,

00:38:52: anatomisch ist es auf jeden Fall ein ganz großes Risiko und da kann auch keine Frau der Welt was dafür.

00:38:59: Also ich finde, wenn man auch immer dieses Vergleichen von Männer und Frauenfußball ist, das regt mich einfach so sehr auf, weil wenn man stellt jetzt auch nicht eine Frauenboxerin gegenüber.

00:39:08: eine Männerboxer, der haut ihr einmal ins Gesicht, die fällt um.

00:39:11: Und da sagt man ja auch nicht, oh, dieser war viel schlechter.

00:39:14: Man macht es immer nur, man lässt auch nicht ein Tennis-Spieler gegen eine Tennis-Spielerin.

00:39:17: Es würde in jeder Sportart einfach genau so auffallen, dass es komplett was anderes ist.

00:39:21: Und so sollte man es auch sehen.

00:39:22: Und natürlich fällt im Fußball einfach auffallen und natürlich viele... weiß ich nicht, sprint, intensive Läufe, auch von der Passchärfe.

00:39:31: Manchmal spielen die Männern Pass, der wär bei den Frauen auf jeden Fall ins Ausgegangen.

00:39:34: Aber der Davis ist dann halt so schnell, der kriegt den Ball noch an der Linie so.

00:39:37: Die retten das dann manchmal auch noch so ein bisschen mit ihrer Athletik, weil ich glaube rein von der Technik und so sind da nicht so viele große Unterschiede, aber einfach anatomisch schafft sie Frau einfach nicht die Intensität eines Mannes.

00:39:48: So wenn man die, allein die Körper nebeneinander stellt, dann ist es eigentlich so eindeutig und deshalb nervt mich auch immer dieses ganze Thema Frauen, Männer, Fußball so sehr.

00:39:56: Dann begraben wir das Thema einmal kurz und gehen rüber zur Nationalmannschaft.

00:40:01: Die wichtigste Frage mal vorne ab.

00:40:05: Ich habe gehört, du bist Kabinendjain, wurde es von deinen Mannschaftskolleginnen dazu erkohlen.

00:40:10: Und ich weiß auch, dass einer deiner Brüder mal eine Zeit lang aufgelegt hat und er sogar noch auflegt.

00:40:16: Hast du dir da ein paar Tipps geholt oder bist du da einfach by nature die geborene Djain?

00:40:23: Ja, eigentlich ist mein Vater schon DJ gewesen.

00:40:26: Ja, jetzt nicht hier auf dem Tomorrowland.

00:40:30: Nicht auf dem Festival, aber so auf Hochzeiten und Geburtstag und so.

00:40:33: Also so im Dorf ist er schon bekannt.

00:40:36: Und dann hat es irgendwann meinen Bruder gemacht, weil mein Vater irgendwann auch nicht mehr so mit dem Musikgeschmack, glaube ich, hinterher kam.

00:40:41: Und dann hat mein Bruder es gemacht und ich meine, ich habe jetzt keinerlei Talent, würde ich sagen, dafür.

00:40:47: Aber ich... bin auch jetzt bei Bayern zum Beispiel, bin ich auch für die Musik zuständig.

00:40:52: Ich glaube einfach, dass ich weiß, was so, also man braucht ja so ein gewisses, wie sage ich das beschreiben, man muss so alle Typen irgendwie abholen, das ist gar nicht so leicht, man kann jetzt nicht seine eigene Musik spielen, man kann jetzt auch nicht nur Deutsch spielen.

00:41:05: jetzt zum Beispiel, bei uns jetzt bei Bayern, versteht die Hälfte nicht.

00:41:08: Man muss immer so einen gewissen Mix finden.

00:41:10: Ich glaub, da muss man sich auch manchmal, wenn ich so zu Hause Langweiler hab, dann such ich ein paar neue Lieder raus.

00:41:14: Also, man muss sich da so ein bisschen mit beschäftigen.

00:41:17: Aber ich glaube, dass ich schon einen guten Musikgeschmack hab.

00:41:21: Wenn dein Vater nicht mehr mit dem Musikgeschmack mitgekommen ist und ihr als junge Generationen übernommen habt und ihr bei Wolle Petrie gelandet seid.

00:41:31: Was war da vor der Musikgeschmack der endes Vaters?

00:41:34: Ja, Wolle Petrie, ich weiß es nicht.

00:41:36: Also früher waren wir dann noch immer auf irgendwelchen Partys mit, also als wir noch klein waren und das war dann auch meine Tante.

00:41:44: Früher hieß das ja Partykeller oder keine Ahnung, das gab es ja früher, wo dann auch immer noch so eine Bade zustand.

00:41:50: Und ich weiß, dass wir die Lieder herauf und untergehört haben.

00:41:53: Also Wolfgang Petri, ich kenne wirklich jedes Lied auswendig, obwohl ich das danach nie wieder gehört habe.

00:41:58: Also ich kenne die Lieder einfach, die sind in meinem Kopf.

00:42:00: Und dieser Moment als Wolfgang Petri wirklich in dieses Basecamp reingelaufen ist.

00:42:05: Das wird wirklich einer meiner top zehn schönsten Momente meines Lebens.

00:42:09: Irgendwann am Ende, wenn ich sterben werde, würde ich sagen, das war unter den top zehn.

00:42:13: Also das war wirklich so.

00:42:17: von vorne bis hinten, wie es entstanden ist, wie es dann am Ende abgelaufen ist, auch, dass sie dann so einen Karaoke-Armen gefaked haben, dass wir heute einen Karaoke-Armen...

00:42:25: Ja, das mal ganz kurz, vielleicht wissen wir nicht alle, worum es geht.

00:42:27: Okay, also wir haben den ja eingeladen, also wir haben das Trainerteam und hier Staffteam und so gar nicht eingeweiht.

00:42:33: Wir wussten, okay, die sind eh alle übel, zwölf Gang Petrie-Fan.

00:42:36: Und wir wussten auch, okay, das steht nicht mehr so in der Öffentlichkeit, könnte schwer werden, dann haben wir im Video geschickt.

00:42:40: Und dann kamen auch Ewigkeiten gar nix.

00:42:44: Und dann irgendwann hieß es... Das Management konnte ich so ein bisschen überreden auch, dass er nochmal vorbeikommt und mit uns einen Tag verbringt und er kommt ins Trainingscamp nach Herzungen Aura in Vorbereitungslehrgang.

00:42:56: Und dann wussten wir, okay, wir müssen jetzt irgendwie ganz gut planen, dass irgendwie nichts rauskommt.

00:43:01: Und dann haben wir gesagt, wir machen Karaokeabend und die Staff-Leute müssen auch singen und so.

00:43:10: Und die, wir haben schon gemerkt, die an alle gar kein Bock.

00:43:12: Das ist ja auch so das Schlimmste, was man machen kann mit den Mädels und Karaokaamtsam.

00:43:16: Und dann hatten wir auch Training unten und die ganze Wolfgang Petri-Bande da, die hat auch schon alles aufgebaut, so Sofa, sondern weil die wollten ja das Lied neu aufnehmen.

00:43:24: Deshalb stand da auch so Mikrofon und so und wir dachten alle schon das Übels auffällig.

00:43:28: Und dann lief auch ab und zu so Soundcheck schon.

00:43:30: Wir haben das nämlich auf dem Platz gehört, weil wir es ja wussten, aber das hat kein anderer gecheckt.

00:43:34: Und dann sind wir dann auch wieder vom Training hoch gelaufen.

00:43:37: Und dann haben wir auch alle das gesehen, was da aufgebaut war.

00:43:39: Und dann hat der Christian auch schon gesagt, mein Gott, wie kann man so übertreiben?

00:43:43: Wie kann man jetzt das hier so einen Aufriss machen für Karaoka?

00:43:47: Und dann weiß ich... Wir

00:43:48: fliegen auch in der Vorrunde raus, weil ihr euch zu sehr darf.

00:43:51: Und dann hat Julie auch gesagt, als wir dann alle unten waren, so ja, wir fangen jetzt an mit dem Karaoka.

00:43:58: Und wir haben jemanden gefunden, der den ersten Song performt.

00:44:01: Und dann in dem Moment kam er halt aus diesem Ding raus und dann kam er dieses Lied und es war einfach.

00:44:06: Ich weiß noch, es hat den Strömen gering mit den Tag und als Wolfgang Petrik kam, war die Sonne auf einmal da.

00:44:10: Ich weiß noch, da sind so die Vögel über das Ding geswitchert und es war wie ein Film.

00:44:14: Also wirklich.

00:44:15: Ja, ich guck mir manchmal dieses Video noch an und es ist jedes Mal krass.

00:44:20: Woher kommt diese Krasse?

00:44:22: Leichtigkeit, die ihr habt.

00:44:24: Ich bin ein ganz großer Fan von im besten Sinne Quatschmachen.

00:44:27: Ihr habt das Gefühl, ihr habt dieses Gen total auf, wenn man zum Beispiel sich die Videos auf YouTube anguckt, von euch, vom DFB und so weiter.

00:44:35: Es ist viel, viel entspannter.

00:44:37: Warum glaubst du ... Ist das bei euch so oder kann das so bei euch stattfinden, dass ihr einfach, man will eigentlich einfach dabei sein und eine gute Zeit mit euch haben?

00:44:45: Ja, Männerfußball werden solche Videos nicht so aufgezeichnet, ne?

00:44:48: Ich glaube, weil die auch keinen Bock zu hätten.

00:44:50: Ja, genau, weil die sich so ein bisschen zu cool und wir freuen uns manchmal so ein bisschen da drauf.

00:44:54: Ich glaube, das ist der Unterschied, weil ... Es ist ja auch immer so, wenn man irgendwie so Medientermine hat oder weiß ich nicht, dann solche Videos bei DFB und dies und das, dann haben wir immer alles schon so ein bisschen schlechtes Gewissen, dass wir dann da in der Mittagspause sitzen müssen und wir sagen, also ja, ist egal, wir haben noch Zeit und so.

00:45:09: Wir haben ja auch gar keinen Druck oder wir haben ja immer so eine Art und Weise, die, glaube ich, solche Sachen zulassen und ich glaube, dass die Männer ja im Alltag vielleicht noch viel krasser eingebunden sind, mehr Termine haben, mehr ... Einfach das Ganze drum herum ist einfach viel, viel größer.

00:45:27: Und die ganze Aufmerksamkeit ist größer.

00:45:29: Und ich glaube, dass sie vielleicht dann auch nicht so die Energie haben für das, was wir dann noch alles haben.

00:45:35: Und ja, ich glaube, daher kommt das auch manchmal.

00:45:38: Und im Team sind immer viele verrückte Leute, also die sympathischen Leute sind irgendwie immer so gefühlt in so einer Fußballmannschaft.

00:45:45: Und du kannst mit denen den ganzen Tag Müll reden, so.

00:45:47: Und man hat Spaß.

00:45:49: Ich meine, das sind Freunde, mit denen man da irgendwie zusammen Fußball spielt.

00:45:52: Da ist das so der geilste Job, den man haben kann.

00:45:54: Und ich glaube, dass wir immer auch gerne dann ein bisschen was zurückgeben.

00:45:58: Und wenn es dann diese Mediensachen sind oder so, wir sind da selten so, dass wir sagen, boah, jetzt gar kein Bock drauf.

00:46:03: Und dann, wenn man das auch versucht, wirklich auf sich Mühe zu geben, dann wären die Sachen auch meistens ganz gut.

00:46:10: Also das hab ich auch gelernt.

00:46:11: Wenn man muss sich auf manche Sachen auch manchmal ein bisschen einlassen.

00:46:14: Ich hab ... Den Eindruck, dass genau dadurch, dass ihr euch auf diese Sachen einlasst, ihr auch eine Art Nahrbarkeit einfach schafft, die es bei den Männern überhaupt nicht gibt.

00:46:22: Und das ganz viele, deswegen auch so auf euch, gerade jetzt auch zu EM letztes Jahr, so darauf gekommen sind, dass die gesagt haben, das sind, die sind so cool, ich will die irgendwie mit unterstützen, glaubst du.

00:46:34: Diese Nahrbarkeit hat auch so einen Effekt auf diesen Hype gehabt.

00:46:37: Ja, auf jeden Fall.

00:46:39: Also ist es ja auch so, dass die bei Instagram manchmal schreiben und wir antworten.

00:46:43: Das geht ja schon los.

00:46:44: Also kein Mann der Welt würde da antworten.

00:46:47: Und wir sind ja schon so, ja, da muss ich antworten.

00:46:49: Und wir sind dann ja auch so ein bisschen, dass wir da so eine andere Art und Weise haben.

00:46:53: Und ich glaube auch gar nicht, dass das so heißt, die Männer machen das nicht, sondern die Männer haben einfach eine ganz andere, also ich glaube, man kann das so den Alltag oder das Leben von einem Männerprofil mit unserem Leben nicht.

00:47:05: vergleichen.

00:47:06: Und die haben da einfach eine ganz ganz andere Sichtbarkeit, einen ganz anderen Druck.

00:47:10: Die können ja nicht mal eben einkaufen gehen.

00:47:12: Also für die ist es einfach ein anderes Leben und wir haben noch eine gewisse Freiheit, die wir, glaube ich, auch.

00:47:21: gut zu nützen wissen.

00:47:22: und wir können rausgehen, wir können Spaß haben.

00:47:25: Wenn Leute von uns feiern gehen wollen, dann gehen die feiern.

00:47:27: Da ist auch keiner, der groß irgendwas draus macht und bei den Männern wird es wahrscheinlich im nächsten Tag in der Zeitung stehen.

00:47:33: Und ich glaube, dass wir dadurch, dass wir so viel auch im Leben noch genießen können, dann diese Freude auch irgendwo ausstrahlen und mitnehmen.

00:47:40: Und wir auch dankbar sind, wenn die Fans da sind, dann gehen wir nach dem Spiel auch dahin und machen Fotos.

00:47:44: Wir haben auch keine Eile, wir müssen auch nicht.

00:47:46: Also die Männer haben ja auch alle ihre Kinder und Familien und Frau zu Hause.

00:47:50: Also sitzen die, müssen dann auch schnell nach Hause bei uns.

00:47:53: Wartet die auch.

00:47:54: Du musst jetzt sicher im Schutz

00:47:55: nehmen.

00:47:56: Ich supporte die erst wieder, wenn Jamal Moussalla ein Konzert mit Wolle Petri gibt.

00:48:00: Nein, aber ich glaube so, man kann den Alltag so nicht so richtig miteinander vergleichen.

00:48:05: Weil wir haben auch in München, sag ich mal, man hat ja auch so, in der Bubble, in der man ist, hat man ja auch so die ganzen Teamkollegen, mit der verbringt man die meiste Zeit.

00:48:15: Wir meisten, die Familien sind alle relativ weit weg, die kommen mal zu Besuch.

00:48:20: Aber sonst sind das halt Leute, mit denen du auch deine Freizeit verbringst.

00:48:23: Und dann ergibt sich das auch, dass man irgendwie ein cooles Miteinander hat, die Freizeitmiteil, dass wir auch privat was miteinander machen.

00:48:31: Und ich glaube, dass das bei den Männern auch nicht so gang und gäbe ist.

00:48:35: Aber die Menschen da draußen, sie sehen es und sie feiern es auf jeden Fall.

00:48:37: Das hat man jetzt bei der EM gesehen, das hat man bei der Nations League gesehen, wie der Hype immer größer wird, wie der Support immer größer wird.

00:48:44: Und es gibt da so ein, zwei Momente auf die würde ich gerne nochmal mit dir ein bisschen reinzoomen.

00:48:49: Das ist einmal das Viertelfinale der EM.

00:48:52: Wir haben es vorhin schon kurz angesprochen.

00:48:53: Die Auflösung des Cliffhangers.

00:48:57: war es nach einem Hundertzwanzig Minuten, stand es eins zu eins, deine Familie war auch da, dein Bruder war da, die wollten eigentlich schon gehen, du hast aber bis zur Hundertzwanzigsten gar nicht gespielt.

00:49:05: Du bist dann zum F-Meter-Schießen reingekommen.

00:49:09: Was ist das für ein Gefühl, weil ich denke mir so ... Scheiße.

00:49:12: Ja, das glaub ich.

00:49:12: Also, ich würde mir auch denken, wenn dann die Kacke am Dampfen ist und mein Chef ruft mich an und sagt, Lenny, komm mal rein jetzt hier, hol uns mal die Kohlen aus dem Feuer, würde ich mir auch denken, ja ... Vielen Dank auch dafür.

00:49:23: Ja, das war ja so.

00:49:24: Also wir haben einen Abschusstraining-Elfmeter-Schießen geübt und jeder hat dann einen geschossen und dann hat die Co-Trainerin halt gefragt, würdest du morgen schießen?

00:49:32: Und ich bin dann ja auch immer so jemanden, ich sag dir ja klar.

00:49:36: Aber es war ja so Spaß, so ja sicher, klar.

00:49:39: Kommt ihr eh nicht dazu?

00:49:40: Kommt eh nicht dazu.

00:49:41: Und ich bin ja auch gar kein Elfmeter-Schützer, also ich bin ja auch keiner, der im Verein schießt.

00:49:45: Ich glaub, ich hab meinen letzten Elfmeter verschossen, das war ja noch um siebzehn.

00:49:48: Perfekt.

00:49:49: Bei der EM, das war so meine einzige... und dann stand ich auch mit Sarah Depperts noch draußen, dann hab ich sie gesagt, denkst du, er wechselt noch fürs Elfmeterschießen, diese auf gar keinen Fall.

00:50:00: Eine Sekunde später, Sarah Depperts Lünderei, ich so, ach, scheiß.

00:50:05: Und ich hab auch, ich weiß, dass ich in dem Moment auch zu meiner Schwester rübergeguckt hab und sie hat mich anguckt, was machst du da, so von wegen, nein, lass es.

00:50:12: Und meine andere Schwester hat auch mit meinem Papa geguckt, der ist auch komplett zu Hause ausgeflippt, warum ich das jetzt mache.

00:50:19: Aber dann ... ja, war es im Endeffekt auch ein ganz cooles Gefühl, es zu haben.

00:50:24: Ich hatte auch nicht so ... Es war schon so, im ersten Moment, klar, macht man sich so ein bisschen in die Hose, aber ich hab auch gemerkt, dass die Jungen auch zum Teil gar nicht schießen wollten.

00:50:31: Man sieht es ja immer so, wenn man dann da steht, sieht man wirklich, wer will und wer nicht, das sieht man sofort.

00:50:37: Und von daher war ich wirklich froh, dass es irgendwie auch dazu gekommen ist, dass ich noch wenigstens den Teil dazu beitragen konnte in dem Spiel.

00:50:44: Aber ich muss auch sagen, gerade weil an Katrin Berger im Tor stand, hatte man als Spielerin so heftig das Gefühl, dass gar nichts passieren kann.

00:50:53: So eine Sicherheit zu sagen, okay, die wird eh zwei, drei halten.

00:50:58: Selbst wenn du verschießt, wird noch alles gut gehen.

00:51:00: Und das hat schon einen dann noch mal eine Sicherheit gegeben, dann auch zum Punkt zu gehen.

00:51:04: Aber du hast getroffen.

00:51:05: Ich hab getroffen.

00:51:06: Ich hab aber gesagt, ich schieß einfach irgendwo hin.

00:51:08: Voll spannend.

00:51:09: Irgendwo zwischen Mitte und rechts.

00:51:10: Und es irgendwo in den Winkel reingegangen, weil da noch ein Stück abgerutscht ist.

00:51:14: Das war genau richtig.

00:51:17: Lass uns mal über die Spanierinnen sprechen, weil ihr seid dann vom Viertel ins Halbfinale gekommen und ich weiß noch, wie ich völlig ausgerastet bin.

00:51:25: Also du natürlich auch, aber im Stadion, ich zu Hause, bei mir zu Hause, hundertzwölfte Minute, eins zu null.

00:51:32: Goodbye, danke schön, wieder schauen, ihr fahrt nach Hause.

00:51:36: Eine Kacksituation für ganz, ganz Fußball Deutschland, für euch in erster Linie natürlich.

00:51:41: Und dann hat man aber auf einmal drei, vier Monate später die Situation, dass ihr in der Nations League wieder gegen Spanien spielt.

00:51:48: Jetzt im Finale.

00:51:50: Wie stellt man sich da mental drauf ein?

00:51:53: Weil ich denke, das ist ja wie, wenn du durch eine Abschlussprüfung oder sowas schon mal gefallen bist und dir denkst, jetzt muss ich aber noch mal, jetzt sind die wieder da.

00:52:00: Wie hast du dich da drauf eingestellt?

00:52:02: Ja, ich muss sagen, dass ich eigentlich gar nicht so schlechte Erfahrungen mit Spanien gemacht habe.

00:52:06: Zumindest mit der Nationalmannschaft.

00:52:07: Ich glaube, bis zu dem Hals-Final haben wir immer gewonnen.

00:52:09: Wir waren zwar nie die bessere Mannschaft, aber wir haben immer gewonnen.

00:52:12: Ich weiß zwar nicht, wie, aber ich hatte nie so das Gefühl, dass man jetzt fußballerisch immer auf der gleichen Ebene sein muss.

00:52:17: Das wird man auch nicht schaffen.

00:52:19: Weil Spanien einfach eine Identität hat, ob es in jedem Verein ist, die spielen alle denselben Fußball.

00:52:24: Und das ist jetzt auch gar nicht böse gemeint, aber in Deutschland spielt dann ... Wir spielen so bei München, dann Wolfsburg spielt so, Frankfurt spielt so.

00:52:30: Und ich habe das Gefühl, das sind so viele verschiedene Ansätze, die da dann auch bei der Nationalmannschaft zusammenkommen, dass man wirklich sagen muss, okay, man muss sich da auf andere Sachen fokussieren, weil man einfach nicht so die DNA über so viele Jahre entwickelt hat, dass alle das Gleiche spielen.

00:52:43: Ich glaube, das hat Spanien einfach in einer Perfektion geschafft.

00:52:46: Und deshalb ist es auch einfach schwer für andere Gegner sich da irgendwie ... auf das Niveau spielerisch zu kommen.

00:52:51: Und da, finde ich, muss man immer andere Sachen finden, wie man Spanien schlagen kann.

00:52:56: Und bei Deutschland ist es immer, dass wir als Einheit immer einhundert Prozent dagegen halten und dagegen spielen.

00:53:02: Und ich finde, auch spielerisch, auch beim Halbfinale war es natürlich nicht das, was man irgendwie hätte zeigen können.

00:53:08: Aber trotzdem haben wir gekämpft und gekämpft.

00:53:09: Aber dann hat man gehofft, dass man es, glaube ich, wieder ins Elfmeter-Schießenschaft.

00:53:14: Weil man da hätte, glaube ich, wieder ... Spanien schlagen können, weil wir einfach andere hatten.

00:53:20: Das war ein bisschen schade, weil dann hätte man es geschafft, in Selfmeterschießen zu kommen.

00:53:24: Aber dann haben sie halt einen Moment vom Pomati, der dann reingeht.

00:53:28: Und das ist halt das, was Spanien einfach so besonders macht, dass die sich so eine Identifikation geschaffen haben, ob sie Männer, ob sie ein Frauenfußball ist, wirklich zu sagen, wir haben den Ball, wir wollen den Ball.

00:53:40: egal wie du manchmal versuchst die anzulaufen und zu pressen es geht nicht du guckst immer hinterher bist immer ein schritt zu spät und es ist wirklich wahnsinnig für den kopf.

00:53:48: es ist so anscheinend gegen spanien gegen barcelona zu spielen.

00:53:50: du wirst wirklich wie so eine hypnose wo du immer müder wirst und so fühlt sich das manchmal an und.

00:53:57: Ja, deshalb muss man schon auch einen großen Respekt an Spanien aussprechen.

00:54:01: Aber ich glaube trotzdem, dass wenn ich jetzt wieder gegen Spanien spielen würde, hätte ich keine Angst, weil ich glaube, dass Deutschland immer was hat, was Spanien auch nicht mag.

00:54:08: Also ich glaube, die mögen es nicht, gegen uns zu spielen.

00:54:11: Und jetzt auch gerade in Kaiserslautern.

00:54:12: Also man hatte eigentlich schon die Chance auch wirklich zwei, drei Tore zu schießen.

00:54:16: Und dann wäre das Rückspiel auch ein anderes gewesen.

00:54:18: Aber das ist immer so, ja, hätte, hätte, das ist immer ein Fußball so.

00:54:23: Ich glaube, so ganz eindeutig war das Finale nicht.

00:54:25: Klar, das Rückspiel in der zweiten Halbzeit, da haben Sie Ihre Tore gemacht.

00:54:28: Aber ich glaube, wenn man die anderen drei Halbzeiten sieht, kann man wirklich sagen, man hat sich entwickelt zum Halbfinale.

00:54:34: Und wenn nächstes Duell kommt, glaube ich, sind wir wieder einen Schritt weiter.

00:54:37: Das nächste Mal.

00:54:38: Gören die drei Punkte euch beziehungsweise dann, wenn es um die Nationalmannschaft geht, auch uns.

00:54:44: Lass uns mal ein bisschen um das Ganze drumherum, um die Fans sprechen, sowohl bei der EM als auch bei der Nations League, weil bei den Männern wird dir ganz oft gesagt, ja, also fanmäßig gibt es da andere Nationen, die schon deutlich weiter sind als wir, die deutlich mehr Power geben.

00:54:57: Wohlgemerkt bei den Männern.

00:54:58: Ich hatte das Gefühl, ihr hattet da wirklich bei beiden Turnieren eine Wand hinter euch, die wirklich geschlossen da steht und für euch Radau macht und einfach zeigt, wir haben Bock auf euch.

00:55:10: Wie hast du es wahrgenommen?

00:55:11: Ich finde, es hat schon in den ganzen letzten Jahren immer mehr an Interesse einfach ausgelöst.

00:55:18: Ich glaube, es war vor allem die M-...-... in England, die dann Riesen-... Begeisterung auch im Land... Ja, entfacht hat.

00:55:27: Ich weiß, dass wir damals dann auf den Römerplatz gekommen sind von der EM.

00:55:30: Und wir wohnen ja im Wembley verloren.

00:55:32: Und es war irgendwie Montags-Namitas.

00:55:34: Und wir haben gedacht, da kommt eh keiner.

00:55:36: Wir hatten noch ein bisschen Panik, dass ein bisschen Blamage wird, dass wir jetzt da hinfahren.

00:55:40: Und wir sind auf diesen Römerplatz gekommen.

00:55:41: Und der war bis zum letzten Ding voll.

00:55:43: Und es war für uns so, boah, krass.

00:55:45: Das sind alle Leute, die das Turnier verfolgt haben, die Fans geworden sind.

00:55:49: Und ich finde, da ging so eine Kurve nach oben, die wirklich immer weiter nach oben geht.

00:55:53: Und jetzt auch bei den Turnieren.

00:55:55: Es sind Facht, immer so eine Begeisterung, die man auch in einem Verein erlebt.

00:56:00: Ich hab immer das Gefühl, wenn wir ein Länderspiel haben, das gucken alle, wenn ich gefühlt bei Bayerns Spiel gucke.

00:56:06: Nein, aber dann gucken so viel weniger Leute, weil die Nationalmannschaft vielleicht auch, weil es dann im öffentlichen Sender läuft.

00:56:12: Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber es interessiert schon ein paar mehr Leute.

00:56:17: Und das ist halt auch das Schöne.

00:56:20: Ich weiß, als wir die Nations League gegen Niederlande in Bremen gespielt haben, da war das ganze Stadion voll.

00:56:25: Es war krass, einfach auf dem Platz zu stehen.

00:56:27: Es hat so viel Spaß gemacht.

00:56:28: Und dann jetzt auch bei den Turnieren, wie viele da mitreisen, was für eine Stimmung die machen, das ist halt einfach schön, weil man irgendwie auch ... Also, als ich angefangen habe, zu Nationalmannschaft zu kommen, da war das einfach noch nicht.

00:56:38: Und man merkt so irgendwie in dem Prozess, war man irgendwie dabei.

00:56:41: und umso schöner ist es, dass jetzt Frauenfußball auch die Anerkennung bekommt, die sie verdient.

00:56:47: Und ich hoffe natürlich, dass es auch nicht das Ende ist, sondern die EM damals was angestoßen hat, was wirklich jetzt auch noch weiter reifen muss und vielleicht noch ganz groß werden kann.

00:56:58: Du hast vorhin so ein bisschen ein Bild skizziert, das ich sehr interessant finde, nämlich so ein bisschen ... Ich glaub, im König der Löwen wär's der Circle of Life gewesen.

00:57:07: Dass, als du als junger Spielerin in die Nationalmannschaft gekommen bist, es da auch schon ganz normal war, dass die Älteren dann wieder gegangen sind, gegangen wurden, wie auch immer, sind wieder neue nachgekommen und so weiter.

00:57:19: Und seit der EM ist das ja auch so ein bisschen eine On-Off-Beziehung zwischen dir und der Nationalmannschaft geworden.

00:57:26: Davor, was du als Zehnerin gesetzt, dann ... wurde es weniger Spielzeit.

00:57:31: Ich sag das jetzt nur aus der Außenbetrachtung.

00:57:33: Dann wurdest du zweimal nachnominiert.

00:57:36: Wie würdest du gerade deinen Beziehungsstatus quasi mit der Nationalmannschaft definieren?

00:57:42: Und dann würde mich auch noch interessieren, wie sich das anfühlt, wenn man merkt, okay, vielleicht bin ich nicht mehr die Gesetze Nummer eins.

00:57:52: Ja, wenn ich was im Fußball gelernt habe, dass es im Fußball irgendwie mal ganz, ganz schnell wieder in eine andere Richtung gehen kann.

00:58:01: Dass ich schon so oft dachte, man spielt nicht mehr.

00:58:04: Es waren auch Zeiten bei Bayern, wo ich gedacht habe, sie spielen nicht mehr.

00:58:07: Und zack, es ist in einem halben Jahr, sieht es wieder ganz anders aus.

00:58:11: Es ist immer so, ich finde, man darf sich von solchen Situationen, die man immer wieder in der Karriere hat oder Phasen, wo man vielleicht mal weniger beachtet wird, wo man vielleicht mal weniger spielt, wo man vielleicht auch mal nicht eingeladen ist, darf man nie irgendwie als Grund nehmen.

00:58:28: irgendwelche Entscheidungen zu treffen oder zu sagen, okay, dann werde ich nicht mehr hingehen oder dann brauche ich mich halt nicht, dann sage ich ab oder so.

00:58:36: Ich finde, das ist ganz ganz viel, was man mit seinem eigenen Charakter ausmachen muss und ich bin immer jemand, der sagt... Wenn ich gebraucht werde, komme ich und das habe ich ihm auch gesagt.

00:58:46: Egal, er kann mich nach Nominion nicht mehr da sein.

00:58:49: Ich finde, das hat was mit dem eigenen Charakter zu tun und ich weiß, dass sich das Spiel entwickelt, dass sich eine Spielidee entwickelt, dass Trainer Ideen haben, die man als Spieler vielleicht nicht immer versteht, aber dafür ist man noch kein Trainer, sondern Spieler.

00:59:01: Und ich glaube, man muss Entscheidungen respektieren, aber man darf nicht immer sagen, gut, dann bin ich raus, sondern man muss bei sich bleiben.

00:59:09: Und das ist für mich auch ganz, ganz wichtig, dass ich sage, ich fühle mich noch fit, ich fühle mich jetzt nicht irgendwie zu alt oder dies oder das und dass ich jetzt nicht sage, gut, ich tritt jetzt vielleicht zurück, sondern ich möchte einfach sagen, ich bin bereit.

00:59:22: Und ob ich gebraucht werde oder nicht, das entscheiden andere Leute.

00:59:25: Es liegt nicht mal alles in der eigenen Hand im Fußball.

00:59:28: Aber ganz wichtig ist, dass man sich von so Phasen, glaube ich, nicht zu sehr... beeinflussen lässt so dass man sagt so jetzt läuft es da gar nicht mehr so jetzt gebe ich auf sondern es werden auch wieder andere zeiten kommen und wenn ich dann kann ich es auch nicht beeinflussen.

00:59:43: aber ja ich kann nur mein bestes geben im verein.

00:59:47: ich glaube das ist so die grundlage das ist das wo man sich jeden tag beweisen kann wo man sich zeigen kann und alles andere entscheiden.

00:59:54: und

00:59:55: ich finde das sind tolle worte weil du hast ein ego das gesund genug ist damit du dich immer weiter pusht dass du aber gleichzeitig nicht über die Nationalmannschaft oder so stellst.

01:00:08: Und ich glaube, das ist das, was viele im Fußball, Männerfußball vermissen und weshalb sie am Ende des Tages zu euch kommen.

01:00:15: Wir kommen langsam zum Ende.

01:00:18: Mich würde mal interessieren, weil du ein bisschen vorhin diese Physiorechtung angedeutet hast, diese Coachrichtung.

01:00:27: Könnte man mal eine Frau Daimann auf der Trainerbank sehen?

01:00:30: oder sagst du, nee, ich möchte schon eher ins Sport wissenschaftlicher gehen?

01:00:34: Nee, Trainer, also Chef-Trainer, glaube ich, an sich würde ich nicht so Lust drauf.

01:00:39: Da wäre ich auch jemand, der nicht gut schläft, weil ich meine, man sieht ja so wie viele Sachen.

01:00:44: Chef-Trainer, da manchmal einfach über die Bühne bringen müssen, was auch, glaube ich, manchmal so schwer ist.

01:00:50: Deshalb sehe ich mich nicht so als Chef-Trainer.

01:00:53: Ich habe aber auch die B-Plus-Lizenz gemacht.

01:00:56: Ich finde es schon interessant, weil man dann auch als Spieler wieder lernt, ein paar andere.

01:01:02: Punkte zu sehen aus einer Trainersicht.

01:01:04: Ich fand das eigentlich cool, das zu machen und ich glaube auch, es ist immer wichtig oder es kann immer ein Mehrwert sein, wenn man auch ein Ex-Fußballspieler oder Fußballspielerin als Trainer hat, weil man einfach sehr lange in dem System mitgelebt hat und viele Erfahrungen gemacht hat.

01:01:19: Aber ich glaube, als Chef-Trainer selber sehe ich mich jetzt nicht.

01:01:24: Aber ich würde es nicht ausschließen.

01:01:26: Aha, ne?

01:01:27: Okay, wir haben noch eine letzte Frage für dich.

01:01:29: Das ist immer die letzte Frage im Deep Dive.

01:01:31: Die sogenannte Alien-Frage.

01:01:33: Pass auf, stell dir vor, es landen Aliens auf der Welt, die haben keine Ahnung, wie unsere Gesellschaft funktioniert, was Sport ist, warum haben wir uns die sehen dich?

01:01:40: Wie du einerseits auf dem Spielfeld alles gibst, einen Ball versuchst, in einen Netz zu bekommen.

01:01:46: Wenn du nicht gerade da bist, dann sehen die, wie du vermeintlich total leidest und schwitzt und am Pumpen bist.

01:01:53: Und sie fragen dich, weil sie es nicht verstehen.

01:01:55: Linda, warum das Ganze?

01:01:58: Was sagst du ihnen?

01:01:59: Weil es mir Spaß macht.

01:02:01: Also ich mach das wirklich, weil es mir Spaß macht.

01:02:03: Ich hab auch wirklich keinen anderen Grund.

01:02:05: Es macht auch wirklich manchmal keinen Sinn.

01:02:07: Ich versteh viele, die sagen ... Ich würde lieber das und das machen und ich verstehe nicht, wieso du freiwillig aufs Laufgang gehst.

01:02:13: Und ich verstehe es manchmal auch nicht, aber es macht mir einfach Spaß.

01:02:15: Und das ist meine Leidenschaft, die mich irgendwie bis zu dem Punkt gebracht hat.

01:02:19: Und ich glaube, die wird mich auch noch in vielen Bereichen auch noch weiterbringen, auch wenn es mal nicht mehr der Fußball ist.

01:02:25: Und da bin ich auch irgendwie stolz drauf, weil es bei mir nicht immer der Fußball sein muss und ich mich auf gar keinen Fall nur als Fußballer identifizieren möchte.

01:02:32: Ich glaube, das ist auch was, was viele ... Fußballer, Fußballerinnen manchmal nicht so geschafft haben, warum die auch sehr darunter gelitten haben, wenn es mal Richtung Verletzung ging, wenn es mal nicht Nominierung, wenn es mal Richtung Karriereende ging, dass man wirklich dann seinen Wert verliert.

01:02:48: Und ich finde, das ist ganz, ganz wichtig, dass man es schafft, andere Werte zu finden, die ein, dieses Gerüst bauen, wenn es mal zu dem Zeitpunkt kommt, dass Fußball nicht mehr ist.

01:02:57: Und das ist der Weg, den man so für sich finden muss.

01:03:00: Und für mich hat da Spaß immer ... den Vorrang vor allem anderen.

01:03:05: Und ja, das würde ich den Aliens dann sagen, die sollen auch was finden, was den Spaß macht.

01:03:11: Das sehen wir doch als Schluss vor.

01:03:12: So, Linda, wir gehen jetzt erst mal pumpen, weil es Spaß macht.

01:03:16: Ich war schon.

01:03:17: Linda, vielen, vielen Dank, dass du da warst.

01:03:19: Freunde, vielen Dank, dass ihr auch wieder reingehört habt.

01:03:21: Wir sehen uns nächste Woche wieder bei der nächsten Folge DiebDive.

01:03:24: Denkt dran, kommentieren, lasst ein Like, da lasst ein Abo da.

01:03:27: Eine gute Bewertung.

01:03:28: Ihr kennt das alte Spiel, bis nächste Woche.

01:03:30: Ciao.

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